Deinen Eltern verzeihen: Sie haben es doch gut gemeint?

Deinen Eltern verzeihen: Sie haben es doch gut gemeint?

Wenn wir anfangen, einen bewussten Weg zu gehen, dann kommen wir auch um eine Reflexion der Beziehung zu unseren Eltern nicht drum herum.

Wir suchen nach Erklärungen dafür, warum wir so sind, wie wir sind. Warum wir die Probleme haben, die wir haben.

Und natürlich haben die Antworten auf diese Fragen viel mit unseren Eltern zu tun. 

Vielleicht  fängt es mit Fragen an wie: 

Warum mache ich mich immer von der Liebe von anderen Menschen abhängig? 

Warum habe ich am Ende immer das Gefühl, doch nicht genug zu sein?


Der Kindheitsschmerz

Und bei der Erforschung dieser Fragen finden wir heraus, dass uns einiges gefehlt hat als Kind. Wir gestehen uns ein, dass wir uns nicht genug geliebt gefühlt haben. Dass unsere Eltern uns nicht bedingungslos geliebt haben. Weil sie sich selbst nicht bedingungslos geliebt haben.

Wie genau diese Story in deinem Fall aussieht, weiß ich nicht. Was ich aber weiß ist, dass wir alle Bedauern in uns tragen. Niemand, den ich kenne, hatte Eltern, die alles richtig gemacht haben. Niemand, den ich kenne, hatte Eltern, die ihn oder sie nicht bewusst oder unbewusst unglaublich tief verletzt haben.

Und dieser Schmerz, den wir als Kind erlebt haben – irgendwie ist er immer noch da. Tief verbuddelt in den meisten. Ab und zu wird er aus Versehen durch irgendetwas getriggert und dann schnell wieder nach unten gedrückt.

Wenn wir diesen bewussten Weg der Selbstheilung gehen, dann liegt der Schmerz auf einmal ganz offen da. Wir verstecken ihn nicht mehr vor uns selbst. Er ist da und es tut weh.   

Was nun? An diesem Punkt werden die meisten Menschen erst einmal unglaublich wütend auf ihre Eltern.


Die Wut auf die Eltern

Die sind ja schließlich für deine ganzen Probleme verantwortlich oder? Weil deine Mutter dir gegenüber früher immer so kalt war, fühlst du dich auch heute noch von anderen Frauen abgelehnt. Weil dein Vater so dominant war, hast du auch heute noch Angst davor, Männern deine Meinung zu sagen.

Und ja: das ist ein Teil der Wahrheit. Diese Wut ist auch erst mal völlig gesund. Es ist gut, sie zu fühlen anstatt sie zu unterdrücken.

Aber dann ist es auch gut, sie loszulassen und weiterzumachen. Es tut gut, mir selbst zu erlauben, in Frieden zu leben.

Denn, wenn ich in Wut lebe, dann schade ich damit nicht der anderen Person, sondern immer nur mir selbst. Ich richte meine Energie gegen mich selbst und ich mache mich selbst zum Opfer. Ich gebe der anderen Person damit Macht über mich. Und mich selbst mache ich dabei zum ohnmächtigen Kind.

Klar ist es scheiße, dass wir alle destruktive Glaubenssätze haben, weil unsere Eltern versagt haben. Aber es ist auch die Realität. Und gegen die Realität anzukämpfen bringt gar nichts. Meine Eltern sind vielleicht für die Entstehung dieser destruktiven Muster verantwortlich, aber ich bin zu 100% für ihre Veränderung zuständig. Niemand anders. NIEMAND ANDERS.

Und wenn du jetzt gerade beim Lesen dieser Zeilen spürst, dass du deinen Eltern gerne verzeihen würdest, aber nicht so richtig weißt, wie, dann habe ich hier ein paar Tipps für dich: 


6 Schritte hin zum Verzeihen

1. Schritt: Ein Ventil für deine Wut finden

Erst mal musst du die Wut rauslassen, damit in dir Raum frei wird. Mit der Wut im Bauch kannst du nicht verzeihen. Du musst sie erst einmal ausdrücken.

Und diese Wege des Ausdrückens können ganz unterschiedlich aussehen. Auf deine Matratze einzuschlagen kann ein Weg sein. In den Wald zu gehen und dort einmal ganz laut alle Wut aus dir herauszuschreien kann ein Weg sein. 

Für mich ist Kickboxen der Weg, um meiner Wut Raum zu geben. Man kann zum Beispiel auch Räume mieten, in denen man dann ganz viel Geschirr und andere Sachen zerstören darf – das ist sicher auch eine wundervolle Methode, um Wut auszudrücken.

Finde deinen individuellen Weg, deine Wut auszudrücken OHNE sie dabei  gegen andere Menschen zu richten. 


2. Schritt: Brief an die Eltern schreiben

Und das heißt nicht, dass du nicht auch sagen darfst oder solltest: “Ich bin wütend auf dich! Ich finde das, was du gemacht hast, scheiße!” 

Vielleicht tut es dir gut, mal so ein reinigendes Gespräch mit einem Elternteil zu haben. Vielleicht aber auch nicht.

Was in jedem Fall unglaublich reinigend ist, ist einen Brief zu schreiben. Schreibe diesen Brief in dem Bewusstsein, dass du ihn nicht abschicken wirst. Das heißt, du kannst wirklich alles sagen, was du sagen willst. Du musst nicht auf die Gefühle von irgendwem Rücksicht nehmen. Und du musst dich auch nicht zurücknehmen, weil du dich für deine Gefühle schämst.

Setze dich einfach mal hin und fühle in dich rein. Was wolltest du deinem Vater oder deiner Mutter schon immer mal sagen? Was wirfst du ihm oder ihr vor? Worin genau besteht dein Groll?

Lass mal all die stummen unbewussten Vorwürfe laut und bewusst werden. Nimm dir mal den Raum, den du dir sonst nicht zugestehst.


3. Schritt: Mitgefühl

Und nachdem das jetzt alles draußen ist, versuche dich mal in einem Perspektivenwechsel. Was hatten deine Eltern für Gründe dafür, das zu tun? Wie war denn eigentlich ihre Kindheit?

Weißt du nicht? Dann frag sie doch mal.

Wahrscheinlich wirst du feststellen, dass sie es nicht leicht hatten. Wenn deine Mutter zum Beispiel sehr kühl ist, wirst du vermutlich erfahren, dass ihre eigene Mutter noch viiiiiiiel kälter war. Sie hat ihr Bestes gegeben, um dir eine bessere Mutter zu sein als sie selbst eine hatte.

Vielleicht hat sie aus deiner Sicht dabei versagt. Aber sie hat es versucht. Und ich bin mir sicher: Auf ihre Art liebt sie dich.

Schau mal, welche Sichtweisen dir helfen, um Verständnis und Mitgefühl für deine Eltern zu empfinden. Schau mal, welche Perspektiven dir mehr Frieden bringen können.


4. Schritt: Radikale Akzeptanz der Vergangenheit

Egal, was schief gelaufen ist: Es ist jetzt vorbei. Egal, wie blöd die Vergangenheit war: Sie ist jetzt vorbei.

Und egal, wie sehr du dich gegen das wehrst, was passiert ist: Es ist trotzdem passiert.

Die Vergangenheit ist genauso wie sie war. Es gibt keinen Weg, die Vergangenheit zu verändern. Egal, wie sehr du dich dagegen sträubst, deine Kindheit war genauso wie sie war. Deine Eltern waren genauso wie sie waren. Das Ding ist gelaufen. Diese Tür ist für immer zu.

Also wie logisch ist es da, zu sagen, es sollte aber anders sein?

War es nicht. Und wenn es so war, wie es war, und es keinen Weg gibt, das zu verändern, weil es schon vorbei ist…..was ist dann die einzige Lösung?

Genau: Akzeptanz. Radikale Akzeptanz. Und ich erinnere auch hier nochmal daran: Akzeptieren heißt nicht gut finden. Es heißt nur, die Realität anzuerkennen statt dagegen anzukämpfen. Wenn du gegen die Realität ankämpfst kannst du nur verlieren. Die Realität wird jedes einzelne Mal gegen dich  gewinnen. Egal, wie stark du bist. Und egal, wie klug du bist. Du warst, bist und bleibst in diesem Kampf der Verlierer oder die Verliererin.


5. Schritt: Reframing

Reframing bedeutet, dass du ein Ereignis anders einrahmst als du das bisher getan hast.

Wenn uns etwas schlimmes passiert ist, fokussieren wir uns meistens auch darauf, was das für schlimme Folgen für uns hat. 

Ich kann das Ganze aber auch umdrehen und fragen: Was hat es mir gebracht? Was kann ich positives daraus ziehen?

Ich gebe dir dafür mal ein sehr radikales und sehr persönliches Beispiel. Mein Vater neigte in meiner Kindheit zu Gewalt und Wutausbrüchen. Natürlich hat das einen großen Schaden bei mir angerichtet, der mich auch heute noch beeinflusst. Wenn ich das Ganze aber reframe und mich frage: Wozu hat es mir gedient? Dann finde ich selbst hier eine Antwort. Ich bin auch deswegen heute ein so feinfühliger Mensch, der Energien von anderen Menschen unglaublich differenziert und empathisch wahrnehmen kann, weil ich es früher aus Alarmbereitschaft heraus musste. Ich habe als Kind gelernt, andere Menschen aufmerksam zu lesen, um Gewalt zu vermeiden. Und dieses Einfühlungsvermögen hilft mir heute sehr in meiner Arbeit als Coach.

Ich bin mir sicher, dass du für deinen eigenen Groll auf deine Eltern ein ähnliches Reframing für dich finden kannst.


6. Schritt: Deine Selbstheilungstools finden

Am Ende geht es um dich und um deine Selbstheilung. Es geht nicht um deine Eltern.

Wie kannst du dich selbst heilen? Was kannst du heute dafür tun, dass es dir gut geht?

Es macht keinen Sinn, sich an der Vergangenheit festzubeißen und immer wieder daran zu denken, was damals alles schief gelaufen ist.

Was dich am besten repariert, ist deine Selbstliebe.

Dich im hier und jetzt um dich und um dein inneres Kind zu kümmern, das heilt die Vergangenheit am besten.

Zeit heilt keine Wunden, aber dich heute zu lieben und dir heute dein bestes Leben zu schenken, das heilt alles.

Wenn du in einen Zustand der Liebe und Fülle kommst, dann spielt es immer weniger eine Rolle, was für traumatische Kindheitserfahrungen du gemacht hast. Und vor allem wird dann das Bedauern und die Wut immer weniger.

Mache hier und jetzt die Erfahrung, dass dein Leben schön ist. Und dass dein Leben dir gehört. Nur dir.

Du kannst dir das Leben schenken, das du dir wünscht. Aber du musst dafür zu 100% die Verantwortung für dich und dein Leben übernehmen.

Gib deinen Eltern nicht länger die Schuld für alles, was nicht gut läuft bei dir. Denn wem du die Schuld gibst, dem gibst du die Macht.

Sorgen machen ist geistige Umweltverschmutzung

Sorgen machen ist geistige Umweltverschmutzung

Sich Sorgen zu machen ist eine der dümmsten und energieraubendsten Sachen, die man machen kann. Trotzdem verbringen viele Menschen unglaublich viel Zeit damit, sich um alles mögliche Sorgen zu machen.

Bist du einer dieser Menschen?

Dann will ich dich mit diesem Artikel darin unterstützen, diese Angewohnheit loszulassen.

Bis zu einem gewissen Punkt ist Sorgen machen einfach menschlich und normal. Der Verstand denkt, es könnte etwas schief gehen und will Pläne schmieden, um das “Problem” zu lösen. Wenn sich die Sorgen wirklich auf etwas Reales beziehen und an dem Punkt aufhören, an dem sie sich nur im Kreis drehen, dann ist alles gut. 

Aber wenn diese Angewohnheit zu übermäßig wird, dann ist es an der Zeit, etwas zu verändern. Wenn du in deinem Kopf immer und immer wieder das gleiche Szenario durchgehst, ohne dass du zu irgendeiner Lösung kommst – dann haben die Sorgen die Kontrolle über dich übernommen. Dann bist du unfrei und das Sorgen machen ist zum Energievampir geworden.

An folgenden Punkten merkst du, dass du dir eindeutig zu viele Sorgen machst:


Der Sorgen-Test

  • Dich beschäftigen Dinge oft so sehr, dass du deswegen nicht einschlafen kannst und du sie immer wieder in Gedanken durchgehen musst.
  • Du versuchst, immer die Kontrolle über die Situation zu haben, weil dich die Ungewissheit sonst fertig macht.
  • Du bist mit deinen Gedanken oft in der Zukunft und grübelst darüber nach, was wohl kommen wird und wie du am besten damit fertig wirst, statt im Hier und Jetzt zu sein.
  • Wenn du Szenarien in deinem Kopf durchgehst, gehst du immer gleich von dem schlimmstmöglichen Ausgang aus.
  • Spontanität ist für dich sehr schwierig, du planst lieber alles ganz sorgfältig.
  • Risiko lehnst du ab und du gehst immer auf Nummer sicher.
  • Neue Situationen vermeidest du eher, weil sie dir zu gefährlich erscheinen.
  • Du kannst nicht gut damit umgehen, wenn ein Mensch anders reagiert als du es erwartet hast.

Wenn du bei diesem kleinen Test oft innerlich ein “Ja” hattest, dann ist das Sorgen machen bei dir ziemlich ausgeprägt. Aber keine Panik, jede Angewohnheit ist veränderbar. Es ist nur eine Angewohnheit. Irgendwann einmal hast du es dir angewöhnt, dir Sorgen zu machen und du kannst es dir auch einfach wieder abgewöhnen. Easy.


Warum machen wir uns überhaupt Sorgen?

Wenn wir etwas verändern wollen, empfinde ich es immer als hilfreich, erst einmal anzuerkennen, wie mir diese Sache gedient hat. Es ist leicht, jetzt eine Verhaltensweise, eine Strategie, zu verurteilen und blöd zu finden. Aber Tatsache ist: Es hatte irgendwann einmal irgendeinen Vorteil für dich, sonst hättest du nicht damit angefangen.

Also, was ist der Vorteil vom Sorgen machen? Was bringt es dir? 

Sorgen machen ist bei näherem Hingucken eine ziemlich fiese Falle vom Verstand. 

Denn erst einmal geht es dir durch das Sorgen machen besser. Du begegnest einer Situation, die für dich ungewohnt oder gefährlich ist. Zu Planen, abzuwägen, Szenarien und mögliche Reaktionen in deinem Kopf durchzuspielen, verschafft diesen unangenehmen Gefühlen Abhilfe. Denn durch das Sorgen machen hat dein Kopf das Gefühl, dass er die Kontrolle zurückgewinnt. 

Wenn du nur klug genug um alle Ecken denkst, dann bist du gegen alles gewappnet, was das Leben so in deinen Weg schleudern könnte oder?

….Naja, vielleicht auch nicht.


Warum Sorgen machen sinnlos ist

Denn meistens passieren dann doch ganz andere Sachen. Oder zumindest fühlt es sich für dich völlig anders an, als du im Voraus dachtest. Denn Theorie und Praxis haben nicht viel miteinander zu tun. Und beim Sorgen machen bist du immer in der Theorie und nie in der Praxis. Das heißt mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit machst du dir um Sachen Sorgen, die in der Realität niemals zum Problem werden und selbst wenn: Bereitet dich das Sorgen machen wirklich auf das vor, was dann passiert? Hilft es dir wirklich dabei, besser zu reagieren? 

Vermutlich nicht wirklich. Denn meistens drehen sich deine Sorgen einfach nur im Kreis, ohne wirklich mit einer neuen Lösung daherzukommen. Und wenn wirklich mal etwas Unvorhergesehenes passiert, dann weiß deine Intuition wahrscheinlich viel besser, was jetzt gerade eine gute Reaktion wäre.

Was aber durch das Sorgen machen passiert, ist, dass du in der ganzen Zeit davor, in der es dir eigentlich hätte gut gehen können, auch schon mental deine ganze Energie in die Sorgen hineingegeben hast. Anstatt, dass dich diese unangenehme Sache nur in der Situation selbst beschäftigt, hat sie dir also noch viel mehr Zeit und Energie aus deinem wertvollen Leben gestohlen.

Und war es das wirklich wert?

Abgesehen davon macht es das Sorgen machen viel wahrscheinlicher, dass auch wirklich blöde Sachen passieren. Bestimmt kennst du selbst ein Beispiel für einen Menschen, der immer misstrauisch ist, sich immer Sorgen macht und immer das Schlimmste erwartet. Ein Mensch, der ausstrahlt: “Das Leben findet mich eh scheiße. Mir passieren immer schlimme Dinge.” 

Und genau das sendet dieser Mensch auch aus. Er richtet sich mit jeder Zelle seines Körpers auf die Möglichkeit aus, dass ihm das Leben Schlechtes will. 

Das bekommt er dann natürlich auch zurück. Und ob du das jetzt mit dem Gesetz der Anziehung erklärst oder damit, dass er sich selbst so verhält, dass er diese Realität produziert – geschenkt. Was bleibt, ist die Tatsache, dass dieser Mensch genau das in seinem Leben vorfindet, was seinen Glaubenssätzen entspricht.

Er glaubt an das Schlechte und er zieht das Schlechte an.

Und hinterher sagt er dann: “Siehst du: Es war gut, dass ich mir Sorgen gemacht habe. Es ist ja jetzt wirklich etwas ganz Schreckliches passiert. Mein Sorgen machen war also völlig berechtigt.”

Mit diesem Menschen darüber zu diskutieren, wo hier Ursache und wo Wirkung zu finden sind, ist in den meisten Fällen verschwendete Energie.

Wirklich wichtig ist, dass du das Sorgen machen loslässt. Und dich von diesen Menschen distanzierst, die dir ein Leben voller Sorgen immer wieder vorleben.


Auswirkungen vom Sorgen machen           

Was passiert jetzt in den Moment, in dem du dir Sorgen machst? Dein Körper wird in Alarmbereitschaft versetzt. Deine Muskelspannung erhöht sich, dein Herzschlag und deine Atmung werden schneller. Dein Stoffwechsel verändert sich und Konzentrations- und Schlafstörungen werden wahrscheinlicher. Vielleicht reagierst du auch mit Magenschmerzen oder Kopfschmerzen auf die Sorgen. Essen als Kompensationsmechanismus für Sorgen zu nutzen ist auch eine seeehr beliebte Strategie. Gefühle essen anstatt sie zu fühlen. Das kann dann entweder so aussehen, dass du übermäßig viel oder sehr wenig isst. Vielleicht isst du in sorgenvollen Zeiten die ganze Packung Kekse statt nur ein paar.

Das alles können Sorgen mit uns und unserem Körper machen.

Warum haben Sorgen so eine krasse Wirkung auf Körper und Seele? Das liegt daran, dass das Gehirn die Sorgen nicht von der Realität unterscheiden kann. 

Wenn du dir zum Beispiel die ganze Zeit Sorgen darüber machst, dass du deinen Job verlierst und dann deine Miete nicht mehr zahlen kannst und deshalb dann irgendwann auf der Straße landest, dann sendet dein Gehirn Signale an deinen Körper, als wäre dieses Katastrophenszenario jetzt gerade schon Wirklichkeit. Dein ganzes System macht den gleichen Stress durch als wenn diese Sache in diesem Augenblick bereits in der Realität passieren würde. 

Dein Körper ist zum Kampf bereit, zur Flucht oder vielleicht friert er auch völlig ein und du fühlst dich einfach nur ohnmächtig.

Weil die ganze Katastrophe aber gerade nur in deinem Kopf stattfindet, kannst du auch nichts unternehmen, um das Problem in der Realität zu lösen. Es ist ja gar nicht da.

Und dein armer Körper ist mit dem ständigen Alarmzustand völlig überfordert.

Wie kann man jetzt aber aus diesem unnötigen Sorgen-Kreislauf aussteigen?

Tipps gegen das Sorgen machen

Nochmal zu Erinnerung: Wenn Sorgen der realen Vorsorge von Problemen dienen, dann sind sie nützlich. Drehst du dich mit deinen Sorgen aber nur im Kreis und ziehst dir Energie ab, dann behindern sie dich eindeutig.

Hier bekommst du Tipps, die dir helfen, mit der Angewohnheit des übermäßigen Sorgen machens aufzuhören.


1. Akzeptanz der jetzigen Situation

Wenn du bis jetzt sehr zum Sorgen machen neigst, dann wird das vermutlich nicht einfach von heute auf morgen aufhören. Stattdessen ist es erst einmal gut, anzuerkennen, dass die Sorgen da sind.

Du kannst die Sorgen wahrnehmen, ohne ihnen zu glauben und ohne sie wegmachen zu wollen. Fange erst einmal damit an, deine Sorgen systematisch zu beobachten. In welchen Situationen machst du dir Sorgen? Wie oft machst du dir Sorgen? Was passiert am Anfang der Sorgenspirale? Und wie verändern sich dein Körpergefühl und deine emotionale Lage durch die Sorgen?

Bringe Achtsamkeit in deine Sorgen-Angewohnheiten. Werfe den Scheinwerfer auf sie. Dadurch holst du sie aus dem Dunkeln und du realisierst immer mehr, wie wenig dir diese Angewohnheit bringt.


2. Sorgen unterbrechen

Es gibt verschiedene Methoden, um deine Sorgen zu unterbrechen. Ab einem bestimmten Punkt hast du verstanden, wie deine Sorgenspirale funktioniert und es geht nur noch darum, aus ihr auszusteigen. 

Du kannst zum Beispiel die Stopp-Methode nutzen. Jedes Mal, wenn die Sorgen kommen, denkst du innerlich “Stopp”. Wenn du gerade alleine bist, kannst du das “Stopp” auch laut sagen und dabei in die Hände klatschen. Diese Methode braucht etwas Übung. Das Signal muss erst in dir verankert sein, damit es gut wirkt. Und diese Verankerung wird jedes Mal, wenn du die Methode anwendest, etwas stärker. 

Du kannst auch innerlich “Löschen” denken, wenn die Sorgen kommen. Und dann siehst du vor deinem inneren Auge, wie du die Gedanken, die du gerade gedacht hast, einfach löscht. So wie in einem Word-Dokument auf deinem Laptop.

Für welche Methode des Unterbrechens du dich auch entscheidest oder ob du eine eigene kreierst – das ist völlig egal. Hauptsache, diese Methode funktioniert für dich gut. Du musst bei dieser Methode fühlen können, dass sie dir hilft, die Sorgen zu unterbrechen.


3. Den Sorgen das Futter nehmen

Sorgen können nur existieren, solange wir ihnen erlauben, unkonkret und bedrohlich um uns herumzuwabern. So wie irgendeine dunkle glibberige Masse. Wenn du merkst, dass du deine Sorgen einfach nicht loslassen kannst, dann bring diese Sorge mal auf Papier. Spiel das Szenario mal zu Ende durch. Was kann schlimmstenfalls passieren? Und wie könntest du dann ganz konkret darauf reagieren?

Wahrscheinlich würde diese Sache nicht deinen Tod bedeuten. Wahrscheinlich wäre es in dem Moment selbst etwas unangenehm, dass es passiert und dann würde es aber auch schon kurze Zeit später keine große Rolle mehr spielen. Horrorszenarien haben nur dadurch so eine große Macht über uns, dass sie riesengroß aufgeblasen sind. Wenn man dann aber mal die Luft rauslässt, sehen sie schon gar nicht mehr so bedrohlich aus.


4. Bewusst positiv ausrichten

Und zuletzt: Arbeite grundsätzlich daran, dass du dir selbst und dem Leben vertraust. 

Denn, wenn du an dich und deine Fähigkeiten glaubst, dann musst du dir auch überhaupt nicht andauernd um alles Mögliche Sorgen machen. 

Und wenn du dem Leben vertraust – wenn du wirklich weißt, dass das Leben auf deiner Seite ist – dann gibt es auch keinen Grund für Sorgen. Dann musst du nicht ständig misstrauisch auf der Lauer liegen, weil das Leben dir gleich bestimmt wieder das nächste Ding reinwürgt. Arbeite an deiner Erdung. In dem Moment, in dem du völlig Zuhause bist in dir selbst, in dem du völlig Zuhause bist in diesem Leben, da gibt es keine Sorgen.

Richte dich positiv auf das aus, was du anziehen willst im Leben. Sende die Energie aus, die du auch empfangen möchtest. Arbeite daran, mit jeder Zelle deines Körpers zu vertrauen und zu lieben.

Bei der positiven Ausrichtung können dir zum Beispiel meine Selbstliebe-Übungen helfen. Wie sie funktionieren, beschreibe ich ausführlich auf der Seite: 3 Übungen für mehr Selbstliebe.


5. Darüber Lachen

Wenn du merkst, du bist gerade angespannt und nimmst dich selbst und das Leben mal wieder viel zu ernst, lach einfach mal darüber. Anstatt dich selbst für das Sorgen machen zu verurteilen, nimm es mit Humor. Das nimmt dem Ganzen die Schwere. 

Wenn du also merkst, du steckst fest in deinen Sorgen, lach mal für fünf Minuten darüber. Und wahrscheinlich sind dann die Sorgen völlig vergessen. Oder es erscheint dir total unlogisch, dass du dir über diese Sache gerade noch so sehr Sorgen gemacht hast.



Das könnte dich auch interessieren:

Akzeptieren lernen: Mit dem Leben statt dagegen!

Schattenseiten integrieren: 3 wirkungsvolle Tipps

Wie die Angst vor Nähe deine Beziehungen sabotiert

Sag JA zum Leben

Wie du achtsames Selbstmitgefühl entwickeln kannst

Innerer Kritiker: Wie du ihm seine Macht entziehst

“Ich bin genug” – Warum du alles in diesen Glaubenssatz investieren solltest

“Ich bin genug” – Warum du alles in diesen Glaubenssatz investieren solltest

Bist du dir selbst genug?

Alle meine Klient*innen haben den Glaubenssatz “Ich bin nicht genug”. ALLE. Oder besser gesagt, sie hatten ihn, bevor wir miteinander gearbeitet haben. Das ist eine der interessantesten Entdeckungen, die ich in meiner Arbeit als Selbstliebe-Coach gemacht habe.

Und dieser Glaubenssatz stellt sich immer als ein ganz tiefer Kernglaubenssatz heraus.

Was ist ein Kernglaubenssatz?

Das ist ein Glaubenssatz, den du tief in deinem Kern gespeichert hast und der von da aus dein ganzes Sein beeinflusst. Über ihm liegen noch viele andere Glaubenssätze, die von ihm beeinflusst werden.

Auf einer darüber liegenden Ebene führt “Ich bin nicht genug” in einer Beziehung zum Beispiel zu dem Glaubenssatz “Ich muss mich anstrengen, damit er/sie mich liebt”.

Die Überzeugung, dass du nicht genug bist, hat also zur Folge, dass du dir der Liebe anderer Menschen nie ganz sicher bist. Du hast immer das Gefühl, dass du etwas leisten musst, damit diese Liebe wirklich bei dir bleibt. Beziehungen fühlen sich unsicher an. Du fühlst dich emotional abhängig von der anderen Person. Kompensationsstrategien, um diese Unsicherheit nicht spüren zu müssen, können emotionale Manipulation oder extreme Aufopferung für die Beziehung sein.

Auf das Berufsleben hat der Glaubenssatz “Ich bin nicht genug” einen mindestens genauso großen Einfluss. Die meisten Firmen bauen sogar darauf, dass ihre Mitarbeiter*innen diesen Glaubenssatz haben. Damit sie schön brav ganz viel arbeiten in der verzweifelten stillen und völlig unbewussten Hoffnung, dass sie dann irgendwann einmal endlich genug sein werden. Und so arbeiten und arbeiten sie. Sie gehen dabei über ihre eigenen Grenzen und versuchen, das Lob des Chefs oder der Chefin zu bekommen, anstatt stolz auf sich selbst zu sein.

Das heißt, dieser Glaubenssatz hält dich komplett im Hamsterrad. Er führt dazu, dass du dich immer und auf allen Ebenen anstrengst. Und das alles nur, um endlich mal genug zu sein.

Du schminkst dich, weil du glaubst, du wärst ungeschminkt nicht schön genug. Du fährst ein dickes Auto, weil du glaubst, du wärst ohne nicht cool genug. Du lädst sie dauernd zum Essen ein, weil du glaubst, du alleine wärst nicht wertvoll genug. Du liest den anderen die Wünsche von den Augen ab, weil du glaubst, dass du einfach um deiner selbst Willen noch nicht liebenswert genug bist.                                                            

Du siehst: Es ist super sinnvoll, diese limitierenden Glaubenssätze zu transformieren. Was genau Glaubenssätze sind und wie du sie für dich nutzen kannst, erfährst du in meinem Artikel: Wie Glaubenssätze dir dienen können.


Interpretation der Realität

Was passiert nun also, wenn du glaubst “Ich bin nicht genug”?

Du gibst dir damit auf einer ganz tiefen Ebene die Information, dass das deine Realität ist. Dein System glaubt diese Wahrheit dann und tut alles, um sie dir zu beweisen. Das heißt, dass du unbewusst immer auf der Suche nach Hinweisen bist, dass du nicht genug bist. Du interpretierst die Realität immer so, dass du dir diesen Glaubenssatz wieder bestätigst. Du suchst die ganze Zeit nach Anzeichen dafür, dass du nicht genug bist.

Wenn dich jemand auf der Straße vermeintlich schräg anguckt, denkt es in dir: “Du hättest auch echt mal ordentlichere Klamotten anziehen können heute. Jetzt halten dich alle Menschen für den letzten Hempel. Siehst du, du bist nicht genug.”.

Wenn deine Chefin dir morgens recht einsilbig “Morgen” zumurmelt und dabei einen ernsten Gesichtsausdruck aufsetzt, denkt es in dir: “Warum ist sie denn so grimmig? Vielleicht ist sie böse auf dich? Wahrscheinlich ist sie mit deiner Arbeit unzufrieden. Siehst du, du bist nicht genug.”

Wenn dein*e Partner*in abends mal keinen Sex will, denkt es in dir: “Warum will er/sie denn jetzt nicht mit dir schlafen? Wahrscheinlich bist du einfach nicht mehr so sexy. Siehst du, du bist nicht genug.”

Und so geht das den ganzen Tag.


Bewusstsein in die Gedanken bringen

Bei den meisten Menschen läuft dieser Prozess nun leider völlig unbewusst ab. Und so erschöpfen sie sich selbst mit ihren negativen abwertenden Gedanken über sich selbst ohne jemals zu checken, was eigentlich die Ursache für ihre Energielosigkeit ist.

Negative Gedanken ziehen Energie ab.

Massiv.

Klingt völlig logisch oder?

Ist aber vielen gar nicht wirklich klar.

Und alle Kompensationsmechanismen bringen am Ende des Tages rein gar nichts, weil sie eine sinnlose Symptombehandlung sind.

Klar kannst du dich davon ablenken, wenn es dir gerade schlecht geht. Und klar kannst du Strategien entwickeln, um dagegen anzukämpfen, nicht genug zu sein. Du kannst den ganzen Tag leisten, leisten und noch mehr leisten.

Vielleicht hast du dann auch für einen kurzen Moment mal das Gefühl:

“Ahhh jetzt hab ich so viel gemacht – jetzt bin ich endlich mal genug! Mhhh das fühlt sich gut an!”

Nur weil dieses Gefühl des genug Seins auf deiner Leistung gründet, wird es auch sehr schnell wieder gehen. Einen kurzen Moment später schon hast du dann wieder das Gefühl, nicht genug zu sein. Und dann musst du wieder losziehen und noch mehr leisten, um dann irgendwann nach einem verzweifelten Kampf wieder einmal für einen kurzen Augenblick das Gefühl zu haben, dass du genug bist.

Denn jedes Gefühl, was nicht aus uns selbst heraus kommt, sondern an bestimmte äußere Bedingungen geknüpft ist, geht auch sehr schnell wieder. Es ist nur geborgt. Ein kleiner Windhauch kann es sofort wieder davon wehen. Und diesen Beigeschmack der Unbeständigkeit den spürst du auch. Du hast immer Angst, weil du weißt, dass das Gefühl nicht bei dir bleiben wird. Du hast keine Kontrolle darüber. Seine Quelle liegt nicht in dir selbst.

Wenn du einfach aus dir heraus genug sein kannst, dann verlagerst du damit deine Glücksquelle in dich.

Du bist das einzig Beständige, was du in diesem Leben hast.

Dich kann dir niemand wegnehmen.

Was du in dir hast, das gehört auch wirklich dir.

Deswegen ist es gut, zu lernen, dir selbst einfach genug zu sein.


Schritte hin zu “Ich bin genug”

Wie kannst du jetzt aber den Wechsel schaffen von “Ich bin nicht genug” hin zu “Ich bin genug”?

Im Folgenden gebe ich dir ein paar Tipps, die wie immer zu hundert Prozent aus meiner eigenen Erfahrung kommen.

Neues Mindset installieren

Zunächst mal die Info an dein Unterbewusstsein, dass es möglich ist. Es ist auch für dich möglich, dir selbst genug zu sein. Es ist für jeden Menschen möglich, sich selbst genug zu sein. Egal, welche Talente, Fähigkeiten, Schwächen und Schatten du mit dir rumschleppst. Und egal, wie traumatisierend deine Kindheit vielleicht war und egal, wie sehr dir dein Vater früher eingeredet hat, dass du nicht gut genug bist.

Du bist jetzt erwachsen. Du bist jetzt für dich selbst verantwortlich. Und du bist genug. Es ist jetzt deine Entscheidung, genug zu sein oder eben nicht genug zu sein. Es ist von niemand anderem die Entscheidung. Du bist kein ohnmächtiges kleines Kind mehr, das darauf angewiesen ist, den Wert zu akzeptieren, den seine sich selbst nicht liebenden Eltern ihm geben. Gib deine Macht nicht ab. Behalt sie bei dir.

Es ist dein Recht und deine Pflicht, nun selbst über deinen Wert zu bestimmen. Stell dir das so vor, als hättest du eine sehr wertvolle schöne Uhr, die früher einmal falsch geschätzt wurde. Du hast sie vor Jahren einmal zu einem Uhrenmacher gebracht und der hatte leider keine Ahnung von Uhren. Er hat dir gesagt, die Uhr sei wertlos. Es müsse noch viel an ihr gemacht werden, um aus dieser Uhr eine gute Uhr zu machen. Und jetzt, Jahre später, bringst du sie zu einem anderen Uhrenmacher. Dieser Uhrenmacher hat wirklich Ahnung von Uhren. Er sieht den Wert in der Uhr. Er erkennt, dass sie perfekt ist, so wie sie ist. Dass sie gut genug ist und rein gar nichts an ihr verändert werden muss. Und so erfährst du Jahre später, dass du die ganze Zeit über den Wert dieser Uhr völlig falsch eingeschätzt hast.

Diese Uhr bist du. Und der zweite Uhrenmacher; das bist auch du! Denn nur du kannst deinen Wert neu bestimmen. Nur du kannst dir selbst die Erlaubnis geben, jetzt genug zu sein.

Nimm deine Macht an. Du bist die Person, die deine Realität kreiert. Niemand anders. Du kannst jetzt die Entscheidung treffen: “Ich bin genug.”

…und niemand anders kann diese Entscheidung für dich treffen!


Mache weniger statt mehr

Erlaube dir bewusst, weniger zu leisten. Wenn du eigentlich heute die Fenster putzen und den Rasen mähen wolltest, dann mähe doch einfach mal nur den Rasen. Und sei dann ganz bewusst zufrieden mit dir. Sei dir selbst ganz bewusst genug. Und mach dir klar, dass dich dieses Hamsterrad von To-Do-Listen und überzogenen Anforderungen nicht glücklich macht.

Wenn der innere Kritiker dir einreden will, dass du gerade faul und wertlos bist und eigentlich sonst was alles noch erledigen solltest, dann sag dir:

“Ich bin schon wertvoll. Einfach so. Dafür muss ich gar nichts leisten. Ob ich jetzt die Fenster noch putze oder nicht; ich bin so oder so genug. Meinen Wert als Mensch gebe ich mir. Und der hängt nicht von dem ab, was ich heute geleistet habe. Ich bin schon genug.”

So kommst du langsam von immer mehr leisten dahin, weniger zu leisten und zufriedener zu sein.

Selbstveränderung besteht zu mindestens fünfzig Prozent daraus, das innere Selbstgespräch (was du sowieso den ganzen Tag führst) in eine neue positive Richtung zu lenken.

Kurioserweise ist niemals die Person, die am meisten geleistet hat, am zufriedensten mit sich selbst. Sondern meistens die Person, die wenig bis mittel viel gemacht hat.

Das ist keine rationale Logik, sondern eine emotionale Logik. Wenn ich mir selbst genug bin, dann gibt es da auch nichts zu kompensieren. Dann mache ich einfach immer so viel, wie ich  gerade Lust habe, und dann höre ich auf. Ich weiß, dass ich genug bin und deshalb gibt es auch keinen Grund, über meine Grenzen zu gehen. Weder bei der Arbeit noch in Beziehungen.


Schaff dir ein “Ich bin genug”-Ritual

Rituale, in denen wir ganz bewusst in ein Gefühl oder in einen Zustand gehen, sind ein guter Anker für Veränderung. Wenn du dir jeden Tag ganz bewusst das Gefühl “Ich bin genug” in deinen Körper und in dein Bewusstsein holst, dann sähst du damit einen Samen in dir. Und dieser Samen wird dann weiter reifen. Er wird dazu führen, dass du dir im Alltag immer mehr bewusst wirst, wenn du gerade mal wieder das Gefühl hast, nicht genug zu sein.

Wie kann so ein Ritual aussehen? Du kannst zum Beispiel in deine tägliche Selbstliebe-Routine die Affirmation “Ich bin genug” integrieren. Während du dich umarmst gehst du ganz tief in das Gefühl hinein, dass du genug bist. Du spürst diese Wahrheit auf einer ganz tiefen Ebene. Sie jagt dir Schauer den Rücken hinunter, weil du so gerührt von der Wärme bist, die du für dich selbst empfindest.


Oder du klebst dir ein Post-It auf den Badezimmerspiegel, auf dem steht: “Ich bin genug”. So wirst du jedes Mal, wenn du in den Spiegel schaust, an diese Wahrheit erinnert. Und dann überprüfst du einmal innerlich für dich, ob du dir selbst gerade genug bist. Wenn du in einem anderen Zustand bist, dann kehrst du einfach wieder zurück zum genug Sein.

Du sagst dir selbst:

“Aha, jetzt war ich mir gerade nicht genug und deshalb habe ich versucht, besonders toll zu sein, damit er/sie mich mag. Aber jetzt höre ich einfach wieder damit auf. Ich weiß, ich bin genug und dafür muss ich gar nichts leisten. Nur ich entscheide, ob ich genug bin und ich entscheide mich dafür.”

Sei dir selbst genug. Denn wer, wenn nicht du, hat deine bedingungslose Akzeptanz verdient?


101 Tipps für maximale Selbstliebe
100% Liebe


Im Flow sein – Leben im Fluss

Im Flow sein – Leben im Fluss

Kennst du das Gefühl, im Flow zu sein?

Selbst, wenn du jetzt innerlich mit “nein” oder “weiß nicht” geantwortet hast – Wir alle waren schon mal im Flow und wir alle haben die Fähigkeit dazu.

Aber die Wahrheit ist, dass die meisten Erwachsenen diesen Zustand viel zu selten erleben.

Als Kind bist du ganz automatisch dauernd im Flow. Du denkst nicht darüber nach, was du alles noch tun musst, was dabei schief gehen könnte oder zweifelst daran, ob du gerade gut genug bist.

Das sind alles Sachen, die uns systematisch anerzogen werden und die das im Flow sein dann ziemlich erschweren.


Aber erst mal back to the Basics:

Was bedeutet Flow?

Im Flow sein bedeutet, sich völlig in einer Tätigkeit zu verlieren. Wenn man im Flow ist, dann IST man einfach. Raum und Zeit werden zur Nebensache und du bist völlig im Moment. Du kannst gar nicht sagen, wie viel Zeit vergangen ist, es spielt auch gar keine Rolle. Im Zustand des Flow sind unsere Wünsche, Gefühle, Handlungen und Gedanken völlig in Alignment. Alles ist stimmig. Es gibt kein Widerstreben, keinen inneren Widerstand. Die Zeit vergeht schneller als in anderen Momenten deines Lebens. Du fließt einfach nur.



Wir können bei ganz verschiedenen Aktivitäten im Flow sein. Beim Sport und bei künstlerischen Tätigkeiten passiert der Flow-Zustand besonders oft. Aber generell kannst du bei jeder Tätigkeit in den Flow kommen, die du gerne machst.


Mihaly Csikszentmihalyi – Entdecker des Flow

Geprägt hat das Konzept des Flow der Glücksforscher Mihaly Csikszentmihalyi. Er hat in den 1970-ern für eine Forschungsarbeit verschiedene Künstler*innen beobachtet und befragt. Dabei ist ihm besonders aufgefallen, dass die entstandenen Bilder den Kunstschaffenden am Ende oftmals völlig egal waren.

Es ging nicht darum, sie zu verkaufen oder berühmt zu werden. Die Künstler*innen arbeiteten einfach deshalb hart und konzentriert, weil sie so sehr in der Tätigkeit aufgingen. Es war kein “Ich tue das, damit…”, sondern nur um der Tätigkeit selbst willen.

Jaaa da staunst du wahrscheinlich und vielleicht bist du auch ein wenig neidisch. Denn wann gelingt es uns schon mal wirklich, eine Sache um ihrer selbst willen zu tun?

Selbst beim Meditieren haben die Meisten immernoch im Hinterkopf, dass sie dadurch ruhiger werden wollen oder unangenehme Themen transformieren wollen.

Aber die von Mihaly Csikszentmihalyi erforschten Künstler*innen waren einfach im Flow.

Sie alle beschrieben den Zustand, in dem sie sich beim Kunst schaffen befinden, als fließend. Daher der Name Flow.


Merkmale des Flow

Mihaly Csikszentmihalyi hat bei seiner Forschung 9 Merkmale identifiziert, die das im Flow sein kennzeichnen. Es müssen allerdings nicht alle Bedingungen gleichzeitig erfüllt sein, damit man von Flow sprechen kann.

Die ersten vier Merkmale sind sozusagen die Grundbedingungen für das Erleben von Flow.


1. klares Ziel

Im Flow zu sein bedeutet eben nicht, planlos vor sich hinzutreiben. Denn, wenn ich gar nicht weiß, wo ich eigentlich ankommen will, dann kann ich auch nicht völlig loslassen. Meine Gedanken sind dann immer damit beschäftigt, was ich eigentlich will und wo es vielleicht hingehen soll.

Das behindert den Flow-Zustand. Ich kann nicht fließen, wenn ich zu sehr im Kopf bin. Und ich kann auch nicht fließen, wenn ich gar nicht weiß, wohin.

Ein gutes Beispiel für dieses klare Ziel ist ein Boxkampf. Ich muss hier nicht groß über mein Ziel nachdenken. Es ist völlig klar. Ich möchte Schläge vom Gegner blocken oder ihnen ausweichen und andersherum den Gegner so oft und so hart wie möglich treffen. Das Ziel ist: Gewinnen. Dadurch, dass mein Ziel vorher glasklar definiert ist, wird die Wahrscheinlichkeit des im Flow seins viel höher. Ich kann einfach entspannt in der Tätigkeit sein, weil ich genau weiß, wie das Ergebnis aussehen soll.

Aber Vorsicht: Das heißt nicht, dass ich mich übermäßig auf dieses Ziel versteife. Denn dann würde wieder Stress und Druck in mir entstehen. Damit würde ich den inneren Kritiker stärken und das wiederum führt ganz sicher nicht zum Flow. Wenn du dir den Flow als einen Fluss vorstellst, dann ist zu viel Druck ein Staudamm. Er verhindert das Fließen des Flusses. Das Wasser kann dann an dieser Stelle nicht mehr weiter fließen.

Also: Ziel ja. Übermäßiger Fokus aufs Ziel, nein.


2. Herausforderung

Der zweite Faktor für den Flow ist das richtige Maß an Herausforderung. Das heißt, meine Aufgabe muss mich fordern ohne mich zu überfordern.

Wenn eine Aufgabe überhaupt nicht herausfordernd ist, dann langweile ich mich. Und im Zustand der Langeweile ist kein Flow zu finden. Genauso wenig wie im Zustand der Überforderung. Denn, wenn ich überfordert bin, dann schaltet mein Gehirn und mein Körper in den Alarmmodus. Und im Alarmmodus ist ein Fließen völlig ausgeschlossen.

Es sollte sich also um eine Tätigkeit handeln, bei der ich meine Komfortzone verlasse ohne aber in den Bereich meiner Panikzone zu kommen.

Ob und wann das so ist, hängt von meinen Fähigkeiten und von meiner Selbstbeurteilung ab. Wenn ich die Fähigkeit dazu besitze, die Situation gut zu meistern und mir das auch völlig bewusst ist – alles gut.

Aber wenn ich die Fähigkeiten zwar besitze, aber chronisch dazu neige, mich selbst zu unterschätzen und anzuzweifeln, dann habe ich ein Problem. Denn dann kann mich eine Situation überfordern, einfach weil ich mich in diese Überforderung selbst reindenke. Obwohl sie eigentlich realistisch gesehen gar nicht da sein müsste.

Frag dich einmal, was die Situation von dir verlangt und dann sei ehrlich zu dir, ob du diese Anforderungen erfüllen kannst.

Auch Perfektionismus ist eine beliebte Falle, die schnell zur Überforderung führt. Denn wenn du es perfekt machen willst, dann ist es natürlich nie gut genug.

Dann bist du natürlich nie gut genug.

NIE.

Nie, niemals, nie.

Also leg deinen Perfektionismus ab.

Betrachte die Anforderungen und deine Fähigkeiten realistisch.

Wenn du bei dieser Reflexion feststellt, dass deine Tätigkeit über- oder unterfordernd ist, dann können folgende Strategien Abhilfe schaffen:

Bei Überforderung schau einmal, ob du die Aufgabe in kleinere Teilaufgaben zerkleinern kannst, sodass deine Aufgabe nicht mehr so überfordernd auf dich wirkt.

Wenn du unterfordert bist bei deiner Tätigkeit, dann schau mal, ob du die Aufgabe irgendwie aufpeppen kannst. Vielleicht kannst du irgendetwas hinzufügen, was die Aufgabe spannender macht. Einen zusätzlicher Reiz.


3. intrinsische Motivation

Liebst du deine Arbeit? Wenn nicht, dann kannst du hierbei schon mal nicht in den Flow kommen.

Denn um im Flow zu sein brauchst du eine intrinsische Motivation. Du musst das, was du da gerade tust, wirklich gerne machen.

Wenn du es nicht wirklich aus dir heraus gerne tust und es nur machst, um damit etwas anderes zu erreichen oder weil jemand anders es von dir verlangt, dann wirst du dabei kaum ins Fließen kommen.

Suche dir also eine Tätigkeit für deinen Flow-Zustand aus, in der du wirklich im Herzen bist. Eine Tätigkeit, bei der es nur so aus dir herausfließt.

Auch das kannst du trainieren: Du kannst auch bei Tätigkeiten, die du bis jetzt aus anderen Gründen gemacht hast, nach intrinsischen Gründen suchen. Besinne dich einfach darauf, was dir an der Tätigkeit Freude bringt.

Und wenn dir nichts daran Freude bereitet: Bist du dir sicher, dass du diese Sache trotzdem weiter machen willst?

Das ist dann vielleicht nicht die beste Strategie, dich selbst glücklich zu machen. Denn wenn du Glück finden willst, dann darfst du dein Leben auch auf das ausrichten, was dir Freude bringt.


4. Konzentration

Bei dem Merkmal Konzentration gilt genau das Gleiche wie für das Ziel. Es ist wichtig, in einem Zustand der Konzentration zu sein, um in den Flow zu kommen. Aber: diese Konzentration ist keine angespannte.

Im Gegenteil. Es ist ein entspanntes konzentriert sein. Ein lockeres fokussiert sein. Im Flow sind wir in einem Zustand völliger Präsenz. Wir sind ganz da. Ohne uns dabei anzustrengen.

Um in diesen Zustand zu kommen, können folgende Tipps helfen:

  • Kein Multitasking. Mache nur eine Sache gleichzeitig und gebe dich ihr völlig hin.
  • Vermeide Ablenkungen.
  • Schaffe dir ein räumliches Umfeld, das die Konzentration fördert.
  • Stimme dich bewusst innerlich darauf ein, in dieser Tätigkeit jetzt völlig präsent zu sein.

Was passiert im Flow?

Im Flow sein lässt sich leider nicht erzwingen. Es passiert ganz automatisch. Flow ist ein Zustand der absoluten Mühelosigkeit.

Wir sind im Flow immer komplett im Hier und Jetzt. Wir haben das subjektive Gefühl, dass wir gerade alles im Griff haben. Dieses Gefühl von Kontrolle kommt ganz von alleine im Flow. Die Betonung liegt hierbei auf dem Gefühl. Die Kontrolle findet nicht im Kopf statt. Eine Kontrolle im Kopf geht wieder gegen den Flow.

Denn eine Kontrolle im Kopf bedeutet einen ständiger innerer Dialog:

“Mache ich das gerade richtig? Pass auf, dass du dich gut deckst, wenn sie gleich einen linken Kopfhaken versucht. Welche Kombination könnte ich jetzt noch machen? Sind die Zuschauer auch auf meiner Seite?”

Diesen Monkey-Mind gibt es im Flow nicht. Im Flow ist der Geist ruhig und klar. Wie ein Bergsee. Es gibt kein “Ich sollte”, “Ich könnte” oder “Ich müsste”.

Es gibt nur ein:

“Ich bin”



Deshalb geht es beim Flow darum, diese Kopfkontrolle, in der wir so oft feststecken,  loszulassen.

Du gehst raus aus der Kopfkontrolle hinein in den Körper. Wenn du in deinem Körper tiefes Urvertrauen spürst, wenn du geerdet bist, dann brauchst du keine Kontrolle. Du bist dann in der Kontrolle. Aber in einer anderen viel tieferen Kontrolle.

Es gibt ein wundervolles Zitat dazu. Es geht so:

“You have to let go of control in order to gain control.”

Und das kannst du üben. Wenn du eine Tätigkeit wirklich gerne machst und du gut darin bist, dann brauchst du keine Kontrolle. Du kannst dann einfach darauf vertrauen, dass alles läuft. Du kannst einfach alles fließen lassen.

Wenn du im Flow bist, dann verlierst du völlig das Gefühl für die Zeit. Diese Momente, in denen du mit einem erschrockenen Blick auf die Uhr festgestellt hast: “Huch, es ist schon so spät? Die Zeit ist ja wie im Flug vergangen!” – das waren Flow-Momente. Wir achten nicht auf die Zeit, wenn wir im Flow sind. Sie ist nicht wichtig. Sie vergeht anders.

Und genauso wie wir die Zeit vergessen, vergessen wir auch uns selbst. In Flow-Momenten reflektieren wir uns nicht die ganze Zeit selbst. Dieser Selbstbezug wird unwichtig. Wir sind einfach. Es gibt nichts, was angezweifelt oder beurteilt werden müsste. Dein Ego wird für einen Moment ganz still.

Im Flow sein ist eine Erfahrung des reinen Bewusstseins. Im Flow weiß ich genau, wer ich bin. Ich bin völlig verbunden mit mir und der Welt ohne an irgendetwas anzuhaften.



Step into your Flow

Hast du im Artikel ein paar Inspirationen dafür gefunden, in deinen Flow zu kommen?

Fange am besten mit einer Tätigkeit an, bei der die oben beschriebenen Merkmale am ehesten zutreffen.

Und überprüfe dich auch einfach immer mal wieder im Alltag:

“Bin ich gerade zu sehr in der Kopfkontrolle?”

“Warum mache ich gerade das, was ich tue? Finde ich daran Freude?”

“Fühle ich mich gerade unter- oder überfordert? Kann ich irgendwas dafür tun, dass das Maß an Herausforderung sich für mich stimmiger anfühlt?”

Auch wenn sich der Flow-Zustand nicht erzwingen lässt, so kannst du doch etwas dafür tun, dich mehr für ihn zu öffnen. Du kannst üben, deine Sorgen, deine Kopfkontrolle, deine versteckten Motive, warum du Sachen machst, loszulassen. Du kannst üben, Dinge um ihrer selbst willen zu tun. Du kannst üben, wieder Kind zu sein und dein Leben fließen zu lassen.

Abgelehnt fühlen – Wie damit umgehen?

Abgelehnt fühlen – Wie damit umgehen?

Ablehnung fühlt sich echt schlimm an.

Und wir alle finden uns von manchmal in Situationen wieder, in denen wir uns abgelehnt fühlen.

Wir alle kommen manchmal mit Menschen in Kontakt, von denen wir uns abgelehnt fühlen.

Das ist in dem Moment ziemlich hart. Es fühlt sich unangenehm an. Sehr unangenehm. Deshalb ist die Reaktion darauf von vielen Menschen, das Gefühl zu unterdrücken. Es wegmachen zu wollen.

Doch das löst leider gar nichts. In der Tiefe brodelt das Gefühl der Ablehnung weiter und wird immer stärker.

Deshalb habe ich in diesem Artikel Tipps zusammengestellt, die dich bei deinem Umgang mit Ablehnung unterstützen.


Die Wurzel der Ablehnung

Zunächst einmal die Frage: Warum ist es überhaupt so schlimm, wenn jemand oder etwas Ablehnung in uns triggert?

Es ist deshalb so schlimm, weil uns dieses abgelehnt fühlen an einen alten Schmerz erinnert. Es bringt uns in Kontakt mit einer alten Wunde aus unserer Kindheit.

Denn leider hatten wir alle keine Eltern, die uns bedingungslos lieben und annehmen konnten. Zumindest hat niemand, den ich persönlich kenne, solche Eltern.

In diesem Moment, in dem das Kind bemerkt, dass die Eltern es nicht bedingungslos lieben und annehmen können, fühlt es sich abgelehnt. Diese Ablehnung verankert sich tief in dem Kind als Glaubenssatz.

Das Kind fängt an, zu glauben:

“Ich bin nicht genug.”

Und dieser Glaubenssatz wirkt in den meisten Erwachsenen immer noch.

Deshalb fühlen sich auch viele Menschen angezogen von anderen Menschen, die sie ganz offensichtlich ablehnen. Sie beweisen sich damit immer wieder, dass sie von anderen abgelehnt werden. Und sie verlagern den inneren Kampf um Akzeptanz ins Außen, indem sie ganz verbissen um die Akzeptanz und Liebe dieses Menschen kämpfen. Obwohl sie tief in sich eigentlich wissen, dass dieser Mensch sie niemals lieben wird.

Ihr inneres Kind schreit damit ganz laut nach Aufmerksamkeit. In solchen Momenten ist es gut, zu dir selbst zurückzukommen und dein inneres Kind in den Arm zu nehmen. Dein inneres Kind heilen ist die einzige Lösung für diesen Konflikt.

Somit lautet der erste Schritt im Umgang mit abgelehnt fühlen:


Schritt 1: Den Schmerz fühlen

Wenn du nicht willst, dass dein Leben eine endlose Wiederholung von dem immer gleichen Drama in geringfügig anderen Gewändern ist, dann kommst du um diesen Schritt nicht drum herum.

Es ist das Schmerzhafteste und Transformierendste, was du tun kannst. Wenn du den Schmerz fühlst, dann erlöst du ihn damit. Denn Zeit allein heilt keine Wunden. Sondern das Fühlen des Schmerzes.

Also gehe einmal in die Stille und schaue, was sich zeigt. Meditation lernen ist eine wirkungsvolle Strategie, um mit der Ablehnung besser umgehen zu können.

Oder setz dich einmal hin und schreibe alles auf, was kommt, wenn du an das Thema Ablehnung denkst und es fühlst.

Gehe mit dem Schmerz in Kontakt. Gib ihm Raum. Wie auch immer das für dich aussieht. Es ist nur wichtig, dass du für dich ein Ritual findest, in dem du das Gefühl der Ablehnung spüren, annehmen und dann loslassen kannst.

Wenn du den Konflikt zu dir selbst zurückgenommen und deinen Schmerz erlöst hast, ist es Zeit für den zweiten Schritt.


Schritt 2: Sieh die andere Person realistisch

Anstatt den Fehler bei dir zu suchen, leg mal die rosarote Brille ab.

Hör auf, zu denken, du müsstest noch besser sein.

Egal, wie sehr du dich anstrengst, du wirst nie gut genug sein für diesen Menschen.

Egal, wie toll du bist, du wirst nie toll genug sein für diesen Menschen.

Egal, wie sexy du bist, du wirst nie sexy genug sein für diesen Menschen.

Egal wie eloquent du bist, du wirst nie eloquent genug sein für diesen Menschen.

Egal wie gebend du bist, du wirst diesem Menschen nie das geben können, was er sich wünscht.

Der Fehler liegt nicht bei dir!

Dieser Mensch ist einfach nicht in der Lage, dich anzunehmen und zu lieben. Weil er so ist, wie er ist. Das hat nichts mit dir zu tun!

Hör auf, zu kämpfen. Du kannst diesen Kampf nicht gewinnen. Niemals.

Schenke dir selbst stattdessen ein:

Ich bin ok so wie ich bin.

Das ist die Wahrheit. Punkt. Ende der Geschichte.

Ein Mensch, um dessen Akzeptanz und Liebe du kämpfen musst, ist nicht dein Mensch.

Ein sich selbst liebender Mensch lässt solche Menschen einfach links liegen.

Er wendet sich stattdessen Menschen zu, die ihn einfach so lieben können. So, wie er ist. Bei denen er nicht das Gefühl hat, anders, besser sein zu müssen.

So schwer das vielleicht erstmal umzusetzen ist, so einfach ist es aber eigentlich.

Egal, in welcher Situation deines Lebens du bist, frag dich einfach:

“Was würde ein sich selbst liebender Mensch jetzt tun?”

Und dann hast du die Antwort.

Die Person, von der du dich abgelehnt fühlst, lehnt sich vielleicht selbst ab. Deshalb kann sie auch mit deiner Liebe nicht umgehen, weil sie nicht zu ihrem Selbstbild passt. Vielleicht handelt es sich um eine Person, die sich selbst immer in Menschen verliebt, die sie nicht lieben. Damit beweist sie sich dann immer wieder, dass sie nicht liebenswert ist.

Was willst du dagegen machen?

Du kannst das innere Programm einer Person nicht ändern. Das kann sie nur selbst.

Also hör auf, zu hoffen, dass er oder sie es irgendwann checkt und deine Zuneigung erwidert. Das ist verschwendete Zeit und Energie.

Niemand muss checken, wie toll du bist. Außer du selbst! Und wenn du selbst das erstmal auf einer ganz tiefen Ebene verstanden hast und deine Selbstliebe fließt, dann kann dir die äußere Ablehnung auch nichts mehr anhaben.


Schritt 3: Schaff dir bewusst ein akzeptierendes Umfeld

Lass die Menschen hinter dir, die dich nicht wertschätzen. Umgib dich bewusst mit Menschen, von denen du dich angenommen fühlst.

Wenn du Menschen, von denen du dich abgelehnt fühlst, erlaubst in deiner Nähe zu sein, dann hat das fatale Folgen. Du sendest dir damit immer wieder das Signal, dass du nicht genug bist.

Wie willst du so in das Gefühl der Selbstliebe und Annahme kommen? Es ist unmöglich.

Natürlich musst du den Switch von der Ablehnung zur Annahme selbst innerlich vollziehen. Aber das kannst du nur, wenn dir dein Umfeld genau das zurück reflektiert.

Also wähle dein Umfeld bewusst. Richte dich mit deinen Gedanken und deinen Handlungen auf ein liebevolles Umfeld aus.


Fazit:

Sich abgelehnt fühlen, kann echt hart sein. Aber es steckt auch ein großes Geschenk darin. Das Geschenk, dass du siehst, wo du selbst noch Ablehnung dir gegenüber in dir hast.

Und diese Ablehnung kannst du dann erlösen. Du kannst sie zu dir selbst zurücknehmen, wo sie ihren Ursprung hat.

Du kannst der anderen Person vergeben und erkennen, dass ihre Ablehnung nichts mit dir zu tun hat. Du musst sie nicht persönlich nehmen. Du kannst die Gelegenheit nutzen, um diese Schattenseite zu integrieren. Und dadurch kommst du letztendlich nur noch mehr in deine Selbstliebe.



Kaffee spendieren

War dieser Artikel wertvoll für dich? Dann freue ich mich sehr über das Spendieren eines symbolischen Kaffees. Ich danke dir von Herzen.

Kaffee spendieren


Bist du es leid, dass dich deine Angst in manchen Situationen gefangen hält?

Gibt es Vieles, was du dich gern endlich mal trauen würdest?

Lerne, deine Ängste zu umarmen und aus dem Gefängnis Komfortzone auszubrechen. In diesem Online-Kurs wirst du in mehreren Lektionen durch einen transformativen Prozess geleitet.

Der Online-Kurs Komfortzone verlassen bietet dir:

Dieser Online-Kurs unterstützt dich dabei, deine Komfortzone nachhaltig zu erweitern.

Er gibt dir Werkzeuge dafür an die Hand, deine Komfortzone Stück für Stück zu verlassen – egal in welchem Bereich.

Du wirst im Online-Kurs Komfortzone verlassen in 5 verschiedenen Lektionen sanft dabei angeleitet, deine Komfortzone zu verlassen.

Mehr zum Kurs
Meditation lernen: 6 Tipps für den Einstieg

Meditation lernen: 6 Tipps für den Einstieg

Vielleicht bist du auf dieser Seite gelandet, weil du noch nie meditiert hast. Vielleicht bist du auch auf dieser Seite gelandet, weil du bis jetzt noch nicht richtig warm geworden bist mit dem Meditieren.

Was auch immer deine bisherige Geschichte mit Meditation ist: Dieser Artikel kann dich dabei unterstützen, deinen Zugang zur Meditation zu finden und einen schrittweisen Plan zu entwickeln, wie du in eine regelmäßige Meditationspraxis kommst.

Was ist Meditation?

Es gibt ungefähr so viele verschiedene Meditationen wie Eissorten und sie alle sind anders. Schokoladeneis schmeckt ganz anders als Vanilleeis und genauso verhält es sich auch mit Meditationen. Eine Achtsamkeitsmeditation hat eine völlig andere Wirkung auf dich, deinen Körper und dein Gehirn als eine eher psychologische Meditation zu einem bestimmten Thema.

Und hier gilt es auch schon, den ersten Irrtum richtigzustellen: Meditation hat erst einmal rein gar nichts mit Religion zu tun! Klar gibt es zum Beispiel auch buddhistische Meditationen, aber Meditation lernen hat an sich nichts mit Religion zu tun. Die meisten Meditationen sind Wahrnehmungsübungen, bei denen du lernst, auf eine Metaebene zu gehen und dein Bewusstsein zu beobachten. Und das ist ziemlich universell für jeden Menschen eine sinnvolle Sache, egal ob religiös oder nicht.

Es gibt Meditationen, bei denen du mit dem arbeitest, was gerade in dir ist. Zu diesen Meditationen zählen zum Beispiel Gefühlsannahme-Meditationen. Und dann gibt es Meditationen, bei denen du mit Visualisierungen arbeitest. Das heißt, du erschaffst in deinem Bewusstsein neue Objekte.

Bei der klassischen Atem-Meditation hingegen geht es darum, dich aus der Identifikation mit deinen Gedanken zu lösen. Die meisten Menschen leiden unter ihren Gedanken, weil sie keine Kontrolle über sie haben. Sie denken nicht, sondern sie werden gedacht. Ihr Verstand beherrscht sie. Sie können sich weder bewusst entscheiden, was sie denken, noch ob sie ihre Gedanken glauben wollen oder nicht. Und das ist ein ziemliches Drama, aus dem Meditation der einzige langfristige Ausweg ist. Alles andere kann dich vielleicht einmal kurz ablenken, aber dann kommt das Gedankenwirrwarr zurück und nimmt dich wieder gefangen.

Wozu ist Meditation gut?

Und hier kommt die Meditation ins Spiel: Beim Meditation lernen kommst du nämlich immer mehr dahin, dass du dir selbst bewusst werden kannst. Das heißt, dass du lernst, dich selbst beim Denken zu beobachten. Du lernst, unwahre Gedanken zu erkennen und einfach aus ihnen auszusteigen.

Du wirst nicht mehr gedacht, sondern du denkst. Was in dir geschieht, wird immer mehr zu einem Prozess, den du steuern kannst.

Du kannst dir das so vorstellen: Ein nicht meditierender Mensch lebt sein Leben so als würde er auf einem Boot durch den Ozean treiben und das völlig ohne Steuer, ohne Ruder. Er ist den Launen des Ozeans komplett ausgeliefert. Mal ist es windig und er wird hin und her geworfen. Mal treibt ihn die Strömung in die eine Richtung und mal treibt ihn die Strömung in die entgegengesetzte Richtung. Wenn keine Strömung und kein Wind da ist, dann kommt er gar nicht vorwärts. Und am Ende ist er die ganze Zeit im Kreis gefahren.

Das ist nun kein besonders effektiver Weg durch das Leben zu gehen. Du bist dann einfach ein Spielball deiner sozialen Konditionierungen und äußeren Umstände.

Wenn du dich aber im Meditieren übst, dann nimmst du das Steuer damit selbst in die Hand.

Du übernimmst dann wirklich die Rolle des Regisseurs bzw. der Regisseurin deines Lebens.

Du lernst durch regelmäßige Meditation, aus ungesunden Gedankenmustern auszusteigen. Deshalb ist Meditation DAS Mittel für persönliche Entwicklung. Wenn du dich selbst “umerziehen” willst, also das ändern willst, was du denkst und wie du handelst, dann kommst du ums Meditation lernen eigentlich nicht drum herum.

Ein weiterer positiver Effekt vom Meditieren ist, dass deine innere und äußere Ruhe zunimmt.

Du bist generell entspannter und verlierst nicht mehr so leicht die Nerven. Du wirst dir deiner Gefühle früher bewusst und dadurch fällt es dir leichter, dein inneres Gleichgewicht zu halten.

Wenn du über einen längeren Zeitraum hinweg meditierst, kannst du an immer tiefere Themen herankommen und so zum Beispiel auch einen alten Schmerz, eine alte Verletzung heilen und transformieren.

Bei Meditationen, die mit Visualisierungen arbeiten, kannst du gezielt neue positive Samen in dich einpflanzen. Diese neuen Samen können sich dann positiv auf deine emotionale Lage und auf deine Verhaltensmuster auswirken.

….Und überzeugt vom Sinn des Meditation Lernens?

Dann kann´s direkt losgehen!

Die Atem-Meditation

Beim Meditation lernen empfiehlt es sich, zunächst mit der klassischen Achtsamkeitsmeditation anzufangen. Durch sie lernst du, bewusster zu werden und dir deiner Gedanken gewahr zu werden.

Wenn du später merkst, dass du gerne andere Meditationen ausprobieren willst: Go for it. Aber die klassische Atemmeditation darf immer die Basis deiner Meditationspraxis bilden.

Hier bekommst du ein paar Tipps, die dir den Einstieg erleichtern können:

1. Meditative Umgebung

Wenn du medtierst, sollte deine Umgebung den Meditationszustand fördern. Das bedeutet, dass du alleine im Raum bist. Und das bedeutet, dass es im Raum still ist. Wenn es dir schwer fällt, deine Sinne auszuschalten, kannst du auch eine Augenbinde und Ohrstöpsel zum Meditieren tragen.

In der Natur zu meditieren, ist zwar wunder-wunderschön – ist aber am Anfang nicht unbedingt zu empfehlen. Hier hast du einfach zu viele Reize, die dich von der Meditation ablenken. Vögel zwitschern, das Laub raschelt, Leute laufen vorbei. Das erschwert es dir ziemlich, in den Prozess reinzukommen. Deshalb meditiere am Anfang besser Zuhause.

Du kannst auch zur Einstimmung auf die Meditation und zur Förderung des Meditationszustandes mit Palo Santo oder weißem Salbei vor der Meditation räuchern. Wenn dir Räuchern eher suspekt ist, dann lass das einfach weg. Räuchern ist kein Muss beim Meditieren, sondern einfach ein schöner Bonus.

Achte auch darauf, dass du zu einer stimmigen Zeit meditierst. Fünf Minuten bevor du irgendwohin los musst ist wahrscheinlich keine gute Zeit zum Meditieren. Dann bist du innerlich schon im Hektik-Modus und denkst darüber nach, was du gleich machst. Wähle zum Meditieren eine Zeit, in der du gerade auch wirklich die Ruhe dafür hast

2. Körperhaltung & Sitzposition

Sitze aufrecht, aber locker und entspannt im Schneidersitz. Du kannst auf einem Meditationskissen oder auf dem Boden sitzen. Wenn dir der Boden zu hart oder zu kalt ist, kannst du auch eine Decke oder eine Yogamatte als Unterlage benutzen. Auf dem Bett solltest du nicht unbedingt meditieren, da es als Unterlage etwas zu weich ist. Im Liegen zu Meditieren, empfiehlt sich auch nicht unbedingt. Dabei werden die meisten Menschen schläfrig und die Konzentration verschwindet.

Wenn du irgendwelche körperlichen Einschränkungen hast, die das Sitzen im Schneidersitz für dich schwierig machen, kannst du dich auch auf einen Stuhl setzen. Wichtig ist auch hier das aufrechte Sitzen.

3. Die Technik

Bei dieser Meditation konzentrierst du dich darauf, wie dein Atem an deiner Nasenspitze ein- und ausströmt. Immer, wenn Gedanken kommen, gehst du mit deiner Aufmerksamkeit einfach wieder zurück zu deinem Atem. Gedanken sind nicht dein Feind, sondern sie werden zu einem Radio, was im Hintergrund leise vor sich hin dudelt. Sie sind da, aber du steigst nicht in sie ein. Du gehst ihnen nicht nach.

Es wird gerade am Anfang öfter passieren, dass du dich wieder in Gedanken verlierst und nach ein paar Sekunden oder ein paar Minuten merkst, dass du gerade wieder sehr mit deinen Gedanken identifiziert warst und nicht mehr auf deinen Atem geachtet hast.

In diesem Moment ist es wichtig, nicht böse auf dich zu sein, sondern einfach ganz entspannt wieder mit deiner Aufmerksamkeit zu deinem Atem zurückzugehen. Du sagst dir einfach:

“Ach ja, jetzt habe ich wieder gedacht, ok. Und jetzt komme ich wieder zurück zum Atem.”

4. Die Zeitspanne

Wichtig sind beim Meditieren am Anfang vor allem zwei Dinge: 1. Überfordere dich nicht. Fange mit kurzen – sehr kurzen – Meditationssequenzen an. Westliche Menschen sind Meditationen nicht gewohnt und deswegen sollte man langsam anfangen.

Dein ganzer Alltag, deine ganze Umgebung, all das kann einer Meditationspraxis völlig entgegenstehen. Die Hektik, der Trubel, das ganze Konzentrieren aufs Machen und Tun. Immer wird deine Aufmerksamkeit auf die äußere Welt gelenkt anstatt auf dein Innenleben. Da kann es erst mal ganz schön komisch sein, dazusitzen und quasi nichts zu tun. Es kann sich merkwürdig anfühlen, so allein mit dir zu sein ohne äußere Reize. Es kann sein, dass unangenehme Gefühle hochkommen oder dass dich deine Gedanken total nerven. All das ist völlig normal.

Es empfiehlt sich, mit Meditationseinheiten von 5-10 Minuten anzufangen. Stelle dir einfach einen Wecker und dann probiere aus, welche Zeitspanne sich für dich stimmig anfühlt.

5. Meditiere täglich

Genauso wichtig wie das Wählen einer kurzen Zeitspanne ist das tägliche Meditieren. Das ist die zweite wichtige Sache beim Meditation lernen. Nur, wenn du etwas täglich machst, entsteht auch wirklich eine neue Gewohnheit. Und nur, wenn du täglich meditierst, wirst du auch die positiven Effekte erleben.

Es kann gerade am Anfang abschreckend sein, dich so konsequent zu verpflichten. Aber egal in welchem Bereich du dich verändern willst: Nur durch Training kommst du weiter. Das gilt im Bereich Meditation genauso wie in jedem anderen Bereich. Deshalb gehe wirklich bewusst diese Verpflichtung dir selbst gegenüber ein. Es wird sich bezahlt machen – garantiert.

6. Sei lieb zu dir

Wie immer ist auch hier mein Rat: Egal was du machst, mach´s mit Selbstliebe.

Es kann sein, dass dein innerer Kritiker am Anfang vom Meditieren lernen sehr laut ist. Es kann sein, dass in deinem Kopf die Gedanken aufpoppen:

“Mache ich das gerade richtig? Meditiere ich gut genug? Ich bin total schlecht im Meditieren. Ich schaffe es gar nicht, mich auf meinen Atem zu konzentrieren und denke die ganze Zeit nur.”

Diese Gedanken sind am Anfang völlig normal. Es geht fast allen Menschen so, dass sie Probleme damit haben, mit ihrer Aufmerksamkeit beim Atem zu bleiben. Das wird mit der Zeit besser, wenn du dran bleibst.

Versuche, einen positiven Fokus zu behalten. Seit stolz auf dich, weil du überhaupt meditierst. Und auch wenn du vielleicht das Gefühl hast, dass es noch nicht so gut klappt: Ich bin mir sicher, dass du es ganz hervorragend machst! Und jede Meditationspraxis hat positive Auswirkungen auf dein Bewusstsein. Dessen kannst du dir sicher sein.

Ich wünsche dir einen wunderschönen Einstieg in deine Meditationspraxis!



Kaffee spendieren

War dieser Artikel wertvoll für dich? Dann freue ich mich sehr über das Spendieren eines symbolischen Kaffees. Ich danke dir von Herzen.

Kaffee spendieren
Emotionale Abhängigkeit heilen in 7 Schritten

Emotionale Abhängigkeit heilen in 7 Schritten

Machst du dich oft abhängig von anderen Menschen?

Orientierst du dich beim Treffen deiner Entscheidungen eher an deinem Umfeld als an deinem Innenleben? Fühlst du dich wichtigen Bezugspersonen gegenüber bedürftig?

Dann bist du in diesem Artikel gut aufgehoben. Hier schauen wir uns die Ursachen für emotionale Abhängigkeit einmal genauer an und ich zeige dir einen praktisch umsetzbaren Weg in die emotionale Freiheit auf.

Zeichen dafür, dass du emotional abhängig bist

Woran merkst du, dass du unter emotionaler Abhängigkeit leidest? Zunächst einmal ist jeder Mensch bis zu einem gewissen Grad emotional abhängig. Das ist völlig normal. Komplette Unabhängigkeit ist eine Illusion. Alleine dafür, dass mein Müsli morgens bei mir in der Müslischale landet, bin ich von einer Kette von einigen Menschen abhängig. Von derjenigen Person, die den Hafer angebaut hat, bis hin zu dem Verkaufspersonal im Supermarkt, in dem ich mein Müsli gekauft habe.

Wir alle verlassen uns auf andere Menschen. Doch es gibt einen Punkt, ab dem emotionale Abhängigkeit zur großen Belastung wird und uns unfrei macht.

Dass dieser ungute Punkt bei dir erreicht ist, merkst du an folgenden Dingen:

  • Deine Gedanken kreisen ständig um eine andere Person
  • Wenn du eine Entscheidung triffst, fragst du dich zuerst, was für die andere Person gut wäre, bevor du dich fragst, was du selbst willst
  • Du gehst gegen dich selbst, um die Liebe und Aufmerksamkeit der anderen Person zu bekommen
  • Wenn du etwas Tolles erreicht hast, willst du das Lob der anderen Person, anstatt selbst stolz auf dich zu sein
  • Du wirst eifersüchtig/unsicher, wenn die andere Person zu eng mit jemand anderem ist
  • Du stellst die Bedürfnisse und Gefühle der anderen Person über deine eigenen
  • Du fühlst dich wertvoller, wenn du mit der anderen Person zusammen bist, als wenn du alleine bist
  • Du verhältst dich klammernd und kontrollierend, wenn du das Gefühl hast, dass die andere Person sich von dir entfernt

Wenn du beim Durchlesen dieser Punkte oft innerlich genickt hast, dann ist es jetzt an der Zeit, Schritte in Richtung emotionale Unabhängigkeit zu machen.

Denn deine emotionale Abhängigkeit tut nicht nur dir nicht gut, sondern auch deinen Beziehungen nicht. Wahrscheinlich hast du in Beziehungen oft das Gefühl, am kürzeren Hebel zu sitzen. Du hast das Gefühl, dass die andere Person mit dir spielen kann, dass du ihrer Gnade ausgeliefert bist. Weil du ja existenziell von ihrer Liebe und Bestätigung abhängig bist. Und wenn sie dir diese nicht gibt, dann verhungerst du. Du sitzt auf dem Trockenen. Und ich weiß, dass das kein schönes Gefühl ist.

Folgen emotional abhängigen Verhaltens

Eine emotional abhängige Person ist für andere Menschen in Beziehungen überhaupt nicht angenehm. Auch wenn der emotional abhängige Mensch immer das Gefühl hat, er würde alles für die anderen machen und viel mehr geben als die anderen, so ist sein Altruismus eigentlich nur fake.

Denn er macht die Sachen ja nur, um dafür Liebe und Anerkennung zu bekommen. Er versucht nur deshalb, es dem anderen recht zu machen, weil er eine Gegenleistung dafür erwartet. Er macht die Beziehung zu einem Handel, indem er der anderen Person unbewusst signalisiert:

“Ich bin für dich da, aber dafür musst du auch bei mir bleiben. Ich glaube, dass ich dich liebe, aber eigentlich brauche ich dich nur.”

Das ist keine Liebe. Das ist emotionale Abhängigkeit. Die meisten Menschen verwechseln Lieben und Brauchen. Liebe ist frei. Und Liebe lässt frei. Wenn ich jemanden wirklich liebe, dann erwarte ich noch nicht einmal, dass er mich zurück liebt. Weil Liebe nicht bedürftig ist. Weil Liebe kein Handel ist.

Aber wenn ich jemanden brauche, dann will ich gefälligst auch immer genauso viel zurückbekommen, wie ich hineingebe.

Andere Menschen spüren auf einer tiefen Ebene den Unterschied zwischen Lieben und Brauchen. Und wenn sie spüren, dass sie es gerade mit einem emotionalen Bettler oder einer emotionalen Bettlerin zu tun haben, dann stößt sie das ab. Sie fühlen sich getäuscht. Weil sie wissen, dass es nicht um sie geht, sondern darum, dass die andere Person sie braucht. Sie spüren, dass die andere Person sich von ihnen abhängig macht, weil sie das Gefühl hat, alleine nicht genug zu sein.

Durch das Klammern und emotionale Manipulieren fühlen sich die anderen unwohl. Sie fühlen sich verpflichtet und unfrei mit dir.

Vielleicht ist es aber auch andersherum. Vielleicht bist du in einer Beziehung mit einer emotional abhängigen Person. Frage dich einmal: Wenn die andere Person “Ich liebe dich” zu mir sagt, fühle ich dann, dass sie wirklich meint “Ich liebe dich” oder fühlt es sich eher an wie “Ich brauche dich”?

Wenn du beim “Ich liebe dich” der anderen Person eher das Gefühl hast, dass es ein Brauchen als Lieben ist, dann hast du es gerade mit einer emotional abhängigen Person zu tun.

Viele Menschen in Partnerschaften sind eher auf dem Pfad des Brauchens unterwegs. Weil sie nie gelernt haben, wirklich zu lieben und den Unterschied nicht kennen.

Ursachen emotionaler Abhängigkeit

Warum sind wir emotional abhängig? Ursachen für emotional abhängiges Verhalten finden wir in den primären Beziehungen unseres Lebens.

Wenn du als erwachsene Person zu emotionaler Abhängigkeit neigst, dann hast du das mit ziemlicher Sicherheit irgendwo gelernt.

Vielleicht hast du in der Beziehung deiner Eltern beobachtet, dass sich ein Elternteil  oder beide vom anderen emotional abhängig gemacht haben. Dieses Muster hast du dann übernommen und reproduzierst es seitdem in deinen eigenen Beziehungen.

Vielleicht hast du als Kind auch gespürt, dass deine Eltern sich emotional von dir abhängig gemacht haben. Sie waren sich selbst nicht genug und haben versucht, sich durch ihre Elternrolle wertvoll und geliebt zu fühlen. Sie haben mit dir ein inneres Loch gefüllt. Diese Bedürftigkeit hast du gefühlt und sie als deine Vorstellung von Liebe internalisiert.

Emotional abhängiges Verhalten geht immer mit mangelnder Selbstliebe einher. Wenn du dich selbst genug lieben würdest, dann würdest du dich der anderen Person gegenüber nicht bedürftig fühlen. Du hättest nicht das Gefühl, dass du auf ihre Liebe angewiesen bist. Für eine sich selbst liebende Person ist die Liebe von anderen nur ein netter Bonus. Sie ist eine Reflexion der eigenen Liebe zu sich selbst. Deswegen ist Selbstliebe entwickeln auch bei diesem Thema das beste und wichtigste Heilmittel.

7 Schritte zur Heilung emotionaler Abhängigkeit

1. Muster erkennen

Der erste Schritt ist wie immer das Bewusstsein. Du kannst nur verändern, worüber du dir auch bewusst bist. Also reflektiere im ersten Schritt, warum du dich emotional abhängig verhältst.

Was verleitet dich ganz persönlich zu emotionaler Abhängigkeit?

Wie erklärst du dir dieses Muster?

Was passiert bei dir innerlich in Momenten emotional abhängigen Verhaltens?

Nimm dir einmal ein paar Minuten Zeit für die Beantwortung dieser Fragen. Das kannst du entweder schriftlich machen oder indem du in die Meditation gehst.

Bring Licht ins Dunkle und beleuchte deine Muster. Das ist die Voraussetzung dafür, sie in einem nächsten Schritt zu transformieren.

2. Bewusst werden

In einem zweiten Schritt wirst du dir in der Situation selbst bewusst. Du lernst, darauf zu achten, was genau in dir passiert in den Momenten emotional abhängigen Verhaltens.

Du erkennst, wenn eine Situation ein unangenehmes Gefühl in dir triggert, das am Anfang von der Abwärtsspirale steht. Um dieses unangenehme Gefühl nicht zu haben, verhältst du dich normalerweise bedürftig, klammernd, erwartungsvoll, wütend, unsicher oder eifersüchtig.

Wenn du dir aber schon am Anfang dieser Abwärtsspirale bewusst wirst, dann kannst du diese normalerweise automatisch ablaufende Kettenreaktion stoppen.

Wenn du lernst, schon ganz am Anfang dein Gefühl wahrzunehmen und liebevoll in den Arm zu nehmen, dann kannst du deine emotionale Abhängigkeit zu dir selbst zurücknehmen. Du musst sie dann nicht auf die andere Person projizieren.

3. Gefühl annehmen

Du kannst in dem Moment einfach innehalten und mit dem Gefühl sein. Du kannst lernen, das Gefühl anzunehmen. Du musst nicht äußerlich darauf reagieren.

Wenn du zum Beispiel merkst, dass du dich gerade abgewiesen fühlst, weil dein*e Partner*in den Abend lieber mit anderen Menschen als mit dir verbringen möchte und du normalerweise in dieser Situation eine dramatische Szene machen würdest oder versuchen würdest, sie/ihn so zu manipulieren, dass er/sie doch bei dir bleibt – lass diese Reaktion dieses Mal einfach weg.

Wünsche ihr oder ihm einen schönen Abend und nimm dein Gefühl zu dir selbst zurück.

Fühle liebevoll, was gerade emotional bei dir ausgelöst wurde und mach dir klar, dass das nur Gefühle sind. Sie kommen und gehen und sie tun dir nicht weh.

101 Tipps für maximale Selbstliebe
100% Liebe

4. Unabhängigkeit genießen

Gehe hinaus in die Welt wie eine mutige Löwin, wie ein mutiger Löwe.

Was machst du sonst nicht, weil du dich nicht stark genug dafür fühlst? Wo nimmst du andere Menschen als Ausrede dafür, etwas zu machen oder etwas nicht zu machen?

Lebe ganz bewusst deine Unabhängigkeit. Mache das, was du willst. Ganz unabhängig von anderen Menschen.

Vielleicht wolltest du schon immer mal zu einer Veranstaltung gehen. Aber niemand, den du kennst, wollte mitkommen und alleine hast du dich nicht getraut. Mach das nicht. Mach dich nicht abhängig von anderen. Wenn du diese Sache gerne machen willst, dann go for it. Du brauchst niemand anderen als Sicherheitsnetz, um dich dort wohlzufühlen. Geh einfach dorthin und feiere dich ganz bewusst dafür, dass du so unabhängig bist und dein eigenes Ding machst.

Achte beim Ziele setzen darauf, dass diese Ziele für dich sind und nicht für andere Menschen. In deinem Leben geht es in allererster Linie um dich. Was willst DU wirklich?

5. Kleine Erfolge feiern

Sei stolz auf dich in diesem Prozess. Feiere jeden kleinen Schritt auf deinem Weg in die emotionale Unabhängigkeit. Gewöhne dir an, eher das zu sehen, was du schon geschafft hast als immer nur das, was du noch schaffen willst.

Ja, vielleicht bist du in manchen Situationen noch sehr emotional abhängig. Aber wenn du diesen Weg gehst, dann gibt es auch Erfolge. Und wenn sie noch so klein sind.

Du hast dich einmal nicht als Erste*r gemeldet. Du hast eine Entscheidung für dich getroffen und es war dir dabei ganz egal, wie andere Menschen sich in deiner Situation entschieden hätten. Du hast dir selbst etwas gegeben, was du sonst immer von anderen wolltest.

Was auch immer du für Schritte machst auf deinem Weg in die emotionale Freiheit: Wertschätze jeden Fortschritt. Auch wenn er dir noch so klein erscheinen mag.

6. Verbringe gerne Zeit mit dir

Alleinsein genießen lernen fängt damit an, dass du regelmäßig freiwillig (!) Zeit mit dir selbst verbringst. Und nicht nur immer dann, wenn gerade niemand anders Zeit für dich hat. Damit sendest du dir nämlich das Signal, dass deine Gesellschaft nicht so wertvoll ist wie die von anderen Menschen.

Und wenn du lernst, dass es gar nicht so dramatisch ist, wenn du mal auf dich selbst gestellt bist, wirst du emotional auch freier. Du machst die Lernerfahrung, dass du gar nicht emotional von anderen Menschen abhängig bist. Du kannst dich selbst auch emotional auffangen. Es passiert nichts Schlimmes, wenn mal niemand anders als du selbst für dich da ist.

7. Lass Kontrolle und Erwartungen los

Und das gilt sowohl für Partnerschaften als auch für Freundschaften. Versuche nicht, die andere Person zu kontrollieren. Bemerke, wo du versuchst, zu kontrollieren und zu manipulieren. Und dann hör auf damit. Lass es einfach sein.

Und erwarte auch nichts von anderen. Werde dir selbst bewusst, wenn du zum Beispiel die Erwartungshaltung hast, dass die andere Person sich nach so und so vielen Minuten oder Stunden auf deine Whatsapp-Nachricht zurückgemeldet haben muss. Niemand muss irgendwas. Und für jeden Menschen ist eine kurze Zeit und eine lange Zeit etwas völlig Unterschiedliches. Also bewerte den Kommunikationsstil der anderen Person nicht mit deinen Maßstäben.

Erwarte auch nicht, dass alles, was du tust, erwidert wird. Wenn du deine*n Partner*in massierst, dann erwarte nicht, dass er oder sie dich das nächste Mal auch massiert.

Geh von diesen toxischen Erwartungen weg. Sie machen dich nur unglücklich und vergiften deine Beziehungen. Unerfüllte Erwartungen an andere Menschen führen zu dem Gefühl, dass du ein Opfer bist. Und das willst du doch nicht oder? Also raus aus der Opferrolle!

Andere Menschen verhalten sich nicht entsprechend deiner Erwartungen. Und das ist auch gar nicht weiter schlimm. Du kannst für dich selbst sorgen. Du bist nicht darauf angewiesen, dass andere Menschen deine Erwartungen erfüllen. Und du bist erst recht nicht darauf angewiesen, dass eine konkrete andere Person deine Erwartungen erfüllt.

Wenn hinter deinen Erwartungen ein Bedürfnis steckt, dass gerne erfüllt werden will, dann gibt es sicher auch andere Strategien, um dieses Bedürfnis zu erfüllen. Du bist niemals nie auf eine konkrete Situation und auf einen konkreten Menschen angewiesen. Nur auf dich selbst. Auf dich selbst bist du tatsächlich angewiesen.

Deshalb sei die Liebe, die du dir von außen wünscht. Sei die Bestätigung, die du dir von außen wünscht.

Genieß deine Unabhängigkeit!



Kaffee spendieren

War dieser Artikel wertvoll für dich? Dann freue ich mich sehr über das Spendieren eines symbolischen Kaffees. Ich danke dir von Herzen.

Kaffee spendieren

Online-Kurs: Komfortzone verlassen

Bist du es leid, dass dich deine Angst in manchen Situationen gefangen hält?

Gibt es Vieles, was du dich gern endlich mal trauen würdest?

Lerne, deine Ängste zu umarmen und aus dem Gefängnis Komfortzone auszubrechen. In diesem Online-Kurs wirst du in mehreren Lektionen durch einen transformativen Prozess geleitet.

Der Online-Kurs Komfortzone verlassen bietet dir:

Dieser Online-Kurs unterstützt dich dabei, deine Komfortzone nachhaltig zu erweitern.

Er gibt dir Werkzeuge dafür an die Hand, deine Komfortzone Stück für Stück zu verlassen – egal in welchem Bereich.

Du wirst im Online-Kurs Komfortzone verlassen in 5 verschiedenen Lektionen sanft dabei angeleitet, deine Komfortzone zu verlassen.

Mehr zum Kurs

Akzeptieren lernen: Mit dem Leben statt dagegen!

Akzeptieren lernen: Mit dem Leben statt dagegen!

Akzeptieren, was du nicht ändern kannst. Fällt dir das leicht? Wahrscheinlich nicht, sonst würdest du diesen Artikel wohl nicht lesen.

Aber keine Sorge: Damit bist du nicht alleine! Etwas nicht zu akzeptieren und stattdessen in den Kampfmodus zu gehen, das ist ein beliebter Volkssport.

Was aber auch zugleich die gute Nachricht ist: Wir LERNEN erst, nicht zu akzeptieren. Wir werden so sozialisiert, dass wir verlernen, zu akzeptieren. Und genau deswegen kannst du Akzeptanz auch wieder lernen.

In diesem Artikel schauen wir uns einmal genauer an, was Akzeptanz eigentlich bedeutet und klären damit ein großes Missverständnis auf.

Außerdem bekommst du hier eine Schritt für Schritt Anleitung fürs Akzeptieren lernen.

Akzeptanz – Was bedeutet das eigentlich?

Hier komme ich schon zum ersten wichtigen Punkt: Akzeptieren heißt nicht gut finden! Dieses Missverständnis ist der Nummer 1 Grund dafür, warum Akzeptieren vielen Menschen so schwer fällt. Du findest etwas blöd und deswegen kämpfst du dagegen.

Es denkt in dir: Das sollte nicht so sein. Ich muss es ändern.

Aber genau hier liegt das Problem: Nur weil du etwas nicht magst, heißt das noch nicht, dass du es sofort ändern kannst.

Und nur weil du etwas akzeptierst, heißt das noch nicht, dass du es gut findest.

Akzeptieren und gut finden sind zwei völlig unterschiedliche Dinge.

Wenn du etwas akzeptierst, dann erkennst du damit nur an, dass es gerade Realität ist.

Denn alles, was gerade ist, existiert ja bereits. Wie kannst du da sagen: “Es sollte aber nicht sein.”?

Es IST bereits, also soll es anscheinend auch sein.

Akzeptieren bedeutet also nur, mit der Realität zu gehen statt dagegen. Das anzuerkennen, was da ist.

Ob du diese Sache dann gut oder schlecht findest, ist eine völlig andere Geschichte.

Denn wie klug kann es sein, gegen die Realität zu kämpfen? Die Realität wird immer gewinnen. Egal wie doll du dich anstrengst. Du wirst diesen Kampf immer verlieren.

Akzeptieren oder ändern?

Natürlich gibt es auch Dinge, die du nicht akzeptieren musst. Es gibt Dinge, die du verändern kannst.

Akzeptanz heißt nicht, passiv in der Ecke zu sitzen und die Verantwortung für dein Leben abzugeben. Akzeptieren bedeutet nicht, dass du aufhörst, proaktiv zu handeln.

Beim Akzeptieren lernen ist es ein wichtiger Schritt, zu unterscheiden, wo Akzeptanz Sinn macht und wo nicht.

Erst einmal verdient alles, was gerade ist, Akzeptanz. Weil es ja gerade schon ist.

Wenn es sich hier aber um eine Sache handelt, die du a) realistisch gesehen ändern kannst und b) auch gerne ändern möchtest, dann solltest du das auch tun.

Frag dich ehrlich, was du wirklich ändern kannst. Und frag dich auch ehrlich, wie viel dir das wert ist. Manche Dinge kannst du vielleicht ändern, aber die Zeit und Energie, die das kosten würde, ist es einfach nicht wert.

Hier hilft es, ehrlich zu dir selbst zu sein und eine gute Verbindung zu deiner Intuition und deinen Gefühlen zu haben.

Dinge, die Akzeptanz verdienen

Manche Fakten über das Leben sind hart, aber sie zu akzeptieren ist notwendig. Es gibt Dinge, die sich einfach nicht ändern lassen.

Die folgenden Tatsachen gehören in diese Kategorie:

1.Die Vergangenheit ist für immer vorbei

Alles, was in der Vergangenheit liegt, ist damit aus und vorbei. Mit der Vergangenheit abschließen ist deshalb die einzig logische Konsequenz. Egal, ob es sich um schöne oder um unschöne Dinge handelt: Es ist schon geschehen. Es ist für immer vorbei und nichts, was du jetzt tust, wird noch irgendetwas an der Vergangenheit ändern.

2. Du hast keine Kontrolle über andere Menschen

Was andere Menschen tun und was sie nicht tun, kannst du nur sehr begrenzt beeinflussen. Jeder Mensch hat seinen eigenen freien Willen. Und durch Manipulation seinen Willen bei anderen Menschen durchzusetzen ist auch keine gute Strategie. Wenn du durch den Einsatz von Strategie etwas bei jemandem durchgesetzt hast, ist es irgendwie nicht echt. Und wahrscheinlich wird es auch nicht lange anhalten.

Genauso sieht es aus, wenn es um die Gefühle von anderen Menschen geht. Wie ein anderer Mensch dir gegenüber empfindet, liegt nicht in deiner Hand. Du kannst anderen Menschen gegenüber authentisch und liebevoll sein, aber dann musst du loslassen. Was auch immer dann von ihnen zurück kommt, kannst du nicht kontrollieren.

Und nur das, was andere Menschen dir natürlicherweise und aus sich heraus geben möchten, ist auch wirklich echt. Deshalb tut es gut, voll und ganz zu akzeptieren, dass du keine Kontrolle über andere Menschen hast.

3. Alles stirbt irgendwann

Alles unterliegt dem Kreislauf von Leben und Sterben. Nichts ist davon ausgenommen. Gerade mit diesem Fakt strugglen viele Menschen. Sie denken: Nein, das sollte nicht so sein! Gute Dinge sollten für immer bei mir bleiben!

Und auch hier gilt: Doch, das sollte so sein. Sonst wäre es nicht so. Und warum sollte es einen Unterschied machen, ob du etwas gut oder schlecht findest? Alles, was kommt, muss auch wieder gehen. Es kommt und dann geht es wieder und schafft Raum für Neues. So ist das Leben. Der Tod ist nicht das Gegenteil vom Leben sondern ein Teil davon. Ohne den Tod gäbe es kein Leben.

4. Nichts ist perfekt

Eine weitere Hürde beim Akzeptieren lernen ist übertriebener Perfektionismus. Wenn du den Glaubenssatz hast:

“Ich kann es erst akzeptieren, wenn es perfekt ist.”,

dann wirst du wahrscheinlich sehr selten irgendwas akzeptieren. Denn nichts ist perfekt. Rein gar nichts. Und das ist auch ok so. Deinen Perfektionismus ablegen ist die einzig sinnvolle Strategie. Ansonsten kann dir Akzeptanz nie wirklich gelingen und du bist die ganze Zeit nur am Kämpfen. Und das versaut dir einfach komplett das Leben, ohne dass es dir irgendwas Positives bringt.

5. Es gibt keine Gerechtigkeit

Einen weiteren Punkt, an dem vielen Menschen Akzeptanz schwerfällt, ist Ungerechtigkeit. Ja, es gibt auf der Welt viel Ungerechtigkeit. Kinder verhungern. Länder werden im Krieg zerstört. Konzerne bereichern sich an Menschen.

Das alles passiert. Und das alles ist nicht schön.

Aber es ist Realität. Nochmal zur Erinnerung: Akzeptanz heißt nicht gut finden. Akzeptanz heißt nur, dass ich die Realität anerkenne.

Das Leben ist nicht gerecht. Die Welt ist nicht gerecht. Je eher du das akzeptierst, desto eher kannst du diesen sinnlosen Kampf loslassen.

Und natürlich kannst du dich für mehr Gerechtigkeit einsetzen. Aber nur von dem Punkt aus, dass du die Fakten, so wie sie jetzt gerade sind, erst einmal völlig akzeptierst.

6. Deine Lebensumstände sind so, wie sie sind

Es macht keinen Sinn, mit deiner Geschichte zu hadern. Du kommst aus der Familie, aus der du kommst. Dir ist im Leben das passiert, was dir passiert ist.

Damit zu hadern, woher du kommst und welche Lebensumstände du jetzt gerade vorfindest, macht keinen Sinn.

Nur von dem Zustand der absoluten Akzeptanz deiner jetzigen Lebensumstände aus kannst du dein Leben nach deinen Vorstellungen gestalten.

Zu sagen:

“Ich wünschte, ich würde aus einer wohlhabenden Familie kommen. Ich wünschte, ich hätte damals nicht diese Frau geheiratet. Ich wünschte, ich würde in einem anderen Land leben. Ich wünschte, ich hätte damals nach dem Abi studiert. Ich wünschte, ich wäre ein Mann. Ich wünschte, ich würde einen angeseheneren Beruf ausüben.”

Das ändert absolut gar nichts an dem, was ist.

All dieses anders wünschen funktioniert nicht und zieht dich nur runter. Es gibt manche Lebensumstände, die einfach so sind. Und dagegen anzukämpfen ändert kein bisschen was an ihnen.

Tipps für mehr Akzeptanz

1. Kampf hinterfragen

Um aus eingeübten Denk- und Verhaltensweisen auszubrechen, sind Fragen eine der besten Strategien. Wenn du merkst, dass du gerade auf eine bestimmte Weise über eine Situation denkst und du wirst dir in dem Moment bewusst, dann kannst du deine Annahmen über die Realität einfach infrage stellen.

Zum Beispiel wenn es gerade in dir denkt: “Das darf nicht so sein. Ich muss dagegen ankämpfen” und du merkst, was gerade in dir selbst abgeht. In diesem Moment kannst du dich fragen: “Bringt dieser Kampf gerade realistisch gesehen irgendwas? Verändert sich dadurch die Situation? Wie viel Leid fügt mir mein Kampf zu im Gegensatz zu dem Nutzen, den er mir bringt?”

Wenn du eine Frage gefunden hast, bei der es innerlich “Klick” macht, dann kannst du dich aus der Identifikation mit dem Kampf lösen. Du verstehst auf einer tiefen Ebene den Unsinn deines Kampfes und dadurch wird er überflüssig.

2. Sichtweisen von anderen adaptieren

Manchmal sind andere Menschen die besten Lehrer*innen. Jede Person hadert mit unterschiedlichen Dingen. Und umgekehrt hat jede Person ganz andere Ressourcen und Bereiche, in denen sie super klar kommt. Jeder Mensch hat irgendwelche tollen bereichernden Sichtweisen, die du dir aneignen kannst.

Wenn du das nächste Mal daran scheiterst, etwas zu akzeptieren, schaue dich einmal in deinem Umfeld um: Wer von den Menschen in deinem Leben schafft es, eine ähnliche Situation zu akzeptieren?

Wenn du jemanden gefunden hast, dann frage diese Person einmal nach ihrer Sichtweise über die Situation.

Du wirst feststellen, dass sie ganz anders als du darüber denkt. Deswegen fällt es ihr leichter, diese Sache zu akzeptieren.

Nun kannst du dich aber einfach entscheiden, genauso über diese Sache zu denken wie die andere Person. Interpretationen über Situationen sind ja nicht angeboren, sondern anerzogen. Deshalb kannst du dich selbst auch einfach umerziehen.

Und ja, egal wie alt du jetzt gerade in diesem Augenblick bist.

3. Auf Referenzerlebnisse zurückgreifen

Beim Akzeptieren lernen müssen wir nicht jedes Mal wieder bei null anfangen. Manchmal kommt es uns so vor, wenn wir gerade in einer blöden Situation sind, aber es ist nicht so.

Irgendwann einmal hast du es geschafft, etwas zu akzeptieren. Da bin ich mir ganz sicher. Du fandest etwas blöd und trotzdem konntest du es irgendwann akzeptieren und damit loslassen.

Jetzt kannst du dich einfach daran zurück erinnern, wie du das damals gemacht hast.

Was hat dir geholfen, in den Zustand der Akzeptanz zu kommen?

Welche Aktivitäten, Übungen oder Gedankengänge waren hilfreich?

Vielleicht geben dir die Antworten auf diese Fragen wichtige Impulse für die Akzeptanz der jetzigen Sache.

4. Fokus wechseln

Manchmal haben wir die Tendenz, uns an etwas festzubeißen. Wir konzentrieren uns übermäßig auf unser Problem und auf einmal sehen wir nichts anderes mehr. Es scheint riesengroß und unlösbar zu sein. Nichts anderes ist mehr wichtig. Und es ist so schlimm, dass Akzeptanz undenkbar scheint.

Doch genau mit dieser Einstellung kommen wir natürlich überhaupt nicht voran. Weder beim Lösen und Verändern noch beim Akzeptieren. Mit zu viel Druck geht überhaupt nichts mehr.

Wenn dir das passiert, ist ein Fokuswechsel gut. Wenn du merkst, du kommst gerade nicht weiter beim Akzeptieren: Lass es einfach.

Widme dich etwas anderem. Entziehe dieser Sache völlig deine Aufmerksamkeit und beschäftige dich mit etwas anderem. Geh ins Kino. Triff dich mit Freunden. Male ein Bild. Tanze mal so richtig ab.

Mach einfach irgendwas, bei dem du gut den Kopf frei bekommst.

Geh mental völlig weg von der Sache. Und geh auch völlig weg vom Akzeptieren lernen.

Wenn du dann genug Abstand hast, wird dir die Akzeptanz viel leichter fallen. Aber dafür musst du erstmal den Druck rausnehmen.

5. Meditation

Meditieren ist beim Akzeptieren lernen super hilfreich. Setze dich einfach mal zehn Minuten lang hin.

Beobachte deinen Atem und wenn der Gedanke an dein Problem kommt und du es bemerkst, gehst du einfach wieder mit deiner Aufmerksamkeit zurück zu deinem Atem. Damit übst du Gleichmut. Du kannst dich dann schneller aus dem Kampfmodus lösen und in einen Zustand der Akzeptanz zurückfinden. Wenn du im Meditieren geübt bist, kannst du es generell schneller erkennen, wenn du dich gerade gedanklich verrennst und in schädlichen Mustern feststeckst.

Und zuletzt noch wie fast immer mein Herzensrat: Geh mit Selbstliebe an die Aufgabe Akzeptieren lernen heran. Sei nett zu dir. Verliere nicht dein Selbstmitgefühl. Niemand schafft es immer, alles sofort zu akzeptieren. Gönn es dir auch mal, etwas nicht zu schaffen.

Und wenn du gerade kämpfst und weißt, dass es sinnlos ist. Na und? Wir sind alle Menschen.

Wir alle scheitern manchmal und das ist auch in Ordnung so. Du musst nicht immer alles sofort umsetzen können.

Fazit:

Beim Akzeptieren lernen müssen wir uns zuerst über das Missverständnis bewusst werden, dass Akzeptanz nicht gut finden heißt. Akzeptieren heißt nur, die Realität anzuerkennen. Es ist gut, zwischen den Dingen zu unterscheiden, die ich verändern kann und den Dingen, die ich akzeptieren muss. Es gibt Fakten, die in jedem Fall und immer Akzeptanz verdient haben. Zum Beispiel, dass alles irgendwann stirbt, die Vergangenheit vorbei ist und ich andere Menschen nicht kontrollieren kann.

Es gibt verschiedene Mindsets und Methoden, die beim Akzeptieren helfen. Hierzu zählt, andere Leute nach akzeptierenden Sichtweisen zu fragen, meine Denkmuster zu hinterfragen, zu meditieren und aus Referenzerlebnissen zu lernen. Akzeptieren lernen ist ein Prozess. Gib dir Zeit und sei stolz auf jeden kleinen Schritt.

Grenzen setzen – Wie du deinen Raum schützen lernst

Grenzen setzen – Wie du deinen Raum schützen lernst

Fällt es dir schwer, deinen Raum zu schützen? Passiert es dir häufig, dass deine Grenzen von anderen nicht geachtet werden?

Dann bist du in diesem Artikel genau richtig! Hier schauen wir uns einmal genauer an, warum es dir schwer fällt, deine eigenen Grenzen zu schützen und du bekommst praktische Tipps dafür, wie Grenzen setzen dir in Zukunft besser gelingen kann.

Herausforderungen beim Grenzen setzen

Deine Grenzen nicht zu schützen, scheint in vielen Situationen einfacher als sie zu schützen.

Warum ist das so?

Das ist so, weil du deine Grenzen entweder nicht kennst oder du sie aus Angst vor Konflikten und der Befürchtung, die andere Person zu verletzen, nicht einforderst.

Es gehört erst einmal eine ganze Menge Mut und Selbstreflexion dazu, dir einzugestehen:

“Ja, hier ist eine Grenze von mir erreicht.”

Oft meinen wir, wir müssten mit allem klarkommen. Deshalb gestehen wir uns nicht ein, wenn wir an unsere Grenzen stoßen.

Das hat damit zu tun, dass die Meisten von uns als Kind die Erfahrung gemacht haben, dass ihre Grenzen nicht respektiert wurden.

Dadurch fühlten wir uns ohnmächtig. Um diese Ohnmacht nicht mehr spüren zu müssen, entschieden wir uns dann dafür, unsere Grenzen nicht mehr wahrzunehmen.

Wenn sie sowieso keiner achtet und ich mich dadurch dann nur schlecht fühle, warum sollte ich dann überhaupt meine Grenzen wahrnehmen? So denkt es in vielen von uns unbewusst.

Doch jetzt kannst du diese Entscheidung zurücknehmen. Jetzt bist du nicht mehr ohnmächtig. Du kannst deine Grenzen wahrnehmen und sie auch schützen.

Das wirklich zu verinnerlichen kann etwas dauern.

Jedes Mal, wenn du das Gefühl hast, du kannst deine Grenzen nicht schützen, komm zurück in deine Handlungsfähigkeit.

Werde dir bewusst und werde dir auch darüber bewusst, dass du nicht mehr ohnmächtig bist. Du bist kein Kind mehr. Du bist von keinem anderen Menschen als dir selbst abhängig. Dein Überleben ist gesichert. Immer und in jeder Situation.

Ängste beim Einfordern von Grenzen

Was ist nun in dem Fall, dass du deine Grenzen zwar wahrnimmst, aber sie nicht einforderst?

Erst einmal ist es wichtig, dass du in der Situation selbst in dich hineinspürst und dich fragst, warum du gerade deine Grenze nicht einforderst.

Vielleicht hast du Angst, die andere Person zu verletzen.

Vielleicht hast du Angst vor Ablehnung. Du befürchtest, dass die andere Person dich nicht mehr mag, wenn du auch mal “Nein” sagst.

Vielleicht hast du Angst, dass es zu einem Konflikt mit der anderen Person kommt. Du befürchtest, die andere Person wird sauer auf dich, wenn du mit dem Grenzen setzen anfängst.

Was auch immer der Grund ist: Nimm ihn erst einmal wahr und akzeptiere, dass er da ist.

Und dann kannst du mit diesen Befürchtungen in einen inneren Dialog treten.

Hilfreiche Sichtweisen

Du bist es wert, deine Grenzen zu schützen.

Wenn dich jemand nicht mehr mag, weil du dir selbst Raum gibst und nimmst, dann ist das möglicherweise sowieso nicht die richtige Person für dich.

Wenn sich jemand verletzt fühlt, weil er dein Grenzen setzen als Zurückweisung empfindet, dann ist das natürlich schade. Aber wenn du über deine Grenzen hinweggehst, dann hat auch die andere Person nichts davon.

Hintenrum wird es immer irgendwie auch auf sie zurückfallen. Wenn wir in Beziehungen unsere Grenzen nicht schützen, dann ist die Gefahr, der anderen Person gegenüber passiv-aggressiv zu werden, sehr groß.

Denn Gefühle wollen immer irgendwo hin. Sie müssen irgendwo hin.

Und wenn sie nicht fließen dürfen, dann kommen sie in den meisten Fällen auf viel schmerzhaftere Art und Weise doch irgendwie an die Oberfläche.

Außerdem ist die Verletzung durch passiv-aggressives Verhalten viel größer als wenn mir jemand sagt:

“Hey du, da ist meine Grenze. Bitte achte sie.”

Dann weiß ich, woran ich bin. Und ich weiß auch, dass ich es nicht persönlich nehmen muss.

Die Grenze einer anderen Person ist schließlich die Grenze der anderen Person.

Jeder anderen Person gegenüber hätte sie genau die gleiche Grenze.

Und wenn es zu einem Konflikt kommen sollte: Auch das gehört zu Beziehungen dazu. Wenn wir uns selbst ehrlich und authentisch leben, dann kommen wir zwangsläufig manchmal in Konflikt mit anderen Menschen.

Wenn du dich darin übst, Konflikte auszuhalten und sie nicht mehr zu vermeiden, wirst du sehen, dass sie gar nicht so schlimm sind. Du wirst es überleben und eure Beziehung vermutlich auch.

Schritte beim Grenzen setzen

1. Grenzen wahrnehmen lernen

Du musst deine Grenzen erst einmal wahrnehmen, damit du sie überhaupt einfordern kannst.

Klingt logisch oder?

Etwas, von dem du gar nichts weißt, kannst du natürlich auch nicht anderen Menschen gegenüber ausdrücken.

Und diese Grenzen zu spüren, ist eigentlich ganz einfach. Wir haben es nur irgendwann verlernt und diese Fähigkeit tief in uns verbuddelt.

Deine Intuition stärken ist ein Weg dahin, deine Grenzen wieder mehr zu spüren. Denn deine Intuition sagt dir immer, wenn du ein inneres “Nein” verspürst.

Du musst diese Stimme deiner Intuition nur wieder von leise auf laut drehen.

Dann nimmst du klar und deutlich wahr:

“Bis hierhin und nicht weiter. Das ist meine Grenze.”

Auch das ist nichts weiter als eine Übungssache. Wenn du regelmäßig in dich hineinspürst und dich fragst, was du gerade willst, dann kommt der Zugang zu deiner Intuition mit der Zeit.

2. Grenzen kommunizieren

So, jetzt nehmen wir einmal an, du kennst deine Grenze. Das bringt dich an den Punkt, an dem du für dich selbst aufstehen musst.

Andere Menschen kennen deine Grenzen nicht.

Oft nimmt man an, dass die andere Person das doch “merken muss”.

Quasi ganz von alleine, ohne dass du irgendwas dafür tun musst.

Und ja, das wäre natürlich schön bequem.

Aber nein, so einfach ist das leider nicht.

JEDER Mensch hat andere Grenzen.

Nur weil du es zum Beispiel nicht magst, wenn sich deine Freundin häufiger als einmal am Tag bei dir meldet, heißt das noch nicht, dass sie die gleiche Grenze hat. Vielleicht würde sie gerne morgens und abends etwas von dir hören. Aber wenn du ihr gegenüber offen deine Grenze kommunizierst, dann weiß sie, woran sie ist. Und sie muss dann nicht wilde Vermutungen darüber anstellen, warum du manchmal so genervt bist, wenn sie dich anruft. Sie weiß dann, dass es nichts mit ihr zu tun hat, sondern einfach nur mit deinem Bedürfnis nach Autonomie und Abstand.

Und klar kann es sein, dass es ihr nicht so leicht fällt, diese Grenze zu akzeptieren. Aber immerhin habt ihr dann beide den gleichen Wissensstand und könnt zusammen nach einer Lösung dafür suchen, wie eure beiden Bedürfnisse möglichst gut erfüllt werden können.

Vielleicht kann sie ihr erhöhtes Kontaktbedürfnis auch mehr in ihren Freundschaften ausleben. So wird deine Grenze respektiert und auch sie kann ihre Bedürfnisse erfüllen.

Und so könnte ich noch endlos Beispiele dafür bringen, wie das Aushandeln einer Grenze aussehen kann.

Beim Grenzen setzen ist es ein unvermeidbarer Schritt, die Grenze auszusprechen. Ohne Kommunikation ist der Schutz deiner Grenzen nicht möglich. Vertrau nicht darauf, dass die andere Person deine Gedanken liest und gib auch nicht irgendwelche passiven kleinen Hinweise. Du musst es laut und deutlich aussprechen. Nur dann hat die andere Person auch die Chance, deine Grenzen zu achten.

Positive Effekte vom Grenzen setzen

Klingt nach ganz schön viel Arbeit?

Ja, schon.

Aber das ist es wirklich wert!

Denn wenn du deine Grenzen schützt,  bekommen deine Beziehungen eine ganz neue Qualität. Denn du projizierst dann nicht mehr deine Wut darüber, dass du deine Grenzen nicht geschützt hast, auf die andere Person. Der Raum, der in der Beziehung dadurch frei wird, kann sich mit Liebe füllen.

Und was noch viel wichtiger ist: Die Beziehung zu dir selbst bekommt eine ganz neue Qualität.

Denn du achtest dich selbst.

Das wirkt in deiner Beziehung mit dir selbst positiv auf dich zurück.

Wenn du dich traust, deine Grenzen vor anderen Menschen einzufordern und zu verteidigen, dann signalisierst du dir selbst damit:

“Ich bin mir etwas wert.”

Und das bringt dich auch beim Selbstliebe entwickeln enorm weiter. Wenn du dir selbst glauben willst, dass du dich liebst, dann ist dieser Schritt sehr wichtig.

Denn ein “Ja” zu mir selbst bedeutet manchmal ein “Nein” zu jemand anderem.

Das ist auch gar nicht weiter schlimm.

Wenn wir lernen, dieses “Nein” von der anderen Person bei ihr zu lassen und es nicht auf uns zu projizieren, dann bedroht es uns oder unsere Beziehung auch nicht.

Trennung verarbeiten: So lässt du deine Beziehung los

Trennung verarbeiten: So lässt du deine Beziehung los

Mit einer Trennung klarzukommen, kann im ersten Moment schmerzhaft und überfordernd sein.

Eine geliebte Person, mit der du viel Zeit verbracht hast, ist auf einmal weg.

Jemand, der wichtig für dein Leben war, ist jetzt kein Teil mehr davon.

Und wahrscheinlich hinterlässt diese Person eine ziemlich große Lücke.

Nun gilt es mit diesem Loch, in dem du gerade bist, umzugehen.

 

Den Schmerz annehmen

Das allererste Problem, was wir in dieser Situation oft selbst kreieren, ist das Ablehnen vom Trennungsschmerz.

Denn egal, ob du dich getrennt hast oder ob sich die andere Person von dir getrennt hat – ein Trennungsschmerz entsteht immer, wenn Liebe im Spiel war.

Wenn du über einen längeren Zeitraum hinweg regelmäßig Zeit mit einer Person verbracht hast, für die du Zuneigung empfunden hast, dann tut ihr Verlust weh. Punkt.

Dagegen kannst du gar nichts machen. Und diesen Schmerz wegrationalisieren zu wollen, funktioniert leider nicht.

Um das zu verdeutlichen, hier ein Beispiel aus meinem Leben: Ich habe mich kürzlich von meinem Freund getrennt und am Anfang hat sich das einfach nur gut angefühlt. Ich habe mich frei und glücklich gefühlt. Ich war einfach im 7. Himmel mit mir selbst und habe meine wiedergewonnene Freiheit und Selbstbestimmtheit gefeiert.

Als sich dann so langsam der Schmerz unter die angenehmen Gefühlen gemischt hat, wollte ich den zuerst nicht haben.

Ich habe versucht, ihn wegzurationalisieren.

Ich habe mir gesagt: “Ich habe mich ja getrennt und überhaupt, so tief waren die Gefühle ja nicht. Ich habe gar keinen Grund, traurig zu sein.”

Dabei war diese Rationalisierung natürlich nur eine Strategie von mir, um den Schmerz abzulehnen. Um ihn nicht fühlen zu müssen.

Wenn ich rational gesehen gar keinen Grund dafür habe, traurig zu sein, dann muss ich auch die Trauer nicht fühlen. Sie ist ja gar nicht da. Hach, wie wundervoll.

Und genauso machen das viele Menschen nach einer Trennung. Sie finden die unterschiedlichsten Gründe dafür, warum es in ihrem Fall überhaupt gar keinen Grund gibt, traurig zu sein.

“Ach, es war ja auch besser so. Wir haben uns ja nur noch gestritten.”

“Sie ist ja fremdgegangen. Der weine ich keine Träne nach. Das verdient die gar nicht.”

Dabei geht es beim Trennungsschmerz überhaupt nicht darum, ob der andere diesen Schmerz verdient hat oder wer “Schuld” ist. Wenn du eine Trennung verarbeiten willst, dann meldet sich irgendwann immer ein Schmerz.

Denn unabhängig davon, wie die Beziehung am Ende war und was du vielleicht denkst, hätte die andere Person dir angetan – ihr hattet eine tiefe emotionale Ebene miteinander. Sonst wärt ihr nicht zusammen gewesen.

Und um eine emotionale Verbindung loszulassen, braucht der Mensch eine Trauerphase. Er braucht es, zu weinen und zu betrauern. Sonst geht es nicht weiter

Wenn du gerade eine Trennung hinter dir hast, verabrede dich einmal bewusst mit deinem Trennungsschmerz für eine Stunde. Geh in die Stille und gib ihm Raum. Wieg ihn auf deinem Schoß wie eine Mutter ihr Kind. Und du wirst sehen: Je mehr Raum du ihm zugestehst, desto mehr verblasst er. Bis er sich dann”puff” ganz auflöst und Platz für Neues schafft.

 

Reflexion der Beziehung

Außerdem kannst du das Ende eine Beziehung immer als Gelegenheit nutzen, um etwas daraus zu lernen. Du kannst dich bewusst neu ausrichten und dir überlegen, was du gerne ab jetzt anders machen willst, weil es dir nicht mehr dient.

Welchen Kompromiss bist du während deiner Partnerschaft eingegangen, den du jetzt wieder zurücknehmen darfst?

Vielleicht hast du ein Hobby vernachlässigt, weil “dein Schatz” damit nichts anfangen konnte. Oder du hast auf dein Lieblingsessen verzichtet, weil er oder sie es nicht mochte. Was auch immer es ist, spätestens jetzt ist der Zeitpunkt, an dem du deine Wünsche und Bedürfnisse wieder an erste Stelle stellst.

Vielleicht möchtest du aus dieser vergangenen Partnerschaft auch lernen, wo du in zukünftigen Beziehungen keine Kompromisse mehr eingehen willst. Vielleicht stellst du im Nachhinein fest, dass du mehr für dich selbst hättest einstehen sollen. Sehr viele Menschen in Partnerschaften begehen regelmäßig Selbstverrat. Sie meinen, sie müssten sich selbst unterdrücken, um es der anderen Person recht zu machen. Dass du damit weder dir selbst noch der anderen Person einen Gefallen tust, ist eigentlich klar. Und dennoch ist das ein Fettnäpfchen, in das viele Menschen in Beziehungen immer und immer wieder mit Anlauf reinspringen.

Beim Trennung verarbeiten bewusst die vergangene Partnerschaft zu reflektieren und aufzuarbeiten, kann dich für die nächste Partnerschaft neu ausrichten. Wir machen die gleichen Fehler oft unendlich oft, bis wir daraus lernen. Und das muss ja nicht sein.

Welche Muster erkennst du jetzt bei dir? Gibt es zum Beispiel Dinge, die du dich nicht getraut hast, anzusprechen? Fällt es dir in Partnerschaften schwer, deine Bedürfnisse zu kommunizieren? Hast du deine Grenzen gut geschützt?

Das alles sind Themen, über die wir oft erst nach einer Beziehung Klarheit haben. Währenddessen sind wir vielleicht zu nah dran, um unsere Muster reflektieren zu können.

Egal, welche Aspekte deiner vergangenen Partnerschaft nochmal angeschaut werden wollen: Um mit der Vergangenheit abschließen zu können, ist diese Reflexion wichtig.

 

Bewusst in die Beziehung zu dir selbst gehen

Je nachdem, wie lang deine Beziehung war, hast du dich vielleicht während dieser Zeit etwas von dir selbst entfernt.

Es passiert nicht wenigen Menschen, am Ende einer langjährigen Beziehung dazustehen und sich zu fragen: “Wer bin ich denn eigentlich ohne sie/ihn? Und was will ICH?”

Eine Trennung kann der Beginn einer Selbstfindungsphase sein. Die eigenen Werte und Lebensziele haben sich mit denen des Partners oder der Partnerin vermischt und was genau davon zu dir gehört, ist unklar geworden.

Du kannst diese Phase als Chance sehen, dich selbst neu zu entdecken. Es kann spannend sein, wieder so intensiv in Kontakt mit dir selbst zu sein und dich zu erforschen.

Auch wenn Selbstliebe kein Ersatz für eine Partnerschaft ist, kann das Ende einer Partnerschaft doch ein schöner Anstoß sein, um die eigene Selbstliebe von nun an mehr zur Priorität zu machen. Denn Selbstliebe entwickeln kann dir beim Trennung verarbeiten helfen. Mit dir selbst bist du immer in einer Beziehung. Dein ganzes Leben lang.

Lerne, das Alleinsein genießen. Vermutlich bist du nach einer Trennung in der Situation, dass du mehr Zeit alleine verbringst als vorher. Es sei denn, du verbringst jetzt die komplette Zeit mit Freund*innen, die du vorher mit deinem Freund oder deiner Freundin zusammen warst.

…Aber ob das so empfehlenswert ist, möchte ich anzweifeln. Dass nach einer Trennung eine Lücke entsteht, ist etwas ganz Natürliches. Diese Lücke mit dir selbst zu füllen – das ist ein sehr mutiger aber auch wachstumsreicher Weg, den ich allen empfehlen würde.

 

Gib dir Zeit

Zeit allein heilt keine Wunden und trotzdem brauchst du einfach auch etwas Zeit, um über eine Trennung hinwegzukommen. Erwarte nicht von dir, schon nach zwei Wochen mit der Trennung klarzukommen.

Du bist ein Mensch und kein Roboter.

Wichtige Bezugspersonen wechselt man nicht wie ein Paar Socken.

Sei lieb zu dir. Sei sanft zu dir. Und habe Verständnis für dich und deine Gefühle.

Gib dem Verarbeiten deiner Trennung so viel Zeit, wie es eben braucht.

 

Fazit

Beim Trennung verarbeiten musst du dich zunächst einmal dem Trennungsschmerz stellen. Diesen bedingungslos zu fühlen und anzunehmen – da geht kein Weg dran vorbei! Dann ist es empfehlenswert, deine vergangene Beziehung zu reflektieren. Was möchtest du daraus lernen? Du kannst deine Trennung bewusst zum Anlass nehmen, die Beziehung zu dir selbst zu intensivieren. Dich und deine Bedürfnisse wieder an erste Stelle zu stellen und dich selbst mit bedingungsloser Liebe zu behandeln. Und zu guter Letzt gib dir etwas Zeit, um dich mit der Trennung wohlzufühlen und wieder ganz bei dir selbst anzukommen.

 

Intuition stärken – in 4 Schritten zurück zur Stimme des Herzens

Intuition stärken – in 4 Schritten zurück zur Stimme des Herzens

Deine Intuition ist die Verbindung zu deiner Wahrheit. Zur Lebendigkeit. Zum Flow. Über deine Intuition empfängst du klare und wahre Handlungsanweisungen fernab von rationalisierter Pseudo-Wahrheit.

Wenn du klar und zentriert bist, dann kannst du die Stimme deines Herzens laut und deutlich hören.

Du kannst stundenlang über eine Sache nachdenken, aber das Ergebnis wird nie so gut sein wie deine erste Eingebung.

Denn genau das ist Intuition: Die erste Eingebung, die du in einer Situation hast.

Du läufst aus dem Bahnhof heraus und willst instinktiv nach rechts abbiegen. Du kennst dich aber in der Gegend nicht gut aus und deshalb fragst du eine vorbeilaufende Person nach dem Weg. Sie sagt dir, du musst links abbiegen. Also biegst du links ab. Aber du landest in einer Sackgasse und kommst nicht an deinem Ziel an. Also läufst du zurück und fragst wieder jemanden nach dem Weg. Dieses Mal wird dir gesagt, du sollst rechts abbiegen, so wie es dir deine Intuition schon von Anfang an gesagt hat. Also biegst du dieses Mal rechts ab und siehe da: Du kommst am Ziel an.

Jetzt hättest du viel schneller am Ziel ankommen können, wenn du auf deine erste Eingebung vertraut hättest.

Aber du wolltest klug sein. Du hast rational darüber nachgedacht und entschieden, dass es dumm wäre, einfach drauf los zu laufen, weil du den Weg ja nicht kennst.

Aber genau hier liegt der Irrtum: Du kennst den Weg. Du kennst immer den Weg.

Du weißt, was du trinken willst, wenn du in ein Cafe gehst.

Du weißt, ob du den Job annehmen willst oder nicht.

Du weißt, ob der Mensch, den du gerade küsst, der oder die Richtige ist.

Du musst nicht stundenlang überlegen oder fünf Freund*innen um Rat fragen, um eine Entscheidung zu treffen. Du weißt, was du willst. Deine Intuition kennt den Weg. Immer.

Das Problem ist nur, dass die Stimme der Intuition immer leiser wird, wenn wir sie lange ignorieren.

Verlust der Intuition

Wir leben in einer Gesellschaft, in der intuitive Entscheidungen und ein auf Intuition ausgerichteter Lebensstil fast undenkbar scheinen. Die Intuition ist kein legitimes Argument für irgendetwas. Wenn du eine Entscheidung triffst, dann musst du sie rational begründen können. Andere Menschen stellen schon sehr früh diese Erwartung an dich. Und das verinnerlichst du dann und triffst genauso deine Entscheidungen: rational. Du machst das, was vernünftig ist.

Dein Alltag ist so vollgepackt mit irgendwelchen Pflichten, dass du die ganze Zeit damit beschäftigt bist. Hast du eine Sache erledigst, scheint auch schon die nächste wichtige Aufgabe unbedingt erledigt werden zu müssen.

Bei all diesem beschäftigt sein und irgendwelchen Sachen hinterherrennen wird es dann immer schwieriger, die Stimme deines Herzens zu hören. Es wird immer schwieriger, mit dir selbst in Kontakt zu kommen.

Intuition als Geschenk

Durch den Verlust der Intuition geht uns eine der wertvollsten Gaben im Leben verloren. Denn deine Intuition hat alle Antworten. Sie weist dir glasklar die Richtung, die richtig ist für dich.

Wenn dir zum Beispiel ein Mensch etwas erzählt und du innerlich ein komisches Gefühl hast, dann weist dich deine Intuition darauf hin, dass gerade etwas nicht stimmt. Vielleicht ist dieser Mensch selbst total von dem überzeugt, was er da gerade sagt. Trotzdem spürst du innerlich, dass es nicht stimmt. Und rückblickend erkennst du dann: Das war der Moment, wo ich es eigentlich schon wusste. Aber beweisen konntest du es erst später, deshalb hast du dieses Gefühl damals ignoriert.

Und genau hier liegt das große Geschenk der Intuition: Wenn wir mutig sind und wieder auf sie hören, wird unser Leben dadurch viel einfacher.

Wenn wir den Mut haben, wieder auf sie zu hören, sparen wir uns viele unnötige Umwege. Wir sparen uns viel wertvolle Zeit, in der wir hin und her überlegen und am Ende wieder genau da ankommen, wo wir am Anfang waren.

Du brauchst Mut dafür, den Weg zurück zur Intuition zu gehen. Denn oft kannst du dir diese Eingebungen nicht rational erklären. Vielleicht machen sie auch gerade gar keinen Sinn für dich. Vielleicht stehen sie im Widerspruch zu dem, was du gerade eigentlich erledigen solltest.

Doch wenn du diesen Mut aufbringst und deiner Intuition folgst, wird dein Leben unendlich viel reicher. Die Verbindung zu dir selbst wird stärker. Du lebst dich selbst mehr. Dein Weg der Selbstfindung wird einfacher.

Doch wie können wir nun wieder in die Verbindung zu unserer Intuition kommen?

Schritt 1: Momente des Innehaltens

Wenn du eine Entscheidung treffen musst, dann gewöhne es dir an, kurz innezuhalten. Auch wenn du gerade in einem Cafe mit einer Freundin sitzt. Ziehe dich für einen kurzen Moment in dich selbst zurück und spüre in dich hinein. Was will ich jetzt gerade? Du kannst es ganz klar empfangen. Wenn du die äußeren Reize für einen Moment lang mal die äußeren Reize sein lässt, dann weißt du genau, was du willst. Du musst dir nur diesen kleinen Moment nehmen, in dem du deinen Blick von außen nach innen verschiebst.

Mache es dir zur Angewohnheit, dich immer wieder zu fragen, was du gerade wirklich willst. Du kannst dir auch eine Erinnerung in deinem Handy einrichten, die dir jeden Tag um eine bestimmte Uhrzeit diese Frage stellt.

Schritt 2: Nutze deine künstlerische Ader

In der Kunst kann unsere Verbindung zur Intuition sich besonders gut zeigen.

Vielleicht hast du es schon einmal erlebt, dass du in solchen in die Kunst vertieften Momenten ganz klar deine innere Stimme empfangen hast. Vielleicht als du getanzt hast. Vielleicht als du gesungen hast. Vielleicht als du gerade ein Bild gemalt hast. Vielleicht als du gerade all deine Gedanken in Form von Worten auf ein Blatt Papier gebracht hast.

In welcher Kunstform auch immer du dich selbst gut spürst: Ich glaube, dass jeder Mensch eine künstlerische Ader hat.

Nur ist es mit der Kunst genauso wie mit dem Sport: Jedem Menschen tut es gut, aber nicht unbedingt in der gleichen Form.

Nicht jeder Mensch geht gerne Joggen. Aber jeder Mensch findet irgendeine Sportart, die ihm Freude bereitet und bei der er sich lebendig fühlt.

In der Kunst können wir uns gut mit unserem Gefühlsleben verbinden. Unsere Gefühle werden zum Fließen eingeladen. Dabei kommen oft geniale Eingebungen.

Schritt 3: Stärke dein Urvertrauen

Um auf deine Intuition zu vertrauen, musst du dir selbst vertrauen. Du musst dem Leben vertrauen. Und dafür brauchst du ein gutes Urvertrauen. Dein Urvertrauen ist die Grundlage dafür, dass du dich traust, deine gewohnten Trampelpfade zu verlassen. Wenn du deine Intuition stärken willst, dann musst du auch dein Urvertrauen stärken.

Denn wenn du glaubst, dass alles gut ist und wenn du voller Vertrauen ins Leben gehst, dann kannst du auch deiner Intuition folgen. Wenn du eine Eingebung hast, die scheinbar völlig bescheuert ist, dann kannst du dich bei einem guten Urvertrauen trotzdem in diese Eingebung hineinentspannen. Weil du weißt, dass dir nichts passieren kann. Du bist immer sicher. Deine Erdung ist stark.

Schritt 4: Kontakt zu deinen Gefühlen

Wenn deine Intuition sich trauen soll, zu dir zu sprechen, dann brauchst du dafür auch einen guten Kontakt zu deinem Gefühlsleben.

Ein Mensch mit völlig unterdrückten und abgelehnten Gefühlen kann auch seine Intuition nicht spüren. Er nimmt dann einfach nicht wahr, was und wann seine innere Stimme zu ihm spricht.

Wenn du deine Intuition stärken willst, brauchst du also auch die Bereitschaft zum Durchfühlen deiner unangenehmen Gefühle. Nimm dir einfach jeden Tag ein bisschen Zeit und gebe deinem Innenleben Raum. Vielleicht in einer Meditation. Vielleicht willst du dich aber auch einfach ein paar Minuten mit einer Tasse Tee auf den Balkon setzen und sehen, was für Gedanken und Gefühle kommen.

Dein Innenleben darf etwas Raum bekommen. Inneres Gleichgewicht finden ist hier der Schlüssel. Das ganze Machen und Tun ist zwar wichtig und schön, aber ein wenig Fühlen, Hingabe und Loslassen dem gegenüber zu setzen, bringt das Ganze in eine Balance.

Fazit:

Wir leben in einer Gesellschaft, in der die meisten Menschen den Kontakt zu ihrer Intuition verloren haben. Die Intuition ist ein wertvolles Geschenk. Sie kann uns dabei helfen, uns selbst zu leben. Sie hilft uns, den richtigen Weg zu finden. Wir können unsere Intuition stärken, indem wir öfter mal eine Pause einlegen und uns fragen: Was will ich eigentlich gerade wirklich? Wir können unseren Zugang zur Intuition stärken, indem wir bewusst unsere künstlerischen Seiten ausleben, unser Urvertrauen stärken und unseren Gefühlen mehr Aufmerksamkeit schenken.

Sex mit dir selbst als Akt der Selbstliebe

Sex mit dir selbst als Akt der Selbstliebe

So, jetzt komme ich mal zu einem Thema, über das ich hier sonst nicht so viel rede: Sex.

Sex mit dir selbst.

Sex mit dir selbst kann etwas ganz wundervolles sein. Es kann ein Akt der Selbstliebe sein.

Wir alle haben Sex mit uns selbst. Die einen öfter und die anderen seltener. Und wenn du jetzt gerade innerlich antwortest, dass du keinen Sex mit dir hast, dann frage ich dich: Warum? Warum gibst du die Verantwortung für ein so wichtiges und schönes Bedürfnis an jemand anderen ab?

Du kannst diese Verantwortung natürlich mit einem oder mehreren Menschen teilen. Dadurch wird dein Sexleben nur umso schöner, aber den Sex mit dir selbst solltest du dabei nie ausklammern.

Denn es ist ein Unterschied, ob dein Körper liebevoll von dir oder liebevoll von einer anderen Person behandelt wird.

Wenn sich dein Körper von DIR geliebt fühlen soll, dann ist Sex mit dir selbst wichtig.

Außerdem bist du dann nicht abhängig von anderen Menschen und kannst dich selbst um deine Bedürfnisse kümmern.

 

Unterschied zwischen Selbstbefriedigung und Sex mit dir

Ich sage hier ganz bewusst Sex mit dir und nicht Selbstbefriedigung. Denn Selbstbefriedigung ist etwas Mechanisches.

Dabei geht es nur darum, einen Trieb zu befriedigen.

Du empfindest Lust, niemand anders ist gerade da und deshalb bringst du dich selbst zum Höhepunkt.

Und das am besten so schnell wie möglich.

Nur eine Aufgabe, die du schnell und technisch hinter dich bringst.

Aber wenn du Sex mit dir selbst hast, dann ist das ein Akt der Liebe.

Du kannst es zu einem Akt der Selbstliebe machen.

Sex mit dir selbst ist ein Moment, in dem du der reinen Selbstbefriedigung bewusst etwas mehr hinzufügst.

Etwas mehr Liebe. Etwas mehr Hingabe. Etwas mehr Zeit. Etwas mehr Muße. Etwas mehr Berührung.

Das ist der Unterschied zwischen Selbstbefriedigung und Sex mit dir.

 

Selbstliebe in deinen Sex mit dir bringen

Du kannst dich fragen: Wie kann ich mir selbst Liebe schenken? Wie kann ich in eine liebevolle und erotische Beziehung zu meinem eigenen Körper treten?

Und dann lausche der Antwort.

Vielleicht wünscht du dir ein heißes Schaumbad, in dem du bewusst und liebevoll mit deiner eigenen Nacktheit bist.

Vielleicht wünscht du dir, deinen Körper erst einmal von oben bis unten zärtlich zu streicheln und zu berühren, bevor du dich deiner Vagina oder deinem Penis zuwendest.

Vielleicht wünscht du dir, mit deiner Zunge und deinen Lippen sanft und liebevoll deinen Körper zu erforschen. Du kannst damit anfangen, deine Hände zu küssen. Dann spüre in dich hinein und schaue, ob es sich gut anfühlt. Freut dein Körper sich? Will er mehr davon?

Falls nicht: Es gibt noch so viele andere Wege, um den Sex mit dir als Akt der Selbstliebe zu erfahren.

Das Einzige, was du dazu brauchst, sind Zeit und Muße. Liebe deinen Körper und dein Körper liebt dich.

Von einem*r Sexpartner*in erwartest du doch auch, dass sich die Person vor dem eigentlichen Sex erst einmal Zeit nimmt, um liebevoll mit deinem Körper in Kontakt zu treten oder? Und das Gleiche tust du, wenn du den Sex mit dir als Akt der Selbstliebe verstehst. Du gehst auf dich ein.

Du signalisierst deinem Körper: Ich mag dich. Ich kümmere mich um dich. Du bist begehrenswert und wunderschön.

Und das sind so wichtige Botschaften, die dein Körper tief in seinen Zellen speichert und dir tausendfach zurücksendet.

Diese Liebe zu dir auch auf sexueller Ebene zu erfahren, ist ein wichtiger Bestandteil beim Selbstliebe entwickeln.

Wenn ich mich selbst liebe, dann finde ich mich auch begehrenswert. Nicht nur, dass ich mir vorstellen kann, warum ein anderer Mensch gerne Sex mit mir hätte, sondern ICH selbst finde mich begehrenswert. ICH selbst habe gerne Sex mit mir.

Und von dieser Basis aus kann ich natürlich auch den Sex mit anderen Menschen viel mehr genießen. Ich kann ihn liebevoller gestalten. Ich kann besser kommunizieren, wie ich berührt werden möchte und wie nicht.

Ich kenne meinen eigenen Körper und kann die andere Person an meinem Wissen teilhaben lassen.

Also lass den Sex mit dir zum Akt der Selbstliebe werden.

Nicht immer, nicht als Verpflichtung.

Manchmal ist es vielleicht einfach nur Selbstbefriedigung.

Aber wenn du die Zeit und die Muße hast, dann gibst du etwas mehr dazu. Dann bringst du deine Selbstliebe in deine Sexualität. Und das macht dann richtig schön KABOOM. Das kann ich dir versprechen.

LoveLetter für regelmäßige Inspiration

Perfektionismus ablegen – Schluss mit dem Stress!

Perfektionismus ablegen – Schluss mit dem Stress!

Perfektionismus ablegenFrüher wollte ich immer perfekt sein. Und ich wusste es nocht nicht mal. Das lief alles unbewusst ab bei mir. Irgendwann ist mir dann aufgegangen, dass Perfektionismus eine riesengroße Quelle von unglücklich sein und sinnlosem Energieverlust ist.

In diesem Blogpost geht es darum, was hinter dem Wunsch steht, perfekt zu sein, und wie Perfektionismus ablegen gelingen kann.


Die Formen des Perfektionismus

Zunächst einmal möchte ich darüber sprechen, in welchen Gewändern der Perfektionismus umherirrt und sich vielleicht auch in deinem Verhalten irgendwo versteckt.

Bei manchen Menschen äußert sich der Perfektionismus so, dass sie sich wahnsinnig an Aufgaben verbeißen und nicht mit einer Sache aufhören können, weil sie “noch nicht perfekt” ist. Sie schreiben eine Hausarbeit oder einen Brief und lesen immer wieder drüber. Sie verändern Formulierungen, schieben Sätze hin und her, googlen nach Synonymen, damit sie wortgewandter wirken, und so nimmt die Arbeit kein Ende. Es ist nie gut genug. Es ist nie perfekt genug. Und wenn sie die Aufgabe dann irgendwann für beendet erklären müssen, weil sie eine Deadline haben oder einfach keine Energie mehr, schließen sie sie mit einem schlechten Gefühl ab. Denn sie haben die Aufgabe nicht perfekt gemacht.

Und dann gibt es Menschen, bei denen sich der Perfektionismus eher auf die Verkörperung von bestimmten Idealen bezieht. Sie versuchen, noch klüger, noch schöner, noch witziger zu sein und sind ständig darum bemüht, ein bestimmtes Bild zu erfüllen. Einzelne Aufgaben sind ihnen vielleicht gar nicht so wichtig, aber bei der Erfüllung ihrer eigenen überzogenen Ansprüche an sich kommt ihr Perfektionismus zum Tragen. Und wenn sie ihrem eigenen Bild vom perfekten Menschen einmal nicht genügen können, dann sind sie sauer auf sich selbst und fühlen sich schwach und unzureichend.

Na, hast du dich in einer dieser Beschreibungen wiedererkannt? Wenn ja, dann sei deshalb nicht böse auf dich. Denn das wäre wieder Perfektionismus, nur dieses Mal durch die Hintertür.


Perfektionismus – verführerisches Gift

So, warum ist das mit dem Perfektionismus jetzt überhaupt scheiße? Kann doch auch ne ganz gute Strategie sein oder? So nach dem Motto: “Be the best version of yourself!”.

Aber leider stellen wir uns mit unserem Perfektionismus selbst ein Bein. Denn, wenn wir immer perfekt sein wollen, dann folgen wir damit einem Anspruch, der a) niemals erfüllbar ist (!!!) und uns b) komplett unglücklich macht und uns den Spaß am Leben nimmt.

Durch das ständige Streben nach Perfektion geht uns die Lebensfreude verloren. Vielleicht sind andere Menschen von dir oder von deinen Leistungen beeindruckt, aber gut anfühlen tut sich dein Leben in diesen Momenten der Anstrengung nicht. Denn ganz entspannt und glücklich perfekt sein – das hat bis jetzt noch kein Mensch geschafft. Was stattdessen passiert ist, dass du das Leben verpasst. Du verpasst den jetzigen Moment in all seiner unvollkommenen Vollkommenheit, wenn du verkrampft nach deinem unerreichbaren Ideal strebst.

Um diese Illusion von Perfektion in manchen Momenten zu erreichen, gehst du über deine Grenzen, du trägst eine Maske und du bist nicht authentisch. Denn ein echter authentischer Mensch ist nicht perfekt. Er macht Fehler. Er verhält sich manchmal nicht so nett wie es wünschenswert wäre. Er ist manchmal traurig und bricht zusammen. Er kann manche Sachen nicht. Manchmal ist er im Yin und manchmal ist er im Yang.

Das ist alles völlig normal und überhaupt nicht schlimm.

Klar tut es manchmal weh, zuzugeben, dass ich es gerade nicht so hinkriege, wie ich gerne würde. Dass ich mich gerade nicht so fühle, wie ich mich gerne fühlen würde. Dass ich gerade nicht so handeln kann, wie ich gerne handeln würde. Oder zuzugeben, dass ich gerade keine Energie habe.

Aber Perfektionismus ist keine Lösung dafür. Denn durch das Streben nach Perfektion machst du dich nur selbst kaputt. Und glaub mir, das ist es nicht wert. Der Preis, den du dafür zahlst, ist viel zu hoch.


Was steht hinter meinem Wunsch, perfekt zu sein?

Der Wunsch nach Perfektion hat tiefe Ursachen. Wenn du perfekt sein willst, dann versuchst du damit, einen Mangel zu kompensieren.

Du fühlst, dass du so wie du bist, nicht gut genug bist. Deshalb gehst du in den Leistungsmodus. Du denkst unbewusst: “Wenn ich nur perfekt bin, dann bin ich liebenswert.”

Gerade wenn du als Kind nicht einfach für dein Sein von deinen Eltern geliebt wurdest, sondern nur für Leistung, dann kann Perfektionismus eine Strategie sein, die du entwickelt hast. Und es kann sein, dass du sie auch im Erwachsenenalter beibehalten hast.

Vielleicht warst du früher in irgendwas die Beste oder der Beste. Vielleicht warst du in irgendeiner Sportart spitzenklasse oder du hattest die besten Noten in deiner Klasse. Deine Eltern oder auch nur ein Elternteil haben dich gerade für diese Leistung immer sehr gelobt und waren stolz auf dich. In diesen Momenten, in denen du perfekt warst, da konnten sie dich lieben. Ihre Liebe war nicht bedingungslos. Weil sie sich selbst nicht bedingungslos geliebt haben. Die meisten Eltern behaupten, sie würden ihr Kind bedingungslos lieben. Aber in vielen Fällen ist das nur eine Lüge, die sie sich selbst erzählen, damit sie sich leiden können.

Jedenfalls hast du dieses Prinzip – Liebe für Leistung – als Kind internalisiert und Jahre später denkt dein inneres Kind immer noch: “Ich muss etwas leisten, damit ich liebenswert bin.”

Hinter Perfektionismus steht also immer mangelnde Selbstakzeptanz. Denn, wenn ich mich selbst komplett annehme mit all meinen Macken und all meinen Unzulänglichkeiten, dann bin ich nicht mehr anfällig für Perfektionismus. Dann komme ich gar nicht auf die Idee, irgendein übertriebenes Ideal darstellen zu wollen. Wenn ich innerlich sage: “Ich bin ok so wie ich bin.” Dann entspannt sich in mir alles und ich kann meinen Perfektionismus ablegen. Er wird dann überflüssig und unlogisch.


Perfektionismus ablegen – 3 Einsteigertipps

So, wie nun aus der Falle Perfektionismus entkommen?

Wie schon bei vielen anderen Themen angesprochen gibt es auch hier nicht den einen Schalter, den du einfach umlegen kannst und “schwuppdiwupp” auf einmal bist du nicht mehr perfektionistisch.

Vielmehr ist es auch beim Perfektionismus ablegen so, dass es sich um einen Prozess mit vielen Fortschritten und Rückschritten handelt. Und in diesem Prozess kommst du dann am besten weiter, wenn du Perfektionismus ablegen regelmäßig trainierst. Deshalb ist der 1. Tipp:


Tipp 1: Akzeptanz gegenüber Fehlern

Fange an, darauf zu achten, wie du innerlich mit dir selbst umgehst, wenn du Fehler machst. Es gibt auch Ratgeber, die dir sagen, dass du extra viele Fehler machen sollst. Einfach, um zu lernen, dass es nicht schlimm ist. Die Welt dreht sich weiter und niemand lacht dich aus oder hört auf, dich zu lieben. Ich persönlich finde, dass es erst einmal völlig reicht, wenn du anders mit den Fehlern umgehst, die du sowieso machst. Und mit Fehlern meine ich alles, was du innerlich als Fehler bewertest.

Für jeden ist etwas anderes ein Fehler und es gibt Menschen, die sagen “Fehler gibt es gar nicht”. Von einem bestimmten Standpunkt aus ist das auch richtig, aber beim Perfektionismus ablegen hilft dir das auch nicht wirklich weiter. Deshalb lenke einfach bewusst dein inneres Selbstgespräch, wenn du das nächste Mal das Gefühl hast, einen Fehler gemacht zu haben.

Halte einen Moment inne, atme tief ein und aus und frage dich dann: “Was denke ich gerade über mich selbst?”

Wenn du dich selbst innerlich gerade für deinen Fehler fertig machst, dann geh stattdessen in eine akzeptierende Haltung. Erkenne den inneren Kritiker und entziehe ihm seine Macht.

Wie kommt man in eine akzeptierende Haltung? Die unterschiedlichsten Gedankengänge können dir beim Einüben einer akzeptierenden Haltung helfen. Vielleicht hilft es dir, dir klarzumachen, wie du über einen anderen Menschen in der gleichen Situation denken würdest. Wahrscheinlich hättest du bei jemand anderem viel mehr Verständnis oder Mitgefühl dafür, dass dieser Person das passiert ist. Vielleicht fändest du sie auch total sympathisch und menschlich dadurch.

Es kann auch helfen, dir bewusst zu machen, dass du ein Mensch und keine Maschine bist. Du bist ein menschliches Wesen – du musst gar nicht immer funktionieren.

Das ist nur der überzogene Anspruch, den du an dich selbst hast. Aber in Wirklichkeit ist es ok, mal was nicht zu schaffen. Wenn du dir das nochmal bewusst ins Gedächtnis rufst, entspannt sich innerlich etwas und du kannst den Fehler loslassen.


Tipp 2: Zufriedenheit üben

Wenn du gerade eine Aufgabe beendet hast, läuft meistens unbewusst in deinem Kopf eine Bewertung ab. Du denkst dir: “Gut gemacht, toll!” oder vielleicht auch: “Hm naja, hätte man besser machen können…”

Wenn du eher zu letzterer Bewertung neigst, dann werde dir auch hier bewusst. Bemerke deine negative Selbstbeurteilung ohne diese wiederum wieder zu verurteilen.

Und dann übe dich in Zufriedenheit. Sei bewusst damit zufrieden, wie du etwas gemacht hast. Egal was. Du hast es gut gemacht. Du hast so viel Energie und Zeit dafür eingesetzt, wie du gerade konntest und das ist genug. Jedes Mal.

Wenn zufrieden sein für dich ein schwieriges Thema ist, dann schau doch mal in meinem Artikel: Zufriedenheit – Tipps für ein zufriedeneres Leben vorbei.


Tipp 3: Fokus wechseln

Wenn du merkst, dass du gerade wieder in Perfektionismus abdriftest, dann beobachte dich dabei. Mache dir klar, was gerade passiert.

Und mach dir auch klar, dass Selbstliebe entwickeln das einzig wirklich wirksame Mittel gegen Perfektionismus ist. Werde dir bewusst, dass du mit deinem Perfektionismus einen gefühlten Mangel kompensieren willst, der aber real gar nicht existiert.

Denn du bist existierenswert und liebenswert genauso wie du bist.

Dafür musst du rein gar nichts tun.

Schon gar nicht perfekt.



Breche aus deinem Perfektionismus aus und breche damit auch aus deiner Komfortzone aus.

Mein neuer Online-Kurs unterstützt dich dabei:

Bist du es leid, dass dich deine Angst in manchen Situationen gefangen hält?

Gibt es Vieles, was du dich gern endlich mal trauen würdest?

Lerne, deine Ängste zu umarmen und aus dem Gefängnis Komfortzone auszubrechen. In diesem Online-Kurs wirst du in mehreren Lektionen durch einen transformativen Prozess geleitet.

Der Online-Kurs Komfortzone verlassen bietet dir:

Dieser Online-Kurs unterstützt dich dabei, deine Komfortzone nachhaltig zu erweitern.

Er gibt dir Werkzeuge dafür an die Hand, deine Komfortzone Stück für Stück zu verlassen – egal in welchem Bereich.

Du wirst im Online-Kurs Komfortzone verlassen in 5 verschiedenen Lektionen sanft dabei angeleitet, deine Komfortzone zu verlassen.

Mehr zum Kurs

Selbstliebe ist kein Ersatz für eine Partnerschaft

Selbstliebe ist kein Ersatz für eine Partnerschaft

In diesem Artikel geht es darum, warum Selbstliebe kein Ersatz für eine Partnerschaft ist. Ich erlebe es immer wieder, dass Menschen der Selbstliebe nur in bestimmten Situationen Aufmerksamkeit schenken.

Wenn sie gerade verlassen werden, fällt ihnen auf, dass sie sich selbst nicht lieben oder nicht genug lieben. Das Ende einer wichtigen Beziehung kann für viele Menschen der erste Berührungspunkt mit dem Thema Selbstliebe sein. Und daran ist auch erst einmal nichts falsch. Es ist wundervoll, wenn ein Mensch zu seiner Selbstliebe findet – egal, aus welchem Grund.

Problematisch wird es für mich nur, wenn einem Menschen seine Selbstliebe nur dann wichtig ist, wenn gerade niemand anders da ist.

 

Kompensation eines Mangels

Wenn gerade kein_e Partner_in da ist, der oder die sich um alle Bedürfnisse kümmert und auf den oder die die Verantwortung für das eigene Glück abgewälzt werden kann, dann wird die Selbstliebe auf einmal wichtig. Ein paar Workshops werden besucht, eine Zeit lang regelmäßig meditiert und zum Yoga gegangen. #Self-Love #Achtsamkeit

Und wenn dann der nächste Partner oder die nächste Partnerin am Start ist, ja dann ist die Selbstliebe wieder ganz schnell in Vergessenheit geraten. Ist ja jetzt nicht mehr so wichtig.

Doch genau diese Logik geht am Ende ganz und gar nicht auf. Denn gerade in einer Partnerschaft, gerade im Kontakt mit einem anderen Menschen, ist die eigene Selbstliebe fundamental wichtig. Wenn ich mich selbst nicht liebe, werde ich mir von anderen Menschen immer irgendetwas gefallen lassen, nur weil ich ihre Liebe nicht verlieren will. Denn weil ich mich selbst nicht liebe, bin ich ja auf die Liebe der anderen Person angewiesen. Konflikte kann ich kaum aushalten, weil ich immer Angst habe, die andere Person zu verlieren.

Und was wäre dann? Warum wäre das so schlimm? Weil ich mir selbst nicht genug bin.

Wenn ich mich wiederum genug selbst liebe und ein festes Fundament in mir selbst habe, dann kann ich auch im Kontakt mit anderen authentisch bleiben. Dann traue ich mich, zu sagen, wenn mir etwas nicht passt. Dann traue ich mich, meine Grenzen zu schützen und „nein“ zu sagen, wenn ich „nein“ meine.

Wenn ich mich genug liebe, kümmere ich mich selbst um meine Bedürfnisse anstatt sie auf jemand anderen abzuwälzen. Und das führt natürlich auch viel eher zu einer funktionierenden Beziehung.

Selbstliebe ist kein Ersatz für eine Partnerschaft. Selbstliebe ist vielmehr die Voraussetzung für eine erfüllende Partnerschaft. Selbstliebe zu entwickeln führt in der Konsequenz auch dazu, dass ich Liebe im außen finde. Weil das, was sich im außen manifestiert, immer in Resonanz mit dem ist, was ich in mir vorfinde.

 

Selbstliebe ist dein Fundament

Die große Liebe deines Lebens bist du selbst. Und wenn du eine leidenschaftliche Liebesbeziehung mit dir selbst eingehst, die auf einer unfassbar tiefen bedingungslosen Liebe zu dir selbst basiert, dann ist diese Liebe dein Fundament und dein Anker.

Sie ist dein lebensrettender Pfeiler, auf den du immer zurückgreifen kannst. Wenn alles andere in sich zusammenfällt, musst du trotzdem keine Angst haben, weil du diese Liebe immer noch hast. Deine Selbstliebe kann dir niemand nehmen oder geben. Sie ist von niemand anderem abhängig als dir selbst. Die Verantwortung an deine Eltern, deine_n (Ex-)Partner_in oder die Gesellschaft abzugeben, ändert auch nichts daran.

Es ist deine und meine erste und wichtigste Verantwortung uns selbst und anderen gegenüber, uns selbst zu lieben.

Trage dich in meine Mailingliste ein
100% kostenlos 100% Liebe

 

Und wenn wir diese Verantwortung wirklich ernst nehmen und uns dauerhaft darum kümmern, dann kann auch immer mehr Liebe und Freude in unsere Beziehungen fließen. Dann empfangen auch andere Menschen mehr Liebe von uns, weil diese Liebe dann aus einer sprudelnden Quelle kommt. Wenn wir in einer Gesellschaft leben würden, in der alle Menschen sich selbst lieben, dann würde damit auch die Gesellschaft als Kollektiv heilen.

Ich lade dich dazu ein, diese Zeilen als leidenschaftlichen Appell an deine Selbstliebe zu verstehen. Heute, morgen und auch übermorgen. Verpflichte dich deiner Selbstliebe gegenüber, egal ob du gerade in einer Partnerschaft bist oder nicht, und aus dieser Verpflichtung heraus werden die schönsten Geschenke entstehen.

Warum Zeit allein keine Wunden heilt

Warum Zeit allein keine Wunden heilt

„Zeit heilt alle Wunden“ ist ein gutes Beispiel für eine sehr dumme Volksweisheit. Und es gibt viel zu viele Menschen, die tatsächlich danach leben. Wenn etwas Schlimmes passiert, dann warten sie einfach ab und hoffen, dass es irgendwann einmal nicht mehr wehtut.

Bist du auch einer dieser Menschen, der auf die magischen Fähigkeiten der Zeit vertraut anstatt sich proaktiv um seinen Schmerz zu kümmern? Dann bist du in diesem Blogpost genau richtig.

Hier geht es darum, warum Zeit keine Wunden heilt und was du tun kannst, um deinen Schmerz aufzuarbeiten.

Wenn etwas passiert, was dir wehtut, ist es völlig verständlich, den Schmerz erst einmal abzulehnen. Vielleicht hast du das Gefühl, dass der Schmerz dich überflutet und du die Kontrolle verlierst. Eine Reaktion darauf kann sein, dass du den Schmerz rationalisierst oder ihn überhaupt nicht fühlen willst.

Neulich sagte eine meiner Klientinnen im Coaching über den Tod ihres Vaters, sie hoffe „…dass es irgendwann mal aufhört, dass man da immer dran denken muss.“

An diesem Satz fallen mir sofort drei Dinge auf, die nicht wahr sind.

Zum Einen gibt die Person in diesem Satz völlig die Verantwortung für ihre Gefühle an die Zeit ab. „Irgendwann“ soll der Schmerz aufhören. Einfach so am besten.

Warum sollte er?

Gibt es ein Ablaufdatum für Schmerz? Hat sie einen Vertrag unterschrieben, der irgendwann zu einem festen Datum endet? Der Schmerz hört nicht einfach so auf, nur weil eine bestimmte Zeit vergangen ist. Der Schmerz ist kein von einem kapitalistischen Wirtschaftssystem entwickeltes Küchengerät, das mit ziemlicher Sicherheit nach fünf Jahren kaputt geht.

Emotionale Heilung hat nichts mit Zeit zu tun. Emotionaler Schmerz ist kein gebrochenes Bein.

Die Trauer über einen verstorbenen Menschen kann nach zwanzig Jahren noch fast genauso intensiv sein wie kurz nachdem es passiert ist. Während ein anderer Mensch einen ähnlich intensiven Verlust vielleicht schon nach einem Jahr relativ gut aufgearbeitet hat. Die Zeit ist hier nicht der entscheidende Faktor.

Die zweite Sache, die an diesem Satz nicht wahr ist, ist das Wort „man“. Die Person redet von ihrem ganz persönlichen individuellen Schmerz und trotzdem benutzt sie das Wort man. Was hier passiert ist, dass sie sich von ihren eigenen Gefühlen dissoziiert. Nicht sie ist die Person, die einen schlimmen Verlust zu verkraften hat, sondern man. Damit lässt sie den Schmerz nicht an sich heran und übernimmt nicht die Verantwortung für ihre Gefühle. Die Wunde so zu heilen, wird schwierig.

Und last but not least benutzt sie das Wort „denken“, obwohl es hier um ein Gefühl und nicht ums Denken geht.

Warum ist es denn schlimm für sie, an ihren toten Vater zu denken? Weil der Gedanke mit einem Gefühl verbunden ist. Weil bei dem Gedanken an ihn auch der Schmerz hochkommt. Und den möchte sie nicht. Solange sie das Problem von der emotionalen auf die gedankliche Ebene verschiebt, wird es kaum zu lösen sein.

Die Frage, ob sie sich manchmal Zeit dafür nimmt, sich einfach hinzusetzen und um ihren Vater zu weinen, verneint sie. Dennoch hofft sie, „…dass es irgendwann mal aufhört, dass man da immer dran denken muss.“

 

Den Schmerz fühlen

Zeit allein heilt keine Wunden. Was sie hingegen heilt, ist zu fühlen.

Den Schmerz zu umarmen und ihn anzunehmen, das heilt ihn.

Jetzt kann es ein ziemlich weiter Weg vom Ablehnen des Schmerzes und dem Vertrauen auf die Zeit hin zu dem bejahenden Fühlen meines Schmerzes sein. Diesen Schalter umzuswitchen wird dir vielleicht erst einmal nicht leicht fallen. Vielleicht braucht es dafür etwas Übung.

Ich lade dich dazu ein, dir einmal die folgenden Fragen zu stellen:

Welche alte Wunde schleppst du heute noch mit dir rum, weil die Zeit sie nie geheilt hat?

Und was kannst du heute selber dafür tun, diese Wunde zu heilen?

Vielleicht hast du in deiner Kindheit Dinge erlebt, die für dich traumatisch waren. Vielleicht musstest du mit dem Verlust eines geliebten Menschen klarkommen. Vielleicht bist du nie richtig über die Trennung von deinem Ex-Partner oder deiner Ex-Partnerin hinweggekommen.

Welche Wunde auch immer du mit dir herumträgst: Die Zeit hat sie nicht geheilt. Nur du kannst sie heilen. Nur du kannst dich von diesem Schmerz erlösen. Nur du kannst Frieden mit dieser Sache machen.

Ich lade dich dazu ein, dir einmal genau klarzumachen, welche offenen Wunden du mit dir herumträgst. Und dann mache dir einen realistischen Plan zur Heilung deiner Wunden.

Natürlich kostet es erst einmal Überwindung, ins Fühlen zu kommen. Dafür musst du dich ein bisschen pushen.

Dennoch finde ich es wichtig, dabei nicht zu hart zu dir zu sein.

Vielleicht möchtest du dich erst einmal für 30 Minuten mit deinem Schmerz verabreden. Für ein erstes Kennenlernen. Vielleicht sogar für eine noch kürzere Zeitspanne. Hauptsache, du fängst an und tust den ersten Schritt.

Viele kleine Schritte, die du regelmäßig gehst, führen viel eher zum Erfolg als ein großer Schritt.

Wenn du einen großen Schritt machst und dich damit total überforderst, dann ist dir damit auch nicht geholfen. Aber wenn du jeden Tag einen kleinen Schritt machst, dann kommen dein Körper und dein Geist auch mit. Du veränderst deinen Umgang mit dem Schmerz langsam und nachhaltig.

Und insofern kommt dann auch wieder die Zeit ins Spiel. Aber eben nur in Verbindung mit dem Fühlen.

Den Schmerz zu fühlen, das heilt den Schmerz. Ganz still. Mit dem Blick nach innen. Für dich und mit dir. So geschieht Heilung.

Zeit heilt keine Wunden. Aber du schon. Du kannst deine Wunden heilen.

Die Kraft der Dankbarkeit

Die Kraft der Dankbarkeit

Dankbarkeit ist eines der mächtigsten Werkzeuge der persönlichen Transformation. Warum? Weil Dankbarkeit die Kraft hat, völlig deinen Fokus zu verschieben und damit deine Realität zu verändern.

Oftmals ist das „Problem“ nicht das eigentliche Problem, sondern dass ich ein Problem daraus mache. Wenn ich mich zu sehr auf das konzentriere, was ich nicht will, dann macht es das nur noch schlimmer. Es macht das „Problem“ immer größer und größer.

Dabei arbeite ich doch eigentlich daran, dass das Ungewünschte weggeht oder?

Auch wenn das meine Absicht dahinter ist, so erreiche ich mit meiner Fokussierung auf mein angebliches Problem doch genau das Gegenteil: Ich bekomme immer mehr davon.

Erinnere dich mal zurück an das letzte Mal als du ein Problem hattest und dich dann gedanklich sehr viel damit beschäftigt hast.

Ging es dir dadurch besser? Bist du das Ungewünschte dadurch losgeworden?

Wenn ja, herzlichen Glückwunsch.

Doch wahrscheinlich hast du eher die Erfahrung gemacht, dass du durch dein Reinsteigern in das Problem es noch mehr manifestiert hast.

 

Wozu kann dir Dankbarkeit dienen?

Und genau hier kommt die Dankbarkeit ins Spiel. Wenn du lernst, dich völlig von dem abzuwenden, was dich in deinem Leben stört und stattdessen eine Haltung der Dankbarkeit gegenüber den schönen Dingen einübst, was passiert dann?

Wenn du anfängst, für die schönen kleinen Dinge in deinem Leben dankbar zu sein, dann werden diese Dinge immer mehr.

Du kannst dir das ungefähr so vorstellen: Vor dir liegen zwei Hüpfburgen, in denen gerade keine Luft drin ist. Du hast eine Luftpumpe in der Hand. Jetzt ist erst mal objektiv gesehen in beiden Hüpfburgen keine Luft drin. Sie haben aber beide das Potential, riesengroß zu werden, wenn DU sie aufpumpst. Und die Luft, die du in sie reinpumpst ist die mentale Energie, die du in das Thema reingibst. Damit pumpst du sie auf. Jetzt kannst du dich entscheiden, welche Hüpfburg du aufpumpst. Du kannst sagen: „Ja, Probleme. Gib mir mehr davon!“ Und dann läufst du zur ersten Hüpfburg hin und schenkst ihr deine volle Aufmerksamkeit, deine volle Energie. Du verbringst Stunden damit, sie aufzupumpen. Am Ende steht sie riesengroß vor dir und die andere Hüpfburg siehst du eigentlich gar nicht mehr. Sie wird von der ersten Hüpfburg völlig überschattet.

Oder du entscheidest dich dafür, für die kleinen Dinge in deinem Leben dankbar zu sein. Du gehst zur zweiten Hüpfburg hin, auch wenn es dir noch etwas schwerfällt, dir vorzustellen, dass diese mickrige Hüpfburg mal riesengroß werden kann. Trotzdem fängst du an, in sie zu investieren. Du schenkst ihr deine Zeit und deine Energie. Und mit der Zeit wird diese Hüpfburg riesengroß und du siehst die erste Hüpfburg gar nicht mehr. Im Gegensatz zur anderen Hüpfburg erdrückt dich diese nicht, sondern sie richtet dich auf.

Das ist die Kraft der Dankbarkeit.

Dankbarkeit shiftet völlig deinen Fokus und lässt nebenbei deine Probleme klitzeklein werden. Dankbarkeit ist in diesem Sinne pure Selbstliebe, weil sie dir hilft, dein Leben schön zu finden und deine Zufriedenheit zu stärken.

Am Anfang wird es dir vielleicht schwerfallen, Dinge zu finden, für die du dankbar bist. Dann versuche, eine Nummer kleiner zu denken. Uns allen passieren jeden Tag viele Dinge, für die wir dankbar sein könnten und wir alle haben einige Dinge in unseren Leben und an uns selbst, für die wir dankbar sein könnten. Nun gilt es nur, diese Dinge zu finden und das Bewusstsein für diese Dinge zu schärfen.

Als ich vor Jahren mit meinem Dankbarkeits-Tagebuch angefangen habe, war das am Anfang sehr ungewohnt. Vorher habe ich mich selten gefragt, für was ich eigentlich dankbar bin. Beim Revue passieren lassen meines Tages dauerte es manchmal ganz schön lange bis ich Dinge entdeckte, für die ich Dankbarkeit empfand. Doch mit der Zeit wurde es immer einfacher, dankbar zu sein und irgendwann war diese Gewohnheit so verinnerlicht, dass ich schon in der Situation selbst merkte: „Ja, das ist jetzt so ein Dankbarkeits-Moment!“

Durch Rituale der Dankbarkeit hat mein Leben unendlich an Reichtum gewonnen und das wünsche ich mir auch für dich.

Deshalb lade ich dich dazu ein, dich regelmäßig zu fragen, für was du eigentlich dankbar bist. An dir selbst, an deinem Leben, der Welt und an dem Tag, der gerade hinter dir liegt.

Entdecke die Kraft der Dankbarkeit und staune, wie schön dein Leben dadurch wird.

Der Kreislauf von Leben und Sterben

Der Kreislauf von Leben und Sterben

Viele Menschen mögen es nicht, an den Tod zu denken. Wenn das Thema des Sterbens aufkommt, schnürt sich bei ihnen innerlich schon alles zusammen.

Diese Angst vor dem Tod ist aus einer weiter Perspektive heraus völlig unlogisch und hindert uns daran, voll zu leben.

In diesem Artikel geht es darum, dass Leben und Sterben untrennbar miteinander verbunden sind.

Leben und Sterben sind nicht zwei Gegensätze, so wie wir es oft empfinden. Die Gesellschaft vermittelt uns dieses Bild und wir glauben es.

Die meisten Menschen haben keine Werkzeuge dafür, gut mit dem Tod umzugehen. Sie schaffen es nicht, den Tod in ihr Leben zu integrieren.

 

Leben und Sterben gehören zusammen

Dabei sind Leben und Sterben keine Gegensätze.

Vielmehr sind sie zwei Seiten von derselben Sache.

Das Leben und der Tod bedingen sich gegenseitig. Es gäbe kein Leben ohne den Tod und es gäbe keinen Tod ohne das Leben. Und im Leben selbst ist der Tod gegenwärtig.

Die Blätter der Bäume müssen im Herbst gehen, damit im Frühling neue kommen können. Das ist der Leben-Tod-Leben-Kreislauf. Und der Baum hat ja auch keine Angst davor, seine Blätter herzugeben. Er ist voller Vertrauen, dass ihm im nächsten Frühjahr neue Blätter wachsen werden. Er akzeptiert, dass Leben und Sterben untrennbar miteinander verbunden sind. Und dass nach jedem Sterben wieder neues Leben kommt.

Nur wenn wir gut mit der Tatsache umgehen können, dass wir irgendwann sterben werden, können wir auch gut am Leben sein. Sonst leben wir immer in Angst vor dem Tod.

Und den Tod zu vermeiden, führt auch zu einer Vermeidung des Lebens.

Einen Aspekt ausgrenzen zu wollen, funktioniert nicht. Nur wenn wir das Leben als Ganzes annehmen, können wir es auch in seiner Totalität erfahren. Und das beinhaltet auch den Aspekt vom Leben-Tod-Leben-Kreislauf.

 

Konsequenzen der Sterblichkeit der Dinge

Wir alle sind sterblich. Alles, was du siehst, fühlst, riechst, schmeckst und alles, was du anfassen kannst, ist irgendwann nicht mehr da. Alles kommt und geht. Vielleicht klingt das erst einmal hart, aber wenn du diese Tatsache akzeptieren kannst, dann hat das ein unglaubliches Befreiungspotential.

Was passiert, wenn wir die Leben-Tod-Leben-Natur von allem akzeptieren?

Zum Einen hat die Vergänglichkeit der Dinge Auswirkungen auf unsere Anhaftung. Wenn wir wirklich akzeptieren, dass alles einmal wieder vergehen wird, gibt es auch keinen Grund mehr dafür, zu klammern. Denn genau das ist Anhaftung: Wir klammern uns an etwas fest, weil wir Angst davor haben, dass es uns wieder verlässt. Aber wenn wir wirklich akzeptieren, dass alles was lebt auch wieder stirbt, dann gibt es keinen Grund mehr für Anhaftung. Sie wird einfach nicht mehr haltbar und wir können dieses Muster loslassen.

Zum Anderen heißt das Loslassen von Anhaftung eben nicht, dass ich weniger fühle. Genau das Gegenteil ist der Fall.

Deine Angst vorm Verlassen werden mahnt dich immer zur Vorsicht. Sie flüstert dir zu: „Liebe ja nicht zu intensiv, sie könnte dich wieder verlassen und dann wirst du verletzt und verwundet zurückgelassen. Wenn du dich emotional nicht so sehr einlässt, dann tut es am Ende auch nicht so weh.“

???

Ähhhh…

Kennst du diese Stimme der Angst vorm Tod auch?

Die Logik dieser Stimme geht nicht auf.

Alles kommt und alles geht. Das ist kein Grund, im Hier und Jetzt nicht voll ins Gefühl zu gehen.

Ganz im Gegenteil: Wenn du akzeptierst, dass sowieso alles endet, dann kannst du dich auch voll darauf einlassen.

 

101 Tipps für maximale Selbstliebe
100% Liebe

 

Du musst nichts mehr vermeiden, wenn du den Leben-Tod-Leben-Kreislauf akzeptierst.

Das heißt, eine Beziehung (egal welche) kann nur funktionieren, wenn alle beteiligten Personen diesen Fakt akzeptieren.

Und wenn alle beteiligten Personen diesen Fakt akzeptieren, dann kann die Beziehung unglaublich intensiv und schön werden.

Wenn du in vollem Bewusstsein des Todes lebst, dann kann jeder Augenblick wundervoll und total sein. Wenn du das Sterben als Teil des Lebens annimmst, dann wird dein Leben dadurch an Tiefe und Fülle gewinnen. Es wird ganz.

Alles kann sterben und genau deshalb sollte man den Moment voll leben. Dass alles stirbt, ist der Grund dafür, nicht anzuhaften. Aber es ist auch der Grund dafür, voll zu leben und voll mit meinen Gefühlen in den Moment reinzugehen. Eben nicht mit bedürftiger „Bitte verlass mich nicht, bitte sei nie vorbei“-Anhaftung, sondern in vollem Bewusstsein des Todes präsent sein.

Mit mir, meinen Gefühlen und der anderen Person. Den Tod zu akzeptieren ist die Voraussetzung dafür, voll zu leben.

Tatsächlich gibt es meistens innerhalb einer Sache viele Tode und viele Widergeburten. Wenn eine Sache sehr lange andauert, dann verändert sie sich zwangsläufig innerhalb dieser Zeit. Sie lebt in einer Qualität, irgendwann stirbt sie und wird mit einer völlig neuen Qualität widergeboren. Das ist der Leben-Tod-Leben-Kreislauf. Es gibt keinen Grund, Angst vor dem Tod zu haben. Er kommt sowieso. Und nach ihm folgt immer ein neues Leben.

Schattenseiten integrieren: 3 wirkungsvolle Tipps

Schattenseiten integrieren: 3 wirkungsvolle Tipps

Wir alle haben unseren Schatten. Die Wenigsten von uns von uns tragen ihn gut sichtbar mit sich herum. Die Allermeisten bemühen sich sehr, ihn zu verstecken.

Wenn du auch eher zu der Sorte Mensch gehörst, dem es schwerfällt, seine Schattenseiten zu integrieren, dann bist du in diesem Artikel genau richtig.

Wir alle haben durch unsere Sozialisation beigebracht bekommen, Unangenehmes wegmachen zu wolllen. Dinge, die wir an uns selbst negativ finden, wollten wir nicht haben. Wir haben versucht, sie ganz tief nach unten zu drücken, wo niemand anders und auch wir selbst sie nicht sehen können.

Dass diese Abspaltung unserer Schattenseiten weitreichende Konsequenzen hat, haben wir erst viel später bemerkt.

 

Die Folgen der Abspaltung der Schattenseiten

Was passiert nun, wenn wir unsere Schattenseiten nicht haben wollen? Wenn du zu einem Teil von dir selbst NEIN sagst, dann sagst du innerlich zu deinem ganzen Selbst nein.

Es geht nicht, nur einen Teil von sich selbst anzunehmen. Wenn du das versuchst, wirst du daran scheitern.

Unbewusst baust du innerlich ein NEIN zu dir selbst auf und stärkst den inneren Kritiker mit deiner Ablehnung dir selbst gegenüber. Du unterscheidest in gut und schlecht und verpflichtest dich einem Ziel, das du niemals erreichen kannst. Kein Mensch hat nur positive und angenehme Seiten. Jeder Mensch hat auch Seiten, die er nicht an sich mag und die vielleicht auch für andere Menschen schwierig sein können.

Das ist völlig normal. Das ist ok so.

Niemand von uns ist immer nur Licht und Liebe. Es geht uns allen mal schlecht und wir haben alle Dinge, mit denen wir nicht so gut umgehen können.

Wahre Akzeptanz kann nicht ein- und ausschließen. Sie schließt alles mit ein. Wenn du also nur deine „guten“ Seiten haben möchtest, dann schwächst du damit dein JA zu dir selbst.

Das an sich zu lieben, was man mag, ist relativ leicht. Aber dich auch für all das zu lieben, was du blöd an dir findest, das ist der Moment, in dem Heilung geschieht.

 

Tipps zur Integration deiner Schattenseiten

Wie kommt man nun dahin, sich selbst völlig anzunehmen, mit allem, was da ist? Es gibt sicherlich viele Wege, um Schattenseiten zu integrieren.

Ein paar Tipps für den Einstieg bekommst du hier:

 

1. Tipp: Sieh deinem Schatten ins Gesicht

Zunächst einmal lade ich dich dazu ein, dem Kind einen Namen zu geben. Mach dir ganz genau klar, wo du deine Schattenseiten siehst.

Was ist für dich dein Schatten?

Nur, wenn du das einmal ganz klar benannt hast, kannst du diese Schattenseiten auch integrieren.

Wir müssen uns der Dinge erst einmal bewusst werden, damit wir unseren Umgang mit ihnen auch verändern können.

Ob du das schriftlich oder im Kopf machst, ist Typsache. Die schriftliche Variante bringt allerdings potentiell mehr Klarheit und du kannst deine Überlegungen noch einmal nachlesen, solltest du weiter damit arbeiten wollen.

 Licht und Schatten

 

2. Tipp: Wohlwollendes Selbstgespräch

Sind dir nun deine Schattenseiten bewusst, kannst du damit anfangen, deinen Umgang mit ihnen zu verändern. Und wie du mit ihnen umgehst, fängt erst einmal in dir selbst an.

Wie redest du mit dir? Wenn du gerade mit einer deiner Schattenseiten in Kontakt kommst, findet ein inneres Selbstgespräch statt.

Wenn du im Zustand der Ablehnung diesen Seiten gegnüber bist, dann wird dieses Selbstgespräch wahrscheinlich relativ ungnädig sein. In dem Moment, in dem deine Schattenseite sich zeigt, wirst du wahrscheinlich in Widerstand gehen. Du wirst sauer darüber, dass sie gerade da ist. Du hättest es gerne anders. Du verurteilst dich dafür, dass du so bist, wie du bist.

Im Prozess des Schattenseiten integrierens ist es nun sehr wichtig, dieses destruktive Selbstgespräch in ein aufbauendes und konstruktives Selbstgespräch zu verwandeln.

Wie das geht?

Du wirst dir in dem Moment deines inneres Selbstgespräches bewusst und lenkst es bewusst.

Damit das gelingt, kannst du das Selbstgespräch durch Fragen aufbrechen. Wenn du zum Beispiel bemerkst, dass es da eine Instanz gibt, die deine Schattenseite kritisiert, dann kannst du ihre Meinung einfach hinterfragen. Du fragst: „Ist das jetzt gerade wirklich so schlimm an mir?“ Oder: „Macht es irgendeinen Sinn, diese Eigenschaft von mir abzulehnen? Ändert sie sich dadurch?“

Was passiert durch das Hinterfragen ist Folgendes: Fragen brechen eingeübte Denkstrukturen auf.

Das heißt, Fragen haben ein besonderes Potential, gedankliche Muster zu verändern. So kannst du dein negatives Selbstgespräch immer mehr in ein positives Selbsgespräch verwandeln.

 

Trage dich in meine Mailingliste ein
100% kostenlos 100% Liebe

 

3. Tipp: Vor anderen zu deinen Schattenseiten stehen

Weißt du nun, wo deine Schattenseiten liegen und lernst immer mehr, sie innerlich anzunehmen, bleibt noch der Umgang mit der äußeren Welt. Wenn du deine Schattenseiten integrieren willst, dann geht kein Weg daran vorbei, auch vor anderen Menschen frei zu ihnen zu stehen.

Es kann am Anfang große Hemmungen geben, wenn du dich vor anderen mit deinen vermeintlichen Schwächen zeigst. Zu sagen: „Hey, hier bin ich und ich fühle mich gerade schwach.“ Oder zu sagen: „Hey, hier bin ich und dieses und jenes Gefühl macht mir gerade zu schaffen.“

Was auch immer dein Schatten ist, mit ihm zu sein wärend du in Verbindung mit anderen bist, kann der schwerste Schritt sein.

Aber es ist auch der befreiendste Schritt.

Denn, wenn du nichts mehr zu verstecken versuchst, kann dein Körper aufatmen. Dein Inneres kann aufatmen. Du kannst dich dann in dich selbst hinein und in die Beziehung hinein entspannen. Du verschwendest keine Energie mehr damit, irgendeine Fassade aufrechtzuerhalten. Geliebt werden willst du doch sowieso nur für dich selbst oder? Welchen Sinn macht es, für etwas gemocht zu werden, was gar nicht du bist oder nur für Teile von dir selbst?

Plus: In dem meisten Fällen sind all die Befürchtungen, dass du zu viel für die andere Person bist oder sie dich ablehnt, wenn du ihr deine Schattenseiten zeigst, völliger Schwachsinn. Meistens findet die andere Person es einfach nur sympathisch, dass du auch Probleme hast. Vielleicht hat sie mit genau der gleichen Sache zu kämpfen und kann sich super mit dir identifizieren, wenn du ihr davon erzählst. Vielleicht geht es ihr ganz anders und genau deshalb kann sie dich super dabei unterstützen und ganz entspannt damit umgehen.

Wie auch immer die Geschichte ausgeht, es ist immer besser, sich authentisch gezeigt zu haben – dann musst du auch nichs bereuen.

Mit etwas Übung und Energie, die du reinsteckst, wirst du deine Schattenseiten integrieren können. Jeden Tag ein bisschen mehr.

Wie die Angst vor Nähe deine Beziehungen sabotiert

Wie die Angst vor Nähe deine Beziehungen sabotiert

Wir haben fast alle Angst davor, jemanden zu nahe an uns heranzulassen.

Und wir alle haben unsere Strategien, um zu verhindern, dass jemand uns zu nahe kommt und damit unseren Panzer durchbricht. Wegen den Erfahrungen, die wir gemacht haben oder der Dinge, die uns gesagt wurden, haben wir Angst vor Nähe. Wir glauben aus irgendeinem Grund, dass diese Nähe nicht sicher ist für uns. Dass wir uns angreifbar machen, wenn wir sie zulassen.

Im Wesentlichen bedienen wir uns wegen unserer Angst vor Nähe zwei Strategien:

 

1. Strategie: In eine kühle unnahbare Person verlieben

Bei dieser Strategie projizierst du deine Liebe auf jemanden, der dir gegenüber distanziert und reserviert ist. Du spürst unbewusst, dass du ihn oder sie eigentlich emotional gar nicht erreichen kannst. Trotzdem tust du dein Bestes, um ihn oder sie von dir zu überzeugen. Auch wenn jemand anders in deinem Leben ist, der dir viel mehr Beachtung und Liebe schenkt: Zu dem kühleren Menschen fühlst du dich irgendwie mehr hingezogen.

Warum suchst du dir jetzt ausgerechnet so eine Person zum Verlieben aus?

Zum Einen könnte es sein, dass du dir selbst unbewusst beweisen willst, dass du nicht liebenswert bist. Du hast den Glaubenssatz, dass andere Menschen dich nicht lieben können und deshalb suchst du dir jemanden aus, der dir genau das bestätigt. Wir haben alle unsere inneren Überzeugungen, die wir uns selbst ständig im Außen bestätigen wollen. Beobachtungen, die nicht zu unseren Überzeugungen passen, werden ganz schnell unter den Tisch fallen gelassen.

Zum Anderen ist das Aussuchen einer unnahbaren Person auch eine ziemlich bequeme Escape-Strategie. Durch die emotionale Unzugänglichkeit der anderen Person läufst du natürlich auch nicht Gefahr, dass sie dir zu nahe kommt. Gleichzeitig kannst du in diesem Szenario bequem die Verantwortung von dir weisen.

Du wolltest ja Nähe. Du wolltest ja die andere Person an dich heranlassen. Aber sie war diejenige, die dich abgeblockt hat. Also bist du fein raus und kannst dann auch nichts mehr machen.

Wem du die Schuld gibst, dem gibst du die Macht.

Das Problem hierbei ist, dass eine riesengroße Projektion stattfindet. Du projizierst dein Problem auf die andere Person und bist damit auf einer Ebene, auf der du das Problem nicht mehr lösen kannst.

Das Problem, dass du dich selbst als nicht liebenswert empfindest und Angst vor Nähe hast, ist dein Problem und hat nichts mit der anderen Person zu tun.

Um es wirklich zu lösen, musst du es dahin zurücknehmen, wo es seinen Ursprung hat: Zu dir selbst.

Nur an seinem Ursprung kann ein Thema gelöst werden. Die andere Person dazu zu kriegen, dass sie dich doch heiß und innig liebt, würde dein Problem nicht lösen. Ohne innere Arbeit würdest du wahrscheinlich in diesem Moment aufhören, sie zu lieben. Weil die Liebe der anderen Person dann nicht mehr zu deinem inneren Programm passen würde und sie dann uninteressant für dich würde. Auch wenn du natürlich die ganze Zeit davon überzeugt bist, dass du dir genau das mehr als alles andere wünscht und alles dafür tust, endlich von diesem Menschen voll und ganz geliebt zu werden.

Wenn du dich in dieser 1. Strategie zur Vermeidung von Nähe wiedererkennst, lade ich dich dazu ein, dir selbst bewusst zu werden. Wenn du dich das nächste Mal zu einer unnahbaren Person hingezogen fühlst, dann beobachte dich selbst in diesem Muster und nimm es zu dir selbst zurück. Gehe einfach nicht darauf ein. Ein ins Außen verlagerter Kampf kann nicht gewonnen werden. Nie.

 

2. Strategie: Selbst die kühle unnahbare Person sein

Bei der ersten Strategie bist du immer in der „Pull“-Position. Du bist diejenige Person, die immer mehr vom anderen will und versucht, ihn oder sie an dich heranzuziehen.

Bei der zweiten Strategie bist du genau in der anderen Position. Du bist dann in der „Push“-Position.

Soll heißen: Die andere Person will immer ein bisschen mehr von dir als du von ihr. Die andere Person liebt und braucht dich immer ein bisschen mehr als du sie. Du spürst, dass du ihr gegenüber kälter bist als sie dir gegenüber. Du gehst immer ein bisschen auf Abstand.

Die andere Person erreicht dein Herz nicht völlig. Du sagst nicht innerlich zu 100% „JA“ zu diesem Menschen.

Auch diese Strategie erwächst deiner Angst vor Nähe. Unbewusst suchst du dir die bedürftige und dir unterlegene Person deshalb aus, weil du weißt, dass sie dir nicht gefährlich wird. Du spürst, dass du nicht für sie brennst und dass sie dich deshalb auch nicht verbrennen kann. Sie ist eine sichere Wahl, weil sie dir gar nicht zu nahe kommen kann. Und natürlich passiert das alles unbewusst und ist keineswegs böse Absicht von dir.

 

Typen von Beziehungssaboteuren

Die meisten Menschen neigen in ihren Beziehungen eher zu einer der beiden Strategien. Manche wechseln aber auch und wählen mal die eine und mal die andere Strategie. Auch in Freundschaften wirken diese Push-and-Pull-Mechanismen.

Vielleicht wählst du in Beziehungen eher die Strategie, dass du dich zu unnahbaren Menschen hingezogen fühlst und umgibst dich in deinen Freundschaften eher mit Menschen, für die du die unnahbare Person bist. Alle Variationen sind möglich. Sie richten sich auch danach, wie du die Beziehung zu deinen Eltern empfunden hast.

Bei mir ist es zum Beispiel so, dass meine Eltern beide in meiner Kindheit relativ emotional unzugänglich waren. Meine Mutter war aber deutlich kälter und zu ihr hatte ich gar keinen Zugang. Da ich relativ heterosexuell (blöde Klassifizierung) bin, lebe ich das Mutter-Muster eher in meinen Freundschaften aus. Hier habe ich mich schon öfter zu sehr kühlen Frauen hingezogen gefühlt und mich damit sehr unglücklich gemacht.

Bis zu dem Punkt, wo wir unsere Eltern-Themen auflösen, wiederholen wir diese Beziehungen oft in Endlosschleife und wundern uns dabei immer wieder über uns selbst. Rational erklären können wir uns diese Anziehung zu den scheinbar immer ähnlichen Menschen, mit denen es doch so offensichtlich nicht funktioniert nicht, aber aussteigen können wir daraus auch nicht.

Oder?

 

Lösungswege

Solange wir uns nicht unserer Angst vor Nähe stellen, geht das immer so weiter. Aus diesen Mustern auszusteigen ist die einzig sinnvolle Möglichkeit.

Sein eigenes Herz zu öffnen und ins Vertrauen zu gehen, das ist der Weg dahin.

Dabei können dir folgende Mindsets helfen:

Es gibt keine sichere Beziehung! Du kannst dir nie sicher sein, dass du nicht verletzt wirst. Du kannst dir nie sicher sein, dass du nicht verlassen wirst. Und nur um das Verlassen und verletzt werden zu vermeiden, einen „sicheren“ Partner zu wählen, den du aber gar nicht wirklich liebst – das bringt es auf Dauer auch nicht! Glaube mir, ich spreche aus Erfahrung.

Viel besser ist es, dich im vollem Bewusstsein der Unbeständigkeit der Liebe auf sie einzulassen.

Sicher sein kannst du dir nur deiner eigenen Liebe. Und solange du diese Liebe nicht verlierst, kann dir auch nichts passieren.

Klar ist es immer schmerzhaft, wenn eine wichtige Beziehung kaputt geht. Aber dieser Verlust ist nie lebensbedrohlich. Die einzige Liebe, die du wirklich zum Leben brauchst, ist deine eigene Liebe. Diese Selbstliebe entwickeln, das ist das Fundament für deine Fähigkeit, jemand anders zu lieben und die Liebe einer anderen Person annehmen zu können.

Wenn du dir selbst vertraust, dann kannst du auch anderen vertrauen. Wenn du dir selbst nahe bist, dann kannst du auch anderen nahe sein.

 

Trage dich in meine Mailingliste ein
100% kostenlos 100% Liebe

Mit der Vergangenheit abschließen in 6 Schritten

Mit der Vergangenheit abschließen in 6 Schritten

mit der Vergangenheit abschließenWenn du dazu neigst, Vergangenes ewig lang mit dir rumzuschleppen, dann bist du hier genau richtig. In diesem Artikel geht es darum, warum mit der Vergangenheit abschließen sinnvoll ist und wie es dir gelingen kann.

Es kann so schön sein, an vergangene Tage zurückzudenken. An schöne Momente, die du erlebt hast oder an tolle Dinge, die du geschafft hast. Trotzdem ist es gut, dich nicht allzu sehr mit vergangenen Dingen zu beschäftigen.


1. Schritt: Sinn vom Abschließen klarmachen

Mit der Vergangenheit abschließen ist sinnvoll, weil du sonst unglaublich viel Energie über die Beschäftigung mit ihr verlierst. Du lebst in der Vergangenheit, anstatt in der Gegenwart. Und es gibt nur diesen einen Moment. Das heißt, die Vergangenheit holt dich immer aus dem Jetzt weg. Egal, auf welche Art du dich mit ihr beschäftigst.

Folgen der Beschäftigung mit der Vergangenheit

Wenn du in der Vergangenheit lebst, führt das immer zur Trauer. Genauso wie in der Zukunft leben zu Angst führt. Zufriedenheit, Vertrauen und Liebe – all das kann nur in der Gegenwart stattfinden.

Warum macht das Leben in der Vergangenheit traurig? Wenn du an die Vergangenheit denkst, dann beschäftigst du dich vielleicht mit den unangenehmen traumatischen Dingen, die dir zugestoßen sind. Sachen, die du gerne ungeschehen hättest. Lebensereignisse oder Menschen, mit denen du haderst. Du hättest es gerne anders gehabt und kämpfst damit, dass es so gelaufen ist, wie es gelaufen ist. Du holst dir also die Trauer aus der Vergangenheit in die Gegenwart. Du bist traurig wegen etwas, was schon lange vorbei ist.

Oder du denkst an die guten alten Zeiten. So nach dem Motto: „Früher war alles besser.“ Du glorifizierst die Vergangenheit und schwelgst in schönen Erinnerungen. Und natürlich darf man auch mal an Schönes zurückdenken, keine Frage. Aber wenn du dich übermäßig viel mit der schönen Vergangenheit beschäftigst, dann hat das fatale Folgen. Du lebst dann nämlich weniger gerne in der Gegenwart.

Das ist genauso als wenn du übermäßig viel eine Serie guckst oder ein Buch liest. Du versetzt dich in eine schöne Welt, die aber nicht deine aktuelle Welt ist und es geht dir schlecht, wenn du irgendwann wieder zurück in deine Welt kommst. In dem Moment, in dem du völlig in die andere Welt eintauchst, geht es dir natürlich gut. Aber zurück im Jetzt geht es dir schlechter als vorher. Vielleicht erinnerst du dich daran, als du einmal total in eine Serie oder ein Buch abgetaucht bist und dann mit einem komischen Gefühl wieder zurück in dein Leben gekommen bist als die Serie vorbei oder das Buch ausgelesen war. Und genauso ist es auch bei der Beschäftigung mit der Vergangenheit. Selbst wenn du dich mit schönen Teilen deiner Vergangenheit beschäftigst, führt das letztendlich im Hier und Jetzt zur Trauer. Es geht dir dadurch schlecht.

Identifikation mit deiner Geschichte

deine Geschichte loslassenViele Menschen beschäftigen sich auch deswegen mit der Vergangenheit, weil es ihnen vermeintlich Sicherheit gibt. Sie denken: „Ich bin meine Geschichte. Ich bin die Person, der dieses oder jenes widerfahren ist.“ Aus ihrer Geschichte, aus ihrem biografischen Werden heraus ziehen sie ihr Ich-Gefühl.

Und natürlich speist sich ein Teil deiner Identität aus deiner Vergangenheit. Sich davon immer freier zu machen, halte ich persönlich für sehr gewinnbringend. Aber eine kleine Rolle wird deine Geschichte vielleicht immer spielen. Dass du aus der und der Familie kommst. Dass du dann und dann das und das erlebt hast. Du erklärst dir durch deine Vergangenheit, wie du bist. Was auch nicht immer falsch ist. Es kann durchaus dabei helfen, dich selbst zu verstehen. Nur solltest du dich nicht durch deine Geschichte zum Opfer machen und sagen: “Ich kann das nicht. Mir ist damals dieses und jenes zugestoßen, was es für mich absolut unmöglich macht. Für andere Menschen ist das vielleicht möglich, für mich aber nicht.“

Auch wenn unsere Erfahrungen, die wir in der Vergangenheit gemacht haben, sich manchmal wie Begrenzungen anfühlen; unmöglich ist deshalb nichts. Du kannst lernen, zu vertrauen. Auch wenn dein Vertrauen als Kind missbraucht wurde. Du kannst lernen, zu lieben. Auch wenn dich deine Eltern früher nicht geliebt haben. Und diese Liste könnte ich endlos so weiterführen. Du bist nicht deine Geschichte. Und es liegt an dir, nicht zuzulassen, dass dir deine Vergangenheit die Zukunft diktiert.

Wenn du die Vergangenheit loslässt, lässt du auch das Gewicht von ihr hinter dir. Du bist frei und unbeschwert im Moment.

Hört sich gut an? Ja, das finde ich auch.

Bleibt nur die Frage, wie das gelingen kann. Mit der Vergangenheit abschließen fühlt sich in manchen Lebensphasen geradezu unmöglich an.

Doch mit Bewusstsein und ein bisschen innerer Arbeit wird es dir gelingen, deine Vergangenheit loszulassen.


2. Schritt: Genau definieren, was aus der Vergangenheit dich beschäftigt

Zunächst einmal ist es notwendig, dir genau klarzumachen, was du eigentlich loslassen willst. Jetzt wirst du vielleicht sagen: „Na, meine Vergangenheit halt. Das, was mich belastet.“

Es ist trotzdem gut, es ganz genau zu benennen. Die große dunkle undefinierte Masse in kleine konkrete Ereignisse, Personen und Situationen aufzudröseln.

Entmystifiziere das, was dich belastet. Und das, indem du ihm einen Namen gibst.

Setze dich einmal in einer ruhigen Stunde (oder am besten jetzt sofort) hin und überlege: Was belastet dich alles immer noch? Was genau ist es, womit du gerne abschließen willst.

Begegne dem, was gefühlt und gesehen werden will. Wenn du einen Schmerz nicht wahrhaben willst, dann begegnet er dir immer wieder. Die ungelöste Vergangenheit erschafft in der Gegenwart wieder ein ähnliches Drama, einen ähnlichen Schmerz, um dich darauf aufmerksam zu machen. Sie schreit verzweifelt danach, gesehen zu werden

Also mache dem ein Ende, indem du deinen Dämonen ins Gesicht schaust.

Was passiert dir aus deiner Vergangenheit immer wieder? Landest du zum Beispiel immer wieder in ähnlichen missbräuchlichen Beziehungen? Gibt es irgendwelche Muster in deinem Leben allgemein oder in deinen Beziehungen, die sich immer wiederholen? Dann ist hier mit ziemlicher Sicherheit ein ungelöstes Muster aus deiner Vergangenheit am Werk. Schau es dir an. Liebevoll, aber ehrlich.


3. Schritt: Konkrete Aktionen zum Abschluss

Was kannst du jetzt konkret noch tun, um die Sache abzuschließen? Kannst du zum Beispiel eine Person nicht loslassen, weil du ihr unbedingt noch etwas sagen willst? Vielleicht hast du dich nie bei jemandem entschuldigt, obwohl es dir leid tut. Oder du hast deine Meinung gegenüber jemand anderem nie ausgedrückt und das belastet dich. Vielleicht fühlst du dich von jemandem schlecht behandelt und du wolltest ihn schon immer mal fragen: „Warum hast du das gemacht?“ Damit kommst du raus aus der Opferrolle.

Das sind alles Beispiele für Situationen, wo du jetzt konkret noch etwas tun kannst, um mit der Vergangenheit abschließen zu können.

Also überlege einmal, was für Dinge es sind, die dich nicht loslassen. Gibt es jetzt, hier und heute noch etwas, was du tun kannst, um die Sache zu bereinigen?

Wenn ja, dann tu es. Trau dich und komm in Aktion!

Und wenn nicht, dann gehe über zu Schritt 4.


4. Schritt: Fühle den Schmerz

Was auch immer passiert ist, du kannst es nur durch das Fühlen des damit verbundenen Schmerzes loslassen. Wenn wir mit etwas hadern und es nicht loslassen können, dann kämpfen wir gegen unsere Gefühle. Nur wenn du gerade deine Gefühle nicht fließen lässt, fällt dir das Loslassen schwer.

Also ist das Fühlen des Schmerzes unausweichlich.

Nur, wenn du durch den Schmerz hindurchgehst, dann kannst du ihn auch loslassen.

Weine, so viel du weinen willst.

Zeit heilt nicht alle Wunden, sondern das Fühlen von dem, was passiert ist.

Und wenn es damals so schön war und du traurig bist, weil es jetzt anders ist, dann kannst du auch diesen Schmerz bejahend fühlen.


5. Schritt: Akzeptanz dessen, was passiert ist

Wenn du alles getan hast, was noch offen war und deinen Schmerz gefühlt hast, dann bleibt dir nur noch die Akzeptanz.

Akzeptiere die Vergangenheit, so wie sie ist. Du kannst sie nicht mehr ändern. Es ist schon passiert. Es hat keinen Zweck, damit zu hadern.

Mache dir klar, dass die Vergangenheit vorbei ist. Diese Tür ist zu. Für immer.

Dieses Bild mit der Tür hat mir wirklich geholfen, die Vergangenheit loszulassen. Stelle dir vor, dass deine Vergangenheit hinter einer Tür liegt. Weil es aber nun die Vergangenheit ist, ist diese Tür für immer verschlossen. Du kannst sie nicht mehr öffnen.

Die Vergangenheit ist etwas Totes.

Mit der Vergangenheit abschließen ist deshalb das einzig Logische.

Vergangenheit loslassen


6. Schritt: Eine Therapie machen

Vielleicht gibt es auch so große und schwierige Themen in deiner Vergangenheit, dass du bei der Bewältigung Hilfe brauchst.

Eine Therapie zu machen, kann dir ungemein beim mit der Vergangenheit abschließen helfen. Es gibt traumatische Ereignisse, bei dessen Aufarbeitung wir Hilfe brauchen. Und das ist auch in Ordnung so.

Ich würde sowieso jedem Menschen empfehlen, mal eine Therapie zu machen. Schaden kann es nicht und ich habe noch nie in meinem Leben jemanden getroffen, bei dem es nicht irgendwas zu therapieren gäbe. Neben der Aufarbeitung deiner Vergangenheit kann eine Therapie dir auch helfen, Muster zu verändern und einen besseren Zugang zu deinen Gefühlen zu entwickeln.

Ob du nun eine Therapie machen willst oder nicht: Die vorherigen 5 Schritte können dir in jedem Fall beim mit der Vergangenheit abschließen helfen.


Fazit zum Abschließen der Vergangenheit:

Das bearbeiten, was du wirklich bearbeiten kannst. Das loslassen, was du nicht ändern kannst.

Und dann lebe in Frieden. Lebe im Hier und Jetzt.




Bist du es leid, dass dich deine Angst in manchen Situationen gefangen hält?

Gibt es Vieles, was du dich gern endlich mal trauen würdest?

Lerne, deine Ängste zu umarmen und aus dem Gefängnis Komfortzone auszubrechen. In diesem Online-Kurs wirst du in mehreren Lektionen durch einen transformativen Prozess geleitet.


Der Online-Kurs Komfortzone verlassen bietet dir:

Dieser Online-Kurs unterstützt dich dabei, deine Komfortzone nachhaltig zu erweitern.

Er gibt dir Werkzeuge dafür an die Hand, deine Komfortzone Stück für Stück zu verlassen – egal in welchem Bereich.

Du wirst im Online-Kurs Komfortzone verlassen in 5 verschiedenen Lektionen sanft dabei angeleitet, deine Komfortzone zu verlassen.

Mehr zum Kurs

Wunscherfüllung – Was steht hinter meinen Wünschen?

Wunscherfüllung – Was steht hinter meinen Wünschen?

Wie genau funktioniert das eigentlich mit der Wunscherfüllung und warum sind mir manche meiner Wünsche so wichtig?

Diesen Fragen widme ich mich in diesem Artikel.

Wir alle haben zu jedem Zeitpunkt in unserem Leben eine Menge Dinge, die wir uns wünschen. Manche Dinge wünschen wir uns ganz dringend und tun viel dafür, uns diese Wünsche zu erfüllen. Manche Wünsche sind eher unwichtig und wir denken nur ab und zu an sie.

Die Dinge, die wir Menschen uns wünschen, sind sehr unterschiedlich. Wahrscheinlich wünsche ich mir ganz andere Sachen als du dir wünscht.

Trotzdem ist es möglich, allgemeine Aussagen darüber zu tätigen, was Wünsche sind.

 

Wunscherfüllung

 

Das Bedürfnis hinter dem Wunsch

All unsere Wünsche haben eine riesige Gemeinsamkeit:

Sie sind Strategien zur Bedürfniserfüllung.

Ich wünsche mir immer etwas, weil ich mir von dieser Sache die Erfüllung eines Bedürfnisses verspreche.

Wie genau meine ich das?

Zum Beispiel kann es sein, dass ich mir wünsche, reich und berühmt zu sein. Ich möchte gerne erfolgreich sein, in der Öffentlichkeit stehen und ganz viel Geld dabei verdienen. Geht es jetzt hierbei wirklich um die Sache an sich?

Geht es wirklich bei meinem Wunsch um das reich und berühmt sein an sich?

In Wirklichkeit geht es bei meinem Wunsch vielmehr darum, welches Gefühl ich mir davon verspreche, in diesem Zustand zu sein.

Ich könnte mir zum Beispiel das Gefühl davon versprechen, von anderen anerkannt zu sein und mich dadurch gut zu fühlen. Das heißt, eigentlich geht es mir nicht wirklich darum, reich und berühmt zu sein. Zumindest nur auf einer sehr oberflächlichen Ebene.

Eigentlich geht es mir bei meinem Wunsch um mein Bedürfnis nach Anerkennung.

Mich beim Ziele setzen aufs reich und berühmt zu werden zu konzentrieren, soll mir nur dabei helfen, mir dieses Gefühl in mein Leben zu holen.

Ein anderes Beispiel für einen Wunsch, den viele Menschen haben, ist ein eigenes Haus. Ist es jetzt wirklich so etwas Tolles, ein eigenes Haus zu besitzen?

Oder geht es vielleicht auch bei diesem Wunsch um etwas ganz Anderes?

Bei dem Wunsch nach einem eigenen Haus kann es zum Beispiel um die Erfüllung von meinem Bedürfnis nach Sicherheit gehen.

Es kann sein, dass ich mit einem Haus Geborgenheit und Sicherheit verbinde und mir deshalb wünsche, ein eigenes Haus zu besitzen.

Es geht also bei meinen Wünschen nicht um den eigentlichen Wunsch, sondern um etwas, was dahinter steht.

Die blinde Wunscherfüllung eines Hauses oder auch danach, reich und berühmt zu sein, bringt mich deshalb oft nicht weiter.

Denn nur weil ich einer Sache die Macht zuspreche, in mir ein Gefühl hervorzurufen, ist das noch lange nicht so.

Es kann sein, dass ich mir von etwas die tollsten Gefühle erhoffe. Wenn ich nur XY habe, dann fühlt es sich ganz anders an. Vielleicht tritt der erhoffte Zustand gar nicht ein. Vielleicht hält er auch nur ganz kurz an und dann macht sich wieder die große Leere in mir breit.

All das kann passieren, wenn ich mich nur auf meine Wunscherfüllung konzentriere, ohne mir klar zu machen, was eigentlich hinter meinem Wunsch steht.

 

Trage dich in meine Mailingliste ein
100% kostenlos 100% Liebe

 

Umgang mit Wünschen

Wenn ich nun weiß, dass es bei meinem Wunsch gar nicht wirklich um die Sache selbst geht, sondern um die Erfüllung eines Bedürfnisses, soll ich dann überhaupt in meine Wunscherfüllung investieren?

Oder soll ich meinen Wunsch einfach ignorieren?

Wie meistens liegt die Lösung irgendwo in der Mitte.

Ich sage nicht, dass es gar keinen Sinn macht, sich seine Wünsche zu erfüllen. Es macht Sinn – jedoch nur begrenzt.

Ich sollte mir immer beim Versuch der Wunscherfüllung bewusst machen, welches Gefühl ich mir von meinem Wunsch verspreche.

Und dann stellt sich meistens schon ein Aha-Effekt ein und vielleicht ändert sich dadurch auch mein Verhältnis zu dem Wunsch.

Ich kann mich auch innerlich in einer Meditation in den Zustand versetzen, in dem mein Wunsch erfüllt ist. Und in dieser Meditation fühle ich das Gefühl, was ich mir wünsche.

Somit ist mein Wunsch in diesem Moment erfüllt.

Und warum sollte das weniger wert sein, als im Außen etwas zu haben, was dieses Gefühl in mir auslöst?

Deine Gefühle sind in dir. Du bist dazu fähig, Liebe zu empfinden. Das ist der Grund, aus dem du Liebe empfindest und nicht wegen dem Menschen, den du liebst. Es mag sich vielleicht so anfühlen, als wenn du wegen diesem Menschen Liebe empfindest. Aber in Wirklichkeit empfindest du Liebe, weil die Liebe in dir ist.

Und genauso ist es auch mit all den anderen Gefühlen, die du dir durch deine Wünsche in dein Leben holen willst. Sie sind in dir und irgendwelche äußeren Sachen helfen dir nur, sie zu fühlen.

Und wenn du nun lernst, dir diese Gefühle selbst zu erschaffen, dann bist du damit unabhängig. Du wirst frei von den Sachen, nach denen du im Außen strebst, weil du weißt, dass du nicht auf sie angewiesen bist.

Zuletzt noch ein Buchtipp für alle, die noch tiefer in dieses Thema einsteigen möchten: In Safi Nidiayes: „Der entscheidende Schritt: Das letzte Geheimnis der Wunscherfüllung“ geht es genau um das, was hinter den Wünschen steht und wie du noch mehr dahin kommst, dir selbst deine Wünsche zu erfüllen.

 

Komfortzone verlassen: Raus aus den alten Schuhen!

Komfortzone verlassen: Raus aus den alten Schuhen!

„Dein Leben beginnt dort, wo deine Komfortzone endet.“ –unbekannt

Deine Komfortzone zu verlassen und das Leben zu führen, das du dir wünscht – dabei möchte ich dich mit diesem Artikel unterstützen. Mit unserer Komfortzone verhält es sich oft so wie mit einem gemütlichen Bett: Wir bleiben viel zu lange drin liegen, weil es einfach so bequem ist. Und je länger wir liegen bleiben, desto schwerer fällt es, aufzustehen. Wenn du sofort aus dem Bett springst, sobald der Wecker geklingelt hat, fällt das Aufstehen viel leichter, als wenn du liegen bleibst. Aus fünf Minuten werden dann ganz schnell zehn und aus zehn Minuten werden ganz schnell dreißig.

Genauso ist es mit unserer Komfortzone: Wenn wir es uns zur Angewohnheit gemacht haben, sie selten zu verlassen, dann wird es immer schwerer, aus ihr herauszukommen. Das ist das Fatale an der Geschichte. Denn, wenn ich nichts tue, um meine Komfortzone aktiv zu erweitern, dann bleibt sie nicht etwa gleich groß, sie wird immer kleiner.

Denn Stillstand ist Rückschritt und wenn wir nichts tun, dann tun wir damit in Wahrheit doch etwas.

Doch erst einmal back to the basics:

Was genau ist deine Komfortzone?

Deine Komfortzone ist der Bereich, in dem du dich wohl fühlst. Es ist der Bereich, in dem dir alles vertraut ist. Du fühlst dich hier wohl, weil dir alles bekannt ist. Du fühlst du dich geborgen und du musst keine Energie ausgeben. Du kennst die Situation schon, musst dir keine Gedanken machen und empfindest wenig Angst und Aufregung.

Gewohnheit ist leben im Energiesparmodus.

Das kann ganz schön verführerisch sein. Die meisten Menschen lassen sich davon zumindest verführen.

Kurzfristig gedacht scheint das Leben in der Komfortzone die klügere Wahl zu sein. Du vermeidest Angst und Anstrengung. Es fühlt sich einfach gemütlicher an.

Langfristig gedacht ist das Leben in der Komfortzone dann allerdings nicht mehr die beste Wahl.

Gründe, die Komfortzone verlassen

Komfortzone verlassenDenn langfristig gesehen macht uns das Leben in der Komfortzone unfrei. Wenn wir unsere Komfortzone selten verlassen, dann wird sie zum Gefängnis. Sie diktiert uns dann unser Leben. Sie bestimmt dann, was möglich ist und was nicht möglich ist.

Und das ist doch blöd oder?

Wenn du gerne etwas tun willst, dann solltest du es auch tun können.

Doch je seltener du deine Komfortzone verlässt, desto weniger kannst du es.

Jedes Mal, das du einer Angst nachgibst, wird es beim nächsten Mal schwerer machen, dich ihr zu stellen.

Innerhalb der Komfortzone fühlen wir uns zwar sicher, aber das, was wir wollen, befindet sich leider oft ganz woanders.

Vor dem Problem stand ich sehr oft in den letzten Jahren. Ich wusste genau, was ich wollte und ich wusste auch genau, dass ich mich unglaublich krass überwinden muss, um dorthin zu kommen. Ich wusste genau, dass es erst einmal total unangenehm und kräftezehrend werden würde, bevor ich da bin, wo es sich gut anfühlt.

Aber was soll ich sagen – es hat sich einfach jedes Mal total gelohnt! Und mittlerweile ist meine Komfortzone gefühlte dreitausend Quadratkilometer größer als noch vor zehn Jahren und das habe ich nur mir selbst und meinem mutig sein zu verdanken. Ich bin viel freier als früher und lebe meine eigene Wahrheit. Natürlich gibt es auch jetzt noch Sachen, die mir schwerfallen, aber es sind viel weniger als früher und ich bin viel eher bereit, mich ihnen zu stellen.

Doch wie funktioniert das nun mit dem Komfortzone verlassen?

Wege, um deine Komfortzone zu verlassen

Der Weg raus aus der Komfortzone und rein ins Leben ist ein Herzensweg. Es ist ein Weg, der uns am Anfang viel Überwindung kostet.

Komfortzone verlassen

Wenn du beginnst, mit vorsichtig tapsenden Schritten deine Komfortzone hier und da mal zu verlassen, dann wird sich das am Anfang vielleicht etwas falsch anfühlen. Eine Stimme flüstert dir leise zu: „Das ist doch Blödsinn. Dir geht es gerade total schlecht und das ist alles voll anstrengend und gar nicht so toll, wie du es dir vorgestellt hast. Gib auf. Dreh dich um und geh zurück! So schlecht ist dein Leben doch gar nicht.“ Es ist die Stimme des Kopfes. Die Stimme der Gewohnheit. Sie will Kontrolle, sie will Sicherheit. Deshalb versucht sie alles, um dich davon zu überzeugen, dass doch eigentlich alles ganz ok so ist, wie es ist und wie es schon immer war.

Fall nicht darauf rein.

Denn klar, es ist am Anfang mit vielen unangenehmen Gefühlen verbunden, deine Komfortzone zu verlassen, aber das wird besser.

Also: Beim Verlassen der Komfortzone musst du zuallererst einmal damit rechnen, inneren Widerständen zu begegnen und dich ihnen zu stellen. Nur, wenn du es erfolgreich schaffst, dich diesen inneren Anteilen zu stellen, kann es dir auch gelingen, deine Komfortzone zu verlassen.

Außerdem ist es wichtig, dass du Veränderung richtig dosierst. Wenn du direkt zu ehrgeizig bist und zu große und zu viele Schritte machst, dann bekommst du Panik und bist überfordert. Was ja auch verständlich ist.

Du solltest deine Aktionen so wählen, dass du innerlich immer halbwegs mitkommst. Lieber einen kleineren Schritt machen. Lieber mal eine Pause machen. Hauptsache, du bleibst dran und bist kontinuierlich in Aktion. Veränderung geht sowieso nur langsam und das Verlassen deiner Komfortzone ist eine sehr große Veränderung. Gönne dir die Zeit, die du dafür brauchst. Bewahre dir dein achtsames Selbstmitgefühl auf diesem Weg.

Überfordere dich nicht. Das Ziel ist ja, langfristig etwas zu verändern und das erreichst du eher, wenn du regelmäßig kleine Schritte gehst als unregelmäßig riesige Schritte. Das „zu viel machen“ kann sonst auch ganz schnell dazu führen, dass du so überfordert bist, dass du gar nichts mehr machst und deinen neuen Weg wieder ganz aufgibst. Also mache lieber kleine Schritte und nehme deine Gefühle dabei mit. Nimm deine Ängste dabei mit und gib ihnen liebevoll Raum.

In welchem Bereich möchtest du deine Komfortzone verlassen?

Willst du dich zum Beispiel trauen, alleine auf eine Veranstaltung zu gehen? Willst du in einer Diskussion deine Meinung vertreten und damit raus aus der Opferrolle kommen? Willst du den Job wechseln und etwas Neues wagen?

Trage dich in meine Mailingliste ein
100% kostenlos 100% Liebe

Was auch immer es ist: Mache dir einen realistischen Plan. Überlege dir genau, in welchem Bereich du deine Komfortzone verlassen willst und wie kleine Schritte in diese Richtung aussehen könnten.

Und dann mache den ersten Schritt, einen Babystep. Und dann noch einen. Und noch einen.


Meinst du es ernst mit dem Komfortzone verlassen? Dann hol dir jetzt meinen neuen Online-Kurs Komfortzone verlassen und starte richtig durch!

Mehr zum Kurs

Lebenskompass: Ziele setzen und erreichen

Lebenskompass: Ziele setzen und erreichen

Ziele können uns Orientierung auf unserem Weg geben. Sie können uns einen Grund geben, jeden Morgen aufzustehen und unser Bestes zu geben. Sie können uns antreiben und uns motivieren.

Wenn wir uns zu sehr auf sie versteifen und ihnen zu verbissen hinterherjagen, können sie uns allerdings auch ziemlich das Leben versauen.

In diesem Artikel geht es darum, wie Ziele dir dienen können. Es geht darum, wie du sie richtig setzt und sie entspannt erreichst, ohne dich von ihnen versklaven zu lassen.

 

Was steht hinter meinem Ziel?

Zunächst einmal ist es gut, dir klarzumachen, warum dir Ziele setzen überhaupt wichtig ist. Meistens geht es bei der Zielerreichung nicht um das eigentliche Ziel, sondern um etwas, was dahinter steht.

Ich kann mir zum Beispiel das Ziel setzen, innerhalb von zwei Jahren beruflich in eine tolle Position zu kommen. Warum ist mir das jetzt so wichtig? Es könnte sein, dass ich mir von der Erreichung dieses Ziels Anerkennung verspreche. Das heißt, ich möchte beruflich in eine gute Lage kommen, damit andere Menschen mir Anerkennung schenken und ich mich dadurch besser fühle.

Tatsächlich verhält es sich mit den meisten Zielen ähnlich. Nur die wenigsten Ziele möchten wir wirklich um ihrer selbst Willen erreichen.

Und das soll jetzt nicht heißen, dass du all deine Ziele aufgeben sollst, weil es ja sowieso nicht um sie geht. Es ist nur gut, sich bewusst zu sein, was hinter dem jeweiligen Ziel steht.

Du kannst dich fragen, ob es vielleicht einen besseren und direkteren Weg gibt, um das zu erreichen, was du gerne erreichen willst. Das heißt, beim Ziele setzen ist es gut, in Dinge zu investieren, die mich wirklich weiterbringen. Mir als Ziel zu setzen, einen Porsche zu fahren, nur um dann nach Jahren des darauf Hinarbeitens festzustellen, dass mich das jetzt gerade mal für zwei Minuten befriedigt hat, ist vielleicht nicht so klug.

Frage dich also, wozu das Erreichen des Ziels dir dienen soll und entscheide dich dann bewusst für oder gegen das Ziel.

Und wähle deine Ziele so, dass sie dich beflügeln. Wähle sie so, dass sie dein inneres Feuer entfachen. Jedes Mal, wenn du etwas für dieses Ziel tust, bist du begeistert und inspiriert. Du tust es gerne. Du tust es mit Freude.

 

Finde die Balance beim Umgang mit Zielen

Lasse dich auch nicht von deinen Zielen versklaven. Es gibt dazu ein sehr schönes Zitat: „Das Ideal werde nicht zur Qual, aber Inspiration sei es uns schon.“ (von unbekannt)

Dieses Zitat spiegelt für mich perfekt den Balanceakt wider, den Ziele setzen und erreichen beinhaltet.

Denn, wenn du gar keine Ziele hast, kommst du auch nirgendwo an. Du treibst durchs Leben wie auf einem Floß durch das Meer. Mal weht der Wind aus dieser Richtung und treibt dich hierhin, mal weht der Wind aus der anderen Richtung und treibt dich dorthin. Du lebst dann reaktiv. Bist dem ausgesetzt, was andere Menschen mit dir machen und was dir passiert im Leben. Das ist für mich auch kein erstrebenswertes Leben. Man könnte jetzt natürlich ganz zen-buddhistisch erwidern, dass es nicht gut sei, etwas zu wollen und Ziele zu setzen. Aber ich glaube, solange ich noch nicht an dem Punkt in meinem Leben bin, ist es schon gut, mir Ziele zu setzen. Und wenn ich irgendwann keine Ziele mehr brauche, weil ich einfach völlig eins bin mit dem, was ist, dann habe ich auch keine mehr.

Bis dahin halte ich jedoch ein gewisses Maß an Zielen für sehr dienlich für meine persönliche und spirituelle Entwicklung.

Die große Gefahr beim Umgang mit Zielen ist, dass ich durch sie zu sehr in der Zukunft lebe. Denn meine Ziele sind immer in der Zukunft. Und wenn ich mich unaufhörlich mit diesen Zielen beschäftige, dann kann es sein, dass ich das Hier und Jetzt verpasse. Diesen wundervollen Augenblick mit all seiner Schönheit und seinen kleinen Glücksmomenten, die sich oft nur zeigen, wenn ich ganz genau hinschaue und präsent bin. Deshalb ist es gut, mich immer mal wieder daran zu erinnern, dass Ziele setzen und erreichen ja schön und gut ist, aber das Leben immer JETZT stattfindet.

Außerdem kann es beim Umgang mit Zielen passieren, dass ich allzu verspannt an die Sache herangehe. Das heißt, dass ich nur auf mein Ziel fokussiert bin und es unbedingt erreichen will, auch gegen alle Widerstände. Was in diesem Fall passiert, ist, dass der Weg bis zum Erreichen des Ziels wahnsinnig qualvoll und ätzend wird und dann stellt sich die Frage, ob es das wert war. Dazu kommt noch, dass sich Ziele meistens eben nicht manifestieren lassen, wenn ich mit ganz viel Druck daran gehe. Meistens klappt es genau dann nicht. Und in dem Moment, in dem ich es schaffe, loszulassen, da läuft es auf einmal wie von selbst und das Ziel kommt zu mir. Das ist mir schon super oft passiert und ich hab mich dann immer gefragt: „Was, so einfach geht das? Und ich hab die ganze Zeit so sehr gekämpft und nichts ist passiert…“ Also, ein gewisses Maß an Gelassenheit hilft beim Umgang mit Zielen auch.

Zuletzt noch der Tipp: Erwarte nicht zu schnell zu viel von dir und vom Leben. Viele Ziele brauchen einfach etwas Zeit, bis du sie erreichen kannst. Setze dir realistische Ziele und realistische Zeiträume, in denen du sie erreichen willst. Geh jeden Tag ein kleines Stück weiter und versuche dich dabei in einer Haltung von entspannter Begeisterung zu üben.

 

Kompensationsmechanismen – Was mache ich anstatt zu fühlen?

Kompensationsmechanismen – Was mache ich anstatt zu fühlen?

Ich glaube, dass wir alle sehr viele Angewohnheiten haben, die der Vermeidung von unangenehmen Gefühlen dienen. Oft laufen diese Kompensationsmechanismen unbewusst ab und uns ist gar nicht klar, was wir gerade tun.

Häufig ist die Tafel Schokolade schon aufgegessen, da fragen wir uns erst, warum wir gerade eine ganze Tafel gegessen haben und nicht irgendwann zwischendrin aufgehört haben zu essen. Oft ist es schon spät nachts und wir haben anstatt einer Folge der Serie ganz viele geguckt, da fragen wir uns erst, warum wir nicht nach einer Folge aufgehört haben. Oft ist das Geld schon sinnlos für irgendwas Materielles ausgegeben, da fragen wir uns erst, warum wir uns diesen Kram, den wir gar nicht brauchen, jetzt gerade unbedingt kaufen mussten.

All das sind Beispiele für Kompensationsmechanismen.

Dinge, die wir tun, anstatt zu fühlen.

Wir essen unsere Gefühle. Wir gucken Fernsehen, um von unseren Gefühlen abgelenkt zu sein. Wir kaufen uns glitzernde Dinge, um ein inneres Loch zu stopfen und uns für einen kleinen Moment lang durch diese neue Sache gut zu fühlen.

Nur um dann nach kurzer Zeit festzustellen, dass das jetzt gerade eine sehr kurz anhaltende Lösung war.

Denn genau das ist das Problem mit Kompensationsmechanismen: Für kurze Zeit haben wir durch sie ein besseres Gefühl. Für kurze Zeit scheint das unangenehme Gefühl vergessen. Vielleicht reden wir uns sogar ein, dass es ganz weg ist.

Doch was passiert danach? Durch unser „weg machen“ wollen des Gefühls wird es erst einmal nach unten gedrückt. Wir überlagern es mit irgendetwas anderem und zunächst scheint das auch zu funktionieren.

Doch durch das Unterdrücken geht das Gefühl nicht weg. Es löst sich nicht auf.

Ganz im Gegenteil: Es kommt stärker zurück.

Alles, was wir unterdrücken, sammelt sich in uns.

Du kannst dir deine unterdrücken und nicht gefühlten Gefühle wie ein brodelndes Lavabecken tief in dir drin vorstellen.

Jedes Mal, das du wieder nicht bereit bist, zu fühlen, füllt sich das Becken mehr.

Und mehr und mehr.

Bis es irgendwann überquillt.

Und dann rächt sich das nicht fühlen Wollen des Gefühls fürchterlich. Das Gefühl manifestiert sich in Form eines Schmerzes oder einer Krankheit.

Es ist ein Schrei des Gefühls nach bejahender Aufmerksamkeit.

Und mehr will das Gefühl auch gar nicht. Egal, um welches Gefühl es sich handelt. Ob es Angst ist oder Wut oder Scham oder Schuld. All diese Gefühle – so unangenehm sie sich auch anfühlen mögen – wollen nur deine liebevolle Aufmerksamkeit. Sie wollen, dass du wie eine Mutter und wie ein Vater liebevoll zu ihnen sagst: „Ihr dürft alle da sein!“

Stelle dir vor, dass du wie ein Gasthaus bist und deine Gefühle sind deine Gäste. Jedes von ihnen ist nur zu Besuch da. Deshalb brauchst du auch keine Angst vor ihnen zu haben. Sie kommen und sie gehen.

Trage dich in meine Mailingliste ein
100% kostenlos 100% Liebe

 

Ich weiß, dass es im ersten Augenblick oft leichter scheint, den Weg des Kompensierens zu gehen als den Weg des Fühlens. Ich mache das auch immer noch oft genug. Aber all deine Kompensationsmechanismen können dir immer nur kurzfristig Erleichterung verschaffen. Langfristig machen sie allerdings alles nur noch schlimmer.

Das Essen, das du isst anstatt zu fühlen, macht deinen Körper schwerer und schlapper. Wenn du etwas isst, was dein Körper gerade nicht braucht, dann tut ihm das nicht gut. Es entzieht ihm Energie und legt ihn lahm. Dazu kommt, dass dieser Kompensationsmechanismus zur Folge haben kann, dass es dir schwerer fällt, das Aussehen von deinem Körper zu lieben.

Die Serien, die du bis tief in die Nacht schaust, verhindern, dass du genug Schlaf bekommst. Außerdem entfernen sie dich oft vom Hier und Jetzt und verhindern, dass du mit deinem eigenen Leben zufrieden bist.

Die Sachen, die du kaufst, obwohl du sie nicht brauchst, machen dich immer abhängiger von Konsumgütern und erfordern immer mehr Geld. Das heißt, dein Lebensstandard steigt und du bist immer mehr auf Geld angewiesen und verlierst dadurch ein Stück Freiheit.

All diese Kompensationsmechanismen sind also keine Lösungen für deine Probleme, sondern schaffen vielmehr immer neue Probleme.

Viel leichter ist es da doch eigentlich, das Gefühl in liebevollem Gleichmut da sein zu lassen oder? Zu sagen: „Hey Gefühl, du bist zwar echt unangenehm, aber ich weiß, dass du mir nichts tust und ich gebe dir jetzt einfach mal ein bisschen Raum und vertraue darauf, dass du dann auch wieder gehst.“

Ich lade dich dazu ein, das nächste Mal, wenn du dich bei einem deiner Kompensationsmechanismen ertappst, innezuhalten und dich zu fragen: „Welches Gefühl steckt dahinter, dass ich das jetzt gerade tun will?“

Und dann sei still und mutig und lausche der Antwort.

Widme dich den Ursachen anstatt den Symptomen. Dir zuliebe.



Bist du es leid, dass dich deine Angst in manchen Situationen gefangen hält?

Gibt es Vieles, was du dich gern endlich mal trauen würdest?

Lerne, deine Ängste zu umarmen und aus dem Gefängnis Komfortzone auszubrechen. In diesem Online-Kurs wirst du in mehreren Lektionen durch einen transformativen Prozess geleitet.

Der Online-Kurs Komfortzone verlassen bietet dir:

Dieser Online-Kurs unterstützt dich dabei, deine Komfortzone nachhaltig zu erweitern.

Er gibt dir Werkzeuge dafür an die Hand, deine Komfortzone Stück für Stück zu verlassen – egal in welchem Bereich.

Du wirst im Online-Kurs Komfortzone verlassen in 5 verschiedenen Lektionen sanft dabei angeleitet, deine Komfortzone zu verlassen.

Mehr zum Kurs

Wie Glaubenssätze dir dienen können

Wie Glaubenssätze dir dienen können

Glaubenssätze – was genau ist das eigentlich und wie können wir sie als Instrument für unsere persönliche Entwicklung nutzen? Dieser Frage widme ich mich in diesem Blogartikel.

Erst einmal sind Glaubenssätze ganz neutral Annahmen, die du über die Realität hast. Glaubenssätze sind Sätze, die du über dich, über das Leben und über andere Menschen glaubst.

Dadurch, dass du sie glaubst, bekommen sie Macht.

Ihre Neutralität verlieren Glaubenssätze dadurch, dass sie uns meistens dann auffallen, wenn sie negative Auswirkungen haben. Meistens bemerken wir einen Glaubenssatz dann, wenn wir das Gefühl haben, dass er uns einschränkt.

 

 

Warum sind Glaubenssätze so machtvoll?

Machtvoll sind sie deshalb, weil sie bestimmen, wie du die Realität interpretierst.

Es gibt nicht die EINE Realität.

Wenn du in einem Raum voller Leute bist, erleben alle Menschen gerade etwas völlig Unterschiedliches. Auch wenn sich objektiv gesehen erst einmal nur eine Situation abspielt.

Aber wir alle haben unsere ganzen Filter und Prägungen, die zusammen die Brille formen, durch die wir die Welt sehen.

Einer dieser Filter sind unsere Glaubenssätze.

Wenn ich zum Beispiel den Glaubenssatz habe: „Andere Menschen lehnen mich ab.“, dann bildet dieser Glaubenssatz einen Filter durch den ich die Realität wahrnehme.

Das heißt, zwischen der Realität und mir steht immer meine Wahrnehmung, meine Bewertung.

Und wenn ich glaube, dass andere Menschen mich ablehnen, werde ich unbewusst immer nach Anzeichen Ausschau halten, die mir das bestätigen. Es kann zum Beispiel sein, dass mir an einem Tag drei Leute signalisieren, dass sie mich akzeptieren. Ein Mensch jedoch signalisiert mir am selben Tag, dass er mich ablehnt.

Durch meinen Filter „Andere Menschen lehnen mich ab“, bewerte ich den einen Menschen, der mich ablehnt, viel höher als die drei Menschen, die mich akzeptieren.

Am Ende des Tages erinnere ich mich womöglich nur noch an den einen Menschen, der mich ablehnt. Die drei Menschen, die mich akzeptieren, habe ich entweder schon lange vergessen oder ich habe von Anfang an gar nicht wahrgenommen, dass sie mir Akzeptanz signalisiert haben. Sich selbst akzeptieren scheint nun unmöglich.

 

Realität ———–> Bewertung ———-> Was bei mir ankommt

 

Glaubenssätze bestimmen also, wie du die Realität interpretierst. Das ist der erste Grund für ihre Macht.

Der zweite Grund ist, dass sie dein Verhalten beeinflussen. Sie beeinflussen dein Verhalten, so dass du selbst die Realität produzierst, an die du glaubst.

Wenn du beispielsweise davon überzeugt bist, dass das Leben schwer ist, dann wirst du dir auch das immer wieder beweisen. Es kann zum Beispiel sein, dass du durch diesen Glaubenssatz immer wieder selbst dein Leben in eine schwere Richtung lenkst.

Wenn das Leben mal ganz leicht ist, dann kollidiert es mit deinem Glaubenssatz und du triffst irgendeine Entscheidung, die dein Leben wieder schwer macht. Eine Entscheidung, die den Kampf zurück in dein Leben bringt.

Glaubenssätze bestimmen also nicht nur, wie du die Realität wahrnimmst. Sondern sie führen im Sinne einer self-fulfilling prophecy dazu, dass du selbst deine Realität so beeinflusst, dass du dir deine Glaubenssätze immer wieder bestätigst. Und am Ende kannst du dann sagen:

„Siehst du, das Leben ist schwer. Hab ich doch gesagt.“

„Siehst du, andere mögen mich nicht. Wusste ich doch.“

 

Wie entstehen Glaubenssätze?

Doch wie kommen wir überhaupt erst einmal zu diesen ganzen Glaubenssätzen, die irgendwo tief in uns rumwabern und uns das Leben manchmal ganz schön schwer machen können?

Wie immer sind daran die Eltern schuld. Nein, Spaß beiseite.

Natürlich werden die meisten Glaubenssätze schon relativ früh angelegt und natürlich werden sie oft durch enge Bezugspersonen geprägt. Das kann aber zum Beispiel auch eine Kindergärtnerin sein, die mir zu verstehen gibt, dass es als Mädchen für mich angemessener wäre, mit Puppen zu spielen. Daraus kann ich dann den Glaubenssatz entwickeln:

„Mädchen sind anders als Jungs.“

Oder: „Als Mädchen stellen andere rollenspezifische Erwartungen an mich.“

Glaubenssätze können sich aus Sätzen entwickeln, die ganz konkret jemand oft zu mir gesagt hat. Es kann aber auch sein, dass ich sie aus dem Verhalten von jemandem abgeleitet habe.

Zum Beispiel kam mein Vater früher immer ganz geschafft von der Arbeit nach hause und hat dann den restlichen Tag alles getan, um sich zu entspannen und zu regenerieren. Es war ganz offensichtlich für mich als Kind, dass Arbeit ätzend und anstrengend ist und man seine Freizeit fast ausschließlich dafür benötigt, sich von dieser ätzenden Arbeit einigermaßen wieder zu erholen.

Glaubenssätze, die ich daraus entwickelt habe, sind zum Beispiel:

„Arbeit ist anstrengend.“

Und: „Freizeit ist Erholung von Arbeit.“

Dass diese Glaubenssätze nicht gerade zu einem erfüllten und balancierten Leben führen, dürfte relativ offensichtlich sein.

 

Wie kann ich Glaubenssätze für mich nutzen?

Ich lade dich dazu ein, einmal bei dir Inventur zu machen.

Was glaubst du über dich und das Leben? Was davon empfindest du als hinderlich? Was davon empfindest du als positiv und stärkend?

Mache dir einmal klar, wie es um deine Glaubenssätze bestellt ist und welche besonders wichtig sind.

 

Glaubenssätze

 

Es gibt Glaubenssätze verschiedener Ebenen und verschiedener Bereiche.

So haben wir zum Beispiel solche, die uns selbst betreffen. Wir haben aber auch solche, die unsere Beziehungen betreffen. Und wir haben solche, die andere Menschen betreffen und solche, die das Leben an sich betreffen. Wir haben Glaubenssätze, die unser Arbeitsleben betreffen.

Dann gibt es Glaubenssätze, die sehr tief gehen und welche, die eher oberflächlich sind. Jene, die tief gehen, fassen viele andere von darüber liegenden Ebenen zusammen.

Wenn ich beispielsweise glaube: „Andere Menschen hören mir nicht zu.“, befindet sich vermutlich der Glaubenssatz „Ich bin unwichtig.“ oder: „Ich werde nicht gesehen.“ darunter.

Der Glaubenssatz „Ich bin unwichtig“ kann sich wiederum noch in weiteren Glaubenssätzen einer oberflächlicheren Ebene bemerkbar machen. Ich kann zum Beispiel ebenfalls glauben: „Ich werde oft vergessen.“ oder: „Ich muss mich selbst zurückstellen.“ – all diese Glaubenssätze lassen sich auf den Glaubenssatz, dass ich unwichtig bin, zurückführen.

Es gibt verschiedene Wege, Glaubenssätze zu transformieren. Bei allen geht es darum, negative Glaubenssätze zu hinterfragen und damit zu entkräften.

Eine sehr wirkungsvolle Technik hierfür ist „The Work“ von Katie Byron. „The Work“ ist eine schriftliche Meditation, bei der man sich selbst verschiedene Fragen stellt, in sich hineinspürt und die Antwort verschriftlicht. Das hat oft zum Ergebnis, dass sich der Glaubenssatz etwas oder sogar vollständig löst.

 

Nochmal zusammengefasst: Glaubenssätze sind Annahmen über die Realität. Sie beeinflussen unser Verhalten und wie wir die Realität interpretieren. Es ist wichtig, sich erst einmal darüber bewusst zu werden, welche Glaubenssätze ich konkret habe und dann eine Technik zu finden, mit der ich gut an der Transformation von einschränkenden Glaubenssätzen arbeiten kann.

Sag JA zum Leben

Sag JA zum Leben

Viele Probleme und Sorgen, die uns tagtäglich begleiten, hängen damit zusammen, dass wir noch nicht voll und ganz JA zum Leben sagen.

Vielleicht sagen wir sogar nicht JA zum Leben, sondern NEIN. Oder vielleicht sagen wir: „Vielleicht, eventuell unter Umständen. Aber ich muss mir das Ganze nochmal überlegen und es kommt auch auf die Situation an.“

Diese Information, ob es ein JA, ein NEIN oder ein VIELLEICHT ist, ist tief in deinen Zellen gespeichert und wirkt sich darauf aus, wie du dich fühlst und wie du das Leben wahrnimmst.

Beschwerst du dich viel? Bist du allem Neuen gegenüber, was dir in deinem Leben begegnet, erst einmal kritisch? Stehst du morgens auf und denkst: „Keinen Bock auf diesen Tag. Keinen Bock auf die Arbeit. Keinen Bock auf all die Aufgaben, die heute auf mich warten.“

Dieses NEIN zum Leben, was letztendlich ein Leben mit angezogener Handbremse bedeutet, ist ein sehr beliebter Volkssport. Deshalb ist es auch so schwierig, dieses NEIN vollkommen in ein JA zu transformieren.

Überall in deinem Alltag wirst du Menschen begegnen, für die es völlig normal ist, sich über fast alles zu beschweren, das Negative in allem zu suchen und das, was Realität ist, abzulehnen und dagegen anzukämpfen.

Deshalb brauchst du ein waches Bewusstsein, um endgültig aus diesem Spiel auszusteigen und nicht in alte Muster zurückzufallen.

Ein NEIN zum Leben verhindert, es völlig genießen zu können. Ein NEIN zum Leben verhindert, Zufriedenheit zu empfinden. Ein NEIN zum Leben verhindert, sich auf das Abenteuer des Lebens voll einzulassen und es in all seinen Facetten auszukosten.

Während ein JA zum Leben dazu führt, es voll und ganz zu leben. Ein JA zum Leben führt dazu, intensiver zu riechen und zu schmecken. Lauter und herzlicher zu lachen. Tiefer zu lieben. Weiter zu laufen. Höher zu springen. Sich mehr zu trauen. Unbeschwerter zu sein.

Wie viele Sorgen ich mir über das Leben mache, hängt auch maßgeblich mit meiner Einstellung zum Leben zusammen. Wenn ich ein tiefes NEIN zum Leben in mir vergraben habe, dann werde ich auch dazu neigen, mir viele Sorgen zu machen. Weil ich eigentlich NEIN zum Leben sage, suche ich immer nach Gründen dafür, dass es nicht klappt und nach negativen Aspekten von dem, was gerade ist.

Und wenn ich eigentlich NEIN zum Leben sage, dann werde ich mich auch nie trauen, mich selbst voll und ganz zu leben. Meine Träume zu verwirklichen, scheint dann unmöglich.

 

Ursprung des NEINs zum Leben

Warum sagen wir eigentlich NEIN zum Leben? Wenn man das Ganze logisch betrachtet, dann ergibt es eigentlich keinen Sinn. Wir sind ja nun mal am Leben, welchen Sinn macht es da, nicht voll und ganz JA zum Leben zu sagen?

Wir alle haben schmerzhafte Erfahrungen gemacht. Jemand hat uns gesagt, wir seien nicht gut genug. Das hat dazu geführt, dass unser JA zum Leben geschwächt wurde. Jemand hat uns unsere Macht genommen. Das hat dazu geführt, dass unser JA zum Leben geschwächt wurde.

Vielleicht hatten wir auch Eltern, die uns vorgelebt haben, NEIN zum Leben zu sagen. Vielleicht hatten wir Eltern, die uns den Eindruck vermittelt haben, das Leben sei nicht wirklich lebenswert. Vielleicht hatten wir Eltern, die immer eher am Leben waren als wirklich zu leben. Vielleicht hatten wir Eltern, die Angst vorm Leben hatten und ihm nicht vertraut haben. Vielleicht ist uns etwas Schlimmes zugestoßen, was dazu geführt hat, dass wir angefangen haben, NEIN zum Leben zu sagen.

All diese Dinge sind nun einmal so passiert und es gibt keinen Weg, sie rückgängig zu machen. Das Einzige, was du tun kannst, ist, jetzt anzufangen, ein kräftiges JA zum Leben tief in deine Zellen einzupflanzen.

 

Wege zum JA zum Leben

Wie können wir nun unser NEIN in ein JA verwandeln?

Ein Weg zum JA zu deinem Leben ist es, nicht starr deine Erwartungen erfüllen zu wollen. Dein Leben fließt nun mal so dahin, wie es fließt. Ob du das jetzt gerade gut findest oder nicht.

Ein JA zum Leben bedeutet also immer auch, das zu umarmen, was gerade kommt.

Ziele sind gut und wichtig, aber manchmal läuft es einfach ganz anders und dann ist es gut, das Ziel erst einmal loszulassen.

Ein JA zum Leben bedeutet, mit dem Flow zu gehen. Das zu lieben, was ist. Auch wenn es gerade nicht das Leben ist, was ich vor fünf Jahren für mich geplant hatte. Und auch wenn es nicht das Leben ist, was ich vor einem Jahr für mich geplant hatte.

 

Trage dich in meine Mailingliste ein
100% kostenlos 100% Liebe

 

Was es auch unbedingt braucht für ein dauerhaftes JA zum Leben ist ein waches Bewusstsein. Denn alte Muster sind stark. Gerade wenn du denkst, dass du jetzt wirklich JA zu deinem Leben sagst, kommt eine kleine Stimme in deinem Kopf und fängt an, Negativität zu verbreiten, indem sie irgendeinen Aspekt deines Lebens kritisiert und dir einredest, dass du dich gerade im Mangel befändest.

Diese Stimme gilt es, leise zu drehen. Oder vielleicht musst du sie auch gar nicht leise drehen. Vielleicht reicht es, sie wie einen Radiosender zu behandeln. Du hörst ihn zwar, aber das Gesagte nimmst du gerade überhaupt nicht auf. Er plätschert einfach dahin und du denkst dir: „Ja, ja, Radiomoderator, rede du mal. Das juckt mich gerade gar nicht.“

Das heißt, du gibst dieser Stimme keine Macht. Du glaubst ihr nicht und deshalb hat sie keinen Einfluss auf dich.

Ein Leben im vollen und klaren JA zu ihm zu verbringen, ist eines der größten Geschenke, das du dir selbst machen kannst. Also sag JA zum Leben und sag auch JA zu dir selbst. Das wird dir beim Selbstliebe entwickeln helfen.

Was ist Freiheit? Wie wir uns selbst frei leben können

Was ist Freiheit? Wie wir uns selbst frei leben können

Was ist Freiheit?

Ich glaube, die meisten Menschen haben ein verklärtes romantisches Konzept von Freiheit.

Und dieses Konzept von ihnen bildet in Wirklichkeit nur einen winzig kleinen Ausschnitt davon ab, was Freiheit alles ist.

Die Eine denkt: Freiheit ist, mit 200 Km/h die Autobahn runterbrettern. Der andere denkt: Freiheit ist, wenn mir niemand sagt, wann ich zu putzen habe. Die Nächste denkt: Freiheit ist, wenn ich alleine in der Natur bin.

Und ja, das sind alles Dinge, bei denen ich mich frei fühlen kann.

….Aber ist das wirklich Freiheit?

Die Meisten von uns sind so gefesselt von den Beschränkungen in ihrem Kopf. Gelähmt von all den Dingen, vor denen sie Angst haben und worüber sie sich Sorgen machen. Einen winzig kleinen Moment lang spüren sie, was sie gerade wirklich wollen. Vielleicht nehmen sie sich sogar vor, es wirklich zu tun. Der Drang nach Freiheit zieht sie. Sie wollen sich selbst leben.

Doch dann macht sich ein komisches Gefühl breit. Woher kommt das Gefühl? Es ist Folge ihrer unbewussten Gedanken.

Ein Gedanke vom Ego, von der Angst und der Fake-Sicherheit, hakt ihr System und sie fallen voll drauf rein.

Dieser Gedanke erzählt uns nun also, warum die Freiheit nicht möglich ist. Er erzählt uns, was alles schief gehen kann. Dass deine Mutter oder die Gesellschaft dann furchtbar enttäuscht von dir wären. Dass dann vielleicht die Rente nicht reicht. Dass du diesem und jenen Menschen gegenüber Verpflichtungen hast. Dass du scheitern könntest und es deshalb sicherer ist, es erst gar nicht zu versuchen. Dass du einfach nicht der Typ Mensch für so was bist. Oder einer meiner Lieblinge: Dass ja ganz wenige Menschen mit so was wirklich Geld verdienen.

Mit all diesen Behauptungen hakt das Ego deine Gedanken und infolge dessen auch deine Gefühle und plötzlich scheint es unmöglich, frei zu sein. Plötzlich scheint das, was sich gerade noch so gut angehört hat, eine Schnappsidee zu sein. Plötzlich sinkst du in dir zusammen und fühlst dich vor Angst ganz klamm.

Und du bleibst lieber in deiner sicheren langweiligen Welt, als frei zu sein. Der Preis der Freiheit scheint zu hoch zu sein. So ist dein Leben vielleicht ein bisschen trist und abgestorben, aber es ist dir vertraut und die Risiken sind einigermaßen kalkuliert. Zumindest scheint es so. Denn alles, was dir jetzt so sicher vorkommt, ist es eigentlich gar nicht. I´m sorry, my dear. Denn deine Freundin kann sich jederzeit von dir trennen. Deine Firma kann jederzeit pleite gehen. Deine Mutter kann jederzeit sterben. Dein Auto kann dir jederzeit geklaut werden. Dein Haus kann jederzeit abfackeln.

Was löst es in dir aus, das zu lesen? Fühlst du dich schlecht? Bekommst du Angst? Schmiedet dein Ego im Hinterkopf gerade noch bessere Pläne, um dich abzusichern?

Wie sicher fühlst du dich, wenn du das alles nicht mehr hast? Und ist diese Sicherheit wirklich echt, wenn sie an etwas anderes als an dich selbst geknüpft ist?

Denn du bist das Einzige, was dich wirklich über dein ganzes Leben hinweg tragen und begleiten wird. Du bist das Einzige, das du wirklich nicht verlieren kannst.

Was ist Freiheit? Freiheit ist, wenn du wirklich das tun kannst, was du gerne tun möchtest, ohne dass dich deine Ängste und Beschränkungen davon abhalten.

Was ist Freiheit? Freiheit ist, wenn du aus dir selbst heraus lebst und dir nicht von irgendwelchen sozialen Normen ein Gefängnis bauen lässt.

Was ist Freiheit? Freiheit ist, wenn du deinem Herzen folgen kannst auch wenn eine geliebte Person deine Entscheidung vielleicht nicht gut heißt.

Freiheit ist für mich eines der höchsten Güter. Du kannst es dir nicht kaufen, sondern es ist eine Geisteshaltung, die zu entwickeln nicht leicht und von vielen Seiten verhindert wird.

Freiheit zu leben ist ein Prozess, in dem du immer mehr zu dir selbst kommst und dich immer mehr traust, dich selbst zu leben.

In kleinen Schritten löst du dich immer mehr von inneren und äußeren Zwängen und kommst so immer mehr in einen Zustand, in dem du frei dich selbst lebst.

Freiheit ist etwas Inneres und kann nicht unbedingt von außen gut eingeschätzt werden. Es ist nicht unbedingt die dauerreisende Yogalehrerin freier als der Vorstadt-Papa mit 40-Stunden-Woche, Haus und Hypothek.

Freiheit ist eine Geisteshaltung, die sich darin zeigt, wie ich Entscheidungen treffe und was für Entscheidungen ich treffe.

Was ist Freiheit? Freiheit ist der Mut, meinem Herzen zu folgen und ihm zu vertrauen.

Wenn du das nächste Mal eine Entscheidung triffst, dann beobachte einmal, wie du sie triffst. Welche inneren Anteile dürfen beim Entscheidung treffen mitreden? Hat die Angst viel Einfluss? Folgst du dem, was du wirklich willst?

Ich wünsche dir ganz viel Freude auf deinem Weg in die Freiheit.

Liebe deinen Körper – 6 Tipps für mehr Körperliebe

Liebe deinen Körper – 6 Tipps für mehr Körperliebe

Seinen Körper zu lieben, ist das Fundament für eine positive Beziehung zu ihm. Eine positive Beziehung zum eigenen Körper zu haben, ist wiederum Teil einer positiven Einstellung zum Selbst.

Deshalb sollte die Körperliebe bei der Selbstliebe auch immer Raum bekommen.

Denn, wenn ich meinen Geist und meinen Verstand liebe, aber eine negative Einstellung zu meiner Hülle habe, dann fehlt da irgendwas. Die Liebe hat dann kein solides Fundament.

Denn du hast diesen Körper. Es ist nur dein Körper. Und du hast in diesem Leben nur diesen einen Körper.

Was für einen Sinn macht es also, ihn abzulehnen?

Was für einen Sinn macht es, mit ihm zu hadern und ihn anders, besser haben zu wollen, wenn er so ist, wie er ist?

Gar keinen.

Es macht keinen Sinn gegen etwas zu kämpfen, was so ist. Und all diese Energie ist so schlecht eingesetzt in dem Kampf gegen deinen Körper. Ja, vielleicht wirst du es mit massivem Energieeinsatz schaffen, dass dein Körper ein bisschen anders ist. Ein bisschen dünner. Ein bisschen muskulöser. Ein bisschen leistungsfähiger.

…Aber ist es das wert? Wäre es nicht viel schöner und klüger, deinen Körper voll und ganz anzunehmen, so wie er ist?

Mit all seinen Falten, seinem Speck, seinen Schmerzen und Gebrechlichkeiten, seinen Momenten des Versagens.

Denn auch das gehört zu ihm. Auch das macht ihn zu deinem wundervollen einzigartigen Körper.

Und anstatt immer nur im Spiegel auf die Stellen zu schauen, die dir nicht gefallen, und anstatt deinen Körper immer nur dann zu beachten, wenn er gerade mal nicht kann – Nimm ihn in all den wundervollen Momenten wahr, in denen er dich trägt. Mach dir mal klar, dass er dir ermöglicht, durch den Wald zu laufen. Du hast Beine, die dich tragen. Das ist nicht selbstverständlich. Frag mal Menschen, die keine (funktionierenden) Beine mehr haben, was sie für deine Beine geben würden.

Liebe deinen Körper für all das, was du schön an ihm findest. Wenn du dich im Spiegel betrachtest, nimm bewusst alles an dir wahr, was du magst.

Liebe deinen Körper dafür, dass er dir ermöglicht, andere Menschen zu berühren und zu umarmen. Stelle dir einmal vor, du hättest keinen Körper. Dann könntest du nichts fassen. Du wüsstest nicht, wie sich etwas anfühlt. Und ist es nicht wundervoll, jemanden zu berühren? Ist es nicht wundervoll, berührt zu werden?

Liebe deinen Körper dafür, dass er dir sagt, wenn du nicht mehr kannst. In Momenten, in denen du nicht auf deine Gefühle hören willst und im Durchhaltemodus bist und damit dir selbst nur schadest, in diesen Momenten sagt dir dein Körper liebevoll durch Schmerzen, Krankheit oder Erschöpfung: „Bitte sei lieb zu dir. Gönn dir etwas mehr Ruhe und Mitgefühl.“

Dein Körper ist nicht dein Feind und er hat auch keinen eigenen Willen: Er ist dein Diener.

Trage dich in meine Mailingliste ein
100% kostenlos 100% Liebe

Und er arbeitet 24/7 nur für dich ohne Pause. Er atmet dich und hält dich damit am Leben. Er verdaut dein Essen und sortiert das aus, was du nicht brauchst. Er trägt dich überall hin. Er gibt sein Bestes, um dir das Maß an Sport und Bewegung zu ermöglichen, das du dir wünscht.

Also liebe deinen Körper, anstatt ihn zu kritisieren. Starte jetzt eine leidenschaftliche Liebesbeziehung mit deinem eigenen Körper.

Hier ein paar Tipps, um in den Zustand der Liebe zu deinem Körper zu kommen:

Tipp 1: Radikale Akzeptanz deines Körpers

Du hast nur diesen Körper. Deshalb ist es kompletter Irrsinn, ihn nicht zu hundert Prozent anzunehmen. Und ich verspreche dir, es wird so eine Erleichterung sein, nicht mehr gegen deinen Körper zu kämpfen. Es wird sich so gut anfühlen.

Tipp 2: Dankbarkeit für deinen Körper

Mache einmal eine Liste mit all den Sachen, die dein Körper dir ermöglicht und mit allem, was du gut an ihm findest. Entwickle ein Bewusstsein dafür, wie viel Gutes dein Körper dir tut und wie unglaublich viele Gründe du eigentlich hast, ihn wertzuschätzen.

Tipp 3: Verwöhne deinen Körper

Was mag dein Körper? Meiner liebt zum Beispiel Massagen, Sauna und Baden. Dein Körper tut so viel für dich, also nimm dir bewusst regelmäßig Zeit, um ihm etwas zurückzugeben. Sage ihm: „Das, mein lieber Körper, ist jetzt nur für dich!“ Er wird sich sehr darüber freuen und es dir danken.

Tipp 4: Höre auf deinen Körper

Dein Körper ist ein sehr weiser Ratgeber. Er zeigt dir die ungehörten Schreie deiner Seele. Gefühle können wir sehr gut ignorieren, weil wir es gewohnt sind, in der materiellen Welt zu leben. Deshalb materialisieren sich unsere unterdrückten Gefühle oft in Form von Krankheiten oder Schmerzen, weil das eine Sprache ist, die wir verstehen. Wenn du unter irgendwelchen psychosomatischen Beschwerden leidest, dann mache dir klar, dass dein Körper dir nur etwas zeigt, was auf einer anderen Ebene entstanden ist. Er ist also nicht Schöpfer oder Ursache dieser Krankheit. Der Körper hat keinen eigenen Willen. Alles, was er tut, ist, dir zu helfen, ins seelische Gleichgewicht zu kommen.

Und ja ich weiß, manchmal ist es ätzend, dass wir keine Maschinen sind und deshalb nicht unbegrenzt leistungsfähig sind, aber das ist nun mal so. Diese Tatsache zu ignorieren führt höchstens zum Burnout.

Tipp 5: Schöpfe ein Körperliebe-Ritual

Finde für dich ein Ritual, eine Übung, eine Geste, mit der du die Liebe zu deinem Körper stärkst. Du kannst dir zum Beispiel regelmäßig selbst über den Kopf streicheln und deinem Körper sagen: „Ich hab dich lieb, Körper!“

Damit schaffst du in deinem Alltag einen Anker für deine Körperliebe und vertiefst sie immer mehr.

Tipp 6: Sei zärtlich zu deinem Körper

Wenn du willst, dass es sich gut anfühlt, wenn andere dich anfassen, dann solltest du auch selbst wissen, wie du dich so anfassen kannst, dass es sich gut anfühlt. Und das ist nicht unbedingt nur sexuell gemeint.

Ich lade dich dazu ein, deinen eigenen Körper kennenzulernen. Schließe einmal die Augen und berühre deinen Körper, streichle ihn. Wie reagieren deine Beine, wenn du sie streichelst? Wie gefällt es deinem Bauch? Wie mag dein Gesicht gerne berührt werden?

Kenne deinen Körper und baue eine zärtliche und liebevolle Beziehung zu ihm auf.

Denn Körperliebe ist Selbstliebe. Und ohne Körperliebe auch keine maximale Selbstliebe.

Wie du achtsames Selbstmitgefühl entwickeln kannst

Wie du achtsames Selbstmitgefühl entwickeln kannst

Die Selbstliebe hat viele Geschwister. Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein – und auch das Selbstmitgefühl. Vielleicht ist das Selbstmitgefühl sogar ihre Zwillingsschwester.

Denn die Frage: „Habe ich Mitgefühl mit mir selbst?“, hängt eng mit der Frage: „Kann ich mich selbst lieben?“ zusammen.

Wenn ich mit mir selbst mitfühlen kann, wenn ich Verständnis für mich selbst habe, dann gibt es da eine liebevolle Instanz mir selbst gegenüber in mir.

Wenn ich mich allerdings nicht liebe, dann bin ich wahrscheinlich auch sehr hart zu mir selbst. Wenn ich mich selbst nicht liebe, dann fällt es mir schwer, achtsames Selbstmitgefühl zu entwickeln. Gerade wenn einmal etwas nicht gelingt oder es mir schlecht geht, habe ich dann nicht viel Nettes zu mir selbst zu sagen.

Zum Beispiel gab es vor ein paar Jahren eine Zeit in meinem Leben, in der ich dauernd erkältet war. Ich war wirklich ungefähr genauso viel krank wie ich gesund war. Und anstatt Mitgefühl mit mir zu haben und mich liebevoll zu pflegen, habe ich mir selbst innerlich Vorwürfe gemacht, weil ich so oft krank war. Ich war sauer auf mich selbst, weil ich es nicht geschafft habe, meine Probleme auf anderen Ebenen zu lösen und anscheinend immer wieder diese Krankheit brauchte. Meine damalige Psychologin machte mich dann auf dieses Muster aufmerksam. Sie sagte: „Es geht ihnen schon schlecht und dann kommen Sie und hauen nochmal drauf.“

Das war einer dieser Momente, in denen es mir wie Schuppen von den Augen fiel: Das eigentliche Problem war nicht mein „Problem“, sondern mein Umgang damit. Das „Problem“ oder auch die Krise entstand dadurch, dass ich gemein, hart und ungnädig zu mir selbst war.

Wir werden von der Gesellschaft dazu konditioniert, alles von uns zu erwarten, aber für nichts Verständnis zu haben. Wir sind nun mal keine Roboter. Und das Leben ist nun mal kein Hollywood-Film. Es wird immer Dinge geben, die wir nicht können. Situationen, in denen wir scheitern. Phasen im Leben, in denen nichts zu funktionieren scheint und wir unser Leben als riesengroße Leere empfinden. Gerade in den Zeiten, in denen es uns schlecht geht, gilt es, achtsames Selbstmitgefühl zu entwickeln. Gerade für unsere vermeintlichen Schwächen brauchen wir dringend unser Verständnis und unser: „Es ist in Ordnung, Du bist in Ordnung. So, wie du jetzt gerade bist.“

 

Die Elemente des Selbstmitgefühls

Genauer drauf gezoomt, besteht Selbstmitgefühl aus drei verschiedenen Elementen:

  1. Selbst-Fürsorge

Die Selbst-Fürsorge ist der Teil des Selbstmitgefühls, wo wir für uns selbst sorgen. Was bedeutet es, für mich selbst zu sorgen? Das bedeutet, dass ich eine Instanz in mir installiere, die über mich wacht. Diese Instanz kannst du dir zum Beispiel als Wächter oder als starke Kriegerin vorstellen, wenn du gerne mit Imaginationen arbeitest. Was immer sich für dich gut anfühlt.

Welche Aufgabe hat diese Instanz?

Sie hat die Aufgabe, für die Erfüllung deiner Bedürfnisse zu sorgen. Das heißt einerseits, dass du deine Bedürfnisse wahrnimmst und sie dir selbst erfüllst und andererseits, dass du deine Bedürfnisse auch vor anderen aussprichst und einforderst. Gerade in Beziehungen kommt es oft vor, dass Bedürfnisse von zwei Menschen unterschiedlich sind und der eine für den anderen sein Bedürfnis zurückstellt. Und natürlich kann es auch ok sein, mein Bedürfnis für jemand anders zurückzustellen, wenn mein Bedürfnis nach Harmonie größer als das andere Bedürfnis ist. Jedoch sollte das nicht zum Dauerzustand werden, denn dann wirst du dir selbst nicht gerecht und das wiederum fällt auch der Beziehung zu Lasten.

Es gehört also auch zur Selbst-Fürsorge, „Nein“ zu sagen und Konflikte auszutragen. Denn leider ist ein „Ja“ zu mir selbst manchmal ein „Nein“ zu jemand anderem. Das lässt sich nicht vermeiden. Jedes „Nein“ kann empathisch und wertschätzend ausgedruckt werden, so dass der andere weiß, dass es keine Herabsetzung seiner Person ist.

Dieser Punkt kann schwer fallen und braucht etwas Übung. Ich habe erst mit 21 angefangen, Konflikte auszutragen, anstatt sie in mich hineinzufressen und ich sage dir, die ersten paar Male hatte ich das Gefühl, ich würde sterben. Aber es wird einfacher und das Gefühl mir selbst gegenüber wenn ich für mich eingestanden bin, ist unbezahlbar.

 

101 Tipps für maximale Selbstliebe
100% Liebe

 

  1. Selbst-Verständnis

Wenn du achtsames Selbstmitgefühl entwickeln willst, ist es wie oben schon angesprochen wichtig, Verständnis für dich selbst zu entwickeln.

Egal, wie verpeilt du bist. Egal, was du alles nicht kannst. Egal, was du alles nicht willst, was angeblich normal ist. Egal, was du alles nicht hast.

Du verdienst dein Verständnis. Zu hundert Prozent. Immer und in jeder Situation.

Was sind besonders Situationen, in denen Selbst-Verständnis wichtig ist?

All das sind Situationen, wo mein Verständnis mir selbst gegenüber so verdammt wichtig ist und wo es leider oft verloren geht. Es sind Situationen, in denen es mir sowieso schon nicht gut geht und ich durch meine Reaktion darauf die Sache entweder entscheidend verbessern oder entscheidend verschlimmern kann.

Wenn die Situation gerade sowieso schon blöd ist und ich trete auch noch nach, wird sich davon irgendwas verbessern? Nein, im Gegenteil: Dann kommt nur noch ein ungutes Gefühl mir selbst gegenüber hinzu.

Und auf der anderen Seite löst sich das ungute Gefühl etwas, wenn ich sanft zu mir bin und Verständnis für mich selbst habe.

 

  1. Selbst-Achtsamkeit

Wenn ich achtsames Selbstmitgefühl entwickeln will, ist der Teil der Achtsamkeit natürlich unabdingbar.

Die Selbst-Achtsamkeit ist notwendig, damit ich überhaupt erst mal bemerke, was gerade in mir abgeht. Denn, wenn ich keine Achtsamkeit für meine inneren Prozesse habe, dann bemerke ich natürlich auch nicht, wenn ich gerade ein destruktives inneres Selbstgespräch führe oder wenn ich mich selbst gerade auf irgendeine andere Art schlecht behandle.

Selbst-Achtsamkeit beinhaltet, meine Gefühle und Gedanken wahrzunehmen und sie zuzulassen. Selbst-Achtsamkeit beinhaltet, mir Zeit für mich selbst zu nehmen. Selbst-Achtsamkeit beinhaltet, mich zu fragen, wie es mir geht.

Ich gehe also bewusst und achtsam mit mir selbst um. Ich gebe mir selbst Raum und ich gönne mir Ich-Zeit. Ich frage mich regelmäßig: Wie geht es mir eigentlich gerade?  Braucht gerade irgendetwas in mir meine Aufmerksamkeit?

 

Hier noch einmal eine selbst gebastelte Grafik zur Veranschaulichung der verschiedenen Elemente des Selbstmitgefühls:

Dein inneres Kind heilen: 5 Schritte des Reparenting

Dein inneres Kind heilen: 5 Schritte des Reparenting

Wie schon im Artikel zum inneren Kritiker angekündigt, widme ich mich nun einem anderen sehr sehr wichtigen inneren Anteil: dem inneren Kind.
In diesem Artikel geht es darum, wie es gelingen kann, dein inneres Kind zu heilen. Das innere Kind zu integrieren, was letztlich ausgegrenzte Aspekte von uns selbst beinhaltet, führt zur Heilung. Wenn wir als erwachsenes reifes Wesen diesen Anteil in uns akzeptieren und uns liebevoll darum kümmern, werden wir wieder ganz.
Welche Kraft Nachbeelterung haben kann, wurde mir vor zwei Jahren erst so richtig bewusst: Ich war bei einem Bekannten Zuhause, der eine Hängematte hatte. Ich lag in dieser Hängematte und einer der anderen Gäste fing an, mich in der Hängematte hin und her zu schaukeln. Wow, das fühlte sich so gut an.
Intuitiv bat ich hin, mir ein Gute-Nacht-Lied vorzusingen. Als er mich dann so hin und her wiegte und mir ein Gute-Nacht-Lied vorsang, überkamen mich auf einmal die überwältigendsten Glücksgefühle. Ich fühlte mich plötzlich total sicher und geborgen. Mein inneres Kind schrie: „Ja, ja! Endlich kümmert sich jemand um mich!“
Der rationale Teil meines Verstandes war in diesem Moment total perplex: „Warum fühle ich mich so großartig durch eine so kleines Geste?“ Dieser Moment hat mir gezeigt, wie unglaublich kraftvoll und unglaublich wichtig Reparenting ist.
Trotzdem schob ich das Thema danach nochmal zur Seite oder kümmerte mich zumindest nur sehr halbherzig darum.
Bis sich dann vor einem Jahr in einer Familienaufstellung noch einmal schmerzhaft zeigte, dass ich mein inneres Kind immer noch ablehnte. Ich machte unbewusst mein inneres Kind für die schlimmen Dinge, die ihm angetan wurden, verantwortlich.
Da wurde mir bewusst: Du musst dein inneres Kind heilen! Ich machte die Heilung meines inneren Kindes von da an zur Priorität und verabredete mich regelmäßig mit mir selbst zu inneres Kind Meditationen.
Oft wird mir jetzt auch im Alltag bewusst, wenn gerade Gefühle von meinem inneren Kind die Kontrolle übernehmen. Dann nehme ich es einfach an die Hand oder in den Arm und oft löst sich dann das Gefühl.

Die verschiedenen Seiten des inneren Kindes

Das innere Kind ist ein innerer Anteil mit vielen verschiedenen Facetten. Verspieltheit, Wildheit, Intuition – das sind alles Qualitäten des inneren Kindes.
Ich kann zum Beispiel an keiner Schaukel vorbeilaufen, ohne mich draufzusetzen und selbst eine Weile zu schaukeln. Und ich hole mir total gerne eine Süßigkeitentüte vom Kiosk, obwohl dort die Süßigkeiten total überteuert sind. Aber diese Süßigkeitentüte vom Kiosk hat so eine positive Konnotation für mich, weil ich mit meinen Schwestern früher jede Woche, wenn wir unsere 50 Pfennig Taschengeld bekommen haben, sofort zum Kiosk gerannt bin und mir dort Süßigkeiten gekauft habe. Und Schaukeln löst in mir das Gefühl der Unbeschwertheit und Unbegrenztheit aus.
Mit diesem Teil meines inneren Kindes bin ich also relativ gut in Kontakt. Wenn es um die Intuition geht, dann wird es allerdings schon kritischer. Ich habe zwar mittlerweile wieder Zugang zu meiner Intuition, ertappe mich jedoch öfter dabei, wie ich mich aus rationalen Überlegungen heraus gegen sie entscheide.
Und das ist auch nicht immer nur schlecht, denn wir leben nun einmal in einer Gesellschaft, in der es verschiedene Regeln gibt, die das Funktionieren der Gesellschaft garantieren. Und davon profitiere ja auch ich. Wahrscheinlich geht es mehr um die Unterscheidungsfähigkeit: Zu wissen, wann es gut und wichtig ist, meiner Intuition zu folgen und abzuwägen, wann ich ihr zum Wohle von etwas anderem, was mir gerade wichtiger ist, nicht folgen möchte.
Um dein inneres Kind zu heilen, ist jedoch die Beschäftigung mit anderen Aspekten des inneren Kindes meist noch wichtiger: Wo hast du als Kind einen Mangel erfahren? Welche Bedürfnisse sind unbefriedigt geblieben?
Wenn du dir bis jetzt noch keine Gedanken über diese Fragen gemacht hast, dann mach an dieser Stelle eine kleine Lesepause, um Antworten zu finden…
Auch wenn es natürlich von Mensch zu Mensch Unterschiede gibt, so ähneln sich unsere unerfüllten Bedürfnisse doch alle. Die meisten Menschen haben das Gefühl, in ihrer Kindheit nicht genug Liebe von ihren Eltern bekommen zu haben. Die Unterschiede liegen meist darin, ob diejenige Person das Gefühl hatte, gar nicht geliebt zu werden, wenig geliebt zu werden oder zwar schon das Gefühl hatte, dass die Eltern sie lieben, es aber nicht ausdrücken konnten.
Wertschätzung und Lob haben die Meisten von uns ebenfalls zu wenig erhalten oder nur für Leistung, sodass das Kind verinnerlicht hat, dass es nur etwas wert ist, wenn es etwas leistet.
Das größte Problem hierbei ist, dass die meisten unserer Eltern selbst niemals wirklich reif geworden sind, Sie haben nie gelernt, sich selbst zu lieben. Sie haben nie gelernt, sich in sich selbst sicher zu fühlen. Sie haben nie gelernt, die Verantwortung für ihre Gefühle zu übernehmen. Und so weiter. Dadurch können sie natürlich auch ihren Kindern wichtige Dinge nicht beibringen und nicht geben.
Aber wir wollen uns hier nicht zu viel auf das Problem konzentrieren, sondern weiter gehen zu den Lösungen.
Trage dich in meine Mailingliste ein
100% kostenlos 100% Liebe


Wie können wir uns nun selbst nachbeeltern (reparenting)?

Grundsätzlich gilt hier, dass es unglaublich viele Möglichkeiten gibt, dein inneres kind zu heilen und das alles, was sich für dich gut anfühlt, richtig ist. Ich habe natürlich als Kind andere Erfahrungen gemacht als du und deshalb fühlt sich für mich eine Sache vielleicht unglaublich toll an, bei der sich in dir absolut nichts tut.

Schritt 1: Reflexion meiner Beziehung zum inneren Kind

Trete deinem inneren Kind ehrlich und still gegenüber. Wie ist deine jetzige Beziehung zu ihm? Was empfindest du ihm gegenüber? Und was wünscht es sich von dir? Welche Aspekte des inneren Kindes bedürfen noch der Integration und Annahme?
Diese Fragen zu beantworten ist wichtig, um dir deiner Ist-Situation bewusst zu sein. Denn man kann nur verändern, was man auch weiß.

Schritt 2: Heilung meiner Beziehung zum inneren Kind

Nimm dir regelmäßig Zeit, um dein inneres Kind durch deine Liebe und Annahme zu heilen. Du kannst dich beispielsweise alle zwei Wochen mit dir selbst zu einer inneres Kind Meditation verabreden.
Du kannst entweder einfach Entspannungsmusik an machen und selbst eine Begegnung mit deinem inneren Kind visualisieren oder du lässt dich in einer geführten Meditation anleiten.

Schritt 3: Finde Zugang zu deiner Wildheit, Verspieltheit und Intuition

Es gibt auch einige Menschen, die mit diesen Seiten des inneren Kindes Probleme haben. Sie werden zu „Erwachsenen“ und entwickeln dann die Glaubenssätze: „Ich darf nicht albern sein.“, „Ich darf nicht kindisch sein.“ „Ich kann nicht einfach das machen, wonach mir ist: Entscheidungen müssen mit dem Kopf getroffen werden.“
Diese Anteile wollen natürlich auch integriert werden, damit wir als Mensch wieder ganz werden können.
Womit könntest du diese Anteile mehr in dein Leben einladen? Ist es vielleicht so wie bei mir ausgelassenes schaukeln? Oder gibt es eine bestimmte Sportart, bei der du dich richtig austoben kannst? Was hast du als Kind gerne gemacht?

Schritt 4: Reparenting durch andere

Ob du diesen Schritt gehen möchtest oder nicht, ist vielleicht Typsache. Ich finde die Idee sehr schön, beim Nachbeeltern meines inneren Kindes Hilfe von anderen anzunehmen.
Und das heißt nicht, dass ich Verantwortung für dieses Thema an jemand anders abgebe, sondern im Gegenteil: Gerade weil ich die Verantwortung für mein inneres Kind übernehme, gestehe ich ihm zu, in Beziehungen und Interaktionen bewusst Raum einzunehmen.
Das gilt besonders für Leute, die sich in Beziehungen gerne stark geben und ein Problem damit haben, ihren Kopf in den Schoß einer anderen Person zu legen und zu sagen: „Schreichle bitte mal meinen Kopf.“ Probiere es einmal aus und fühle in dich hinein, wie es dir damit geht.
Ich kann also bewusst andere in meinen Reparenting-Prozess einbinden. Das heißt, natürlich kümmerst du dich in erster Linie selbst darum, dein inneres Kind zu heilen, du darfst aber an manchen Stellen auch Unterstützung von anderen dabei annehmen oder erfragen.

Schritt 5: Integration des inneren Kindes

Schule deine Wahrnehmung. Frage dich im Alltag immer mal wieder: Was will mein inneres Kind jetzt gerade?
Und versuche darauf zu achten, welche deiner Gefühle und Gedanken du deinem inneren Kind zuordnen kannst.
Wann spricht es und wie spricht es?
Vollkommen ganz werden können wir erst, wenn alle ausgegrenzten Anteile in uns wieder einen Platz finden. Das innere Kind will ein Stück vom Erwachsenen sein. Alles strebt nach Synthese und Einklang.
Und das Paradoxe ist: Je mehr Raum du deinem inneren Kind zugestehst, desto erwachsener im Sinne von wirklich reif wirst du. Denn das Kind muss sich dann nicht mehr über Umwege einen Weg suchen, um deine Beachtung zu bekommen. Es hat seinen Platz und deshalb lässt es dich an Stellen, an denen es sonst vielleicht über „irrationale“ Gefühlsausbrüche herausgekommen ist, einfach sein.
Also: Mache Frieden mit deinem inneren Kind. Mache Frieden mit dir selbst.

Kaffee spendieren

War dieser Artikel wertvoll für dich? Dann freue ich mich sehr über das Spendieren eines symbolischen Kaffees. Ich danke dir von Herzen. Kaffee spendieren