Yin und Yang – inneres Gleichgewicht finden

Yin und Yang – inneres Gleichgewicht finden

Inneres Gleichgewicht  finden – das ist für die meisten Menschen ein großes Thema. Vor allem, wenn es darum geht, männliche und weibliche innere Anteile in Einklang zu bringen.

Wir haben doch meistens eine Polung, die mehr zu einer Seite tendiert. Manche Menschen sind sehr gut darin, zu machen und zu tun. Sie haben sehr viel Tatkraft und erreichen sehr viel. Sie sind mehr im Yang.

Dafür sind diese Menschen oft nicht so gut darin, loszulassen, gar nichts zu machen, zu fühlen, zu vertrauen, geschehen zu lassen, anzunehmen.

Die Menschen wiederum, denen diese Sachen leicht fallen, die sind sehr mit dem Yin verbunden. Dafür fällt es diesen Menschen oft sehr schwer, etwas zu machen, zu tun, stark zu sein, sich durchzusetzen, etwas aufzubauen und so weiter.

Man kann Yin auch als den weiblichen Aspekt des Seins bezeichnen und Yang als den männlichen. In unserer kapitalistischen patriarchalen Gesellschaft wird das Harte und Männliche mehr wertgeschätzt als das Weibliche, darüber muss man leider nicht diskutieren. Die weiblichen Aspekte des Seins werden mit Schwäche gleichgesetzt. Das verinnerlichen und übernehmen die meisten Menschen unbewusst, weshalb das Yang in unserer Zeit so sehr dominiert.

Und am Yang ist auch nichts Schlechtes: ich selbst bin von der Polung her auch sehr Yang. Ich mache Kickboxen, setze mich durch, mache anderen klare Ansagen, kriege sehr viel auf die Reihe und weiß, was ich will. Das ist alles unglaublich toll. Ich liebe das an mir und würde es niemals ändern wollen.

Was ich jedoch merke, ist, dass es mir gut tun würde, auch mehr Yin zu haben. Denn manchmal fällt es mir schon sehr schwer, loszulassen und anzunehmen. In meinem Zimmer steht deshalb ganz groß an der Wand: „Acceptance is the key to be“ Das soll mich immer daran erinnern, dass es nichts bringt, gegen die Realität zu kämpfen und dass man auch mal geschehen lassen können muss.

Ich baue mir bewusst Momente der Ruhe und des „mind wandering“ in meinen Alltag ein, um mir dieses innere Gleichgewicht zu schaffen. Und ich merke, dass es mir gut tut. Es tut gut, in die Ruhe zu kommen und meinem Innenleben Platz zu geben. Yin und Yang müssen beide ihren Platz haben. Nur so kann inneres Gleichgewicht entstehen und nur so können wir innerlich zur Ruhe kommen.

 

Was für ein Typ Mensch bist du?

Fühlst du dich eher mit dem Yin oder eher mit dem Yang verbunden?

Wenn du dich so wie ich eher mit dem Yang verbunden fühlst, dann überlege einmal, welche Yin-Aktivitäten (wobei das Wort Aktivität auch schon sehr Yang ist) du in dein Leben einbauen könntest.

Zum Beispiel: Yin-Yoga, Meditationen, Spaziergänge, einen Baum umarmen, den Wecker morgens ein paar mal auf Snooze stellen anstatt sofort aus dem Bett zu springen und loszulegen oder Verantwortung für irgendetwas an jemand anderen abgeben. Setze dich einmal in Ruhe hin und fühle nach, was du brauchst, um dein Yin zu finden. Was kannst du dafür tun, um mehr inneres Gleichgewicht zu spüren?

Wenn du eher im Yin bist und dir Tatkraft, Schaffen und Rationalität manchmal schwer fallen, dann überlege auch hier, wie du mehr in inneres Gleichgewicht kommen kannst.

Welche Yang-Aktivitäten könnten etwas für dich sein? Du könntest zum Beispiel eine Sache, die du schon lange machen wolltest, aber nie auf die Reihe gekriegt hast, endlich mal durchziehen. Du machst es einfach und erlaubst deinem Kopf nicht, irgendwelche Ausreden dafür zu erfinden.

Gibt es einen Menschen in deinem Leben, dem du schon lange mal die Meinung sagen wolltest? Dann tu es, jetzt! Zeig ihm oder ihr, dass du stark auftreten kannst. Versuche, im Alltag darauf zu achten, dass du nicht mehr redest als du machst. Vom Reden alleine verändert sich nicht so wahnsinnig viel, du musst schon in Aktion kommen.

Es ist auch nicht nötig, deine Probleme mit fünf Leuten zu besprechen, bevor du eine Entscheidung trifft: Horche in dich selbst hinein, frage vielleicht eine wichtige Person um Rat und dann triff die Entscheidung und zieh es einfach durch!

Fällt es dir im Restaurant oder im Café schwer, aus der Speisekarte auszuwählen? Überlege beim nächsten Mal nicht stundenlang : Wenn es mehrere Sachen gibt, die du lecker findest, dann nimm einfach eine davon. Wenn du sie alle lecker findest, dann ist es doch auch eigentlich egal, welche davon du nun nimmst oder? Such dir irgendetwas Yang-Mäßiges aus und fange damit an. Ganz langsam, ganz sanft. Babysteps. Aber bestimmt und tatkräftig.

Und zuletzt noch den Rat: Wertschätze, wie und wer du bist. Dein Yin oder dein Yang ist etwas ganz Tolles, woraus du ganz viel Positives ziehen kannst. Es geht nicht darum, dir etwas wegzunehmen, sondern dir etwas hinzuzugeben: inneres Gleichgewicht; das Yin zu deinem Yang oder das Yang zu deinem Yin.

Denn wirklich im Frieden sind wir innerlich nur, wenn wir beide Aspekte des Seins in uns integrieren. Wirklich Eins mit uns können wir nur sein, wenn wir handeln und fühlen können. Und wenn wir kämpfen und loslassen können.

Mutig sein – Stelle dich deinen Ängsten

Mutig sein – Stelle dich deinen Ängsten

Hast du Probleme damit, mutig zu sein? Überrollt dich die Angst sofort gnadenlos, wenn du mal was wagen willst?

Dann bist du hier genau richtig.

In diesem Blogartikel geht es darum, was genau Mut eigentlich ist und in welchem Verhältnis er zur Angst steht. Es geht darum, wofür wir Mut brauchen und wie es uns gelingt, mutig zu sein.

Im manchmal so dummen und falschen Allgemeinwissen gilt der Mensch als mutig, der keine Angst hat. Mutig sein – Das ist, wenn man furchtlos allen Gefahren ins Auge blickt. Entweder man hat halt keine Angst – dann traut man sich, Dinge zu machen – oder man ist halt ängstlich und dann traut man sich nicht, Dinge zu machen.

In Wirklichkeit ist das natürlich kompletter Schwachsinn. Denn Angst hat jeder Mensch. Jeder! Nur drückt es sich bei jedem anders aus. Der eine Mensch empfindet Angst und man sieht ihm diese Angst äußerlich an, man spürt seine Angst vielleicht sogar. Ein anderer Mensch wiederum empfindet vielleicht genau die gleiche Angst, trägt sie aber nicht nach außen. Wenn man ihn sieht, kommt man überhaupt nicht darauf, dass dieser Mensch gerade innerlich Angst empfindet, weil er so selbstsicher und entspannt wirkt.

Innerlich sieht es in beiden Menschen gerade gleich aus, aber wenn man sie sich von außen anguckt, würde man das nie denken. Deshalb urteile nie über andere Menschen; du kannst ihnen immer nur vor den Kopf gucken (außer du kannst Auren sehen oder bist sehr gut darin, die Gefühle und Energien anderer Menschen zu spüren).

Und genauso verhält es sich damit, wie der Mensch nun im Angesicht seiner Angst handelt. Der eine Mensch empfindet Angst und sagt sich innerlich: “Oh nein, Angst! Angst ist ein unangenehmes Gefühl, es fühlt sich doof an, ich will es nicht haben, ich muss es vermeiden, also vermeide ich lieber den Angstauslöser. Ich schaffe das nicht! Es ist bequemer und sicherer, wenn ich in meiner Komfortzone bleibe!” Dieser innere Dialog läuft natürlich selten so bewusst ab, er spielt sich eher unbemerkt ab.

Was hier passiert, ist, dass sich der Mensch einer Sache stellen will, seine Komfortzone erweitern will, aber daran scheitert, dass er seine Angst nicht will. Was tun? Angst ist nun mal leider eine natürliche Konsequenz davon, wenn wir uns Dingen stellen. Wenn wir Dinge tun, die wir sonst nicht tun – dann empfinden wir Angst. Das ist völlig normal. Das ist bei jedem Menschen so.

Und die, die behaupten, es wäre nicht so, dass sind Pretender: Menschen, die so tun als ob oder die völlig den Kontakt zu ihrem Innenleben verloren haben.

Wenn wir jedoch unsere Komfortzone wirklich erweitern wollen, wenn wir uns wirklich entwickeln wollen und da hinkommen wollen, wo wir glücklich sind, dann müssen wir durch die Angst hindurchgehen. Es gibt keinen anderen Weg. Du kannst die Angst leugnen, du kannst sie verdrängen, unterdrücken, aber letztendlich wirst du ihr nicht entkommen.

Wenn du zum Beispiel Dinge tust, die es erfordern, mutig zu sein, aber deine Angst nicht fühlst, dann wirst du irgendeine Art von psychosomatischer Reaktion erleben. Du wirst vielleicht Schlafstörungen haben, dich nicht gut konzentrieren können oder körperliche Schmerzen entwickeln.

Das heißt, die Angst muss irgendwo hin und wenn du sie nicht fühlst, dann sucht sie sich einen anderen Weg, um Beachtung zu finden.

Und damit wird die Angst vor der Angst zur self fulfilling prophecy. Denn das Problem mit dem Fühlen der Angst ist oft, dass wir Angst vor der Macht der Angst haben. Wir haben die Befürchtung, wenn wir die Angst erst einmal zulassen, ihr die Erlaubnis geben, zu kommen, dann wird sie nicht mehr gehen, sie wird uns überwältigen.

Jedoch ist das Gegenteil der Fall.

 

Wenn die Angst gefühlt wird, dann entziehst du ihr damit die Macht

Sie hat nur Macht, wenn du sie unterdrückst. Denn Gefühle sind wie Wellen, sie kommen und gehen. Kein Gefühl kann oder will bei dir bleiben.

Angst zu haben ist also nicht das Gegenteil von Mut, sondern der Umgang mit der Angst entscheidet darüber, wer mutig ist.

Denn Angst hat jeder. Die Frage ist halt nur, ob du jetzt vor der Angst wegrennst oder dich ihr stellst. Wenn du es schaffst, dich ihr zu stellen, dann kannst du mutig sein.

Ich empfehle jetzt aber trotzdem nicht, sofort mit dem 10-Meter-Brett anzufangen. Was ist damit gemeint? Mach dir erst einmal klar, worin du mutig sein willst. Und dann reflektiere deine Ist-Situation; sei ehrlich zu dir. Wo endet deine Komfortzone?

Im Beispiel: Wenn es dir Angst macht, zu neuen Veranstaltungen zu gehen und du gleichzeitig Angst vor fremden Menschen hast, dann ist es vielleicht etwas viel, direkt alleine zu neuen Veranstaltungen zu gehen. Du könntest auch eine_n Freund_in fragen, ob sie/er mit dir zu der Veranstaltung geht. Somit fühlst du dich am Anfang etwas sicherer. Wenn sich niemand, den du kennst für die Veranstaltung interessiert, dann musst du halt alleine hin.

Was ich damit nur sagen will, ist: Babysteps. Fang langsam und klein an. Achte auf deine Kraft. Stelle dich deinen Herausforderungen, aber sei dabei nicht zu hart zu dir. Trete dir in den Arsch, wenn es sein muss, aber tätschle dir auch mal liebevoll und stolz die Wange und gönne dir eine Verschnaufpause. Mutig sein ist nicht wichtiger als deine Selbstliebe, also gehe auf diesem Weg nett und verständnisvoll mit dir selbst um.

Denn, wenn du deine Komfortzone wirklich und nachhaltig erweitern willst, dann musst du dabei Ausdauer haben. Es ist ein langer Weg; der Weg der Persönlichkeitsentwicklung und der Weg der Selbstliebe. Ein Weg mit vielen Steinen und Rückschlägen. Der, dem das klar ist, ist im Vorteil. Denn du darfst dich nicht so schnell entmutigen lassen. Manchmal ist es ätzend, wenn du merkst, dass dir etwas immer noch total schwer fällt, obwohl du schon lange daran arbeitest. Aber du wirst mit der Zeit merken, dass die Angst immer weniger bedrohlich auf dich wirkt. Sie ist nicht mehr das große Ungeheuer, das dich verschlingen kann, sondern nur noch ein Gefühl. Ja, ein unangenehmes Gefühl, aber nicht bedrohlich. Dieser Unterschied ist wichtig.

Angst ist normal und die Bereitschaft, sich ihr zu stellen, ist die Voraussetzung für Mut.

Angst ist dein Begleiter, wenn du wächst. Am Anfang vielleicht sogar dein ständiger Begleiter. Aber ihre Intensität lässt nach und vor allem wird sie dich nicht mehr lähmen und du wirst trotzdem handeln, wenn du durch sie hindurchgehst. Also habe den Mut, Angst zu haben.

Abgrenzen lernen – Bleib in deiner Mitte

Abgrenzen lernen – Bleib in deiner Mitte

abgrenzen lernenPuh, abgrenzen lernen von anderen Menschen und ihren Gefühlen. Das ist ein sehr, sehr herausforderndes Thema. Es gibt wahrscheinlich viele Beispiele dafür, wann und wie die Gefühle und Gefühlsausbrüche anderer Menschen schwierig für uns sein können. Wir sind dauernd von anderen Menschen umgeben und damit auch von ihren Gefühlen.

Wenn wir uns immer mehr öffnen und feinfühliger werden, dann fühlen wir auf einmal immer mehr die Gefühle und Energien anderer Menschen. Und manchmal schleudern uns andere Menschen ihre Gefühle auch impulsiv entgegen.

Ein Beispiel für eine solche Situation erlebe ich gerade leider bei mir auf der Arbeit.

Ich habe gekündigt und hatte deswegen sowieso schon ein schlechtes Gewissen, Schuldgefühle und Angst davor, dass irgendjemand doof reagiert. Allerdings war dann dieser jemand ein ganz anderer als ich dachte. Eine Kollegin von mir machte mich total zur Sau, nachdem sie von meiner Kündigung erfahren hat. Sie warf mir vor, ich hätte das doch schon ganz lange gewusst und es ginge ja gar nicht, mitten im Projekt zu gehen. Als ich mich dann (sachlich) ihr gegenüber erklären wollte, sagte sie wörtlich: “Bla bla bla! Das Projekt ist unser Baby und dir ist das doch alles scheiß egal!” Und dann ließ sie mich wutentbrannt stehen und ging Eine rauchen.

Ähhhh??? What???

Da war ich erstmal ziemlich baff. Warum werde ich jetzt hier so angegangen? Warum nimmt sie meine Kündigung so persönlich? Ich bin ja wohl Arbeitnehmerin und keine Sklavin – es ist mein Recht, zu kündigen.

Und ich muss echt zugeben, dass ich mich bei solchen komischen Ausbrüchen und Anschuldigungen leider auch schnell angegriffen fühle und mir so was sehr zu Herzen nehme. Seit ich meinen Weg hin zu mir selber gehe, passiert es natürlich öfter mal, dass sich jemand auf den Schlips getreten fühlt.

Das geht ja nicht, dass man einfach seinem Herzen folgt und sich selbst frei ausdrückt, es gibt ja wohl noch so was wie soziale Normen und eine davon ist, dass wir alle zusammen unglückliche unbewusste Zombies sind. Oder etwa nicht?

Die Gefühle des anderen in mich aufzunehmen, ist eigentlich ein automatisch ablaufender Irrtum.

Denn was habe ich denn damit zu tun, wenn jemand anders mich angreift?

Ich kann reflektieren, ob ich seine Anschuldigungen als wahr empfinde, aber wenn das nicht so ist, dann sollte ich diese Attacke auch nicht annehmen. Und selbst wenn ich Verständnis für seine Vorwürfe habe, geht es nicht, einen anderen Menschen so anzugreifen. Man kann alles empathisch und wertschätzend sagen.

 

Wie soll ich mit Angriffen umgehen?

Ich kann niemals verhindern, dass sich Menschen durch mein Verhalten angegriffen fühlen, dass ihnen meine Wesensart nicht ins Weltbild passt oder sonst was. Ich kann eine kleine Ms. Perfect sein (und das war ich früher) – es wird trotzdem passieren.

Es wird immer jemanden geben, der sich an mir stößt. die Frage ist nur, wie ich damit umgehe.

Dabei hilft es, die Attacke des anderen als ein Geschenk zu sehen. Stell dir vor, jemand schenkt dir zum Geburtstag etwas. Er schenkt dir zum Beispiel ein Bild. Dieses Bild findest du jetzt aber total hässlich. Du bist ein sehr ehrlicher Mensch und du hast zu dem Freund, der dir das Bild geschenkt hat, ein sehr gutes und ehrliches Verhältnis. Deshalb sagst du ihm, dass du das Bild leider nicht schön findest und deshalb das Geschenk nicht haben willst.

Wem gehört jetzt das Bild, nachdem du es abgelehnt hast – dir oder deinem Freund? DEINEM FREUND.

Und genauso verhält es sich natürlich auch mit Angriffen und Gefühlen anderer Menschen. Wenn ein anderer seinen Scheiß auf dich projiziert und dir die Verantwortung für seine Gefühle gibt, dann musst du das nicht automatisch akzeptieren.

Abgrenzen lernen – das ist der bessere Weg, damit umzugehen.

Der Weg dahin, die Gefühle der anderen die Gefühle der anderen sein zu lassen, ist ein langer und beschwerlicher Weg. Da will ich dich nicht anlügen. Wenn du wie ich ein eher sensibler und dünnhäutiger Mensch bist, dem die Gefühle und Meinungen der anderen Menschen viel bedeuten, dann ist es eine Menge Arbeit, zu lernen, sich abzugrenzen zu lernen. Aber es ist möglich – du brauchst nur etwas Beharrlichkeit.

Eine Feministin und Gleichstellungsaktivistin hat mal in einer Rede gesagt: “Wir [Frauen] müssen mal lernen, uns eine Teflonschicht zuzulegen. So, wie eine Teflonpfanne. Wir dürfen nicht immer alles so nah an uns heranlassen, sondern dürfen es auch einfach mal von uns abperlen lassen.”

Die Analogie fand ich total toll und einleuchtend. Genauso gilt das natürlich auch für Männer.

Der Punkt ist, dass man sich selbst keinen Gefallen tut, so angreifbar durchs Leben zu gehen. Anderen Menschen so viel Macht über sich zu geben und alles auf sich zu beziehen. Jeder hat seine eigene Realität. Jeder hat seinen eigenen Schmerz. Habe Mitgefühl mit den anderen und verzeihe ihnen, aber dann bleibe bei dir.

Abgrenzen lernen ist der Weg hin zur Freiheit. Nur, wenn du dich von anderen Menschen abgrenzt, kannst du dich selbst wirklich spüren. Nur, wenn du das vom anderen beim anderen lassen kannst, nimmst du überhaupt wahr, was du selbst willst.

Wenn du immer nur mit den anderen Menschen beschäftigt bist, dann bleibt kein Raum mehr für dich. Es ist ein Akt der Selbstliebe, nicht leichtfertig Verantwortung für andere Menschen zu übernehmen.

Denn deine Gefühle, Meinungen und Realitäten sind die einzigen, die wirklich zählen für dich. Also lass dich nicht aus der Mitte bringen. Bleibe bei dir selbst. Om.

Veränderungen im Leben

Veränderungen im Leben: Wie soll ich damit umgehen?

Veränderungen im Leben

 

Kennst du das, wenn es auf einmal ganz viele Veränderungen gibt und du denkst dir nur so:

„Nein, was soll das? Ich will diese ganzen Veränderungen doch gar nicht….Ich will etwas Sicheres und Konstantes, an dem ich mich festhalten kann und sowieso und überhaupt, diese Veränderungen sind doch einfach viel zu anstrengend! Ich will das nicht!“

So geht es mir selbst ganz oft und gerade im Moment besonders. Erst hatte ich eine Phase, in der scheinbar mein ganzes Leben stagnierte. Egal, was ich gemacht habe, irgendwie bekam ich keinen frischen Wind in mein Leben. Alles war irgendwie trist und öde.

Doch dann auf einmal kamen die ganzen Veränderungen Knall auf Fall. Beste Freundin weg, neue Mitbewohnerinnen, neuer Job, neuer Mann und dann vielleicht lieber doch ein ganz anderer Job?

Puh, da kann man sich schon mal etwas erschlagen und überfordert fühlen. Vor allem, wenn man so wie ich sehr an seinen Gewohnheiten und festen Strukturen hängt.

In solchen Situationen verkrampfe ich mich dann mal ganz gerne und gehe verkopft an die Sache heran. Und genau hier liegt das Problem:

 

Unser Kopf hat natürlich Angst vor Veränderungen

Er rechnet sich aus, was alles schief gehen könnte. Und natürlich könnte immer einiges schief gehen. Vermutlich ist der Job doch nichts für mich, mein Chef ist irgendwie blöd, ich werde schlecht bezahlt und irgendwie sollte ich mich dann wahrscheinlich gar nicht erst darauf einlassen. Und der neue Mann? Das wird sowieso nichts. Nach ein paar Treffen löst sich das Ganze irgendwie auf, er enttäuscht mich, er langweilt mich oder erfüllt nicht meine überzogenen Erwartungen.

Und so wehrt sich der Verstand gegen die meisten Veränderungen im Leben, indem er sie schlecht macht und mögliche Probleme in der Zukunft aufzeigt.

Aber ist es wirklich klug, so durch das Leben zu gehen? Nein, das ist es nicht. Ganz klar. Leider nein, leider gar nicht.

Denn klar sind die Veränderungen im Leben, die wir (bewusst oder unbewusst) anziehen nicht immer genau die, die wir uns gewünscht haben oder die uns auf Dauer glücklich machen werden. Aber ist das jetzt ein Grund, sie abzulehnen? Meiner Meinung nach nicht. Denn:

An jeder Erfahrung lernen wir etwas und alles kann einen positiven Gehalt haben, wenn wir nur danach suchen.

Das heißt, eigentlich liegt das Problem hier nicht auf der recht oberflächlichen Ebene der Erscheinungen (=Job, Freund, usw.). Diese Ebene ist nur die Ebene der Symptome. Symptome sind aber immer nur die Folge einer Ursache.

Was ist jetzt aber die Ursache für diese Angst vor Veränderungen?

 

Angst und Vertrauen

Die Ursache ist mangelndes Vertrauen ins Leben, ins Universum und in dich selbst

Lies dir diesen Satz am besten mehrmals durch, bis er auf einer tieferen Ebene verstanden wurde und schreib ihn dir irgendwo hin, wo du ihn siehst.

Wie können wir dieses Urvertrauen üben, damit wir Veränderungen annehmen können?

 

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Werde dir in solchen Situationen, in denen du nicht akzeptieren kannst, weil du verkopft an die Sache heran gehst anstatt zu vertrauen, bewusst. Werde dir darüber bewusst, was gerade passiert. Verschiebe deine Wahrnehmung auf eine Metaebene. Mache dir klar, dass das, was du gerade erlebst eine Folge mangelnden Vertrauens ist. Das Problem ist nicht die Sache selbst, sondern, dass du dein Leben kontrollieren willst.

Du willst einen künstlichen Zustand des Stillstandes erschaffen, weil du Angst vor Veränderungen im Leben hast. Du machst die Veränderungen schlecht und baust einen inneren Widerstand auf, weil du nicht darauf vertraust, dass das Leben dir nur Gutes will.

Vielleicht liegt dein Problem auch mehr im Bereich der mangelnden Selbstwirksamkeit.

Selbstwirksamkeit ist in der Psychologie der Glaube daran, dass die Dinge in deiner Hand liegen, dass du selbst dein Leben nach deinen Wünschen gestalten kannst.

Spüre einmal in dich hinein: Glaubst du im Allgemeinen eher, dass du die Kontrolle über dein Leben hast? Wenn du zum Beispiel den wichtigsten Menschen in deinem Leben verlieren würdest, könntest du dann auf jeden Fall jemand Neues finden? …oder wärst du der Gnade des Lebens ausgeliefert und müsstest hoffen, dass du einem neuen Menschen begegnest, könntest es aber nicht wirklich selbst beeinflussen?

Wenn der Glaube an deine Selbstwirksamkeit gering ist, dann hast du natürlich immer Angst vor Veränderungen. Du bist wie ein Spielball der willkürlich handelnden Schicksalsgöttin.

 

Übung:

Deine Einstellung zur Selbstwirksamkeit zu verändern, ist natürlich mit Arbeit verbunden. Aber es ist möglich. Fang am besten direkt damit an. Schnapp dir ein leeres Blatt und einen Stift und nimm dir ein wenig Zeit. Überlege einmal, wann du etwas wirklich wolltest und es dann genau so gekommen ist und das durch deine eigene Kraft. Oder überlege, wann du schon einmal unbedingt einen Menschen in deinem Leben haben wolltest und er dann auch Teil deines Lebens geworden ist. Versuche, eine Liste mit Sachen zu erstellen, die du selbst durch eigene Kraft geschafft hast. Bestandteile deines Lebens, die du selbst beeinflusst und geformt hast.

 

Am Ende dieses Artikels möchte ich noch eine Buchempfehlung zu dem Thema aussprechen. Es gibt ein wunderbares Buch von Osho, in dem es darum geht, mutig zu sein. Darum, zu akzeptieren, dass das Leben Veränderung ist.

Osho – Mut. Lebe wild und gefährlich

Also: Hab den Mut, zu vertrauen. Hab den Mut, zu leben und dich dem Leben hinzugeben. Hab den Mut, ja zu sagen zu Veränderungen in deinem Leben.

 

Sich selbst akzeptieren lernen – Ich bin ok so wie ich bin

Sich selbst akzeptieren lernen – Ich bin ok so wie ich bin

Was genau heißt es, sich selbst zu akzeptieren und wie können es lernen? Dieser Frage widme ich mich in diesem Blogartikel.

Für mich ist sich selbst akzeptieren so etwas wie die neutrale Mitte zwischen Selbstablehnung und Selbstliebe.

Nimm dir ruhig einen Moment Zeit, um nachzuspüren, ob das für dich ähnlich ist oder ob du nachvollziehen kannst, was ich damit meine.

Genau wegen dieser Position in der Mitte ist Selbstakzeptanz für mich so wichtig, um von der Selbstablehnung wegzukommen.

Mich zu lieben ist für mich in gewisser Hinsicht viel leichter als mich selbst zu akzeptieren.

Denn mich zu lieben, das kann ich. Schließlich habe ich viele tolle Eigenschaften und habe viel Großartiges erreicht in meinem Innen- und Außenleben.

…Aber mich selbst akzeptieren??? Beinhaltet das denn nicht auch all die Sachen, die ich an mir selbst doof finde? Alles, was ich an mir ablehne und gerne anders, besser hätte? Puh, ja…das ist schon eine ganz andere Nummer.

Denn wie soll ich etwas akzeptieren, was ich blöd finde? Hier gilt wieder, was ich auch schon an anderer Stelle gesagt habe:

Akzeptieren heißt nicht gut finden

Akzeptieren heißt, die Realität anzuerkennen.

Vielleicht wäre ich gerne großzügiger und würde anderen Menschen gerne mehr gönnen, aber wenn jemand anders etwas hat, was ich auch gerne hätte, dann überrollen mich Neid und Missgunst.

Und dann geht’s los mit dem inneren Kritiker: “Malou, du hast dich echt überhaupt nicht entwickelt. Gönnst den anderen Menschen immer noch nichts und fühlst dich selbst klein und minderwertig, sobald jemand anders mal etwas Tolles hat. Das ist echt mies von dir und zeigt, was für ein unentwickelter Mensch du bist.”

Was durch diesen inneren Widerstand und das extra nochmal nachtreten passiert, ist natürlich das Gegenteil von dem, was ich eigentlich will: Ich halte damit meine Neidreaktion fest, anstatt sie in Gönnen und Akzeptieren zu transformieren.

Viel besser ist es, neben dem inneren Kritiker einen inneren Akzeptierer (oder Akzeptiererin – welches Geschlecht deine inneren Anteile haben, ist unterschiedlich) zu etablieren.

Wenn du also merkst, dass du dich selbst gerade für irgendetwas nicht akzeptierst, wechselst du einfach den Modus.

Frage dich:

Was würde mein*e inner*e Akzeptierer*in jetzt zu mir sagen?

Er oder sie würde vielleicht so etwas sagen wie: “Ich fühle mich gerade neidisch. Interessant. Diese Person/Situation löst Neid in mir aus. Das macht mich nicht zu einem schlechten Menschen. Es zeigt mir einfach nur ganz neutral an, dass Vergleichen immer noch ein Thema für mich ist. Es zeigt mir an, dass mein inneres Kind noch nicht satt ist und ich immer noch glaube, dieses oder jenes zu brauchen oder sein zu müssen, um etwas wert zu sein oder um glücklich zu sein. Das ist okay, es ist menschlich. Ich darf missgönnen.”

Und versteh mich nicht falsch, es geht hier nicht darum, meine Gefühle an einem anderen Menschen auszulassen, sondern darum, sie in mir selbst anzunehmen und zu lösen.

Überlege dir eine Affirmation für das Üben deiner Selbstakzeptanz und praktiziere sie täglich. Das könnte zum Beispiel sein:

“Ich akzeptiere mich”

“Ich bin genug”

“Ich bin völlig zufrieden mit mir”

Spüre einfach in dich hinein und schaue, welche Affirmation du FÜHLEN kannst.

Werde dir im Alltag bewusst. Wenn du gerade etwas gemacht hast, was du blöd findest und für das du dich kritisierst, dann komme zurück zur inneren Akzeptanz. Sich selbst akzeptieren lernen, erfordert viel Bewusstsein und Geduld.

Gönn dir deine Fehler. Gönn dir deine Verpeiltheit. Gönn dir deine Schwächen. Sie machen dich zu der einzigartig-liebenswerten-wundervollen Person, die du bist. Das Gesamtpaket DU, das aus deinen Stärken UND deinen Schwächen besteht. Perfektion gibt es nicht und das ist auch in Ordnung so.

Du darfst einfach du sein.

Das ist gut so.

Du bist gut so.

Du bist völlig akzeptierenswert!