Alleinsein genießen – Schluss mit der Einsamkeit

Alleinsein genießen – Schluss mit der Einsamkeit

Die Einsamkeit. Ein schwieriges Thema für viele Menschen. Für mich manchmal auch.

Und warum ist das so?

Das Gefühl der Einsamkeit entsteht, wenn wir alleine sind und diesen Zustand auf eine bestimmte Art interpretieren.

Das ist schon der erste wichtige Punkt: Einsamkeit entsteht nicht automatisch wenn ein Mensch alleine ist!

Es ist auch möglich, Alleinsein zu genießen.

Ich weiß, dass es sich manchmal so anfühlen kann, als würde das Gefühl der Einsamkeit „automatisch“ kommen, wenn du alleine bist, aber dem ist nicht so.

Es gehört eine Interpretation von dir dazu, das Gefühl der Einsamkeit auszulösen.

Du bist alleine und in dem Moment, in dem du bewusst oder unbewusst feststellst, dass du alleine bist, läuft irgendein Film bei dir ab.

 

Gründe für die Angst vorm alleine sein

Meistens hat die Angst vorm alleine sein viel mit folgenden Punkten zu tun:

 

Deine Ausrichtung auf andere Menschen.

Du glaubst unbewusst, dass du andere Menschen brauchst, um dich vollständig zu fühlen. Du fühlst dich nackt, ungeschützt, unglücklich und auf dich gestellt, wenn niemand anders da ist. Wenn andere Menschen um dich herum sind, die dir irgendeine Form von Input geben, fühlst du dich dadurch verbunden oder erfüllt und wenn das mal wegfällt, empfindest du eine Leere. Du empfindest Einsamkeit.

 

Du magst dich selbst (noch) nicht besonders doll.

Meine ehemalige Psychologin hat mal zu mir gesagt: „Wenn man sich selbst nicht mag, dann verbringt man natürlich auch nicht gerne Zeit mit sich selbst.“ Macht Sinn oder? Du verbringst ja auch sonst keine Zeit mit Menschen, die du doof findest. Im Gegenteil, wahrscheinlich versuchst du so viel Zeit wie möglich mit Menschen zu verbringen, die du magst und schätzt.

Da du dich selbst aber nun schlecht ausblenden oder auswechseln kannst, ist die einzig kluge Lösung hierfür, daran zu arbeiten, dich selbst zu mögen. Baue eine positive Beziehung zu dir selbst auf. Dann wirst du auch gerne Zeit mit dir selbst verbringen. Lerne, dir selbst dein bester Freund / deine beste Freundin zu sein.

 

Angst vor unangenehmen Gefühlen.

Ein weiterer Grund dafür, dass viele Menschen alleine sein als etwas Negatives empfinden ist die – naja wie sage ich das jetzt diplomatisch – emotionale Ungeübtheit der meisten Menschen.

Was meine ich damit? Damit meine ich, dass die Meisten von uns ihr ganzes Leben lang darin trainiert wurden, immer rationaler zu werden, während die emotionale Kompetenz langsam aber sicher verkümmert ist.

Die Meisten von uns haben von ihren Eltern nicht beigebracht bekommen, wie sie emotional kompetent werden.

Hat dir dein Vater früher gesagt: „Kind, wenn du mal dieses oder jenes Gefühl bemerkst, wäre es gut, dieses oder jenes zu tun.“? Vermutlich nicht.

Vermutlich haben dir deine Eltern die Unterdrückung ihrer Gefühle vorgelebt und dir damit indirekt zu verstehen gegeben, dass du das Gleiche machen sollst. Weil sie deine Gefühle unangenehm und lästig fanden und sie überfordert waren. Wenn man in dieser Unterdrückung seiner Gefühle einige Jahre oder auch Jahrzehnte lebt, sammelt sich da natürlich einiges an.

Und wenn wir alleine sind, wenn wir keinen Input von außen bekommen, dann kann das ganz schön unangenehm werden. Denn, wenn es außen still wird, kann das Innenleben ganz schön laut werden. Lang verdrängte Gefühle können sich trauen, an die Oberfläche zu kommen und das kann erst mal erschreckend sein. Das Gefühl der Einsamkeit macht sich breit.

Es kann dazu führen, dass sich alleine sein für dich unangenehm anfühlt und du diesen Zustand lieber vermeiden willst. Wenn du dich jetzt im Lesen dieser Zeilen widererkennst, dann verzweifle bitte nicht oder sei auf dich selbst sauer. Fange einfach an, in kleinen Schritten, dich mit deinen Gefühlen anzufreunden und sie zu fühlen. Emotionale Kompetenz entsteht so wie jede andere Kompetenz auch nicht von jetzt auf gleich, sondern in einem schrittweisen Prozess.

Stelle dir jetzt oder später in einer ruhigen Stunde einfach mal einen Wecker in fünf Minuten und nimm dir vor, vorsichtig zu erkunden, was da in dir ist. Fünf Minuten kann man alles aushalten oder? Schließe einfach die Augen und gehe in die Haltung eines neugierigen Entdeckers / einer neugierigen Entdeckerin. Schau dir an, was da ist, ohne ein Drama daraus zu machen.

Gebe deinem Innenleben Raum und es wird aufhören, sich für dich unangenehm anzufühlen. Es wird aufhören, bedrohlich zu sein.

 

Alleinsein genießen – hilfreiche Gedankengänge

Der einzige Mensch, der immer bei mir ist, bin ich selbst. Andere Menschen sind immer nur in begrenzten Situationen oder für eine begrenzte Zeitspanne bei mir.

Der Mensch, der mit mir durch mein ganzes Leben geht, das bin ich!

Mich habe ich immer!

Ich bin immer für mich da und mich selbst kann ich niemals verlieren!

Dieser Gedankengang hilft mir extrem, die Dinge ins richtige Licht zu rücken und dankbar für mich selbst zu sein. Wir richten immer den Blick nach außen und versuchen da eine sichere und dauerhafte Beziehung zu finden – dabei haben wir die bereits.

Mit uns, in uns.

Wir haben einen Menschen, der für immer da sein wird und das ist verdammt viel. Diese Beziehung sollten wir wertschätzen.

Alleine sein heißt auch frei sein. Wenn andere Menschen da sind, ist es manchmal schwierig, bei sich zu bleiben. Die Bedürfnisse des anderen, seine Sichtweisen oder irgendein anderer Aspekt seiner Anwesenheit kann auch manchmal ganz schön stressen und Energie abziehen. Wenn wir alleine sind, dann ist da niemand anders mehr auf den wir Rücksicht nehmen müssen, ist das nicht toll? Wir können dann ganz deutlich spüren, was wir eigentlich wollen und wie es uns selbst gerade geht. Alleine sein bedeutet auch, frei zu sein. Frei vom Einfluss der anderen.

Und zuletzt noch der Rat an dich: Geh es langsam an! Sei nett und sanft zu dir! Wenn du bis jetzt nur ganz selten Zeit mit dir selbst verbracht hast, dann ist es wahrscheinlich nicht besonders ratsam, dich gleich einen ganzen Tag lang mit dir selbst einzuschließen. Der Schuss wird nach hinten losgehen. Wahre Entwicklung findet statt, wenn du jeden Tag einen kleinen Schritt gehst. Ganz langsam und ganz kontinuierlich. Alleinsein genießen zu lernen, das ist ein Prozess.

Also gehe Babysteps und bleib dran. Gerade wenn es viel emotionalen Balast gibt, der aufgearbeitet werden will, oder du bis jetzt immer extrem viel unter Menschen warst, kann es einige Zeit dauern, bis du dich mit dem alleine sein wohlfühlst.

Und es wird immer mal wieder Zeiten geben, wo sich das alleine sein wie Einsamkeit anfühlt und auch das ist ok. Geh nur weiter deinen Weg und eines Tages wirst du feststellen, dass du gerade alleine warst und dich dabei aus Versehen pudelwohl gefühlt hast. Alleinsein genießen – das kannst du jetzt.

Warum Erdung so wichtig ist

Warum Erdung so wichtig ist

Je nachdem, ob du im spirituellen Bereich aktiv bist oder nicht, wird dir der Begriff Erdung oder geerdet sein mehr oder weniger sagen.

Für diejenigen von euch, die noch keine genau Vorstellung davon haben, was genau Erdung eigentlich ist, will ich mich hier an einer kurzen Definition versuchen.

Geerdet bist du, wenn du dich vollkommen sicher und Zuhause in dir fühlst. Erdung ist innere Geborgenheit und daraus resultierende innere Stärke und Ruhe.

 

 

Und warum heißt es Erdung?

Weil dieses Gefühl der inneren Geborgenheit maßgeblich von deiner Verbundenheit mit der Erde abhängt.

Wenn du immer den Boden unter dir fühlst, dann bist du geerdet.

Wenn du weißt, dass dich die Erde immer halten wird, dann bist du geerdet.

Wenn du spürst, dass Mutter Erde dich liebt und dich sicher macht, dann bist du geerdet.

Vielleicht findest du es ein bisschen eso, so etwas wie Mutter Erde zu sagen, aber glaube mir, wenn ich dir sage, dass du sehr davon profitieren wirst, wenn du eine bewusste Beziehung zu ihr eingehst und wenn du anerkennst, dass sie in einem sehr weiten Sinne deine Mutter ist. Oder besser noch: Glaube mir nicht, sondern probiere es selbst aus. Du solltest nie etwas glauben, nur weil es jemand anders glaubt. Tief verankerter Glaube entsteht nur, wenn er aus deiner eigenen Erfahrung heraus erwächst.

Erdung hat viel mit Urvertrauen zu tun. Urvertrauen ist das grundsätzliche Vertrauen ins Leben, in die Welt und in andere Menschen. Wenn du viel Urvertrauen besitzt, dann empfindest du weniger Angst und kannst gut mit sich verändernden Umständen umgehen. Du vertraust darauf, dass alles gut laufen wird und deshalb fühlst du dich sicher und geerdet.

Die Erdung wird von vielen leider etwas stiefmütterlich behandelt.

Gerade wenn Leute daran arbeiten, dass es ihnen gut geht – dass sie psychisch gesund werden oder sie wollen positiv sein – vergessen sie oft die Erdung.

Doch wenn man den Kopf Richtung Himmel richtet, sieht man nicht, was unten ist.

Das ist allerdings die Krux an der Geschichte.

Wenn du dich nicht erst um die Basis kümmerst – um das, was unten ist – dann wird das mit dem Oben auch nichts.

Wenn du Wasser in ein Glas schüttest und du möchtest gerne, dass das obere Drittel vom Glas sich als Erstes füllt, wird das dann passieren?

Das ist leider nicht möglich.

Das Wasser wird bis zum Grund vom Glas fließen, denn dieser muss erst einmal gefüllt sein. Das ist die Voraussetzung dafür, dass sich auch das obere Drittel vom Glas füllen kann.

Und genauso verhält es sich mit unserem emotionalen Zustand.

Wir müssen erst einmal dafür sorgen, dass wir ein starkes Fundament haben. Wir müssen uns erst Wurzeln wachsen lassen, bevor wir wirklich fliegen können.

Wie steht es um deine Erdung?

Fühlst du dich in dir selbst geborgen?

Egal, ob die Antwort ja oder nein oder irgendwas dazwischen ist. Zuviel Erdung gibt es eigentlich nicht. Deswegen kümmere dich jetzt aktiv um deine Erdung und fühle dich immer und überall absolut Zuhause in dir selbst.

 

Ein paar Einsteigertipps:

  1. Mache einen Song an, mit dem du dich wohlfühlst. Und dann leg dich mit dem Rücken nach unten auf den Boden und mach die Augen zu. Gehe einmal bewusst in die Verbindung zur Erde. Wie fühlt es sich an? Fühlst du dich verbunden? Fühlst du dich getragen?

 

  1. Wenn du durch deinen Alltag gehst, führe immer mal wieder einen kleinen Check durch. Gerade, wenn du in Menschenmassen unterwegs bist, verlierst du oft deine Erdung. Wenn dir das bewusst wirst, kannst du dich einfach wieder mit dir selbst verbinden.

 

  1. Achte darauf, regelmäßig in der Natur zu sein. Denn wie willst du regelmäßig mit ihr verbunden sein, wenn du ihr nur selten einen Besuch abstattest? Ob es nun joggen oder ein Spaziergang ist – mache es dir zur Gewohnheit, Zeit in der Natur zu verbringen und sie dabei bewusst wahrzunehmen. Spüre, wie sehr sie dich liebt und wie sicher du hier bist. Das wird dir helfen, dich mit dir selbst zu verbinden.
Durchhaltevermögen: Wozu es gut ist und wie es gelingt

Durchhaltevermögen: Wozu es gut ist und wie es gelingt

In ganz vielen Situationen im Leben gibt es einen sehr großen Unterschied zwischen kurzfristigem und langfristigem Erfolg. Oder zwischen kurzfristigem und langfristigem Glücksgefühl.

Manchmal ist alles ganz nett und angenehm, wenn wir einfach da bleiben, wo wir sind. Nur wirklich gut wird es da nie werden.

Dafür müssten wir uns aufmachen und kurzfristig eine Verschlechterung unserer Situation riskieren – dafür, dass sie langfristig besser wird.

So ist es zum Beispiel auch in der Kindeserziehung. Wenn du deinen Kindern immer alles durchgehen lässt, ist es in der Situation selber erst mal angenehmer: Kind hört auf zu heulen und rumzuzetern, weil es seinen Willen bekommen hat – alles ist wieder schön ruhig.

Doch das nächste Mal, wenn das Kind etwas will, worauf du keinen Bock hast oder was einfach absolut nicht möglich ist, dann stehst du wieder vor dem gleichen Problem, nur schlimmer. Das Kind ist es ja jetzt gewohnt, dass es sich durchsetzen kann. Solltest du nun also probieren, dich gegen das Kind durchzusetzen, wird das umso schwerer und unangenehmer. Würdest du aber die Kraft aufbringen, standhaft zu bleiben und dein „Nein“ durchzusetzen, dann hättest du in der Zukunft in ähnlichen Situationen viel weniger Stress. Nur dafür müsstest du erst mal durch das Unangenehme durchgehen und konsequent sein. Du müsstest eine kurzfristige Verschlechterung der Situation in Kauf nehmen, damit es langfristig besser werden kann.

Und genau so ist es auch mit vielen anderen Dingen im Leben. Manchmal ist eine Lebenssituation einfach absolut nicht mehr stimmig und ich muss massiv etwas verändern, damit es besser werden kann.

Nur erst einmal wird dadurch alles schlimmer als vorher. Das Gewohnte zu verlassen und loszulassen kostet viel Kraft. Auch wenn etwas absolut nicht mehr zu uns passt, halten wir so oft doch daran fest.

Warum? Weil die Gewohnheit angenehm ist.

Wenn alles vertraut und routiniert ist, schalten wir in den Schlafmodus. Wir verbrauchen nicht viel Energie.

Und genau da liegt die fatale Falle, aus der viele Menschen ihr Leben lang nicht mehr rauskommen. Sie bringen nicht die Energie und den Mut auf, um kurzfristige (sehr lowe) Zufriedenheit gegen langfristige wirkliche Zufriedenheit einzutauschen.

Ganz oft ist es so, dass wir erst einmal eine Durststrecke überbrücken müssen, bevor es wirklich gut wird. Zum Beispiel, wenn du deinen Partner verlässt, den du schon lange nicht mehr liebst. Wird es dir direkt super-duper-gut gehen, sobald du ihn abserviert hast?

Könnte sein, aber vermutlich eher nicht.

Vermutlich wirst du trotzdem erst einmal durch einen massiven Schmerz gehen müssen. Du wirst viel Einsamkeit ertragen müssen. Und vielleicht wird die Frage – Wer bin ich ohne ihn oder sie? – Sich dir sehr penetrant aufdrängen und dich in eine Krise stürzen.

Solltest du jetzt deshalb dein Leben lang in deiner faden Beziehung ausharren?

Nein, ganz sicher nicht!

Denn wenn du Durchhaltevermögen beweist und es schaffst, den Schmerz und die neuen Herausforderungen zu umarmen – dann wartet dahinter ein viel besseres Leben auf dich. Ein viel glücklicheres und freieres Leben.

Vielleicht wirst du entdecken, wie großartig die Freiheit ist. Vielleicht wirst du aber auch einen tollen neuen Partner kennenlernen, mit dem du eine Millionen mal glücklicher bist als mit deinem alten Partner.

Wenn dich deine Lebenssituation nicht glücklich macht, dann brauchst du oft etwas Durchhaltevermögen, um das zu verändern. Vom Zustand „ganz okay …. eigentlich“ geht es nur selten sofort zu „unglaublich toll!“

Ganz oft führt der Weg vom Einen zum Anderen noch über eine Zwischenstation namens „echt scheiße und unangenehm“.

Aber es lohnt sich!!! Und mit etwas Durchhaltevermögen wirst du dort ankommen, versprochen!

Mache dir nur immer klar, worauf du hinarbeitest und wie gut es dir gehen wird, wenn du diese schwere Übergangszeit nur überstehst.

Denn oft ist in schweren Zeiten das größte Problem, dass unser Kopf das Ganze dramatisiert und wir denken, dass es uns nie wieder besser gehen wird.

 

Der Realitätscheck

Entziehe diesem Muster einfach durch einen kleinen Realitätscheck die Macht. Bestimmt ging es dir in der Vergangenheit schon einmal ähnlich schlecht. Und hat da der Zustand für immer angehalten? Vermutlich nicht. Gefühle und Zustände kommen und gehen. So ist das nun einmal. Wir Menschen erschaffen das Drama, indem wir sie festhalten oder wegstoßen wollen.

Bestimmt kennst du auch Menschen, die mit etwas Durchhaltevermögen tolle Sachen erreicht haben und tolle Dinge in ihr Leben gezogen haben. Orientiere dich an ihnen und nicht an den ganzen Angsthasen, die wie Zombies durch ihr Leben kriechen.

Hab nur immer fest dein Ziel vor Augen und wisse, dass dein Durchhaltevermögen belohnt werden wird!

Stolz auf sich sein – Werde unabhängig vom Lob anderer

Stolz auf sich sein – Werde unabhängig vom Lob anderer

Wenn du etwas Tolles schaffst, wie verhältst du dich anschließend?

Sagen wir mal, du hast eine sehr gute Note in einer Klausur geschrieben – ein klassisches Beispiel. Du erfährst also von deiner guten Note und was machst du als Nächstes?

Rufst du sofort deine Mutter an und erzählst ihr davon?

Wenn ja, warum machst du das?

Natürlich machst du das auch, weil in unserer Gesellschaft Leistung gegen Liebe verkauft wird. Zum anderen machst du das jedoch deshalb, weil du dir nicht selbst die Anerkennung geben kannst. Du suchst sie im Außen und willst sie von anderen Menschen haben.

Und warum ist das so?

Das ist so, weil uns nicht beigebracht wurde, uns selbst etwas zu geben. Uns wurde beigebracht, dass wir die Bestätigung von anderen Menschen brauchen, um uns gut zu fühlen.

Wir brauchen die Liebe eines anderen, um uns geliebt zu fühlen. Wir brauchen das Feedback eines anderen, um zu wissen, worin wir gut sind. Wir brauchen das Lob eines Anderen, um stolz zu sein.

…Aber ist das wirklich so?

Eigentlich nicht. Das ist alles nur eine Frage der sozialen Konditionierung. Und das Gute an einer Konditionierung ist, dass sie antrainiert und nicht angeboren ist. Das heißt, dass sie veränderbar ist.

Stolz auf sich sein – Das ist möglich und wichtig.

Ein Beispiel zu diesem Thema: Ich wurde nie von meinen Eltern gelobt in meiner Kindheit. Für nichts. Und so dachte ich lange Zeit, dass ich überhaupt keine Talente hätte. Geholfen hat es da auch nicht gerade, dass ich auf einer Waldorfschule war – denn da gibt es keine Noten. Und aus einem Textzeugnis kann man immer vieles herauslesen, es ist interpretierbar. Im Gegensatz zu Noten: Die sind klar und eindeutig. Als ich dann irgendwann in der Oberstufe war, gab es dann das erste Mal Noten und siehe da – Malou ist eine glatte Einserschülerin. Zum ersten Mal zeigte mir meine Mutter, dass sie stolz auf mich ist. Das war vielleicht ein gutes Gefühl. Endlich hatte ich etwas gefunden, für das ich von wenigstens einem Elternteil Anerkennung bekomme und so stürzte ich mich darauf und freute mich jedes Mal sehr über das Lob meiner Mutter.

Jahre später, nachdem ich angefangen hatte, mich mit Spiritualität und Persönlichkeitsentwicklung zu beschäftigen, wurde mir klar, dass ich aus diesem Hamsterrad aussteigen will. Und so übte ich, erst einmal auf mich selbst stolz zu sein, bevor ich irgendjemandem von meiner Leistung erzählte. Ich hielt einen Moment inne, ging in mich und installierte eine innere Mutter, die mein inneres Kind lobt und stolz auf es ist.

Mit der Zeit ließ der Impuls, meiner Mutter sofort von einer guten Leistung zu berichten, nach. Manchmal erzählte ich ihr auch gar nicht davon. Es war nicht mehr nötig.

 

Sei stolz auf dich selbst

Wenn du lernst, auf dich selbst stolz zu sein für Dinge, für die du normalerweise Anerkennung von anderen einforderst, dann wirst du dadurch frei.

Stolz auf sich sein, zu wissen: „Das habe ich gut gemacht! Das war eine tolle Leistung!“ – ist ein tolles Gefühl und das kann dir niemand anders geben. Der Weg zum anderen ist nur ein Umweg: Du wendest dich an den anderen, damit er dir bestätigt, dass du es gut gemacht hast, damit du es selbst glauben kannst.

…Häh? Wäre es denn da nicht viel einfacher, es dir direkt selbst zu sagen? Denn im Endeffekt ist dir die Meinung des anderen auch nur deshalb so wichtig, weil du sie dann als deine eigene übernehmen willst. Du willst selbst etwas Positives über dich glauben, aber du siehst nicht die Möglichkeit, dir das selbst zu geben.

Die Meinung des anderen als das, was sie ist – die Meinung eines anderen – hat eigentlich keine Bedeutung für dich.

Also: Lerne, dich selbst zu loben und dir die Anerkennung zu geben, die du dir wünscht und die du verdient hast.

 

 

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Vielleicht hast du auch den Glaubenssatz, dass du nicht auf dich selbst stolz sein darfst. Vielleicht denkst du, man müsste immer bescheiden sein. So etwas in Richtung „Eigenlob stinkt!“

Der Mensch, der sich diesen bescheuerten Spruch ausgedacht hat, war bestimmt total glücklich oder?  …Nein, natürlich nicht!

Es ist ein ganz großer gesellschaftlicher Irrtum, man dürfe sich nicht seiner eigenen Leistungen und Stärken bewusst sein. Ehrliches stolz auf sich sein, ehrliche Selbst-Wertschätzung – das ist eines der wundervollsten Geschenke, das du dir selbst und den Menschen in deiner Umgebung machen kannst. Denn du bist kein_e Bettler_in mehr, wenn du dir selbst deine Bedürfnisse erfüllen kannst und das spüren natürlich auch andere Menschen.

Das Lob, was du dir früher so dringend gewünscht hast und was du einfach nicht bekommen hast, kommt auf einmal ganz leicht zu dir. Dadurch, dass du nicht mehr darum kämpfst, sind andere viel eher dazu bereit, es dir zu geben. Klingt paradox und gemein, ich weiß.

 

Übung:

Überlege einmal, in was für Situationen du glaubst, die Anerkennung einer anderen Person zu brauchen. Und dann nimm dir vor, beim nächsten Mal als Erstes in dich zu gehen und dir das Lob selbst zu geben. Dabei kann es helfen, eine innere Instanz zu entwickeln, die dir das Lob gibt. Einen inneren „Lober“ oder was auch immer sich für dich stimmig anfühlt. Von ihm oder ihr wird es dir leichter fallen, das Lob anzunehmen. Danach kannst du dir trotzdem noch das Lob des anderen abholen, aber du wirst merken, dass es viel weniger bedeutet: Du bist unabhängig davon geworden.

 

Stolz auf sich sein – Das ist der Weg in die innere Freiheit. Also trainiere von jetzt an das innere Loben und stolz sein. Und du wirst merken, wie du immer unabhängiger und freier wirst.

Selbstvertrauen stärken

Selbstvertrauen stärken: 3 Tipps

Selbstvertrauen stärkenHast du das Gefühl, dass dein Selbstvertrauen eher gering ist? Und, nervt dich das? Möchtest du es ändern?

Willst du dein Selbstvertrauen stärken? Willst du dir selbst vertrauen lernen?

….sehr gut! Dann erfährst du hier, wie.

Zu Beginn erst einmal die Frage: Was ist denn eigentlich Selbstvertrauen? Damit wir hier beide von der gleichen Sache reden, sollten wir uns klar machen, was hinter dem Begriff steckt.

Selbstvertrauen ist weder der coole Typ im BMW, der alle Frauen rumkriegt noch das Mädel im Seminar, das dauernd total starke Vorträge und Redebeiträge abliefert.

Was Selbstvertrauen wirklich ist, steckt schon im Begriff selbst: Selbstvertrauen = sich selbst vertrauen.

Was genau ist damit gemeint? Wenn ich mich selbst kenne, wenn ich weiß, was ich gut kann und was ich weniger gut kann und ich weiß, was mir selbst gut tut – dann stellt sich Selbstvertrauen ein.

Ich weiß, dass ich mir selbst vertrauen kann. Ich weiß, was gut für mich ist.

Zum Beispiel muss ich vor einer Klausur keine Angst haben, weil ich weiß, dass ich den Stoff drauf habe. Ich kann voller Selbstvertrauen in den Prüfungsraum gehen.

Jetzt wirst du vielleicht sagen: „Ja aber ich habe kein Selbstvertrauen auch wenn ich weiß, dass ich es kann.“

 

Tipp 1: Der Realitätscheck

Wenn du merkst, dass dein Selbstvertrauen flöten geht, dann liegt das mit ziemlicher Sicherheit daran, dass du dir von der Stimme in deinem Kopf gerade Bullshit einreden lässt. Führe deshalb einen kleinen Realitätscheck durch, wenn du dir dieser Tatsache bewusst wirst.

Im konkreten Beispiel: Du hast Angst vor der Klausur, machst dir Sorgen, dass du nicht gut sein könntest. Wie sah es denn in vergangenen ähnlichen Situationen aus? Ist deine Angst berechtigt?

Wenn der Realitätscheck aber ergibt, dass in vergangenen ähnlichen Situationen immer alles total super gelaufen ist und du zudem eigentlich weißt, dass dir nichts Wildes passieren kann, weil du den Stoff draufhast, dann gibt es doch allen Grund für Selbstvertrauen oder?

 

Tipp 2: Die Liste

Wie bereits gesagt, ist mangelndes Selbstvertrauen auch ein Resultat davon, dass du dich selbst nicht richtig kennst. Du bist dir gar nicht darüber bewusst, was du gut kannst und wer du bist.

Um dem Abhilfe zu schaffen, lege eine Liste mit deinen Fähigkeiten und Stärken an: Was kannst du gut? In welchem Gebiet kannst du dir selbst absolut vertrauen?

Vielleicht fällt es dir auch hier schwer, dir selbst und deiner Wahrnehmung zu vertrauen. Was sagen denn andere über dich? Wofür bekommst du besonders oft Komplimente? Frag deine beste Freundin, deinen besten Freund oder deine Mutter, wo sie deine Stärken sehen. Wahrscheinlich wirst du überrascht sein, weil andere Menschen dich viel positiver beurteilen und dir viel mehr Credit geben als du dir selbst.

 

Tipp 3: Höre auf deine Intuition

Wir klugen Menschen im Westen haben leider völlig verlernt, auf unsere Intuition zu hören.

Dabei weißt du selbst eigentlich immer genau, was gut für dich ist.

Du brauchst weder drei Stunden darüber nachdenken noch fünf Leute um Rat fragen. Trainiere deine Intuition; sie ist wie ein Muskel.

Wenn du im Alltag vor einer Entscheidung oder Einschätzung stehst, dann horche in dich hinein: Was ist dein erster Impuls? Wo zieht es dich hin?

Das ist deine Intuition und auf sie zu hören, verbindet dich automatisch mit dir selbst und stärkt das Band des Vertrauens zu dir und in dir.

 

Und so kommst du immer mehr in einen Zustand des Selbstvertrauens. Das Selbstvertrauen stärken ein Prozess, in dem du langsame kontinuierliche Fortschritte machst und dich von immer mehr Selbstunsicherheit befreist. Und natürlich spielt auch die Selbstliebe stark in unser Selbstvertrauen mit rein: Wenn ich mich selbst liebe, dann neige ich auch eher dazu, mir selbst zu vertrauen und von mir und meinen Fähigkeiten überzeugt zu sein. Ich zweifle dann nicht ständig meine Fähigkeiten und Kompetenzen an. Je mehr ich mich selbst liebe, desto weniger kritisiere ich mich auch.

Also: Lerne dich selbst kennen. Wisse, was du kannst und was du nicht kannst. Und mit dieser realistischen Basis kannst du dann dein Selbstvertrauen immer mehr stärken. Du kannst dir vertrauen, weil du dich kennst. Und dann achte auf dein inneres Selbstgespräch im Alltag: Wenn dir eine Stimme in dir einreden will, dass du es nicht kannst, werde dir selbst bewusst und komme zurück zum Vertrauen.