Durchhaltevermögen: Wozu es gut ist und wie es gelingt

In ganz vielen Situationen im Leben gibt es einen sehr großen Unterschied zwischen kurzfristigem und langfristigem Erfolg. Oder zwischen kurzfristigem und langfristigem Glücksgefühl.

Manchmal ist alles ganz nett und angenehm, wenn wir einfach da bleiben, wo wir sind. Nur wirklich gut wird es da nie werden.

Dafür müssten wir uns aufmachen und kurzfristig eine Verschlechterung unserer Situation riskieren – dafür, dass sie langfristig besser wird.

So ist es zum Beispiel auch in der Kindeserziehung. Wenn du deinen Kindern immer alles durchgehen lässt, ist es in der Situation selber erst mal angenehmer: Kind hört auf zu heulen und rumzuzetern, weil es seinen Willen bekommen hat – alles ist wieder schön ruhig.

Doch das nächste Mal, wenn das Kind etwas will, worauf du keinen Bock hast oder was einfach absolut nicht möglich ist, dann stehst du wieder vor dem gleichen Problem, nur schlimmer. Das Kind ist es ja jetzt gewohnt, dass es sich durchsetzen kann. Solltest du nun also probieren, dich gegen das Kind durchzusetzen, wird das umso schwerer und unangenehmer. Würdest du aber die Kraft aufbringen, standhaft zu bleiben und dein „Nein“ durchzusetzen, dann hättest du in der Zukunft in ähnlichen Situationen viel weniger Stress. Nur dafür müsstest du erst mal durch das Unangenehme durchgehen und konsequent sein. Du müsstest eine kurzfristige Verschlechterung der Situation in Kauf nehmen, damit es langfristig besser werden kann.

Und genau so ist es auch mit vielen anderen Dingen im Leben. Manchmal ist eine Lebenssituation einfach absolut nicht mehr stimmig und ich muss massiv etwas verändern, damit es besser werden kann.

Nur erst einmal wird dadurch alles schlimmer als vorher. Das Gewohnte zu verlassen und loszulassen kostet viel Kraft. Auch wenn etwas absolut nicht mehr zu uns passt, halten wir so oft doch daran fest.

Warum? Weil die Gewohnheit angenehm ist.

Wenn alles vertraut und routiniert ist, schalten wir in den Schlafmodus. Wir verbrauchen nicht viel Energie.

Und genau da liegt die fatale Falle, aus der viele Menschen ihr Leben lang nicht mehr rauskommen. Sie bringen nicht die Energie und den Mut auf, um kurzfristige (sehr lowe) Zufriedenheit gegen langfristige wirkliche Zufriedenheit einzutauschen.

Ganz oft ist es so, dass wir erst einmal eine Durststrecke überbrücken müssen, bevor es wirklich gut wird. Zum Beispiel, wenn du deinen Partner verlässt, den du schon lange nicht mehr liebst. Wird es dir direkt super-duper-gut gehen, sobald du ihn abserviert hast?

Könnte sein, aber vermutlich eher nicht.

Vermutlich wirst du trotzdem erst einmal durch einen massiven Schmerz gehen müssen. Du wirst viel Einsamkeit ertragen müssen. Und vielleicht wird die Frage – Wer bin ich ohne ihn oder sie? – Sich dir sehr penetrant aufdrängen und dich in eine Krise stürzen.

Solltest du jetzt deshalb dein Leben lang in deiner faden Beziehung ausharren?

Nein, ganz sicher nicht!

Denn wenn du Durchhaltevermögen beweist und es schaffst, den Schmerz und die neuen Herausforderungen zu umarmen – dann wartet dahinter ein viel besseres Leben auf dich. Ein viel glücklicheres und freieres Leben.

Vielleicht wirst du entdecken, wie großartig die Freiheit ist. Vielleicht wirst du aber auch einen tollen neuen Partner kennenlernen, mit dem du eine Millionen mal glücklicher bist als mit deinem alten Partner.

Wenn dich deine Lebenssituation nicht glücklich macht, dann brauchst du oft etwas Durchhaltevermögen, um das zu verändern. Vom Zustand „ganz okay …. eigentlich“ geht es nur selten sofort zu „unglaublich toll!“

Ganz oft führt der Weg vom Einen zum Anderen noch über eine Zwischenstation namens „echt scheiße und unangenehm“.

Aber es lohnt sich!!! Und mit etwas Durchhaltevermögen wirst du dort ankommen, versprochen!

Mache dir nur immer klar, worauf du hinarbeitest und wie gut es dir gehen wird, wenn du diese schwere Übergangszeit nur überstehst.

Denn oft ist in schweren Zeiten das größte Problem, dass unser Kopf das Ganze dramatisiert und wir denken, dass es uns nie wieder besser gehen wird.

 

Der Realitätscheck

Entziehe diesem Muster einfach durch einen kleinen Realitätscheck die Macht. Bestimmt ging es dir in der Vergangenheit schon einmal ähnlich schlecht. Und hat da der Zustand für immer angehalten? Vermutlich nicht. Gefühle und Zustände kommen und gehen. So ist das nun einmal. Wir Menschen erschaffen das Drama, indem wir sie festhalten oder wegstoßen wollen.

Bestimmt kennst du auch Menschen, die mit etwas Durchhaltevermögen tolle Sachen erreicht haben und tolle Dinge in ihr Leben gezogen haben. Orientiere dich an ihnen und nicht an den ganzen Angsthasen, die wie Zombies durch ihr Leben kriechen.

Hab nur immer fest dein Ziel vor Augen und wisse, dass dein Durchhaltevermögen belohnt werden wird!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.