Mit der Vergangenheit abschließen in 6 Schritten

Mit der Vergangenheit abschließen in 6 Schritten

mit der Vergangenheit abschließen

Wenn du dazu neigst, Vergangenes ewig lang mit dir rumzuschleppen, dann bist du hier genau richtig. In diesem Artikel geht es darum, warum mit der Vergangenheit abschließen sinnvoll ist und wie es dir gelingen kann.

Es kann so schön sein, an vergangene Tage zurückzudenken. An schöne Momente, die du erlebt hast oder an tolle Dinge, die du geschafft hast. Trotzdem ist es gut, dich nicht allzu sehr mit vergangenen Dingen zu beschäftigen.


1. Schritt: Sinn vom Abschließen klarmachen

Mit der Vergangenheit abschließen ist sinnvoll, weil du sonst unglaublich viel Energie über die Beschäftigung mit ihr verlierst. Du lebst in der Vergangenheit, anstatt in der Gegenwart. Und es gibt nur diesen einen Moment. Das heißt, die Vergangenheit holt dich immer aus dem Jetzt weg. Egal, auf welche Art du dich mit ihr beschäftigst.

Folgen der Beschäftigung mit der Vergangenheit

Wenn du in der Vergangenheit lebst, führt das immer zur Trauer. Genauso wie in der Zukunft leben zu Angst führt. Zufriedenheit, Vertrauen und Liebe – all das kann nur in der Gegenwart stattfinden.

Warum macht das Leben in der Vergangenheit traurig? Wenn du an die Vergangenheit denkst, dann beschäftigst du dich vielleicht mit den unangenehmen traumatischen Dingen, die dir zugestoßen sind. Sachen, die du gerne ungeschehen hättest. Lebensereignisse oder Menschen, mit denen du haderst. Du hättest es gerne anders gehabt und kämpfst damit, dass es so gelaufen ist, wie es gelaufen ist. Du holst dir also die Trauer aus der Vergangenheit in die Gegenwart. Du bist traurig wegen etwas, was schon lange vorbei ist.

Oder du denkst an die guten alten Zeiten. So nach dem Motto: „Früher war alles besser.“ Du glorifizierst die Vergangenheit und schwelgst in schönen Erinnerungen. Und natürlich darf man auch mal an Schönes zurückdenken, keine Frage. Aber wenn du dich übermäßig viel mit der schönen Vergangenheit beschäftigst, dann hat das fatale Folgen. Du lebst dann nämlich weniger gerne in der Gegenwart.

Das ist genauso als wenn du übermäßig viel eine Serie guckst oder ein Buch liest. Du versetzt dich in eine schöne Welt, die aber nicht deine aktuelle Welt ist und es geht dir schlecht, wenn du irgendwann wieder zurück in deine Welt kommst. In dem Moment, in dem du völlig in die andere Welt eintauchst, geht es dir natürlich gut. Aber zurück im Jetzt geht es dir schlechter als vorher. Vielleicht erinnerst du dich daran, als du einmal total in eine Serie oder ein Buch abgetaucht bist und dann mit einem komischen Gefühl wieder zurück in dein Leben gekommen bist als die Serie vorbei oder das Buch ausgelesen war. Und genauso ist es auch bei der Beschäftigung mit der Vergangenheit. Selbst wenn du dich mit schönen Teilen deiner Vergangenheit beschäftigst, führt das letztendlich im Hier und Jetzt zur Trauer. Es geht dir dadurch schlecht.

Identifikation mit deiner Geschichte

deine Geschichte loslassen

Viele Menschen beschäftigen sich auch deswegen mit der Vergangenheit, weil es ihnen vermeintlich Sicherheit gibt. Sie denken: „Ich bin meine Geschichte. Ich bin die Person, der dieses oder jenes widerfahren ist.“ Aus ihrer Geschichte, aus ihrem biografischen Werden heraus ziehen sie ihr Ich-Gefühl.

Und natürlich speist sich ein Teil deiner Identität aus deiner Vergangenheit. Sich davon immer freier zu machen, halte ich persönlich für sehr gewinnbringend. Aber eine kleine Rolle wird deine Geschichte vielleicht immer spielen. Dass du aus der und der Familie kommst. Dass du dann und dann das und das erlebt hast. Du erklärst dir durch deine Vergangenheit, wie du bist. Was auch nicht immer falsch ist. Es kann durchaus dabei helfen, dich selbst zu verstehen. Nur solltest du dich nicht durch deine Geschichte zum Opfer machen und sagen: “Ich kann das nicht. Mir ist damals dieses und jenes zugestoßen, was es für mich absolut unmöglich macht. Für andere Menschen ist das vielleicht möglich, für mich aber nicht.“

Auch wenn unsere Erfahrungen, die wir in der Vergangenheit gemacht haben, sich manchmal wie Begrenzungen anfühlen; unmöglich ist deshalb nichts. Du kannst lernen, zu vertrauen. Auch wenn dein Vertrauen als Kind missbraucht wurde. Du kannst lernen, zu lieben. Auch wenn dich deine Eltern früher nicht geliebt haben. Und diese Liste könnte ich endlos so weiterführen. Du bist nicht deine Geschichte. Und es liegt an dir, nicht zuzulassen, dass dir deine Vergangenheit die Zukunft diktiert.

Wenn du die Vergangenheit loslässt, lässt du auch das Gewicht von ihr hinter dir. Du bist frei und unbeschwert im Moment.

Hört sich gut an? Ja, das finde ich auch.

Bleibt nur die Frage, wie das gelingen kann. Mit der Vergangenheit abschließen fühlt sich in manchen Lebensphasen geradezu unmöglich an.

Doch mit Bewusstsein und ein bisschen innerer Arbeit wird es dir gelingen, deine Vergangenheit loszulassen.


2. Schritt: Genau definieren, was aus der Vergangenheit dich beschäftigt

Zunächst einmal ist es notwendig, dir genau klarzumachen, was du eigentlich loslassen willst. Jetzt wirst du vielleicht sagen: „Na, meine Vergangenheit halt. Das, was mich belastet.“

Es ist trotzdem gut, es ganz genau zu benennen. Die große dunkle undefinierte Masse in kleine konkrete Ereignisse, Personen und Situationen aufzudröseln.

Entmystifiziere das, was dich belastet. Und das, indem du ihm einen Namen gibst.

Setze dich einmal in einer ruhigen Stunde (oder am besten jetzt sofort) hin und überlege: Was belastet dich alles immer noch? Was genau ist es, womit du gerne abschließen willst.

Begegne dem, was gefühlt und gesehen werden will. Wenn du einen Schmerz nicht wahrhaben willst, dann begegnet er dir immer wieder. Die ungelöste Vergangenheit erschafft in der Gegenwart wieder ein ähnliches Drama, einen ähnlichen Schmerz, um dich darauf aufmerksam zu machen. Sie schreit verzweifelt danach, gesehen zu werden

Also mache dem ein Ende, indem du deinen Dämonen ins Gesicht schaust.

Was passiert dir aus deiner Vergangenheit immer wieder? Landest du zum Beispiel immer wieder in ähnlichen missbräuchlichen Beziehungen? Gibt es irgendwelche Muster in deinem Leben allgemein oder in deinen Beziehungen, die sich immer wiederholen? Dann ist hier mit ziemlicher Sicherheit ein ungelöstes Muster aus deiner Vergangenheit am Werk. Schau es dir an. Liebevoll, aber ehrlich.


3. Schritt: Konkrete Aktionen zum Abschluss

Was kannst du jetzt konkret noch tun, um die Sache abzuschließen? Kannst du zum Beispiel eine Person nicht loslassen, weil du ihr unbedingt noch etwas sagen willst? Vielleicht hast du dich nie bei jemandem entschuldigt, obwohl es dir leid tut. Oder du hast deine Meinung gegenüber jemand anderem nie ausgedrückt und das belastet dich. Vielleicht fühlst du dich von jemandem schlecht behandelt und du wolltest ihn schon immer mal fragen: „Warum hast du das gemacht?“ Damit kommst du raus aus der Opferrolle.

Das sind alles Beispiele für Situationen, wo du jetzt konkret noch etwas tun kannst, um mit der Vergangenheit abschließen zu können.

Also überlege einmal, was für Dinge es sind, die dich nicht loslassen. Gibt es jetzt, hier und heute noch etwas, was du tun kannst, um die Sache zu bereinigen?

Wenn ja, dann tu es. Trau dich und komm in Aktion!

Und wenn nicht, dann gehe über zu Schritt 4.


4. Schritt: Fühle den Schmerz

Was auch immer passiert ist, du kannst es nur durch das Fühlen des damit verbundenen Schmerzes loslassen. Wenn wir mit etwas hadern und es nicht loslassen können, dann kämpfen wir gegen unsere Gefühle. Nur wenn du gerade deine Gefühle nicht fließen lässt, fällt dir das Loslassen schwer.

Also ist das Fühlen des Schmerzes unausweichlich.

Nur, wenn du durch den Schmerz hindurchgehst, dann kannst du ihn auch loslassen.

Weine, so viel du weinen willst.

Zeit heilt nicht alle Wunden, sondern das Fühlen von dem, was passiert ist.

Und wenn es damals so schön war und du traurig bist, weil es jetzt anders ist, dann kannst du auch diesen Schmerz bejahend fühlen.


5. Schritt: Akzeptanz dessen, was passiert ist

Wenn du alles getan hast, was noch offen war und deinen Schmerz gefühlt hast, dann bleibt dir nur noch die Akzeptanz.

Akzeptiere die Vergangenheit, so wie sie ist. Du kannst sie nicht mehr ändern. Es ist schon passiert. Es hat keinen Zweck, damit zu hadern.

Mache dir klar, dass die Vergangenheit vorbei ist. Diese Tür ist zu. Für immer.

Dieses Bild mit der Tür hat mir wirklich geholfen, die Vergangenheit loszulassen. Stelle dir vor, dass deine Vergangenheit hinter einer Tür liegt. Weil es aber nun die Vergangenheit ist, ist diese Tür für immer verschlossen. Du kannst sie nicht mehr öffnen.

Die Vergangenheit ist etwas Totes.

Mit der Vergangenheit abschließen ist deshalb das einzig Logische.

Vergangenheit loslassen

 

6. Schritt: Eine Therapie machen

Vielleicht gibt es auch so große und schwierige Themen in deiner Vergangenheit, dass du bei der Bewältigung Hilfe brauchst.

Eine Therapie zu machen, kann dir ungemein beim mit der Vergangenheit abschließen helfen. Es gibt traumatische Ereignisse, bei dessen Aufarbeitung wir Hilfe brauchen. Und das ist auch in Ordnung so.

Ich würde sowieso jedem Menschen empfehlen, mal eine Therapie zu machen. Schaden kann es nicht und ich habe noch nie in meinem Leben jemanden getroffen, bei dem es nicht irgendwas zu therapieren gäbe. Neben der Aufarbeitung deiner Vergangenheit kann eine Therapie dir auch helfen, Muster zu verändern und einen besseren Zugang zu deinen Gefühlen zu entwickeln.

Ob du nun eine Therapie machen willst oder nicht: Die vorherigen 5 Schritte können dir in jedem Fall beim mit der Vergangenheit abschließen helfen.


Fazit zum Abschließen der Vergangenheit:

Das bearbeiten, was du wirklich bearbeiten kannst. Das loslassen, was du nicht ändern kannst.

Und dann lebe in Frieden. Lebe im Hier und Jetzt.






Wunscherfüllung – Was steht hinter meinen Wünschen?

Wunscherfüllung – Was steht hinter meinen Wünschen?

Wie genau funktioniert das eigentlich mit der Wunscherfüllung und warum sind mir manche meiner Wünsche so wichtig?

Diesen Fragen widme ich mich in diesem Artikel.

Wir alle haben zu jedem Zeitpunkt in unserem Leben eine Menge Dinge, die wir uns wünschen. Manche Dinge wünschen wir uns ganz dringend und tun viel dafür, uns diese Wünsche zu erfüllen. Manche Wünsche sind eher unwichtig und wir denken nur ab und zu an sie.

Die Dinge, die wir Menschen uns wünschen, sind sehr unterschiedlich. Wahrscheinlich wünsche ich mir ganz andere Sachen als du dir wünscht.

Trotzdem ist es möglich, allgemeine Aussagen darüber zu tätigen, was Wünsche sind.

 

Wunscherfüllung

 

Das Bedürfnis hinter dem Wunsch

All unsere Wünsche haben eine riesige Gemeinsamkeit:

Sie sind Strategien zur Bedürfniserfüllung.

Ich wünsche mir immer etwas, weil ich mir von dieser Sache die Erfüllung eines Bedürfnisses verspreche.

Wie genau meine ich das?

Zum Beispiel kann es sein, dass ich mir wünsche, reich und berühmt zu sein. Ich möchte gerne erfolgreich sein, in der Öffentlichkeit stehen und ganz viel Geld dabei verdienen. Geht es jetzt hierbei wirklich um die Sache an sich?

Geht es wirklich bei meinem Wunsch um das reich und berühmt sein an sich?

In Wirklichkeit geht es bei meinem Wunsch vielmehr darum, welches Gefühl ich mir davon verspreche, in diesem Zustand zu sein.

Ich könnte mir zum Beispiel das Gefühl davon versprechen, von anderen anerkannt zu sein und mich dadurch gut zu fühlen. Das heißt, eigentlich geht es mir nicht wirklich darum, reich und berühmt zu sein. Zumindest nur auf einer sehr oberflächlichen Ebene.

Eigentlich geht es mir bei meinem Wunsch um mein Bedürfnis nach Anerkennung.

Mich beim Ziele setzen aufs reich und berühmt zu werden zu konzentrieren, soll mir nur dabei helfen, mir dieses Gefühl in mein Leben zu holen.

Ein anderes Beispiel für einen Wunsch, den viele Menschen haben, ist ein eigenes Haus. Ist es jetzt wirklich so etwas Tolles, ein eigenes Haus zu besitzen?

Oder geht es vielleicht auch bei diesem Wunsch um etwas ganz Anderes?

Bei dem Wunsch nach einem eigenen Haus kann es zum Beispiel um die Erfüllung von meinem Bedürfnis nach Sicherheit gehen.

Es kann sein, dass ich mit einem Haus Geborgenheit und Sicherheit verbinde und mir deshalb wünsche, ein eigenes Haus zu besitzen.

Es geht also bei meinen Wünschen nicht um den eigentlichen Wunsch, sondern um etwas, was dahinter steht.

Die blinde Wunscherfüllung eines Hauses oder auch danach, reich und berühmt zu sein, bringt mich deshalb oft nicht weiter.

Denn nur weil ich einer Sache die Macht zuspreche, in mir ein Gefühl hervorzurufen, ist das noch lange nicht so.

Es kann sein, dass ich mir von etwas die tollsten Gefühle erhoffe. Wenn ich nur XY habe, dann fühlt es sich ganz anders an. Vielleicht tritt der erhoffte Zustand gar nicht ein. Vielleicht hält er auch nur ganz kurz an und dann macht sich wieder die große Leere in mir breit.

All das kann passieren, wenn ich mich nur auf meine Wunscherfüllung konzentriere, ohne mir klar zu machen, was eigentlich hinter meinem Wunsch steht.

 

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Umgang mit Wünschen

Wenn ich nun weiß, dass es bei meinem Wunsch gar nicht wirklich um die Sache selbst geht, sondern um die Erfüllung eines Bedürfnisses, soll ich dann überhaupt in meine Wunscherfüllung investieren?

Oder soll ich meinen Wunsch einfach ignorieren?

Wie meistens liegt die Lösung irgendwo in der Mitte.

Ich sage nicht, dass es gar keinen Sinn macht, sich seine Wünsche zu erfüllen. Es macht Sinn – jedoch nur begrenzt.

Ich sollte mir immer beim Versuch der Wunscherfüllung bewusst machen, welches Gefühl ich mir von meinem Wunsch verspreche.

Und dann stellt sich meistens schon ein Aha-Effekt ein und vielleicht ändert sich dadurch auch mein Verhältnis zu dem Wunsch.

Ich kann mich auch innerlich in einer Meditation in den Zustand versetzen, in dem mein Wunsch erfüllt ist. Und in dieser Meditation fühle ich das Gefühl, was ich mir wünsche.

Somit ist mein Wunsch in diesem Moment erfüllt.

Und warum sollte das weniger wert sein, als im Außen etwas zu haben, was dieses Gefühl in mir auslöst?

Deine Gefühle sind in dir. Du bist dazu fähig, Liebe zu empfinden. Das ist der Grund, aus dem du Liebe empfindest und nicht wegen dem Menschen, den du liebst. Es mag sich vielleicht so anfühlen, als wenn du wegen diesem Menschen Liebe empfindest. Aber in Wirklichkeit empfindest du Liebe, weil die Liebe in dir ist.

Und genauso ist es auch mit all den anderen Gefühlen, die du dir durch deine Wünsche in dein Leben holen willst. Sie sind in dir und irgendwelche äußeren Sachen helfen dir nur, sie zu fühlen.

Und wenn du nun lernst, dir diese Gefühle selbst zu erschaffen, dann bist du damit unabhängig. Du wirst frei von den Sachen, nach denen du im Außen strebst, weil du weißt, dass du nicht auf sie angewiesen bist.

Zuletzt noch ein Buchtipp für alle, die noch tiefer in dieses Thema einsteigen möchten: In Safi Nidiayes: „Der entscheidende Schritt: Das letzte Geheimnis der Wunscherfüllung“ geht es genau um das, was hinter den Wünschen steht und wie du noch mehr dahin kommst, dir selbst deine Wünsche zu erfüllen.

 

Komfortzone verlassen: Raus aus den alten Schuhen!

Komfortzone verlassen: Raus aus den alten Schuhen!

„Dein Leben beginnt dort, wo deine Komfortzone endet.“ –unbekannt

Deine Komfortzone zu verlassen und das Leben zu führen, das du dir wünscht – dabei möchte ich dich mit diesem Artikel unterstützen. Mit unserer Komfortzone verhält es sich oft so wie mit einem gemütlichen Bett: Wir bleiben viel zu lange drin liegen, weil es einfach so bequem ist. Und je länger wir liegen bleiben, desto schwerer fällt es, aufzustehen. Wenn du sofort aus dem Bett springst, sobald der Wecker geklingelt hat, fällt das Aufstehen viel leichter, als wenn du liegen bleibst. Aus fünf Minuten werden dann ganz schnell zehn und aus zehn Minuten werden ganz schnell dreißig.

Genauso ist es mit unserer Komfortzone: Wenn wir es uns zur Angewohnheit gemacht haben, sie selten zu verlassen, dann wird es immer schwerer, aus ihr herauszukommen. Das ist das Fatale an der Geschichte. Denn, wenn ich nichts tue, um meine Komfortzone aktiv zu erweitern, dann bleibt sie nicht etwa gleich groß, sie wird immer kleiner.

Denn Stillstand ist Rückschritt und wenn wir nichts tun, dann tun wir damit in Wahrheit doch etwas.

Doch erst einmal back to the basics:

Was genau ist deine Komfortzone?

Deine Komfortzone ist der Bereich, in dem du dich wohl fühlst. Es ist der Bereich, in dem dir alles vertraut ist. Du fühlst dich hier wohl, weil dir alles bekannt ist. Du fühlst du dich geborgen und du musst keine Energie ausgeben. Du kennst die Situation schon, musst dir keine Gedanken machen und empfindest wenig Angst und Aufregung.

Gewohnheit ist leben im Energiesparmodus.

Das kann ganz schön verführerisch sein. Die meisten Menschen lassen sich davon zumindest verführen.

Kurzfristig gedacht scheint das Leben in der Komfortzone die klügere Wahl zu sein. Du vermeidest Angst und Anstrengung. Es fühlt sich einfach gemütlicher an.

Langfristig gedacht ist das Leben in der Komfortzone dann allerdings nicht mehr die beste Wahl.

Gründe, die Komfortzone verlassen

Komfortzone verlassenDenn langfristig gesehen macht uns das Leben in der Komfortzone unfrei. Wenn wir unsere Komfortzone selten verlassen, dann wird sie zum Gefängnis. Sie diktiert uns dann unser Leben. Sie bestimmt dann, was möglich ist und was nicht möglich ist.

Und das ist doch blöd oder?

Wenn du gerne etwas tun willst, dann solltest du es auch tun können.

Doch je seltener du deine Komfortzone verlässt, desto weniger kannst du es.

Jedes Mal, das du einer Angst nachgibst, wird es beim nächsten Mal schwerer machen, dich ihr zu stellen.

Innerhalb der Komfortzone fühlen wir uns zwar sicher, aber das, was wir wollen, befindet sich leider oft ganz woanders.

Vor dem Problem stand ich sehr oft in den letzten Jahren. Ich wusste genau, was ich wollte und ich wusste auch genau, dass ich mich unglaublich krass überwinden muss, um dorthin zu kommen. Ich wusste genau, dass es erst einmal total unangenehm und kräftezehrend werden würde, bevor ich da bin, wo es sich gut anfühlt.

Aber was soll ich sagen – es hat sich einfach jedes Mal total gelohnt! Und mittlerweile ist meine Komfortzone gefühlte dreitausend Quadratkilometer größer als noch vor zehn Jahren und das habe ich nur mir selbst und meinem mutig sein zu verdanken. Ich bin viel freier als früher und lebe meine eigene Wahrheit. Natürlich gibt es auch jetzt noch Sachen, die mir schwerfallen, aber es sind viel weniger als früher und ich bin viel eher bereit, mich ihnen zu stellen.

Doch wie funktioniert das nun mit dem Komfortzone verlassen?

Wege, um deine Komfortzone zu verlassen

Der Weg raus aus der Komfortzone und rein ins Leben ist ein Herzensweg. Es ist ein Weg, der uns am Anfang viel Überwindung kostet.

Komfortzone verlassen

Wenn du beginnst, mit vorsichtig tapsenden Schritten deine Komfortzone hier und da mal zu verlassen, dann wird sich das am Anfang vielleicht etwas falsch anfühlen. Eine Stimme flüstert dir leise zu: „Das ist doch Blödsinn. Dir geht es gerade total schlecht und das ist alles voll anstrengend und gar nicht so toll, wie du es dir vorgestellt hast. Gib auf. Dreh dich um und geh zurück! So schlecht ist dein Leben doch gar nicht.“ Es ist die Stimme des Kopfes. Die Stimme der Gewohnheit. Sie will Kontrolle, sie will Sicherheit. Deshalb versucht sie alles, um dich davon zu überzeugen, dass doch eigentlich alles ganz ok so ist, wie es ist und wie es schon immer war.

Fall nicht darauf rein.

Denn klar, es ist am Anfang mit vielen unangenehmen Gefühlen verbunden, deine Komfortzone zu verlassen, aber das wird besser.

Also: Beim Verlassen der Komfortzone musst du zuallererst einmal damit rechnen, inneren Widerständen zu begegnen und dich ihnen zu stellen. Nur, wenn du es erfolgreich schaffst, dich diesen inneren Anteilen zu stellen, kann es dir auch gelingen, deine Komfortzone zu verlassen.

Außerdem ist es wichtig, dass du Veränderung richtig dosierst. Wenn du direkt zu ehrgeizig bist und zu große und zu viele Schritte machst, dann bekommst du Panik und bist überfordert. Was ja auch verständlich ist.

Du solltest deine Aktionen so wählen, dass du innerlich immer halbwegs mitkommst. Lieber einen kleineren Schritt machen. Lieber mal eine Pause machen. Hauptsache, du bleibst dran und bist kontinuierlich in Aktion. Veränderung geht sowieso nur langsam und das Verlassen deiner Komfortzone ist eine sehr große Veränderung. Gönne dir die Zeit, die du dafür brauchst. Bewahre dir dein achtsames Selbstmitgefühl auf diesem Weg.

Überfordere dich nicht. Das Ziel ist ja, langfristig etwas zu verändern und das erreichst du eher, wenn du regelmäßig kleine Schritte gehst als unregelmäßig riesige Schritte. Das „zu viel machen“ kann sonst auch ganz schnell dazu führen, dass du so überfordert bist, dass du gar nichts mehr machst und deinen neuen Weg wieder ganz aufgibst. Also mache lieber kleine Schritte und nehme deine Gefühle dabei mit. Nimm deine Ängste dabei mit und gib ihnen liebevoll Raum.

In welchem Bereich möchtest du deine Komfortzone verlassen?

Willst du dich zum Beispiel trauen, alleine auf eine Veranstaltung zu gehen? Willst du in einer Diskussion deine Meinung vertreten und damit raus aus der Opferrolle kommen? Willst du den Job wechseln und etwas Neues wagen?

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Was auch immer es ist: Mache dir einen realistischen Plan. Überlege dir genau, in welchem Bereich du deine Komfortzone verlassen willst und wie kleine Schritte in diese Richtung aussehen könnten.

Und dann mache den ersten Schritt, einen Babystep. Und dann noch einen. Und noch einen.


Meinst du es ernst mit dem Komfortzone verlassen? Dann hol dir jetzt meinen neuen Online-Kurs Komfortzone verlassen und starte richtig durch!

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Lebenskompass: Ziele setzen und erreichen

Lebenskompass: Ziele setzen und erreichen

Ziele können uns Orientierung auf unserem Weg geben. Sie können uns einen Grund geben, jeden Morgen aufzustehen und unser Bestes zu geben. Sie können uns antreiben und uns motivieren.

Wenn wir uns zu sehr auf sie versteifen und ihnen zu verbissen hinterherjagen, können sie uns allerdings auch ziemlich das Leben versauen.

In diesem Artikel geht es darum, wie Ziele dir dienen können. Es geht darum, wie du sie richtig setzt und sie entspannt erreichst, ohne dich von ihnen versklaven zu lassen.

 

Was steht hinter meinem Ziel?

Zunächst einmal ist es gut, dir klarzumachen, warum dir Ziele setzen überhaupt wichtig ist. Meistens geht es bei der Zielerreichung nicht um das eigentliche Ziel, sondern um etwas, was dahinter steht.

Ich kann mir zum Beispiel das Ziel setzen, innerhalb von zwei Jahren beruflich in eine tolle Position zu kommen. Warum ist mir das jetzt so wichtig? Es könnte sein, dass ich mir von der Erreichung dieses Ziels Anerkennung verspreche. Das heißt, ich möchte beruflich in eine gute Lage kommen, damit andere Menschen mir Anerkennung schenken und ich mich dadurch besser fühle.

Tatsächlich verhält es sich mit den meisten Zielen ähnlich. Nur die wenigsten Ziele möchten wir wirklich um ihrer selbst Willen erreichen.

Und das soll jetzt nicht heißen, dass du all deine Ziele aufgeben sollst, weil es ja sowieso nicht um sie geht. Es ist nur gut, sich bewusst zu sein, was hinter dem jeweiligen Ziel steht.

Du kannst dich fragen, ob es vielleicht einen besseren und direkteren Weg gibt, um das zu erreichen, was du gerne erreichen willst. Das heißt, beim Ziele setzen ist es gut, in Dinge zu investieren, die mich wirklich weiterbringen. Mir als Ziel zu setzen, einen Porsche zu fahren, nur um dann nach Jahren des darauf Hinarbeitens festzustellen, dass mich das jetzt gerade mal für zwei Minuten befriedigt hat, ist vielleicht nicht so klug.

Frage dich also, wozu das Erreichen des Ziels dir dienen soll und entscheide dich dann bewusst für oder gegen das Ziel.

Und wähle deine Ziele so, dass sie dich beflügeln. Wähle sie so, dass sie dein inneres Feuer entfachen. Jedes Mal, wenn du etwas für dieses Ziel tust, bist du begeistert und inspiriert. Du tust es gerne. Du tust es mit Freude.

 

Finde die Balance beim Umgang mit Zielen

Lasse dich auch nicht von deinen Zielen versklaven. Es gibt dazu ein sehr schönes Zitat: „Das Ideal werde nicht zur Qual, aber Inspiration sei es uns schon.“ (von unbekannt)

Dieses Zitat spiegelt für mich perfekt den Balanceakt wider, den Ziele setzen und erreichen beinhaltet.

Denn, wenn du gar keine Ziele hast, kommst du auch nirgendwo an. Du treibst durchs Leben wie auf einem Floß durch das Meer. Mal weht der Wind aus dieser Richtung und treibt dich hierhin, mal weht der Wind aus der anderen Richtung und treibt dich dorthin. Du lebst dann reaktiv. Bist dem ausgesetzt, was andere Menschen mit dir machen und was dir passiert im Leben. Das ist für mich auch kein erstrebenswertes Leben. Man könnte jetzt natürlich ganz zen-buddhistisch erwidern, dass es nicht gut sei, etwas zu wollen und Ziele zu setzen. Aber ich glaube, solange ich noch nicht an dem Punkt in meinem Leben bin, ist es schon gut, mir Ziele zu setzen. Und wenn ich irgendwann keine Ziele mehr brauche, weil ich einfach völlig eins bin mit dem, was ist, dann habe ich auch keine mehr.

Bis dahin halte ich jedoch ein gewisses Maß an Zielen für sehr dienlich für meine persönliche und spirituelle Entwicklung.

Die große Gefahr beim Umgang mit Zielen ist, dass ich durch sie zu sehr in der Zukunft lebe. Denn meine Ziele sind immer in der Zukunft. Und wenn ich mich unaufhörlich mit diesen Zielen beschäftige, dann kann es sein, dass ich das Hier und Jetzt verpasse. Diesen wundervollen Augenblick mit all seiner Schönheit und seinen kleinen Glücksmomenten, die sich oft nur zeigen, wenn ich ganz genau hinschaue und präsent bin. Deshalb ist es gut, mich immer mal wieder daran zu erinnern, dass Ziele setzen und erreichen ja schön und gut ist, aber das Leben immer JETZT stattfindet.

Außerdem kann es beim Umgang mit Zielen passieren, dass ich allzu verspannt an die Sache herangehe. Das heißt, dass ich nur auf mein Ziel fokussiert bin und es unbedingt erreichen will, auch gegen alle Widerstände. Was in diesem Fall passiert, ist, dass der Weg bis zum Erreichen des Ziels wahnsinnig qualvoll und ätzend wird und dann stellt sich die Frage, ob es das wert war. Dazu kommt noch, dass sich Ziele meistens eben nicht manifestieren lassen, wenn ich mit ganz viel Druck daran gehe. Meistens klappt es genau dann nicht. Und in dem Moment, in dem ich es schaffe, loszulassen, da läuft es auf einmal wie von selbst und das Ziel kommt zu mir. Das ist mir schon super oft passiert und ich hab mich dann immer gefragt: „Was, so einfach geht das? Und ich hab die ganze Zeit so sehr gekämpft und nichts ist passiert…“ Also, ein gewisses Maß an Gelassenheit hilft beim Umgang mit Zielen auch.

Zuletzt noch der Tipp: Erwarte nicht zu schnell zu viel von dir und vom Leben. Viele Ziele brauchen einfach etwas Zeit, bis du sie erreichen kannst. Setze dir realistische Ziele und realistische Zeiträume, in denen du sie erreichen willst. Geh jeden Tag ein kleines Stück weiter und versuche dich dabei in einer Haltung von entspannter Begeisterung zu üben.

 

Kompensationsmechanismen – Was mache ich anstatt zu fühlen?

Kompensationsmechanismen – Was mache ich anstatt zu fühlen?

Ich glaube, dass wir alle sehr viele Angewohnheiten haben, die der Vermeidung von unangenehmen Gefühlen dienen. Oft laufen diese Kompensationsmechanismen unbewusst ab und uns ist gar nicht klar, was wir gerade tun.

Häufig ist die Tafel Schokolade schon aufgegessen, da fragen wir uns erst, warum wir gerade eine ganze Tafel gegessen haben und nicht irgendwann zwischendrin aufgehört haben zu essen. Oft ist es schon spät nachts und wir haben anstatt einer Folge der Serie ganz viele geguckt, da fragen wir uns erst, warum wir nicht nach einer Folge aufgehört haben. Oft ist das Geld schon sinnlos für irgendwas Materielles ausgegeben, da fragen wir uns erst, warum wir uns diesen Kram, den wir gar nicht brauchen, jetzt gerade unbedingt kaufen mussten.

All das sind Beispiele für Kompensationsmechanismen.

Dinge, die wir tun, anstatt zu fühlen.

Wir essen unsere Gefühle. Wir gucken Fernsehen, um von unseren Gefühlen abgelenkt zu sein. Wir kaufen uns glitzernde Dinge, um ein inneres Loch zu stopfen und uns für einen kleinen Moment lang durch diese neue Sache gut zu fühlen.

Nur um dann nach kurzer Zeit festzustellen, dass das jetzt gerade eine sehr kurz anhaltende Lösung war.

Denn genau das ist das Problem mit Kompensationsmechanismen: Für kurze Zeit haben wir durch sie ein besseres Gefühl. Für kurze Zeit scheint das unangenehme Gefühl vergessen. Vielleicht reden wir uns sogar ein, dass es ganz weg ist.

Doch was passiert danach? Durch unser „weg machen“ wollen des Gefühls wird es erst einmal nach unten gedrückt. Wir überlagern es mit irgendetwas anderem und zunächst scheint das auch zu funktionieren.

Doch durch das Unterdrücken geht das Gefühl nicht weg. Es löst sich nicht auf.

Ganz im Gegenteil: Es kommt stärker zurück.

Alles, was wir unterdrücken, sammelt sich in uns.

Du kannst dir deine unterdrücken und nicht gefühlten Gefühle wie ein brodelndes Lavabecken tief in dir drin vorstellen.

Jedes Mal, das du wieder nicht bereit bist, zu fühlen, füllt sich das Becken mehr.

Und mehr und mehr.

Bis es irgendwann überquillt.

Und dann rächt sich das nicht fühlen Wollen des Gefühls fürchterlich. Das Gefühl manifestiert sich in Form eines Schmerzes oder einer Krankheit.

Es ist ein Schrei des Gefühls nach bejahender Aufmerksamkeit.

Und mehr will das Gefühl auch gar nicht. Egal, um welches Gefühl es sich handelt. Ob es Angst ist oder Wut oder Scham oder Schuld. All diese Gefühle – so unangenehm sie sich auch anfühlen mögen – wollen nur deine liebevolle Aufmerksamkeit. Sie wollen, dass du wie eine Mutter und wie ein Vater liebevoll zu ihnen sagst: „Ihr dürft alle da sein!“

Stelle dir vor, dass du wie ein Gasthaus bist und deine Gefühle sind deine Gäste. Jedes von ihnen ist nur zu Besuch da. Deshalb brauchst du auch keine Angst vor ihnen zu haben. Sie kommen und sie gehen.

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Ich weiß, dass es im ersten Augenblick oft leichter scheint, den Weg des Kompensierens zu gehen als den Weg des Fühlens. Ich mache das auch immer noch oft genug. Aber all deine Kompensationsmechanismen können dir immer nur kurzfristig Erleichterung verschaffen. Langfristig machen sie allerdings alles nur noch schlimmer.

Das Essen, das du isst anstatt zu fühlen, macht deinen Körper schwerer und schlapper. Wenn du etwas isst, was dein Körper gerade nicht braucht, dann tut ihm das nicht gut. Es entzieht ihm Energie und legt ihn lahm. Dazu kommt, dass dieser Kompensationsmechanismus zur Folge haben kann, dass es dir schwerer fällt, das Aussehen von deinem Körper zu lieben.

Die Serien, die du bis tief in die Nacht schaust, verhindern, dass du genug Schlaf bekommst. Außerdem entfernen sie dich oft vom Hier und Jetzt und verhindern, dass du mit deinem eigenen Leben zufrieden bist.

Die Sachen, die du kaufst, obwohl du sie nicht brauchst, machen dich immer abhängiger von Konsumgütern und erfordern immer mehr Geld. Das heißt, dein Lebensstandard steigt und du bist immer mehr auf Geld angewiesen und verlierst dadurch ein Stück Freiheit.

All diese Kompensationsmechanismen sind also keine Lösungen für deine Probleme, sondern schaffen vielmehr immer neue Probleme.

Viel leichter ist es da doch eigentlich, das Gefühl in liebevollem Gleichmut da sein zu lassen oder? Zu sagen: „Hey Gefühl, du bist zwar echt unangenehm, aber ich weiß, dass du mir nichts tust und ich gebe dir jetzt einfach mal ein bisschen Raum und vertraue darauf, dass du dann auch wieder gehst.“

Ich lade dich dazu ein, das nächste Mal, wenn du dich bei einem deiner Kompensationsmechanismen ertappst, innezuhalten und dich zu fragen: „Welches Gefühl steckt dahinter, dass ich das jetzt gerade tun will?“

Und dann sei still und mutig und lausche der Antwort.

Widme dich den Ursachen anstatt den Symptomen. Dir zuliebe.