Lebenskompass: Ziele setzen und erreichen

Ziele können uns Orientierung auf unserem Weg geben. Sie können uns einen Grund geben, jeden Morgen aufzustehen und unser Bestes zu geben. Sie können uns antreiben und uns motivieren.

Wenn wir uns zu sehr auf sie versteifen und ihnen zu verbissen hinterherjagen, können sie uns allerdings auch ziemlich das Leben versauen.

In diesem Artikel geht es darum, wie Ziele dir dienen können. Es geht darum, wie du sie richtig setzt und sie entspannt erreichst, ohne dich von ihnen versklaven zu lassen.

 

Was steht hinter meinem Ziel?

Zunächst einmal ist es gut, dir klarzumachen, warum dir Ziele setzen überhaupt wichtig ist. Meistens geht es bei der Zielerreichung nicht um das eigentliche Ziel, sondern um etwas, was dahinter steht.

Ich kann mir zum Beispiel das Ziel setzen, innerhalb von zwei Jahren beruflich in eine tolle Position zu kommen. Warum ist mir das jetzt so wichtig? Es könnte sein, dass ich mir von der Erreichung dieses Ziels Anerkennung verspreche. Das heißt, ich möchte beruflich in eine gute Lage kommen, damit andere Menschen mir Anerkennung schenken und ich mich dadurch besser fühle.

Tatsächlich verhält es sich mit den meisten Zielen ähnlich. Nur die wenigsten Ziele möchten wir wirklich um ihrer selbst Willen erreichen.

Und das soll jetzt nicht heißen, dass du all deine Ziele aufgeben sollst, weil es ja sowieso nicht um sie geht. Es ist nur gut, sich bewusst zu sein, was hinter dem jeweiligen Ziel steht.

Du kannst dich fragen, ob es vielleicht einen besseren und direkteren Weg gibt, um das zu erreichen, was du gerne erreichen willst. Das heißt, beim Ziele setzen ist es gut, in Dinge zu investieren, die mich wirklich weiterbringen. Mir als Ziel zu setzen, einen Porsche zu fahren, nur um dann nach Jahren des darauf Hinarbeitens festzustellen, dass mich das jetzt gerade mal für zwei Minuten befriedigt hat, ist vielleicht nicht so klug.

Frage dich also, wozu das Erreichen des Ziels dir dienen soll und entscheide dich dann bewusst für oder gegen das Ziel.

Und wähle deine Ziele so, dass sie dich beflügeln. Wähle sie so, dass sie dein inneres Feuer entfachen. Jedes Mal, wenn du etwas für dieses Ziel tust, bist du begeistert und inspiriert. Du tust es gerne. Du tust es mit Freude.

 

Finde die Balance beim Umgang mit Zielen

Lasse dich auch nicht von deinen Zielen versklaven. Es gibt dazu ein sehr schönes Zitat: „Das Ideal werde nicht zur Qual, aber Inspiration sei es uns schon.“ (von unbekannt)

Dieses Zitat spiegelt für mich perfekt den Balanceakt wider, den Ziele setzen und erreichen beinhaltet.

Denn, wenn du gar keine Ziele hast, kommst du auch nirgendwo an. Du treibst durchs Leben wie auf einem Floß durch das Meer. Mal weht der Wind aus dieser Richtung und treibt dich hierhin, mal weht der Wind aus der anderen Richtung und treibt dich dorthin. Du lebst dann reaktiv. Bist dem ausgesetzt, was andere Menschen mit dir machen und was dir passiert im Leben. Das ist für mich auch kein erstrebenswertes Leben. Man könnte jetzt natürlich ganz zen-buddhistisch erwidern, dass es nicht gut sei, etwas zu wollen und Ziele zu setzen. Aber ich glaube, solange ich noch nicht an dem Punkt in meinem Leben bin, ist es schon gut, mir Ziele zu setzen. Und wenn ich irgendwann keine Ziele mehr brauche, weil ich einfach völlig eins bin mit dem, was ist, dann habe ich auch keine mehr.

Bis dahin halte ich jedoch ein gewisses Maß an Zielen für sehr dienlich für meine persönliche und spirituelle Entwicklung.

Die große Gefahr beim Umgang mit Zielen ist, dass ich durch sie zu sehr in der Zukunft lebe. Denn meine Ziele sind immer in der Zukunft. Und wenn ich mich unaufhörlich mit diesen Zielen beschäftige, dann kann es sein, dass ich das Hier und Jetzt verpasse. Diesen wundervollen Augenblick mit all seiner Schönheit und seinen kleinen Glücksmomenten, die sich oft nur zeigen, wenn ich ganz genau hinschaue und präsent bin. Deshalb ist es gut, mich immer mal wieder daran zu erinnern, dass Ziele setzen und erreichen ja schön und gut ist, aber das Leben immer JETZT stattfindet.

Außerdem kann es beim Umgang mit Zielen passieren, dass ich allzu verspannt an die Sache herangehe. Das heißt, dass ich nur auf mein Ziel fokussiert bin und es unbedingt erreichen will, auch gegen alle Widerstände. Was in diesem Fall passiert, ist, dass der Weg bis zum Erreichen des Ziels wahnsinnig qualvoll und ätzend wird und dann stellt sich die Frage, ob es das wert war. Dazu kommt noch, dass sich Ziele meistens eben nicht manifestieren lassen, wenn ich mit ganz viel Druck daran gehe. Meistens klappt es genau dann nicht. Und in dem Moment, in dem ich es schaffe, loszulassen, da läuft es auf einmal wie von selbst und das Ziel kommt zu mir. Das ist mir schon super oft passiert und ich hab mich dann immer gefragt: „Was, so einfach geht das? Und ich hab die ganze Zeit so sehr gekämpft und nichts ist passiert…“ Also, ein gewisses Maß an Gelassenheit hilft beim Umgang mit Zielen auch.

Zuletzt noch der Tipp: Erwarte nicht zu schnell zu viel von dir und vom Leben. Viele Ziele brauchen einfach etwas Zeit, bis du sie erreichen kannst. Setze dir realistische Ziele und realistische Zeiträume, in denen du sie erreichen willst. Geh jeden Tag ein kleines Stück weiter und versuche dich dabei in einer Haltung von entspannter Begeisterung zu üben.

 

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