“Ich bin genug” – Warum du alles in diesen Glaubenssatz investieren solltest

Bist du dir selbst genug?

Alle meine Klient*innen haben den Glaubenssatz “Ich bin nicht genug”. ALLE. Oder besser gesagt, sie hatten ihn, bevor wir miteinander gearbeitet haben. Das ist eine der interessantesten Entdeckungen, die ich in meiner Arbeit als Selbstliebe-Coach gemacht habe.

Und dieser Glaubenssatz stellt sich immer als ein ganz tiefer Kernglaubenssatz heraus.

Was ist ein Kernglaubenssatz?

Das ist ein Glaubenssatz, den du tief in deinem Kern gespeichert hast und der von da aus dein ganzes Sein beeinflusst. Über ihm liegen noch viele andere Glaubenssätze, die von ihm beeinflusst werden.

Auf einer darüber liegenden Ebene führt “Ich bin nicht genug” in einer Beziehung zum Beispiel zu dem Glaubenssatz “Ich muss mich anstrengen, damit er/sie mich liebt”.

Die Überzeugung, dass du nicht genug bist, hat also zur Folge, dass du dir der Liebe anderer Menschen nie ganz sicher bist. Du hast immer das Gefühl, dass du etwas leisten musst, damit diese Liebe wirklich bei dir bleibt. Beziehungen fühlen sich unsicher an. Du fühlst dich emotional abhängig von der anderen Person. Kompensationsstrategien, um diese Unsicherheit nicht spüren zu müssen, können emotionale Manipulation oder extreme Aufopferung für die Beziehung sein.

Auf das Berufsleben hat der Glaubenssatz “Ich bin nicht genug” einen mindestens genauso großen Einfluss. Die meisten Firmen bauen sogar darauf, dass ihre Mitarbeiter*innen diesen Glaubenssatz haben. Damit sie schön brav ganz viel arbeiten in der verzweifelten stillen und völlig unbewussten Hoffnung, dass sie dann irgendwann einmal endlich genug sein werden. Und so arbeiten und arbeiten sie. Sie gehen dabei über ihre eigenen Grenzen und versuchen, das Lob des Chefs oder der Chefin zu bekommen, anstatt stolz auf sich selbst zu sein.

Das heißt, dieser Glaubenssatz hält dich komplett im Hamsterrad. Er führt dazu, dass du dich immer und auf allen Ebenen anstrengst. Und das alles nur, um endlich mal genug zu sein.

Du schminkst dich, weil du glaubst, du wärst ungeschminkt nicht schön genug. Du fährst ein dickes Auto, weil du glaubst, du wärst ohne nicht cool genug. Du lädst sie dauernd zum Essen ein, weil du glaubst, du alleine wärst nicht wertvoll genug. Du liest den anderen die Wünsche von den Augen ab, weil du glaubst, dass du einfach um deiner selbst Willen noch nicht liebenswert genug bist.                                                            

Du siehst: Es ist super sinnvoll, diese limitierenden Glaubenssätze zu transformieren. Was genau Glaubenssätze sind und wie du sie für dich nutzen kannst, erfährst du in meinem Artikel: Wie Glaubenssätze dir dienen können.


Interpretation der Realität

Was passiert nun also, wenn du glaubst “Ich bin nicht genug”?

Du gibst dir damit auf einer ganz tiefen Ebene die Information, dass das deine Realität ist. Dein System glaubt diese Wahrheit dann und tut alles, um sie dir zu beweisen. Das heißt, dass du unbewusst immer auf der Suche nach Hinweisen bist, dass du nicht genug bist. Du interpretierst die Realität immer so, dass du dir diesen Glaubenssatz wieder bestätigst. Du suchst die ganze Zeit nach Anzeichen dafür, dass du nicht genug bist.

Wenn dich jemand auf der Straße vermeintlich schräg anguckt, denkt es in dir: “Du hättest auch echt mal ordentlichere Klamotten anziehen können heute. Jetzt halten dich alle Menschen für den letzten Hempel. Siehst du, du bist nicht genug.”.

Wenn deine Chefin dir morgens recht einsilbig “Morgen” zumurmelt und dabei einen ernsten Gesichtsausdruck aufsetzt, denkt es in dir: “Warum ist sie denn so grimmig? Vielleicht ist sie böse auf dich? Wahrscheinlich ist sie mit deiner Arbeit unzufrieden. Siehst du, du bist nicht genug.”

Wenn dein*e Partner*in abends mal keinen Sex will, denkt es in dir: “Warum will er/sie denn jetzt nicht mit dir schlafen? Wahrscheinlich bist du einfach nicht mehr so sexy. Siehst du, du bist nicht genug.”

Und so geht das den ganzen Tag.


Bewusstsein in die Gedanken bringen

Bei den meisten Menschen läuft dieser Prozess nun leider völlig unbewusst ab. Und so erschöpfen sie sich selbst mit ihren negativen abwertenden Gedanken über sich selbst ohne jemals zu checken, was eigentlich die Ursache für ihre Energielosigkeit ist.

Negative Gedanken ziehen Energie ab.

Massiv.

Klingt völlig logisch oder?

Ist aber vielen gar nicht wirklich klar.

Und alle Kompensationsmechanismen bringen am Ende des Tages rein gar nichts, weil sie eine sinnlose Symptombehandlung sind.

Klar kannst du dich davon ablenken, wenn es dir gerade schlecht geht. Und klar kannst du Strategien entwickeln, um dagegen anzukämpfen, nicht genug zu sein. Du kannst den ganzen Tag leisten, leisten und noch mehr leisten.

Vielleicht hast du dann auch für einen kurzen Moment mal das Gefühl:

“Ahhh jetzt hab ich so viel gemacht – jetzt bin ich endlich mal genug! Mhhh das fühlt sich gut an!”

Nur weil dieses Gefühl des genug Seins auf deiner Leistung gründet, wird es auch sehr schnell wieder gehen. Einen kurzen Moment später schon hast du dann wieder das Gefühl, nicht genug zu sein. Und dann musst du wieder losziehen und noch mehr leisten, um dann irgendwann nach einem verzweifelten Kampf wieder einmal für einen kurzen Augenblick das Gefühl zu haben, dass du genug bist.

Denn jedes Gefühl, was nicht aus uns selbst heraus kommt, sondern an bestimmte äußere Bedingungen geknüpft ist, geht auch sehr schnell wieder. Es ist nur geborgt. Ein kleiner Windhauch kann es sofort wieder davon wehen. Und diesen Beigeschmack der Unbeständigkeit den spürst du auch. Du hast immer Angst, weil du weißt, dass das Gefühl nicht bei dir bleiben wird. Du hast keine Kontrolle darüber. Seine Quelle liegt nicht in dir selbst.

Wenn du einfach aus dir heraus genug sein kannst, dann verlagerst du damit deine Glücksquelle in dich.

Du bist das einzig Beständige, was du in diesem Leben hast.

Dich kann dir niemand wegnehmen.

Was du in dir hast, das gehört auch wirklich dir.

Deswegen ist es gut, zu lernen, dir selbst einfach genug zu sein.


Schritte hin zu “Ich bin genug”

Wie kannst du jetzt aber den Wechsel schaffen von “Ich bin nicht genug” hin zu “Ich bin genug”?

Im Folgenden gebe ich dir ein paar Tipps, die wie immer zu hundert Prozent aus meiner eigenen Erfahrung kommen.

Neues Mindset installieren

Zunächst mal die Info an dein Unterbewusstsein, dass es möglich ist. Es ist auch für dich möglich, dir selbst genug zu sein. Es ist für jeden Menschen möglich, sich selbst genug zu sein. Egal, welche Talente, Fähigkeiten, Schwächen und Schatten du mit dir rumschleppst. Und egal, wie traumatisierend deine Kindheit vielleicht war und egal, wie sehr dir dein Vater früher eingeredet hat, dass du nicht gut genug bist.

Du bist jetzt erwachsen. Du bist jetzt für dich selbst verantwortlich. Und du bist genug. Es ist jetzt deine Entscheidung, genug zu sein oder eben nicht genug zu sein. Es ist von niemand anderem die Entscheidung. Du bist kein ohnmächtiges kleines Kind mehr, das darauf angewiesen ist, den Wert zu akzeptieren, den seine sich selbst nicht liebenden Eltern ihm geben. Gib deine Macht nicht ab. Behalt sie bei dir.

Es ist dein Recht und deine Pflicht, nun selbst über deinen Wert zu bestimmen. Stell dir das so vor, als hättest du eine sehr wertvolle schöne Uhr, die früher einmal falsch geschätzt wurde. Du hast sie vor Jahren einmal zu einem Uhrenmacher gebracht und der hatte leider keine Ahnung von Uhren. Er hat dir gesagt, die Uhr sei wertlos. Es müsse noch viel an ihr gemacht werden, um aus dieser Uhr eine gute Uhr zu machen. Und jetzt, Jahre später, bringst du sie zu einem anderen Uhrenmacher. Dieser Uhrenmacher hat wirklich Ahnung von Uhren. Er sieht den Wert in der Uhr. Er erkennt, dass sie perfekt ist, so wie sie ist. Dass sie gut genug ist und rein gar nichts an ihr verändert werden muss. Und so erfährst du Jahre später, dass du die ganze Zeit über den Wert dieser Uhr völlig falsch eingeschätzt hast.

Diese Uhr bist du. Und der zweite Uhrenmacher; das bist auch du! Denn nur du kannst deinen Wert neu bestimmen. Nur du kannst dir selbst die Erlaubnis geben, jetzt genug zu sein.

Nimm deine Macht an. Du bist die Person, die deine Realität kreiert. Niemand anders. Du kannst jetzt die Entscheidung treffen: “Ich bin genug.”

…und niemand anders kann diese Entscheidung für dich treffen!


Mache weniger statt mehr

Erlaube dir bewusst, weniger zu leisten. Wenn du eigentlich heute die Fenster putzen und den Rasen mähen wolltest, dann mähe doch einfach mal nur den Rasen. Und sei dann ganz bewusst zufrieden mit dir. Sei dir selbst ganz bewusst genug. Und mach dir klar, dass dich dieses Hamsterrad von To-Do-Listen und überzogenen Anforderungen nicht glücklich macht.

Wenn der innere Kritiker dir einreden will, dass du gerade faul und wertlos bist und eigentlich sonst was alles noch erledigen solltest, dann sag dir:

“Ich bin schon wertvoll. Einfach so. Dafür muss ich gar nichts leisten. Ob ich jetzt die Fenster noch putze oder nicht; ich bin so oder so genug. Meinen Wert als Mensch gebe ich mir. Und der hängt nicht von dem ab, was ich heute geleistet habe. Ich bin schon genug.”

So kommst du langsam von immer mehr leisten dahin, weniger zu leisten und zufriedener zu sein.

Selbstveränderung besteht zu mindestens fünfzig Prozent daraus, das innere Selbstgespräch (was du sowieso den ganzen Tag führst) in eine neue positive Richtung zu lenken.

Kurioserweise ist niemals die Person, die am meisten geleistet hat, am zufriedensten mit sich selbst. Sondern meistens die Person, die wenig bis mittel viel gemacht hat.

Das ist keine rationale Logik, sondern eine emotionale Logik. Wenn ich mir selbst genug bin, dann gibt es da auch nichts zu kompensieren. Dann mache ich einfach immer so viel, wie ich  gerade Lust habe, und dann höre ich auf. Ich weiß, dass ich genug bin und deshalb gibt es auch keinen Grund, über meine Grenzen zu gehen. Weder bei der Arbeit noch in Beziehungen.


Schaff dir ein “Ich bin genug”-Ritual

Rituale, in denen wir ganz bewusst in ein Gefühl oder in einen Zustand gehen, sind ein guter Anker für Veränderung. Wenn du dir jeden Tag ganz bewusst das Gefühl “Ich bin genug” in deinen Körper und in dein Bewusstsein holst, dann sähst du damit einen Samen in dir. Und dieser Samen wird dann weiter reifen. Er wird dazu führen, dass du dir im Alltag immer mehr bewusst wirst, wenn du gerade mal wieder das Gefühl hast, nicht genug zu sein.

Wie kann so ein Ritual aussehen? Du kannst zum Beispiel in deine tägliche Selbstliebe-Routine die Affirmation “Ich bin genug” integrieren. Während du dich umarmst gehst du ganz tief in das Gefühl hinein, dass du genug bist. Du spürst diese Wahrheit auf einer ganz tiefen Ebene. Sie jagt dir Schauer den Rücken hinunter, weil du so gerührt von der Wärme bist, die du für dich selbst empfindest.


Oder du klebst dir ein Post-It auf den Badezimmerspiegel, auf dem steht: “Ich bin genug”. So wirst du jedes Mal, wenn du in den Spiegel schaust, an diese Wahrheit erinnert. Und dann überprüfst du einmal innerlich für dich, ob du dir selbst gerade genug bist. Wenn du in einem anderen Zustand bist, dann kehrst du einfach wieder zurück zum genug Sein.

Du sagst dir selbst:

“Aha, jetzt war ich mir gerade nicht genug und deshalb habe ich versucht, besonders toll zu sein, damit er/sie mich mag. Aber jetzt höre ich einfach wieder damit auf. Ich weiß, ich bin genug und dafür muss ich gar nichts leisten. Nur ich entscheide, ob ich genug bin und ich entscheide mich dafür.”

Sei dir selbst genug. Denn wer, wenn nicht du, hat deine bedingungslose Akzeptanz verdient?


101 Tipps für maximale Selbstliebe
100% Liebe


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.