3 Übungen für mehr Selbstliebe

Theoretisches und verstandesmäßiges Wissen über Selbstliebe ist zwar schön und gut, ohne ein paar praktische Übungen, bringt es jedoch nicht besonders viel. Übungen sind besonders dafür da, Erkenntnisse vom Kopf ins Herz zu bringen!!! Deswegen sind sie auch so wichtig.Sie wirken über die Ebene der Erfahrung und so sackt die Liebe vom Kopf runter ins Herz, wo sie natürlich viel tiefer verankert ist und wo sie hingehört.

Ich bin kein Fan davon, zu sagen, dieses oder jenes funktioniert auf jeden Fall bei jedem Menschen. Aber ich denke, es gibt doch ein paar Sachen, die relativ sicher bei vielen Menschen funktionieren.

Deshalb habe ich hier meine Lieblings-Übungen für mehr Selbstliebe zusammengestellt, die ich alle (fast) täglich praktiziere. Ich weiß, dass es eine große Verpflichtung ist, etwas jeden Tag zu machen, aber:

Wie sehr willst du Veränderung?

Wie sehr willst du endlich damit aufhören, dich selbst zu kritisieren und anfangen, dich selbst bedingungslos zu lieben?

Bestimmt ganz doll, deshalb – los gehts:

 

Übung 1: Die Spiegelübung

Die Spiegelübung geht bei mir so (es gibt viele Varianten), dass ich mich 10 Minuten nah vor einen Spiegel stelle oder setze. Dabei schaue ich mir die ganze Zeit in die Augen. Mal ins linke, mal ins rechte.Versuche, diese Übung als Meditation zu sehen. Wenn Gedanken kommen, registrierst du sie, gehst ihnen aber nicht weiter nach. In dem Moment, in dem du bemerkst, dass deine Aufmerksamkeit abdriftet, lenkst du sie sanft zurück zu deinem eigenen wunderschönen Spiegelbild.

Achte auf deine Gefühle, während du vor dem Spiegel stehst. Das gilt besonders für die ersten Male, wenn die Übung noch ungewohnt ist und dein Kopf anfängt, zu schreien: “Was machst du da? Das ist komisch!”

Frage dich, während du in den Spiegel schaust: Was empfinde ich gerade? Wenn du diese Übung die ersten paar Male machst, wirst du vielleicht etwas Widerstand spüren. Du wirst vielleicht gerne fliehen wollen und die Übung abbrechen wollen. Gib diesem Drang nicht nach und gehe stattdessen in eine neugierige Haltung.

Sage zu dir: “Aha, das ist ja interessant. Es gibt in mir einen Anteil, der mich nicht gerne ansehen will.” Dadurch gehst du auf eine Metaebene und löst dich aus der Identifikation mit dem Gedanken.

Wenn dir klar werden sollte, dass es einen solchen Anteil in dir gibt, kann es sein, dass dich das traurig macht. Dann versuche, die Trauer zu durchfühlen und weine erst einmal, bis sie etwas nachlässt. Dann kehre zurück zu deinem Spiegelbild.

Nach zehn Minuten nimmst du etwas mehr Abstand zu deinem Spiegelbild ein und betrachtest dein Gesicht als Ganzes im Spiegel. Wahrscheinlich wirst du jetzt überrascht feststellen, dass du dich selbst nun als schöner empfindest als vorher und mehr mit dir verbunden bist. Nun kannst du dir selbst im Spiegel zulächeln. Du sagst: “(dein Name), ich liebe dich!”

Nun horche in dich hinein und achte auf deine emotionale Reaktion auf diese Worte. Kannst du dir selbst glauben? Fühlt es sich echt an? Hast du das Gefühl, dass du deine Liebe nicht verdienst? … Sei einfach interessiert gegenüber jedem Gefühl und versuche, es nicht zu bewerten. Und dann wiederhole den Satz. Wiederhole ihn ein paar Mal und sage es nicht nur, sondern fühle es auch. Fühle die Liebe.

 

Übung 2: Die Selbstumarmung

Hast du dich schon einmal selbst umarmt?

…Nein?

Warum denn nicht?

Umarmst du denn sonst nicht auch Menschen, die du magst?

Ja?

Und wie willst du dich selbst dann mögen, ohne dich zu umarmen?

Normalerweise läuft es meistens so: Ich mag jemanden und deshalb umarme ich ihn oder sie. Wenn es nun darum geht, Selbstliebe zu entwickeln, können wir genau den gleichen Kanal aber auch einfach umdrehen. Wir umarmen uns selbst, lange, sehr lange. So lange, wie es nötig ist. Das wirst du mit etwas Übung spüren. Wir umarmen uns also und beobachten dabei unsere Gefühle.

Für mich ist die Selbstumarmung immer eine Mischung aus Selbstliebe praktizieren und innere Geborgenheit stärken. Das heißt, während ich mich umarme, konzentriere ich mich darauf, mich immer sicherer in mir selbst zu fühlen. Dabei können Affirmationen helfen. Zum Beispiel: “Ich bin in mir selbst völlig sicher.” oder “Alles ist gut.”

Ich umarme mich also und spüre in mich hinein. Meistens geht das für einige Minuten so. Dann irgendwann spüre ich, dass der Tank wieder bis in den grünen Bereich hinein gefüllt ist und ich gehe bewusst in das Gefühl der Liebe zu mir selbst:

“Ich liebe mich”

“Ich liebe mich”

“Ich, (dein Name), liebe mich, (dein Name)”

wichtig ist es hierbei, sich völlig vom Kopf zu lösen und die eigenen Worte mit dem Herzen zu fühlen. Nur dann verinnerlichst du diesen Satz – er wird zum Glaubenssatz und du fängst an, danach zu handeln.

 

Übung 3: Körperliebe = Selbstliebe

Der Körper ist EIN Anker des Selbst. Über meinen Körper nehme ich mich selbst wahr und über meinen Körper kann ich mich auch mit mir selbst verbinden.

Ergo habe ich auch noch keinen Menschen getroffen, der sich selbst liebt, aber seinen Körper ablehnt oder der die Verbindung zu seinem Körper verloren hat.

Menschen, die sich selbst lieben, lieben auch ihren Körper. Sie denken positive und wertschätzende Gedanken über ihren Körper. Sie mögen und akzeptieren ihren Körper und sind völlig zufrieden mit ihm, egal wie schön ihn andere Menschen finden oder wie sehr er dem anorektischen medialen Schönheitsideal entspricht.

Ich hatte zum Beispiel mal eine Freundin, die objektiv gesehen wirklich keinen außergewöhnlich schönen Körper hatte. Das soll jetzt nicht fies gemeint sein, ich will nur, dass ihr versteht, worauf ich hinaus will. Die meisten meiner Freundinnen hatten Körper, die ich schöner fand und die auch mehr dem medialen Schönheitsideal entsprechen. Aber diese Freundin war so dermaßen zufrieden mit ihrem Körper, sie fand ihn einfach richtig toll und wäre nie auf die Idee zu kommen, ihn zu kritisieren oder abzulehnen. Neidisch stand ich manchmal daneben und wünschte mir, ich könnte auch so zufrieden sein mit meinem Körper.

Aber dieses mit-dem-Körper-im-Frieden-sein hat entgegen der allgemeinen Annahme relativ wenig damit zu tun, wie der Körper aussieht. Wie “schön” er ist. Es hat damit zu tun, was du über deinen Körper denkst, wie du ihn innerlich und äußerlich behandelst.

Wenn du nichts für deinen Körper tust, ihm keine Verwöhnung gönnst und er immer nur für dich schuften soll, dann darfst du dich auch nicht wundern, wenn du die Quittung in Form von Schmerzen oder Krankheit bekommst.

Diese Beziehung zu unserem Körper kann sehr eingefahren und verfestigt sein. Trotzdem kannst du immer und jederzeit damit anfangen, sie zu transformieren. Du kannst Schritt für Schritt negative Gedanken über deinen Körper durch positive Gedanken ersetzen.

Du kannst deinen Körper liebevoll wahrnehmen, anstatt ihn zu ignorieren.

Du kannst einmal überlegen, was du Gutes für deinen Körper tun kannst, was er sich von dir wünschen würde. Fange an, deinen Körper als eine Instanz zu sehen, zu der du in Kontakt treten kannst. Spreche mit ihm. Liebevoll.

Was mag dein Körper gerne? Wobei fühlt er sich wohl? Vielleicht mag er Bewegung, und fände es toll, wenn du öfter mal eine Runde laufen würdest. Vielleicht fühlt er sich bei einem heißen Bad wohl und geborgen. Vielleicht fühlt er sich während einer intensiven Thai-Massage verwöhnt und verstanden. Vielleicht schwitzt er gerne in der Sauna alle Gifte aus sich heraus.

Was ich dir auf jeden Fall empfehlen würde, ist, dich selbst zu berühren. Und das meine ich jetzt nicht sexuell, wobei das dem Körper natürlich auch gut tun kann. Mir geht es hier aber darum, einfach mit geschlossenen Augen dazusitzen und mit deinen Händen an deinem Körper entlang zu wandern. Von Kopf bis Fuß. Dabei kann es helfen, bewusst unterstützende Gedanken zu denken.

Zum Beispiel: “Das ist mein Körper. Er gehört nur mir.” Du kannst dich ganz bewusst mit deinem Körper verbinden und sagen: “Ich hab dich lieb! Ich beschütze dich; niemand darf dich anfassen, wenn ich es nicht erlaubt habe.”

Das ist nämlich auch ein Aspekt des Umgangs mit unserem Körper: Lassen wir andere Menschen unseren Körper an Stellen berühren, an denen wir gar nicht berührt werden wollen oder wenn wir noch nicht bereit dafür sind? Es ist extrem wichtig, hier ganz klare Grenzen zu setzen und zu lernen, Nein zu sagen. Sonst fühlt sich dein Körper zurecht entwertet von dir. Denn du bist dann diejenige, die es zugelassen hat. Hier sage ich bewusst “diejenige” und nicht “derjenige”, weil dieses Verhalten tendenziell eher Frauen betrifft.

Also, es ist wichtig, voll und ganz die Verantwortung für meinen Körper zu übernehmen! Mich selbst als Beschützerin meines Körpers zu verstehen und meinen Körper als meinen Diener.

Ich streichle und berühre meinen Körper also und verbinde mich dadurch mit ihm. Ich söhne mich mit ihm aus. Ich schließe Frieden mit ihm und gehe in eine liebevolle Verbindung zu ihm hinein.

Und ich praktiziere Dankbarkeit. Überlege einmal, wofür du deinem Körper dankbar bist. Aktuelle Beispiele sind hier immer gut. Hat er dich zum Beispiel gerade irgendwo hingetragen? Hat er dir ermöglicht, dass du auf dieser Internetseite surfst, weil du Finger und Hände hast zum Klicken und Tippen? Und überlege auch einmal, was er alles im Stillen und Verborgenen für dich tut. Ist es nicht so, dass irgendein Organ immer in dir aktiv ist, Tag und Nacht? Dein Körper arbeitet also 24/7 nur für dich – Da wäre es doch vielleicht mal an der Zeit, ein herzliches Dankeschön auszusprechen oder?

Achte darauf, wie dein Körper reagiert, wenn du ihm von Herzen deinen Dank aussprichst. Kannst du seine Freude spüren? Kannst du spüren, wie sehr er sich freut, weil sein Dienen gesehen wird?

So, das waren meine wichtigsten Selbstliebe-Übungen. Ich wünsche dir viel Freude beim Ausprobieren.