Sorgen machen ist geistige Umweltverschmutzung

Sich Sorgen zu machen ist eine der dümmsten und energieraubendsten Sachen, die man machen kann. Trotzdem verbringen viele Menschen unglaublich viel Zeit damit, sich um alles mögliche Sorgen zu machen.

Bist du einer dieser Menschen?

Dann will ich dich mit diesem Artikel darin unterstützen, diese Angewohnheit loszulassen.

Bis zu einem gewissen Punkt ist Sorgen machen einfach menschlich und normal. Der Verstand denkt, es könnte etwas schief gehen und will Pläne schmieden, um das “Problem” zu lösen. Wenn sich die Sorgen wirklich auf etwas Reales beziehen und an dem Punkt aufhören, an dem sie sich nur im Kreis drehen, dann ist alles gut. 

Aber wenn diese Angewohnheit zu übermäßig wird, dann ist es an der Zeit, etwas zu verändern. Wenn du in deinem Kopf immer und immer wieder das gleiche Szenario durchgehst, ohne dass du zu irgendeiner Lösung kommst – dann haben die Sorgen die Kontrolle über dich übernommen. Dann bist du unfrei und das Sorgen machen ist zum Energievampir geworden.

An folgenden Punkten merkst du, dass du dir eindeutig zu viele Sorgen machst:


Der Sorgen-Test

  • Dich beschäftigen Dinge oft so sehr, dass du deswegen nicht einschlafen kannst und du sie immer wieder in Gedanken durchgehen musst.
  • Du versuchst, immer die Kontrolle über die Situation zu haben, weil dich die Ungewissheit sonst fertig macht.
  • Du bist mit deinen Gedanken oft in der Zukunft und grübelst darüber nach, was wohl kommen wird und wie du am besten damit fertig wirst, statt im Hier und Jetzt zu sein.
  • Wenn du Szenarien in deinem Kopf durchgehst, gehst du immer gleich von dem schlimmstmöglichen Ausgang aus.
  • Spontanität ist für dich sehr schwierig, du planst lieber alles ganz sorgfältig.
  • Risiko lehnst du ab und du gehst immer auf Nummer sicher.
  • Neue Situationen vermeidest du eher, weil sie dir zu gefährlich erscheinen.
  • Du kannst nicht gut damit umgehen, wenn ein Mensch anders reagiert als du es erwartet hast.

Wenn du bei diesem kleinen Test oft innerlich ein “Ja” hattest, dann ist das Sorgen machen bei dir ziemlich ausgeprägt. Aber keine Panik, jede Angewohnheit ist veränderbar. Es ist nur eine Angewohnheit. Irgendwann einmal hast du es dir angewöhnt, dir Sorgen zu machen und du kannst es dir auch einfach wieder abgewöhnen. Easy.


Warum machen wir uns überhaupt Sorgen?

Wenn wir etwas verändern wollen, empfinde ich es immer als hilfreich, erst einmal anzuerkennen, wie mir diese Sache gedient hat. Es ist leicht, jetzt eine Verhaltensweise, eine Strategie, zu verurteilen und blöd zu finden. Aber Tatsache ist: Es hatte irgendwann einmal irgendeinen Vorteil für dich, sonst hättest du nicht damit angefangen.

Also, was ist der Vorteil vom Sorgen machen? Was bringt es dir? 

Sorgen machen ist bei näherem Hingucken eine ziemlich fiese Falle vom Verstand. 

Denn erst einmal geht es dir durch das Sorgen machen besser. Du begegnest einer Situation, die für dich ungewohnt oder gefährlich ist. Zu Planen, abzuwägen, Szenarien und mögliche Reaktionen in deinem Kopf durchzuspielen, verschafft diesen unangenehmen Gefühlen Abhilfe. Denn durch das Sorgen machen hat dein Kopf das Gefühl, dass er die Kontrolle zurückgewinnt. 

Wenn du nur klug genug um alle Ecken denkst, dann bist du gegen alles gewappnet, was das Leben so in deinen Weg schleudern könnte oder?

….Naja, vielleicht auch nicht.


Warum Sorgen machen sinnlos ist

Denn meistens passieren dann doch ganz andere Sachen. Oder zumindest fühlt es sich für dich völlig anders an, als du im Voraus dachtest. Denn Theorie und Praxis haben nicht viel miteinander zu tun. Und beim Sorgen machen bist du immer in der Theorie und nie in der Praxis. Das heißt mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit machst du dir um Sachen Sorgen, die in der Realität niemals zum Problem werden und selbst wenn: Bereitet dich das Sorgen machen wirklich auf das vor, was dann passiert? Hilft es dir wirklich dabei, besser zu reagieren? 

Vermutlich nicht wirklich. Denn meistens drehen sich deine Sorgen einfach nur im Kreis, ohne wirklich mit einer neuen Lösung daherzukommen. Und wenn wirklich mal etwas Unvorhergesehenes passiert, dann weiß deine Intuition wahrscheinlich viel besser, was jetzt gerade eine gute Reaktion wäre.

Was aber durch das Sorgen machen passiert, ist, dass du in der ganzen Zeit davor, in der es dir eigentlich hätte gut gehen können, auch schon mental deine ganze Energie in die Sorgen hineingegeben hast. Anstatt, dass dich diese unangenehme Sache nur in der Situation selbst beschäftigt, hat sie dir also noch viel mehr Zeit und Energie aus deinem wertvollen Leben gestohlen.

Und war es das wirklich wert?

Abgesehen davon macht es das Sorgen machen viel wahrscheinlicher, dass auch wirklich blöde Sachen passieren. Bestimmt kennst du selbst ein Beispiel für einen Menschen, der immer misstrauisch ist, sich immer Sorgen macht und immer das Schlimmste erwartet. Ein Mensch, der ausstrahlt: “Das Leben findet mich eh scheiße. Mir passieren immer schlimme Dinge.” 

Und genau das sendet dieser Mensch auch aus. Er richtet sich mit jeder Zelle seines Körpers auf die Möglichkeit aus, dass ihm das Leben Schlechtes will. 

Das bekommt er dann natürlich auch zurück. Und ob du das jetzt mit dem Gesetz der Anziehung erklärst oder damit, dass er sich selbst so verhält, dass er diese Realität produziert – geschenkt. Was bleibt, ist die Tatsache, dass dieser Mensch genau das in seinem Leben vorfindet, was seinen Glaubenssätzen entspricht.

Er glaubt an das Schlechte und er zieht das Schlechte an.

Und hinterher sagt er dann: “Siehst du: Es war gut, dass ich mir Sorgen gemacht habe. Es ist ja jetzt wirklich etwas ganz Schreckliches passiert. Mein Sorgen machen war also völlig berechtigt.”

Mit diesem Menschen darüber zu diskutieren, wo hier Ursache und wo Wirkung zu finden sind, ist in den meisten Fällen verschwendete Energie.

Wirklich wichtig ist, dass du das Sorgen machen loslässt. Und dich von diesen Menschen distanzierst, die dir ein Leben voller Sorgen immer wieder vorleben.


Auswirkungen vom Sorgen machen           

Was passiert jetzt in den Moment, in dem du dir Sorgen machst? Dein Körper wird in Alarmbereitschaft versetzt. Deine Muskelspannung erhöht sich, dein Herzschlag und deine Atmung werden schneller. Dein Stoffwechsel verändert sich und Konzentrations- und Schlafstörungen werden wahrscheinlicher. Vielleicht reagierst du auch mit Magenschmerzen oder Kopfschmerzen auf die Sorgen. Essen als Kompensationsmechanismus für Sorgen zu nutzen ist auch eine seeehr beliebte Strategie. Gefühle essen anstatt sie zu fühlen. Das kann dann entweder so aussehen, dass du übermäßig viel oder sehr wenig isst. Vielleicht isst du in sorgenvollen Zeiten die ganze Packung Kekse statt nur ein paar.

Das alles können Sorgen mit uns und unserem Körper machen.

Warum haben Sorgen so eine krasse Wirkung auf Körper und Seele? Das liegt daran, dass das Gehirn die Sorgen nicht von der Realität unterscheiden kann. 

Wenn du dir zum Beispiel die ganze Zeit Sorgen darüber machst, dass du deinen Job verlierst und dann deine Miete nicht mehr zahlen kannst und deshalb dann irgendwann auf der Straße landest, dann sendet dein Gehirn Signale an deinen Körper, als wäre dieses Katastrophenszenario jetzt gerade schon Wirklichkeit. Dein ganzes System macht den gleichen Stress durch als wenn diese Sache in diesem Augenblick bereits in der Realität passieren würde. 

Dein Körper ist zum Kampf bereit, zur Flucht oder vielleicht friert er auch völlig ein und du fühlst dich einfach nur ohnmächtig.

Weil die ganze Katastrophe aber gerade nur in deinem Kopf stattfindet, kannst du auch nichts unternehmen, um das Problem in der Realität zu lösen. Es ist ja gar nicht da.

Und dein armer Körper ist mit dem ständigen Alarmzustand völlig überfordert.

Wie kann man jetzt aber aus diesem unnötigen Sorgen-Kreislauf aussteigen?

Tipps gegen das Sorgen machen

Nochmal zu Erinnerung: Wenn Sorgen der realen Vorsorge von Problemen dienen, dann sind sie nützlich. Drehst du dich mit deinen Sorgen aber nur im Kreis und ziehst dir Energie ab, dann behindern sie dich eindeutig.

Hier bekommst du Tipps, die dir helfen, mit der Angewohnheit des übermäßigen Sorgen machens aufzuhören.


1. Akzeptanz der jetzigen Situation

Wenn du bis jetzt sehr zum Sorgen machen neigst, dann wird das vermutlich nicht einfach von heute auf morgen aufhören. Stattdessen ist es erst einmal gut, anzuerkennen, dass die Sorgen da sind.

Du kannst die Sorgen wahrnehmen, ohne ihnen zu glauben und ohne sie wegmachen zu wollen. Fange erst einmal damit an, deine Sorgen systematisch zu beobachten. In welchen Situationen machst du dir Sorgen? Wie oft machst du dir Sorgen? Was passiert am Anfang der Sorgenspirale? Und wie verändern sich dein Körpergefühl und deine emotionale Lage durch die Sorgen?

Bringe Achtsamkeit in deine Sorgen-Angewohnheiten. Werfe den Scheinwerfer auf sie. Dadurch holst du sie aus dem Dunkeln und du realisierst immer mehr, wie wenig dir diese Angewohnheit bringt.


2. Sorgen unterbrechen

Es gibt verschiedene Methoden, um deine Sorgen zu unterbrechen. Ab einem bestimmten Punkt hast du verstanden, wie deine Sorgenspirale funktioniert und es geht nur noch darum, aus ihr auszusteigen. 

Du kannst zum Beispiel die Stopp-Methode nutzen. Jedes Mal, wenn die Sorgen kommen, denkst du innerlich “Stopp”. Wenn du gerade alleine bist, kannst du das “Stopp” auch laut sagen und dabei in die Hände klatschen. Diese Methode braucht etwas Übung. Das Signal muss erst in dir verankert sein, damit es gut wirkt. Und diese Verankerung wird jedes Mal, wenn du die Methode anwendest, etwas stärker. 

Du kannst auch innerlich “Löschen” denken, wenn die Sorgen kommen. Und dann siehst du vor deinem inneren Auge, wie du die Gedanken, die du gerade gedacht hast, einfach löscht. So wie in einem Word-Dokument auf deinem Laptop.

Für welche Methode des Unterbrechens du dich auch entscheidest oder ob du eine eigene kreierst – das ist völlig egal. Hauptsache, diese Methode funktioniert für dich gut. Du musst bei dieser Methode fühlen können, dass sie dir hilft, die Sorgen zu unterbrechen.


3. Den Sorgen das Futter nehmen

Sorgen können nur existieren, solange wir ihnen erlauben, unkonkret und bedrohlich um uns herumzuwabern. So wie irgendeine dunkle glibberige Masse. Wenn du merkst, dass du deine Sorgen einfach nicht loslassen kannst, dann bring diese Sorge mal auf Papier. Spiel das Szenario mal zu Ende durch. Was kann schlimmstenfalls passieren? Und wie könntest du dann ganz konkret darauf reagieren?

Wahrscheinlich würde diese Sache nicht deinen Tod bedeuten. Wahrscheinlich wäre es in dem Moment selbst etwas unangenehm, dass es passiert und dann würde es aber auch schon kurze Zeit später keine große Rolle mehr spielen. Horrorszenarien haben nur dadurch so eine große Macht über uns, dass sie riesengroß aufgeblasen sind. Wenn man dann aber mal die Luft rauslässt, sehen sie schon gar nicht mehr so bedrohlich aus.


4. Bewusst positiv ausrichten

Und zuletzt: Arbeite grundsätzlich daran, dass du dir selbst und dem Leben vertraust. 

Denn, wenn du an dich und deine Fähigkeiten glaubst, dann musst du dir auch überhaupt nicht andauernd um alles Mögliche Sorgen machen. 

Und wenn du dem Leben vertraust – wenn du wirklich weißt, dass das Leben auf deiner Seite ist – dann gibt es auch keinen Grund für Sorgen. Dann musst du nicht ständig misstrauisch auf der Lauer liegen, weil das Leben dir gleich bestimmt wieder das nächste Ding reinwürgt. Arbeite an deiner Erdung. In dem Moment, in dem du völlig Zuhause bist in dir selbst, in dem du völlig Zuhause bist in diesem Leben, da gibt es keine Sorgen.

Richte dich positiv auf das aus, was du anziehen willst im Leben. Sende die Energie aus, die du auch empfangen möchtest. Arbeite daran, mit jeder Zelle deines Körpers zu vertrauen und zu lieben.

Bei der positiven Ausrichtung können dir zum Beispiel meine Selbstliebe-Übungen helfen. Wie sie funktionieren, beschreibe ich ausführlich auf der Seite: 3 Übungen für mehr Selbstliebe.


5. Darüber Lachen

Wenn du merkst, du bist gerade angespannt und nimmst dich selbst und das Leben mal wieder viel zu ernst, lach einfach mal darüber. Anstatt dich selbst für das Sorgen machen zu verurteilen, nimm es mit Humor. Das nimmt dem Ganzen die Schwere. 

Wenn du also merkst, du steckst fest in deinen Sorgen, lach mal für fünf Minuten darüber. Und wahrscheinlich sind dann die Sorgen völlig vergessen. Oder es erscheint dir total unlogisch, dass du dir über diese Sache gerade noch so sehr Sorgen gemacht hast.



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