Stolz auf sich sein – Werde unabhängig vom Lob anderer

Wenn du etwas Tolles schaffst, wie verhältst du dich anschließend?

Sagen wir mal, du hast eine sehr gute Note in einer Klausur geschrieben – ein klassisches Beispiel. Du erfährst also von deiner guten Note und was machst du als Nächstes?

Rufst du sofort deine Mutter an und erzählst ihr davon?

Wenn ja, warum machst du das?

Natürlich machst du das auch, weil in unserer Gesellschaft Leistung gegen Liebe verkauft wird. Zum anderen machst du das jedoch deshalb, weil du dir nicht selbst die Anerkennung geben kannst. Du suchst sie im Außen und willst sie von anderen Menschen haben.

Und warum ist das so?

Das ist so, weil uns nicht beigebracht wurde, uns selbst etwas zu geben. Uns wurde beigebracht, dass wir die Bestätigung von anderen Menschen brauchen, um uns gut zu fühlen.

Wir brauchen die Liebe eines anderen, um uns geliebt zu fühlen. Wir brauchen das Feedback eines anderen, um zu wissen, worin wir gut sind. Wir brauchen das Lob eines Anderen, um stolz zu sein.

…Aber ist das wirklich so?

Eigentlich nicht. Das ist alles nur eine Frage der sozialen Konditionierung. Und das Gute an einer Konditionierung ist, dass sie antrainiert und nicht angeboren ist. Das heißt, dass sie veränderbar ist.

Stolz auf sich sein – Das ist möglich und wichtig.

Ein Beispiel zu diesem Thema: Ich wurde nie von meinen Eltern gelobt in meiner Kindheit. Für nichts. Und so dachte ich lange Zeit, dass ich überhaupt keine Talente hätte. Geholfen hat es da auch nicht gerade, dass ich auf einer Waldorfschule war – denn da gibt es keine Noten. Und aus einem Textzeugnis kann man immer vieles herauslesen, es ist interpretierbar. Im Gegensatz zu Noten: Die sind klar und eindeutig. Als ich dann irgendwann in der Oberstufe war, gab es dann das erste Mal Noten und siehe da – Malou ist eine glatte Einserschülerin. Zum ersten Mal zeigte mir meine Mutter, dass sie stolz auf mich ist. Das war vielleicht ein gutes Gefühl. Endlich hatte ich etwas gefunden, für das ich von wenigstens einem Elternteil Anerkennung bekomme und so stürzte ich mich darauf und freute mich jedes Mal sehr über das Lob meiner Mutter.

Jahre später, nachdem ich angefangen hatte, mich mit Spiritualität und Persönlichkeitsentwicklung zu beschäftigen, wurde mir klar, dass ich aus diesem Hamsterrad aussteigen will. Und so übte ich, erst einmal auf mich selbst stolz zu sein, bevor ich irgendjemandem von meiner Leistung erzählte. Ich hielt einen Moment inne, ging in mich und installierte eine innere Mutter, die mein inneres Kind lobt und stolz auf es ist.

Mit der Zeit ließ der Impuls, meiner Mutter sofort von einer guten Leistung zu berichten, nach. Manchmal erzählte ich ihr auch gar nicht davon. Es war nicht mehr nötig.

 

Sei stolz auf dich selbst

Wenn du lernst, auf dich selbst stolz zu sein für Dinge, für die du normalerweise Anerkennung von anderen einforderst, dann wirst du dadurch frei.

Stolz auf sich sein, zu wissen: „Das habe ich gut gemacht! Das war eine tolle Leistung!“ – ist ein tolles Gefühl und das kann dir niemand anders geben. Der Weg zum anderen ist nur ein Umweg: Du wendest dich an den anderen, damit er dir bestätigt, dass du es gut gemacht hast, damit du es selbst glauben kannst.

…Häh? Wäre es denn da nicht viel einfacher, es dir direkt selbst zu sagen? Denn im Endeffekt ist dir die Meinung des anderen auch nur deshalb so wichtig, weil du sie dann als deine eigene übernehmen willst. Du willst selbst etwas Positives über dich glauben, aber du siehst nicht die Möglichkeit, dir das selbst zu geben.

Die Meinung des anderen als das, was sie ist – die Meinung eines anderen – hat eigentlich keine Bedeutung für dich.

Also: Lerne, dich selbst zu loben und dir die Anerkennung zu geben, die du dir wünscht und die du verdient hast.

 

 

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Vielleicht hast du auch den Glaubenssatz, dass du nicht auf dich selbst stolz sein darfst. Vielleicht denkst du, man müsste immer bescheiden sein. So etwas in Richtung „Eigenlob stinkt!“

Der Mensch, der sich diesen bescheuerten Spruch ausgedacht hat, war bestimmt total glücklich oder?  …Nein, natürlich nicht!

Es ist ein ganz großer gesellschaftlicher Irrtum, man dürfe sich nicht seiner eigenen Leistungen und Stärken bewusst sein. Ehrliches stolz auf sich sein, ehrliche Selbst-Wertschätzung – das ist eines der wundervollsten Geschenke, das du dir selbst und den Menschen in deiner Umgebung machen kannst. Denn du bist kein_e Bettler_in mehr, wenn du dir selbst deine Bedürfnisse erfüllen kannst und das spüren natürlich auch andere Menschen.

Das Lob, was du dir früher so dringend gewünscht hast und was du einfach nicht bekommen hast, kommt auf einmal ganz leicht zu dir. Dadurch, dass du nicht mehr darum kämpfst, sind andere viel eher dazu bereit, es dir zu geben. Klingt paradox und gemein, ich weiß.

 

Übung:

Überlege einmal, in was für Situationen du glaubst, die Anerkennung einer anderen Person zu brauchen. Und dann nimm dir vor, beim nächsten Mal als Erstes in dich zu gehen und dir das Lob selbst zu geben. Dabei kann es helfen, eine innere Instanz zu entwickeln, die dir das Lob gibt. Einen inneren „Lober“ oder was auch immer sich für dich stimmig anfühlt. Von ihm oder ihr wird es dir leichter fallen, das Lob anzunehmen. Danach kannst du dir trotzdem noch das Lob des anderen abholen, aber du wirst merken, dass es viel weniger bedeutet: Du bist unabhängig davon geworden.

 

Stolz auf sich sein – Das ist der Weg in die innere Freiheit. Also trainiere von jetzt an das innere Loben und stolz sein. Und du wirst merken, wie du immer unabhängiger und freier wirst.

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